Haltungsbericht - Camponotus ligniperdus

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Re: Haltungsbericht - Camponotus ligniperda

Beitragvon shar » 5. Apr 2009 12:06

05.04.2009

Heute war Remmidemmi angesagt.
Das, was sie beim "Ausbruch" aus dem Nest geschoben hatten, haben heute teilweise bis zu zwei Arbeiterinnen wieder nach und nach ins Nest geschafft und damit den Eingang neu aufgebaut und gestaltet.
Eine weitere war am Zuckerwasser aufnehmen, womit sie ca., 10min beschäftigt war.
Die vor zwei Tagen angebotene Fliegenpuppehälfte, die auch ins Nest geschafft wurde, fand ich heute auf den Müllhaufen wieder - ist es übrigens die gleiche Stelle, wo sie letztes Jahr zum Schluss (Formi ohne richtigen Bodengrund - näheres siehe unten) ihren Müll immer entsorgt haben. Entsprechend bot ich gleich eine neue an, die von der Bauarbeiterin sogleich ins Nest geschafft wurde.
Da ich wissen wollte, ob sie noch mehr einsammeln würden, habe ich, auch weil ich zugegebener Maßen noch eine über hatte, eine weitere Hälfte angeboten.
Diese wurde von der Bauarbeiterin diesmal ignoriert, eine andere Arbeiterin die kurz drauf aber den Weg aus dem Nest suchte, fand diese wohl ansprechend und zog diese sodann auch in das Nest, wo beide Hälften nun von ein bis drei Arbeiterinnen verwertet werden.
Beim Eintragen von Futter merkt man deutlich den Vorteil, einen großen Kräftigen Körper zu haben. Mühen sich meine Lasius cf. niger teilweise ab, so eine Puppenhälfte ins Nest zu schaffen, wobei sie da auch teilweise mit der Logistik bzw. Arbeitsverteilung Schwierigkeiten haben, so hat die Bauartbeiterin, die u.a. mit die Größe von allen Arbeiterinnen ist, die Puppenhälfte einfach hochgenommen und ins Nest getragen, so wie wenn wir einen einfachen Stuhl woanders hinstellen würde.
Ebenso gibt es Bauarbeiten Richtung Wassertank, woran sich auch die Gyne beteiligt und vorhin beim Beobachten einen großes Stück Watte heraus trennte. Da der Wassertank aber mittlerweile leer ist, besteht kein Grund zur Sorge.
Nachdem so viel los ist heute, musste ich auch gleich ein paar Fotos schießen. :D
So ein schönen Moment muss man natürlich festhalten - alle wohl auf, die Brut hat augenscheinlich vollständig überlebt, überall wird gebaut und es wird reichlich Nahrung aufgenommen. Was will man mehr.
Bin schon gespannt, wann die Gyne die ersten Eier legt und ob sie ähnlich vorgehen wie meine Lasius cf. niger, die augenscheinlich erst die bestehende Brut versorgten, ehe die ersten Eier gelegt wurden.

Nun aber zu den Bildern:
050409 01.JPG
050409 02.JPG

050409 03.JPG
050409 04.JPG

050409 05.JPG


Der Bodengrund ist im Moment nur eine Korkplatte - ich hatte kurz vor der Winter den eigentlichen Bodengrund heraus genommen - das ursprüngliche Nest hatte ja im Ytongbereich angefangen zu Schimmeln - um diesen in Verbindung mit dem Bau eines neuen Nest zu überarbeiten oder gar komplett neu aufzubauen.

Wie man vielleicht sieht, ist das RG mit dem Zuckerwasser (ist das Rg wo die eine Arbeiterin am trinken ist) fast leer, daher habe ich gleich noch auf einem Stück Alufolie einen Tropfen reinen Honig angeboten - dieser verfügt ja über mehr Inhaltsstoffe, ob die Ameisen darauf angewiesen sind weis ich nicht, aber im Zweifel... ;)

