Ameisen als Taucher?

Archivbeitrage aus den Unterforen "Einsteigerfragen" und "Diskussion und Fragen allgemein" aus den Jahren 2003 bis 2008.

Ameisen als Taucher?

Beitragvon abe » 24. Mär 2006 12:50

Hallo erstmal!
Als ich im Forum auf den Post "Was machen Ameisen bei Kräftigem Regenguss?" gestoßen bin erinnerte ich mich an meine Kindheit. Als ich einen stein der von ameisen bevölkert war in eine Tiefe Füze warf viel mir etwas auf. Die ameisen die an der unteren seite des Steins,also unterwasser waren blieben auch dort jedenfals einige. Am nächsten Tag Schaute ich mir den Stein dann noch etwas genauer an und sah Ameisen die immer noch unter waser am Stein herum krabbelten sie packten mit ihren Scheren kleine Luftblasen die am Stein hefteten und benutzten diese als Taucherflasche. Seit diesem Tag bewundere ich diese Spezies ihr verhalten in Schwierigen situationen ist einfach unglaublich!

Heutzutage quele ich natürlich keine Ameisen mehr!

Ist so etwas ähnliches euch auch schon aufgefallen?
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Beitragvon Kill0r » 24. Mär 2006 13:12

also ich hab noch nie schwimmende ameisen gesehen ^^

Kann es sein das es garkeine ameisen waren sonder nur ähnliche Insekten? Bin nämlich eigentlich ein ziemlicher Spinnenfreak und weiss das es auch Spinnen gibt die wie eine Ameise aussehen (ich glaube aber die sind etwas größer wie eine normale Ameise und sind auch glaub ich eine nicht europäische Spinnenart *mal nachschauen muss*)

Naja ich schau ma nach ob es doch diese Spinnenart gewesen sein kann oder welche Tierchen noch in Frage kommen ;)

Mfg , Kill0r
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Beitragvon abe » 24. Mär 2006 13:27

es waren ameisen genauer niger. Sie schwammen nicht sonder bewegten sich unter wasser am stein. Ich konnte es auch nicht glauben aber glaub mir es war so.
Vieleicht hat jemand mit ner Ameisen insel diese beobachtung auch schon gemacht, meldet euch falls ja.

Danke schon mal im vorraus.
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Beitragvon skateduffy » 24. Mär 2006 16:58

Hallo abe,

Also vorab, es gibt eine schwimmende Ameisenart. Diese kann es jedoch nicht gewesen sein, da sie sich in Argentinien etc. also in exotischen Gebieten aufhält. Von weiteren tauchenden Ameisen, besonderst Lasius Niger habe ich noch nichts gehört. Diese ertrinken normalerweise. Ich könnte mir jedoch vorstellen das diese Überlebungskunst der Ameisen die du beobachtet hast rein zufällig war und auch nicht von großer Dauer. Es gibt ja auch Hund die auf 2 Beinen laufen...:)

Mfg Kevin
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Beitragvon Darkness » 24. Mär 2006 18:06

@ abe

Nur um mal alles klarzustellen. Eine Art, von der man sagt sie hätte etwas mit Wasser zu tun ist die noch nicht allzu lange entdeckte Art Polyrhachs sokolova. Bei den anderen Arten wie zum Beispiel Lasius niger, würden die Ameisen höchstens ertrinken :!:
Es ist gut möglich, dass sie sich unter Wasser noch eine kurze Zeitspanne über bewegen, aber eher selten. Und auch wenn, ich denke kaum das sie lange überlebt haben. Sie laufen einfach an der Struktur des Bodens entlang, aber werden ziemlich sicher ertrinken. Ameisen wurden ja auch nicht mit zum Beispiel mit Kiemen ausgestattet oder so.
Ich hoffe damit ist dann endgültig alles geklärt. :wink:

Mit freundlichen Grüßen Darkness
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Beitragvon abe » 24. Mär 2006 19:24

Erstmal vielen dank für eure posts.

