Harpegnathor venator, Haltungserfahrungen

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Re: Harpegnathor venator, Haltungserfahrungen

Beitragvon Abmeise » 8. Apr 2019 01:01

Gruß, :grin:
Nach Ankunft meiner Harpegnathos venator sollten sie direkt in ein großräumiges Terrarium einziehen, 120 cm x 100 cm x 60 cm.
IMG-20190120-WA0007.jpg

Ich wusste, ich würde sie wohl im ersten Jahr selten bzw. gar nicht sehen. In einem Erdnest würden sie für lange Zeit im verborgenen Bleiben. Alles das hätte ich in Kauf genommen, damit die Kolonie überlebt. Die vielen Haltungsberichte die ich lesen dürfte, zeigten eindeutig, das es schwer ist, diese Art ein Jahr am Leben zu erhalten. An dieser Stelle danke ich allen ,die ihre Erfahrungen mit allen Anderen teilen. Ich hoffe das die von mir zusammengetragenen Informationen helfen werden, den Venatoren gerecht zu werden. Ich hoffe diesen Vorteil nutzen zu können.
Die Ameisen werden für fortgeschrittene Ameisenhalter empfohlen, ich bin ein Laie. Erst seit November 2018 habe ich Camponotus nicobarensis in meiner Obhut. Da ich weiß, das Defizite vorhanden sind, setze ich mich mit dem Thema auseinander. Ich muss nicht ständig Eier, Larven und Puppen zählen, denn Venatoren sind sehr stressempfindlich und reagieren nicht selten mit dem Tod darauf. Ich akzeptiere, wenn sie sich vor mir verbergen, ich möchte jedoch nur wissen, das sie noch da sind. Deshalb entließ ich sie erst einmal nicht in ihre vorgesehene Behausung, sondern setze sie in eine Plastikschachtel. Ich musste davon ausgehen, das in den folgenden Stunden und Tage noch Tiere verenden werden. Die Schachtel befühlte ich mit Kokoshumus. Als Unterschlupf bot ich den sieben eine Mulde an, die ich mit einem Rindenstück abdeckte. Den Eingang haben sie schnell entdeckt und verschwanden darin. Die letzte wurde hineingetragen. Vermutlich war man der Gyne behilflich.
Nach einem Tag viel mir eine Ameise auf die permanent in der Arena wieder und wieder die Wände ablief. Sie suchte eindeutig den Ausgang. Ich sah auch, wie sie einmal aus der Mulde getragen wurde. Sie ging aber sofort wieder hinein.
Am Tag 2 schloss ich eine weitere Arena an. Hier wollte ich den Harpegnathor Venator die Futtertiere anbieten. Es dauerte keine 5 Minuten und die Abtrünnige war da, zog sofort ein und baute sich ein Nest. Sie ging nie wieder zurück. In regelmäßigen Abständen schaute eine angebliche Schwester vorbei. Ging dann aber wieder. Die einzelne kam auch in der neuen Arena nicht zur Ruh. In einigen Haltungsberichten wurde ebenfalls solches Verhalten beobachtet. Die Tiere die so auffällig aktiv sind, sterben in den nächsten 2 Tagen. Es war so wie so Zeit, die Quarantäne zu beenden. Ich öffnete beide Arenen, nun hatten alle 7, die Möglichkeit das Terrarium zu beziehen. Dies wurde jedoch, nur von der Einen genutzt. In den nächsten 14 Tagen tauchte sie immer wieder im Terra auf, Scheibe rauf Scheibe runter. Am 16.02.2019 ca. 18 Uhr wurde sie das letzte mal gesehen. Denke sie ist tot. :oops: Bei dieser Ameise hatte ich nie wirklich die Chance gehabt, ihr das zu geben, was sie gesucht hatte. Bei mir war es nur eine Einzelne, bei manchen anderen Halter war es die ganze Kolonie.
Vielleicht hat sie auch gegründet oder ist zu den Anderen zurückgekehrt, bekanntlich stirbt die Hoffnung zu Letzt . :roll:
Da waren es schließlich von 8 nur noch 6. Die Mulde haben sie als Nest angenommen und ausgebaut. Ihnen reichen wohl die 20 cmx 20cmx 5cm.
Fazit: Die Abtrünnige war nie Bestandteil dieser Kolonie gewesen. Sie wär von den Anderen adoptiert worden. Die Verbindung zu ihrer alten Kolonie war jedoch so groß, das dieses ihr Verderben war.
Wenn Arbeiterinnen von einem Außeneinsatz nicht ins Nest zurückkehren, wird man nach ihnen suchen. Da bin ich mir sicher. :lol:
Mfg. Denny
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Re: Harpegnathor venator, Haltungserfahrungen