Gyne: 1
Eier: 0
Larven: ca. 7-12
Kokons: 0
Pygmäen: 9

Nahrungsaufnahme:
Wasser: (keine Beobachtung bisher)
Honigwasser: ca. alle 2Tage
Proteine: ca. alle 7Tage
2008
- 03.08 Fliege
- 10.08 Heimchen, mittel
- 18.08 Stubenfliege
- 27.08 Falter
- 01.09 Heimchen (wurde zur Hälfte wieder raus geschmissen)
- 12.09 Stückchen Tunfisch
2009
- 03.04 halbe Fliegenpuppe (wurde zur Hälfte gefressen und am Tag drauf weggeschmissen)
- 05.04 zwei halbe Fliegenpuppen

Nicht angenommene Nahrung:
2.5x PinkyMaden



Es gibt auch einen ausführlichen Baubericht bzw. Formicariumvorstellung, inkl. Bilder:

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Re: Haltungsbericht - Camponotus ligniperda

Beitragvon shar » 13. Apr 2009 14:06

13.04.2009

Viel gibt es nach der kurzen Zeit natürlich nicht zu berichten.
Den Eingang haben sie weiter verbarrikadiert - dazu haben sie sogar das Stück Alu-Folie auf der ich den Honig anreiche, verwendet. Das Stück klebt jetzt mit der Unterseite außen an der Barrikade.
Ich hab mal dort gelassen wo es ist, um sie nicht unnötig zu stören und habe einfach nur neuen Honig angeboten.

Die eine Fliegenpuppenhälfte haben sie kurz drauf wieder aus dem Nest geschmissen.
Kurz darauf bot ich wieder eine an; ebenso heute.

Die Aktivität im Nest ist nach wie vor hoch, bis auf Mrs. Von und Zu. Sie hockt mitten im Getummel und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen.
Zwei Arbeiterinnen versuchen weiter sich in Richtung Wassertank zu beißen, eine Arbeiterin bearbeitet die eine noch verbliebene Fliegenpuppenhälfte, zwei Kümmern sich um die Brut, eine rennt an der Decke rum, eine ist wie gewohnt als scheinbar Wache kurz hinter dem Eingang postiert, eine baut eine Kammer in den einen Teil des Walls den sie aus den Flocken von dem alten Verschlusstopfen gezupft haben und die Neunte war damit beschäftigt die neu angebotene Fliegenpumpenhälfe ins Nest zu schaffen, wobei ihr dann letztlich die eine Bauarbeiterin zur Hilfe kam. Die Wache hat sich davon aber nur wenig beeindrucken lassen und bliebt auf ihrem Posten.

Man sieht an ihren Gastern langsam, daß sie wieder Vorräte anhäufen. So haben sechs von neun Arbeiterinnen schon einen gut gefüllten Gaster, kein vergleich zu vorher, kurz nach der Winterruhe.
Die Gaster der drei Anderen - Wache, Bauarbeiterin und diejenige die die Puppe ins Nest geholt hat - ist zwar bei weitem nicht mehr so klein aber man sieht einen klaren Unterschied zu den anderen Sechs.
Denke mal, nach der Fliegenpuppe dürften die Vorräte ausgestockt sein und die natürlich eh recht geringe Außenaktivität dürfte für die nächsten Zeit wieder gegen Null gehen.


Gyne: 1
Eier: 0
Larven: ca. 7-12
Kokons: 0
Pygmäen: 9

Nahrungsaufnahme:
Wasser: (keine Beobachtung bisher)
Honigwasser: ca. alle 2Tage
Proteine: ca. alle 7Tage
2008
- 03.08 Fliege
- 10.08 Heimchen, mittel
- 18.08 Stubenfliege
- 27.08 Falter
- 01.09 Heimchen (wurde zur Hälfte wieder raus geschmissen)
- 12.09 Stückchen Tunfisch
2009
- 03.04 halbe Fliegenpuppe (wurde zur Hälfte gefressen und am Tag drauf weggeschmissen)
- 05.04 zwei halbe Fliegenpuppen
- 09.04 eine halbe kleine Fliegenpuppe
- 13.04 eine halbe Fliegenpuppe

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Re: Haltungsbericht - Camponotus ligniperda

Beitragvon shar » 17. Apr 2009 20:27

17.04.2009

Heute wurde die Kleinkolonie in das provisorische und ehemalige Becken meiner Temnothorax unifasciatus umquartiert, damit ich endlich anfangen kann, die neue Landschaft zu konstruieren bzw. aufzubauen, wozu ich, damit alles besser passt, immer ganz gerne das dazugehörige und leere Formicarium zur Verfügung habe.