Ich hätte mich wohl in meinen vorherigen posts besser ausdrücken sollen .
das einzige was ich sagen oder worauf ich hin weißen wollte war das die Ameisen die am stein klebenden luftblasen als luft vorrat benutzten.Ich wollte nie so etwas behaupten wie, das sie schwimmen geschweigeden unter wasser leben sondern nur auf ihre reaktion um zu überleben die mich einfach überrascht hat. Und um zu erfahren ob ihr ähnlich überraschende erfahrungen in bezug auf reaktionen von Ameisen in besonderen situationen gemacht habt.
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Beitragvon Invader » 24. Mär 2006 22:48

Wär schon faszinierend wenn die so geniale strategien hätten...
wie lang is die beobachtung schon her?

probiers doch einfach nochmal *g* :wink:
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Beitragvon nisras » 3. Apr 2006 21:51

Was schwimmende Ameisen anbelangt hatte ich vor vielen Jahren ein seltsames Erlebnis.
Auf eine kleine Insel, Krk, bei der kroatischen Küste habe ich eine recht grosse Kolonie von Camponotus vagus studiert.
Die Kolonie war in der Nähe von einem kleinen sehr langsam strömende Bach mit viele aus der Wasser herausragende Steine.
Viele mittelgrosse Arbeiter waren damit beschäftigt tote Insekten wie Fliegen und Wassermotte aus dem Bach zu holen.
Dabei ist es öfters passiert, dass diese Ameisen ins Wasser gefallen sind, aber statt mit dem Strom zu treiben sind es alle gelungen wieder das feste Land zu erreichen.
Ich habe es so oft gesehen, dass es mir klar wurde, dass es kein Zufall war. Diese Ameisen haben tatzächlich geschwommen wobei sie alle sechs Beine benutzt haben.
In keinen Fall haben sie ihre Beute losgelassen.
Meine Kinder waren sehr fasziniert. Ich war enzückt.
Ich habe sowas nie früher oder später gesehen.

Eine kleine Dolichoderine, Tapinoma nigerimum schwimmt zwar nicht, aber ist im stande Überschwemmung mehrere Tage zu überleben.
Diese Art lebt oft in der Nähe von Flüsse oder direkt im Flussbett im Sommer.

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Beitragvon Sindbad709 » 26. Apr 2006 19:40

Also ich brauch mal eure Hilfe!!!

Meine Lasius Niger Kolonie macht grade den Jesus und geht über`s Wasser!!!Ich hatte irgentwann mal gelesen,dass sollte so etwas passieren,man einfach Seife ins Wasser tut,um die Oberflächenspannung zu redzieren.DAS KLAPPT ABER NICHT!!!!
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Beitragvon Darkness » 26. Apr 2006 19:49

@ Sindbad709

Was machst du denn für Experimente. :shock:
Seife und Ameisen, willst du den Tieren das Leben nehmen?
Das sie übers Wasser laufen habe ich ehrlich gesagt noch nicht erlebt. Vielleicht für ne kurze Zeit aber dann ist Schluss.

Mfg Darkness
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Beitragvon Kingpez » 26. Apr 2006 19:54

Es kommt vor das Ameisen über Wasser laufen das ist dann wenn die Wasseroberflächenspannung vorliegt.
Dies kann man aber durch einen Tropfen Spülmittel verhindern.

Ich hoffe es stimmt alles so wie ich es sage ;) Ansonsten bitte aufklären.

LG
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Beitragvon Sindbad709 » 28. Apr 2006 15:37

Also das mit dem Spülmittel hab ich auch schon versucht und es hat nicht geklappt.Ich halte die wasseroberfläche auch immer möglichst staubfrei,aber meine Ameisen scheint das alles nicht zu hindern.Eine fand ich leblos im Wasser,hab sie dann abgetrocknet und sie hat sich innerhalb weniger Minuten erhohlt.Ist schon erstaunlich,was die so aushalten.Zum Glück ist die Kolonie noch sehr klein( insgesamt 8 glaub ich),da ist es nicht so schlimm,wenn sie mal ausbüchsen.Die Königin (NEHME ICH DOCH STARK AN) wirds wohl nicht über`s Wasser schaffen,weshalb die Kleinen auch immer wieder den Weg zurück suchen.Trotzdem hab ich mir jetzt das PTFE aus dem Shop bestellt.Muss dann nur irgentwie das Ding wieder trocken legen um das PTFE an die Ränder zu schmieren.Hoffe eine Flasche reicht und nützt auch was.
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Beitragvon Sahal » 28. Apr 2006 16:49