Beitragvon Abmeise » 15. Apr 2019 00:19

Guten Tag, :grin:
Meine Harpegnathor Venator habe ich mittlerweile 10 Wochen. Die ersten Threads dienten lediglich zur Hinführung zur aktuellen Lage. Das von ihnen gewählte Nest, lässt erst diesen Bericht zu.
Meine HV halte ich zwischen 25 und 28 Grad. Das ist die Nesttemperatur. Das Terrarium selbst hat verschiedene Temperaturzonen. Diese bewegen sich zwischen 23 - teilweise über 30 Grad. Ein Temperaturfühler im Nest steuert den äußeren Temperaturbereich. Ich denke, es ist wichtig, die eigentliche Nesttemperatur von Außen zu regulieren und zwar von Oben. Es hat deshalb selbst keine Heizung. Maßstab für mich ist die Natur. Ich finde es unnatürlich, wenn das Nest der wärmste Ort ist, in dem die Ameisen agieren. Vielleicht spielt es auch gar keine Rolle, :wink:.
Die Luftfeuchtigkeit halte ich zwischen 70 und 90 Prozent. Dafür verwende ich eine Spritze, die dauerhaft im Deckel der Arena steckt. Ich möchte jegliche unnötige Störungen vermeiden. Ich befeuchte immer den selben Bereich. Meine 6 Damen reagieren bei über 90 % Luftfeuchte spätestens am Folgetag, in dem sie das Nest zusätzlich belüften. Den neuen Eingang, der dann auch genutzt wird, wird einige Tage wieder verschlossen. Jedoch in den ersten Wochen wurde oftmals auch der für mich ersichtliche Haupteingang wieder verschlossen und der Neue blieb bestehen. Mittlerweise haben sie den besten Platz gefunden. Es ist der am weitestens gelegene Bereich von der feuchtesten Stelle, welch ein Zufall 8) . Die Ameisen lieben es feuchter. Der Eingang selbst veranlasst eine Austrocknung. Deshalb macht es Sinn, ihn in den trockensten Bereich anzulegen. Hier hat er nur einen geringen Einfluss auf die feuchteste Stelle.
Ich verwende als Substrat Kokoshumus, speichert Wasser, bietet Struktur für den Tunnelbau und feine Buchenspäne, nimmt Feuchtigkeit auf, schimmelt nicht und kann durch die HV gut transportiert werden. Ich habe es mit eigener Komposterde beimpft. Mikroorganismen sollen helfen, das Nest und die Arena sauber zu halten Zusätzlich habe ich ihnen in Kleinstmengen Vogelsand, Spielsand, Seramis und Flechten aus dem Wald zur Verfügung gestellt. In Originalnestern wurden angeblich Flechten gefunden, kann also nicht schaden. Der angebotene Sand dient der Unterstützung des Verpuppungsvorganges.
Aufgrund der verschiedenen gelesenen Haltungsberichten, gehe ich davon aus, das die Entwicklung zu einer Imago mindesten 12 Wochen beträgt, natürlich abhängig von der Nesttemperatur. Für die ersten gelegten Eier berechne ich eine Anlaufzeit von 14 Tagen. Der erste Schlupf könnte somit frühestens Mitte Mai erfolgen. Meine Venatoren zeigen mir durch ihr verändertes Verhalten bereits an, das sie die Wiedergeburt der Kolonie eingeleitet haben. Bin schon eine wenig euphorisch, muss mich deshalb selbst disziplinieren. Die meisten Haltungsberichte begannen so vielversprechend und die Halter waren positiv gestimmt. Das Ende war dann doch eher enttäuschend. Bevor die Schlupfwelle einsetzt, lol, werde ich Einsicht in das Nest nehmen. Ich muss wissen ob Nr. 7 anwesend ist.
Futter ist reichlich da. Bin auf extremes Wachstum eingestellt 8)
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Nymphen der Schokoschabe
Gruß Denny
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