170409 01.jpg


Vergleiche ich mit meinen beiden Lasius niger Kolonien, muss ich sagen, sind meine Camponotus ligniperda, zumindest für den Moment, wesentlich tagaktiver. So durfte ich so gut wie jeden Tag mehrmals ein, zwei und manchmal sogar drei Arbeiterinnen außerhalb des Nests beobachten. Eine, die mit am häufigsten draußen unterwegs ist, scheint penibel das Terrain zu erkunden. Folgen ihr eine oder zwei Arbeiterin, so holen diese entweder Nahrung ein, oder entsorgen Müll, etwas was ich bei meinen beiden Lasius niger ebenfalls noch nicht wirklich beobachten konnte. Bei denen bleiben Futterreste zu 90% da liegen wo sie eben liegt, nicht so bei meinen Camponotus. Diese brachten bisher absolut immer Nahrungsreste weg vom Nest.
Auf jeden Fall blieb der Umzug nicht unbemerkt. Die anfängliche wirklich nur leichte Panik - ich konnte sie fast ohne Erschütterungen umquartieren - die sich darin äußerte, daß die Wache den Eingang verschließen wollte, wich bald der Neugier und so war schon nach kurzer Zeit bereits die eine Kundschafterin wieder im Formicarium unterwegs. Auch musste eine Schwester im Anschluss auch gleich mal nach sehen, was nun Sache ist.

170409 02.jpg
170409 03.jpg


Obwohl die Gaster der Gyne schon aussieht, als ob sei bei dem kleinst Stückchen Futter mehr gleich platzen würde, ist der Hunger in der Kolonie nach wie vor ungebremst. So wurden auch seit dem letzten Bericht zwei weitere Fliegenpuppenhälften angenommen.

Auch hatte ich heute die Gelegenheit mal ein freien Blick auf die Brut zu werfen. Sehr viele Larven in jedem Entwicklungsstadium, ebenso eine schon richtig große Dicke, die die Hoffnung auf eine noch etwas größere Arbeiterin aufkommen lässt.


Gyne: 1
Eier: 0
Larven: ca. 7-12
Kokons: 0
Pygmäen: 9

Nahrungsaufnahme:
Wasser: (keine Beobachtung bisher)
Honigwasser: ca. alle 2Tage
Proteine: ca. alle 7Tage
2008
- 03.08 Fliege
- 10.08 Heimchen, mittel
- 18.08 Stubenfliege
- 27.08 Falter
- 01.09 Heimchen (wurde zur Hälfte wieder raus geschmissen)
- 12.09 Stückchen Tunfisch
2009
- 03.04 halbe Fliegenpuppe (wurde zur Hälfte gefressen und am Tag drauf weggeschmissen)
- 05.04 zwei halbe Fliegenpuppen
- 09.04 eine halbe kleine Fliegenpuppe
- 13.04 eine halbe Fliegenpuppe
- 15.04 eine halbe Fliegenpuppe
- 17.04 eine halbe Fliegenpuppe

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Re: Haltungsbericht - Camponotus ligniperda

Beitragvon shar » 3. Mai 2009 16:07

02.05.2009

Das neue Formicarium ist nun seit über einer Woche fertig und der Umzug liegt eine Woche zurück. (Zur Nest-/Beckenvorstellung)

In das Nest sind sie leider noch nicht eingezogen, aber immerhin benützen sie es auch nicht als Mülleimer, obwohl das RG direkt am Eingang liegt. So haben sie die eine Fliegenpuppenhülle einfach Rand des Stamms fallen lassen. Entsprechend bin ich weiterhin zuversichtlich, daß sie doch irgendwann umziehen.
Der Wassertank vom neuen Nest funktioniert einwandfrei - diesen hatte ich mal probeweise befüllt, um ihnen vielleicht so das Nest attraktiver zu machen.

Auch muss ich nochmals sagen, daß sie ausgesprochen aktiv sind. So ist meist immer mindestens eine Arbeiterin unterwegs beim Erkunden und Absuchen, teilweise sitzt sie auch einfach nur außerhalb des Nestes.