Hi und Hallo,

warum sollten stigmatisierte Tiere nicht auf dem Wasser laufen :grin:

Achte bei dem PTFE bitte auf saubere Oberflächen, eine sorgfältige und Fussel- /staubfreie Verarbeitung... dann wirst Du Ruhe mit den Ausbrüchen haben
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Beitragvon MANTIS » 28. Apr 2006 20:25

Es gab eine Doku über Ameisen, wo eine Art vorgestellt wurde die schwimmen und 4 minuten lang unterwasser tauchen konnte , in einer Symbiose mit einer Fleißfressenden Kannenpflanze.
Zuletzt geändert von MANTIS am 28. Apr 2006 20:38, insgesamt 2-mal geändert.
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Etwas OT....

Beitragvon earlant » 28. Apr 2006 20:33

@ Sahal: "warum sollten stigmatisierte Tiere nicht auf dem Wasser laufen ?"
:) „Stigmatisiert“ – soll das heißen, dass sie Stigmen, also die Atemöffnungen eines Tracheensystems haben? – "Stigmatisiert" wäre dafür eine unübliche Formulierung. Besser: "Stigmen tragende Tiere" oder Tracheenatmer.

Oder bezieht es sich auf die Bemerkung von Sindbad 709 "Meine Lasius Niger Kolonie macht grade den Jesus und geht über`s Wasser" ?

Der lief zwar mal übers Wasser, aber die „Stigmen“, die Wunden in Händen und Füßen, erhielt er erst viel später, bei der Kreuzigung.

Ansonsten tauchen immer mal wieder meist weibliche Scharlatane auf, die mit irgendwelchen Tricks sich schlecht heilende Wunden an den passenden Stellen zufügen. Ein Beispiel aus meiner Erinnerung war die „stigmatisierte Therese von Konnersreuth“ im Fichtelgebirge. Hat sich außerdem angeblich nur von Hostien ernährt. Spötter fanden hinter ihrem Haus große Mengen leerer Margarinedosen.

Der Fehler solcher „Stigmatisierter“ ist stets, dass sie die Wunden in den Handflächen tragen. Bei einem durch die Handflächen festgenagelten Gekreuzigten (war zu Jesu Zeiten eine nicht unübliche Hinrichtungstechnik) wären die Handflächen ausgerissen. Anatomisch ist ein haltbares Nageln nur durch die Handwurzeln möglich. Die meisten Darstellungen des Gekreuzigten sind in diesem Punkt falsch.

„Stigmatisiert“ kann man schließlich sein, wenn einem andere Menschen eine Untat oder schlimme Eigenschaft nachweisen oder auch fälschlich andichten. Jeder „weiß“ dann: Der Sowieso ist ein z.B. Tierschinder. Oder: "Nach seinem Gefängnisaufenthalt geht er als Stigmatisierter durchs Leben".

Kleine Deutschstunde für Deutsche :D

Back to topic:
Es ist richtig, dass viele sonst auf dem Land lebende Insekten und auch Spinnen dank der Oberflächenspannung über Wasser laufen können. Spülmittel usw., was die Oberflächenspannung erniedrigt, führt dazu, dass diese Insekten dann einsinken und absaufen. Die Oberflächenspannung verhindert aber auch, dass Wasser in die engen Stigmen eindringt, so dass Insekten auch nach längerem Aufenthalt unter Wasser noch ein mit Luft gefülltes Tracheensystem haben und allenfalls durch die CO2-Anreicherung in der Tracheenluft betäubt sind.

mfg, Earlant
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