Wie man auf den Bildern sieht, haben sie den losen Bodengrund dazu verwendet, den Eingang zum RG wieder weiter zu verbauen und verbarrikadieren.

020509 3.jpg
020509 4.jpg
020509 5.jpg

Eine etwas "eigentümliche" Beobachtung konnte ich heute machen. Während ich am Kontrollieren des Wassertanks durch das Sichtfenster war, muss dies wohl einer Arbeiterin aufgefallen sind. Als ich mit dem Kopf wieder hoch kam, saß sie auf dem Frischwassertank-RG und "beobachtete" mich. Auch reagierte sie auf meine Kopfbewegungen. Bewegte ich den Kopf nach rechts oder links, wanderten die Fühler mit.
So saßen wir "beide" dann erstmal ca. eine Minute uns Gegenüber. Ein folgender Versuch, ob sie auch auf die Bewegung meines Fingers und auf Klopfzeichen an die Scheibe reagiert, blieben erfolglos; dazu sehen sie dann wohl doch zu schlecht und nehmen wohl eher deutliche Schatten wahr. Entsprechend reagierte sie erst, als ich mit der ganzen Hand Bewegungen machte, indem sie wieder mit ihren Fühler der Hand folgte.
Diese erstmal doch recht befremdlich wirkende Beobachtung musste ich sogleich meiner Freundin im Nachbarzimmer erzählen. Ich war keine halbe Minute weg, sie zu holen, war bei meiner Rückkehr von der Arbeiterin auch nichts mehr zu sehen.

Anfang dieser Woche durfte ich erfreulicher Weise den ersten Kokon in diesem Jahr begrüßen. Dürfte nicht lang dauern, bis sich die nächsten ein, zwei Larven verpuppen. (Das Stückchen was die Sicht teilweise versperrt musste ich leider auflegen, da sonst der Autofocus nicht wollte)

020509 1.jpg
020509 6.jpg


Gyne: 1
Eier: 5-8
Larven: ca. 15
Kokons: 1
Pygmäen: 9

Nahrungsaufnahme:
Wasser: wird regelmäßig besucht
Honigwasser: wird an und ab besucht
2008
- 03.08 Fliege
- 10.08 Heimchen, mittel
- 18.08 Stubenfliege
- 27.08 Falter
- 01.09 Heimchen (wurde zur Hälfte wieder raus geschmissen)
- 12.09 Stückchen Tunfisch
2009
- 03.04 halbe Fliegenpuppe (wurde zur Hälfte gefressen und am Tag drauf weggeschmissen)
- 05.04 zwei halbe Fliegenpuppen
- 09.04 eine halbe kleine Fliegenpuppe
- 13.04 eine halbe Fliegenpuppe
- 15.04 eine halbe Fliegenpuppe
- 19.04 eine halbe Fliegenpuppe
- 21.04 eine halbe Fliegenmade
- 27.04 eine halbe Fliegenpuppe
- 01.05 eine halbe Fliegenpuppe

Nicht angenommene Nahrung:
2.5x PinkyMaden
eine halbe Fliegenmade (diese wurde kurz nach dem Verfüttern schwarz, vermutlich von den Verdaungssäften in ihrem Magen)


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Re: Haltungsbericht - Camponotus ligniperda

Beitragvon shar » 3. Mai 2009 16:11

03.05.2009

Nachdem gestern das Nest zwar inspiziert wurde aber sie sich nicht weiter für interessierten, machte ich mir so meine Gedanken, warum dies der Fall sein könnte.
Bestätigt von früheren Beobachtungen des Verhaltens bei meiner Lasius cf. niger-Kolonie, startete ich dann ein Versuch und verschloss den unteren Zugang zum Nest und begrenzte so die Zahl der Eingänge zum Nest auf Eins.

030509 2.jpg

Die Abzweigung und damit den mehr oder weniger dritten Zugang hatte ich ja bereits beim ersten Versucht dicht gemacht.

030509 3.jpg

Des weiteren füllte ich etwas feinen Kies oben in den Eingang (Pfeil rot / graue Darstellung), der, nachdem ich die Zugänge immer so anlege, daß sie leicht verbarrikadiert werden können, damit etwas enger wurde.
Wie angesprochen war der Zugang (Pfeil blau) nun ebenso dicht.

030509 4.JPG

Diese Aktion entging den Arbeiterinnen natürlich nicht, worauf die Gegend sofort wieder erkundet wurde, ebenso das Nest.
Später am Abend konnte ich dann erste Anzeichen für einen eventuell bevorstehenden Umzug erkennen.
Eine Arbeiterin, die aus dem Nest ins RG zurück kehrte, packte sich eine Andere und versuchte diese dann, in das Nest zu tragen, was ihr aber, bedingt durch das verbaute RG nicht gelang und nach einiger Zeit auf gab.
Wie leider befürchtet, kam es dann auch in der letzten Nacht nicht zu einem Umzug, obwohl das Interesse geweckt war und nun am abflauen war.

Als nächste Maßnahme, entschied ich mich nun, bevor das Interesse fürs erste gänzlich verflog, die im RG-Eingang angehäuften Watte und Stopfenfusseln vorsichtig heraus zu nehmen, um einen besseren Zugang zu ermöglichen.
Um sie nicht unnötig zu stressen, verdunkelte ich, soweit wie möglich das Zimmer und stellte zusätzlich noch Pappdeckel auf, um das Formicarium so dunkel wie möglich zu bekommen (Fenster ist links, außerhalb des Bildes)

030509 1.jpg

Dies gelang mir auch, ohne daß zu viel Panik im Nest ausbrach, bliebt aber natürlich nicht unentdeckt.
Als Folge strömten, nachdem die Kundschafterin die Lage geprüft hatte, dann kurz drauf mehrere Arbeiterinnen aus und gingen auf Baumaterialsuche - das angeschleppte Baumaterial vorderhalb der Stopfenfusseln ließ ich liegen, was aber natürlich nun nicht mehr ausreichte.
Es bliebt auch nicht aus, daß sich hin und wieder eine Arbeiterin in das Nest "verirrte" und nach und nach, dieses nochmals inspiziert wurde.
Zur Sicherheit füllte ich nochmals die Wasserkammer vom Nest komplett auf, um dahingehend auf Nummer sicher zu gehen.

Später fiel mir auf, daß neben den bis zu drei Arbeiterinnen, die damit beschäftigt waren, das RG wieder zu verschließen eine Arbeiterin Baumaterial aus dem Nest schaffte. Eine Kontrolle ergab, daß es Grabungen in der untersten verschlossenen Kammer gab (Bild: 030509 4.JPG, Kammer II - Pfeil grün, befüllt mir feinem Kies, sowie auch in der obersten Kammer I - Pfeil grün, befüllt mit Korkstreu)

Später kamen dann auch immer öfter Arbeiterinnen aus dem Nest, teilweise wurden andere Arbeiterinnen im RG in Richtung Ausgang gezerrt und als dann sogar begonnen wurde, die Brut aus dem RG in das Nest zu schaffen, war es, trotz allem, daß weiterhin das RG weiter zu gebaut wurde, eindeutig, der Umzug stand kurz bevor bzw. war bereits im vollen Gange.
Um diesen ja nicht irgendwie zu stören, ließ ich sie lieber alleine, so bekam ich leider auch nicht mit, wie die Gyne in das Nest gebracht wurde.

Bei der letzten Kontrolle war das RG bis auf ein paar Eier bereits komplett leer. Es dauerte aber nicht lange, als auch die letzten Überreste der Brut geholt wurden und abschließend das RG nochmals feinst säuberlich abgesucht und kontrolliert wurde, damit ja nichts versehentlich zurück gelassen wird.

Bei der ganzen Umzugsaktion konnte ich zwischenzeitlich ein relativ guten Blick auf die Brut werfen. So haben sie bereist drei oder vier Kokons und einen großen Haufen Larven in allen Stadien, sowie auch erste Eier.

Abschließend bin ich froh, auch diesmal alles scheinbar richtig interpretiert und darauf reagiert zu haben.
Ich bin schon gespannt, in welchem Teil des Nestes sie sich eingerichtet haben, eher weiter unten im feuchten oder eher im trockenen oberen Bereicht aus Holz, ebenso, bei welcher Zahl an Arbeiterinnen sie welche Kammer und vor allem wann sie den unteren Eingang frei legen werden.

Gyne: 1
Eier: 5-8
Larven: ca. 15
Kokons: 3-4
Pygmäen: 9

Nahrungsaufnahme:
Wasser: wird regelmäßig besucht
Honigwasser: wird an und ab besucht
2008
- 03.08 Fliege
- 10.08 Heimchen, mittel
- 18.08 Stubenfliege
- 27.08 Falter
- 01.09 Heimchen (wurde zur Hälfte wieder raus geschmissen)
- 12.09 Stückchen Tunfisch
2009
- 03.04 halbe Fliegenpuppe (wurde zur Hälfte gefressen und am Tag drauf weggeschmissen)
- 05.04 zwei halbe Fliegenpuppen
- 09.04 eine halbe kleine Fliegenpuppe
- 13.04 eine halbe Fliegenpuppe
- 15.04 eine halbe Fliegenpuppe
- 19.04 eine halbe Fliegenpuppe
- 21.04 eine halbe Fliegenmade
- 27.04 eine halbe Fliegenpuppe
- 01.05 eine halbe Fliegenpuppe

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Re: Haltungsbericht - Camponotus ligniperda

Beitragvon shar » 9. Aug 2009 11:15

09.05.2009

Da ich leider im Moment wenig Zeit habe, diesmal nur ein kurzer Bericht - dieser muss aber sein, da ich sehr sehr erfreut bin, über die bisherige Entwicklung.

In das neue Nest scheinen sie sich gut eingelebt zu haben und hausen weiterhin in der untersten linken Kammer im Holzteil.
Es gab seither ausgiebige Grabungsaktivitäten in der Ytong-Kammer in Richtung Wassertank und zwar genau an der Scheibe entlang bis zum Kammerende und von dort an der Kammerwand weiter hinein. Der Bauschutt wurde dazu verwendet, den Gang nach rechts, der, bis ich ihn damals zugeschüttet hatte, ebenfalls nach außen führt; der Eingang oben wurde ebenso weiter ausgebaut und befestigt.
Das Nest funktioniert nach wie vor. Kein Schimmel, trotz halb vollem Wassertank ist aufzufinden. Auch hält sich das Wasser wirklich richtig gut in dieser Ytongkonstruktion; ich schrieb ja bereits, daß die Luftfeuchtigkeit trotz Deckel noch im grünen Bereich liegt (schwankend zw. 49-55%).
Über den Deckel bin ich mittlerweile richtig froh, obwohl es natürlich noch keine Geschlechtstiere gibt. Ich könnte keine Nacht ohne ihn ruhig schlafen. Die Biester halten mich wirklich auf trapp und lassen sich immer wieder was neues Einfallen und sind ausgesprochen aufmerksam. Dies, gepaart mit einer ordentlichen Portion Neugier und der kaum vorhandenen Angst(verglichen mit meinen anderen Gründerkolonien) sorgt dafür, daß ich den Deckel immer drauf lassen muss und, sollte er mal unten sein, immer ein Auge auf die großen Kleinen werfen muss. Ich hatte bisher bedenken hinsichtlich dem Ausbruchschutz und der Pfiffigkeit und Erfindungsreichtum der Arbeiterinnen und so war es heute auch soweit. Ich bekam leider nicht mit, wo bzw. wie sie raus gekommen ist; ich hatte den Deckel eine längere Weile offen, weil ich von einer meiner anderen Kolonien beim Füttern abgelenkt wurde und als ich sodann den Deckel wieder auf das Formicarium setzten wollte, sah ich im letzten Moment eine Bewegung an Rand des Deckels und tatsächlich lief eine von den Arbeiterinnen am Deckel entlang.
Also bezüglich Ausbruchschutz besteht glasklar Verbesserungsbedarf, noch dazu, da die Arbeiterinnen es sofort mitbekommen, wenn der Deckel weg ist, dann nach oben "rum fühlern" und anschließend versuchen raus zu kommen. Ich hatte mir auch schon den Kopf drüber zermartert, ob irgendein akutes Problem besteht, daß sie raus wollen, sprich das irgendwas fehlt oder ähnliches aber bis auf noch mehr Platz (Formi ist 600 x 400 x 400 groß) fiel mir nichts ein.

Auch entwickeln sie sich doch recht gut. So haben sich weitere Larven verpuppt und die Gyne hat hinsichtlich Eier ordentlich nach gelegt.
Damit dies nicht abreißt füttere ich ihnen immer wieder mal mehr als sonst, sodaß etwas Überschuss da ist.
Entsprechend ergibt sich folgender, meiner Meinung nach phänomenaler Bestand:

Gyne: 1
Eier: ca. 20
Larven: ca. 11
Kokons: 9
Pygmäen: 9

Nahrungsaufnahme:
Wasser: wird regelmäßig besucht
Honigwasser: wird an und ab besucht
2008
- 03.08 Fliege
- 10.08 Heimchen, mittel
- 18.08 Stubenfliege
- 27.08 Falter
- 01.09 Heimchen (wurde zur Hälfte wieder raus geschmissen)
- 12.09 Stückchen Tunfisch
2009
- 03.04 halbe Fliegenpuppe (wurde zur Hälfte gefressen und am Tag drauf weggeschmissen)
- 05.04 zwei halbe Fliegenpuppen
- 09.04 eine halbe kleine Fliegenpuppe
- 13.04 eine halbe Fliegenpuppe
- 15.04 eine halbe Fliegenpuppe
- 19.04 eine halbe Fliegenpuppe
- 21.04 eine halbe Fliegenmade
- 27.04 eine halbe Fliegenpuppe
- 01.05 eine halbe Fliegenpuppe
- 04.05 eine halbe Fliegenpuppe
- 08.05 eine halbe Fliegenpuppe
- 09.05 zwei halbe Fliegenpuppen

Nicht angenommene Nahrung:
2.5x PinkyMaden
eine halbe Fliegenmade (diese wurde kurz nach dem Verfüttern schwarz, vermutlich von den Verdaungssäften in ihrem Magen)


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Re: Haltungsbericht - Camponotus ligniperda

Beitragvon shar » 9. Aug 2009 11:17

09.08.2009

Nach längerer Abstinenz mal ein kleiner Zwischenbericht.
Die Kolonie lebt erfreulicher Weise; leider gab es Zwischenzeitlich zwei Verluste an Pygmäen. Als Ursache ziehe ich die zwischenzeitlich zu hohen Temperaturen (ca. 30-32°C) in Betracht, weswegen ich sie nun an einen kälteren Ort stehen habe.
Mir ist ebenso aufgefallen und ich Vermute, daß es sich bei den Beobachteten Arbeiterinnen um die zwei, die verstorben sind gehandelt hat, daß einige Arbeiterinnen, obwohl sie inne hielten, mit den Beiden gezittert haben. Verstärkt ist mir dies eben an und kurz nach den heißen Tagen aufgefallen. Vielleicht weis hierzu aber noch jemand was genaueres oder hat ebenso sowas schon beobachtet - würde mich freuen, dann im Diskussionsthema dazu was zu lesen.
Ich denke nicht, daß es an einer Unterversorgung liegt, da sie, meiner Meinung nach, alles haben, sprich Frischwasser, Honig pur und immer wieder mal Fliegenpuppen.

Ansonsten entwickelt sich die Kolonie beständig, es ist sogar schon eine, ich denke Major-Arbeiterin hervor gegangen. Sie ist knapp ein Kopf kürzer als die Königin, wobei die Köpfe der beiden etwa gleich groß und wuchtig sind. Ein wahrhaft großer Brummer, dem ich nicht unbedingt irgendwann am Finger hängen haben möchte - wenn ich mir überlege, daß die nicht die einzige bleiben wird, gibt mir das schon etwas zu Denken. 8o
Die Majorin sitzt im übrigen die ganze Zeit in der Kammer, wo sich auch die Königin aufhält und beteiligt sich, soweit ich es bisher beobachten konnte, in keinster Weise an irgendwelchen Arbeiten.
Ein Teil der Gruppe, zusammen mit der Königin, den Eiern und ein paar Larven halten sich in der obersten Holzkammer auf.
Der andere Teil zusammen mit ca. 5 Larven in allen Stadien ganz unten im Gang im T-Kreuz.
Die meiste Zeit über wird der Eingang, der dicht mit Nadeln und Holzstückchen verbaut wurde von einer Pygmäe bewacht.

Schimmel konnte ich bisher im Nest nicht finden, obwohl sie zwei Bruchstücke einer Nadel eines Nadelgewächs und eine fast leere Fliegenpuppenhälfte unten in die linke Kammer - sie ist nach wie vor noch gefüllt mir feinem Kies, bis eben auf den gegrabenen Gang - gestopft haben; diese Kammer ist ja sozusagen die feuchteste im ganzen Nest, da sie direkt neben dem Wassertank liegt.
Die kleine Kammer oben rechts wird als Mülldepot für Nahrungsreste verwendet, wobei sie mittlerweile dazu übergegangen sind, die eingetragenen Fliegenpuppenhälften wieder aus dem Nest zu schaffen. Sieht etwa so aus, man trage die Reste raus aus dem Nest, gehe zum Rand des Baumstumpf und lässt sie dort dann einfach fallen. Hat zumindest den Vorteil, daß ich nicht auf die Suche gehen muss, wo sie sie im Gelände verstecken, Möglichkeiten gäbe es genug.
Die zwei verstorbenen Arbeiterinnen wurden übrigens zügig aus dem Nest gebracht und nicht länger als Nötig irgendwo ein- bzw. zwischengelagert.
Der Wassertank und die Füllung auf Vorrat funktioniert nach wie vor hervorragend. Der Wassertank, randvoll, hält grob geschätzt, je nach Temperaturen ca. 1,5 bis 2 Wochen.

Ansonsten, hier noch die Bestandsaufnahme der Kolonie; bei der Brut nur geschätzt:

Gyne: 1
Eier: ca. 20
Larven: ca. 40
Kokons: 2
Pygmäen: 24 (inkl. Major)

Nahrungsaufnahme:
Wasser: wird regelmäßig besucht
Honigwasser: wird an und ab besucht
2008
- 03.08 Fliege
- 10.08 Heimchen, mittel
- 18.08 Stubenfliege
- 27.08 Falter
- 01.09 Heimchen (wurde zur Hälfte wieder raus geschmissen)
- 12.09 Stückchen Tunfisch
2009
- 03.04 halbe Fliegenpuppe (wurde zur Hälfte gefressen und am Tag drauf weggeschmissen)
- 05.04 zwei halbe Fliegenpuppen
- 09.04 eine halbe kleine Fliegenpuppe
- 13.04 eine halbe Fliegenpuppe
- 15.04 eine halbe Fliegenpuppe
- 19.04 eine halbe Fliegenpuppe
- 21.04 eine halbe Fliegenmade
- 27.04 eine halbe Fliegenpuppe
- 01.05 eine halbe Fliegenpuppe
- 04.05 eine halbe Fliegenpuppe
- 08.05 eine halbe Fliegenpuppe
- 09.05 zwei halbe Fliegenpuppen
Zu meiner Schande muss ich gestehen, daß ich, bedingt durch wenig Zeit und viel Stress und Arbeit, die Liste nicht weiter geführt habe. :/

Nicht angenommene Nahrung:
2.5x PinkyMaden
eine halbe Fliegenmade (diese wurde kurz nach dem Verfüttern schwarz, vermutlich von den Verdaungssäften in ihrem Magen)


Es gibt auch einen ausführlichen Baubericht bzw. Formicariumvorstellung, inkl. Bilder:

>>> Nestvorstellung (alt) <<<

>>> Zur Nest-/Beckenvorstellung (neu) <<<

Über Lob und Tadel würde ich mich freuen:

>>> Diskussionsthema <<<


Grüßle ~Shar~
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Re: Haltungsbericht - Camponotus ligniperda

Beitragvon Creature » 28. Nov 2010 14:40

Obwohl Grüner Kobelds Kommentar nur Spam war , interessiert mich doch sehr was aus der Kolonie geworden ist.
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