Ytong-Nest für Camponotus ligniperda

Tipps und Ideen zum Formicarienbau

Ytong-Nest für Camponotus ligniperda

Beitragvon Blubbfisch » 3. Aug 2009 23:46

Hallo Ihr,

ich möchte ein Ytong-Nest für Camponotus ligniperda bauen. Dazu möchte ich einen Ytong 60x10x20 cm (lxbxh) nehmen (stehend). Da die Ameisen in einem Geschäft ausgestellt werden sollen, möchte ich die Höhlen und Gänge beidseits machen. Jede Seite soll aber über einen eigenen Zugang verfügen, da ich ja Anfangs nur ein paar Höhlen brauche. Die restlichen möchte ich mit einem Sand-Lehm-Gemisch füllen. Wenn die Kolonie dann mal größer ist, sollen beide seiten über eine Y-Verbindung der Schläuche auf beide Seiten laufen können. Eine andere Möglichkeit wäre es, einige Höhlen auf die andere Seite durchzubohren. Zur Befeuchtung möchte ich über ein Drittel der Länge oben ein Becken machen in dem am äußeren Rand zwei Löcher bis ca. 3cm über den Boden in die Tiefe gehen.
Wäre das grundsätzlich so machbar?

Noch ein paar Fragen:

- Muss man den Ytong mit Gips ausstreichen?
- Mit welcher Farbe kann ich den Ytong bedenkenlos streichen?
- Sollte man im Befeuchtungsbecken und den Löchern Seramis oder ähnliches reinfüllen?
- Welche Abdeckung ist besser, Glas oder Plexiglas?
- Was ist zur Fixierung besser, Schrauben oder Silikon?
- Wie werden die Schrauben im Stein fixiert, mit Dübeln?
- Woraus baue ich am Besten den Anschluss für den/die Schläuche im Ytong und wie fixiere ich den am Besten, mit Silikon?

Ich habe mich schon im Forum umgeschaut und stelle hier vielleicht auch einige Anfängerfragen, aber ich habe oft verschiedene Meinungen gelesen und wollte deshalb nochmal nachfragen.

Danke und Gruß, Marek
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Re: Ytong-Nest für Camponotus ligniperda

Beitragvon Virot » 4. Aug 2009 10:57

Hallo,

- Muss man den Ytong mit Gips ausstreichen?

nein musst du nicht, ist nur besser da der Ytong ja Poren hat wo ggf. Eier etc reinfallen können die die Ameisen da nicht wieder rauskriegen.

- Was ist zur Fixierung besser, Schrauben oder Silikon?

Ich wird dir aufjedenfall Silikon raten da die Ameisen JEDES kleine loch finden und das ist einfach nur sicherer mit Silikon.
die Schrauben sind mehr für deine Sicherheit da falls du dem Silikon nicht ganz vertraust :)!

- Sollte man im Befeuchtungsbecken und den Löchern Seramis oder ähnliches reinfüllen?

Brauch man eigentlich nicht, solang die Ameisen nicht in den Wassertank fallen können.

lg
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Re: Ytong-Nest für Camponotus ligniperda

Beitragvon Dennio » 4. Aug 2009 18:51

Ich empfehle dir Silikon + Schrauben, ist ganz wichtig da silikon nicht soo gut auf stein material hält, beim gips zB kannst es vergessen da kannst die scheibe einfach später abnehmen deswegen die schrauben und der silikon macht wie virot schon gesagt hat die lücken zu.
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Re: Ytong-Nest für Camponotus ligniperda

Beitragvon Cordovan » 4. Aug 2009 20:07

Würde das mit dem Silikon allerdings auch nicht überbewerten. Solange du nicht vorhast, den Ytong an die Wand zu schmeißen, oder mit einem Schraubenzieher zwischen Scheibe und Stein zu graben, fällt sie schon nicht von alleine ab. Ist mir zumindest kein Fall zu bekannt... ;-)
Schaden kann es natürlich auch nicht, etwas mehr Silikon zu nehmen, und/oder einen vernünftigen Anpressdruck (z.B. ein paar schwere Bücher) während der Aushärtung zu benutzen. Umso größer die verklebte Fläche, desto besser hält es natürlich auch. Ytong platzt leider gerne, wenn zuviel Druck an dünnen Stellen einwirkt, deswegen sind Schrauben auch mit Vorsicht zu genießen. Zumindest sollte man sie nicht gerade mit Gewalt anziehen... ^^

Gips hat mehrere angenehme Effekte:
- verschließt die Poren des Ytongs (Eier etc, siehe oben)
- bindet Ytong-Staub (potentielle Erstickungsgefahr)
- sieht schicker aus als der nackte Stein
Den Staub sollte man zwar mit Wasser auswaschen, aber eine Gipsschicht darüber kann nicht schaden... :)
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Re: Ytong-Nest für Camponotus ligniperda

Beitragvon Cordovan » 12. Aug 2009 14:16

Da mich eine der Fragen auch betrifft, habe ich mir mal die offenen Fragen rausgepickt... ^^

- Mit welcher Farbe kann ich den Ytong bedenkenlos streichen?
--> Würde dir generell von Farben abraten. Ich persönlich kenne mich damit leider nicht aus und weiß daher nicht, welche Stoffe man da vermeiden sollte. Falls du weiß nicht magst, wäre Lehm vllt noch eine Alternative. Es gibt meines Wissens auch bunten Gips...

- Welche Abdeckung ist besser, Glas oder Plexiglas?
--> Meine Empfehlung ist Glas. Plexiglas kann Wasser aufnehmen und sich damit verformen. Habe zwar mal gelesen, dass das ab 4mm Dicke kein Problem mehr wäre, aber sicher ist sicher... ;-)

- Wie werden die Schrauben im Stein fixiert, mit Dübeln?
--> Wenn die Schrauben im Stein enden, müsste man wohl Dübel nehmen, um Stabilität hereinzubekommen. Allerdings ist das Prinzip von Dübeln (Halt durch Druck) ein Problem für Ytongs, da es den umliegenden Bereich sprengen könnte. Sicherheitshalber sollte man daher wahrscheinlich viel Platz drumherum einplanen.
Eine andere Möglichkeit ist es, die Schrauben herausschauen zu lassen und mit einer Mutter zu sichern. Unterlegscheiben aus Moosgummi und nur leicht anziehen, dann sollte es gehen.

Jetzt kommt der Teil, wo ich zur Zeit auch am Grübeln bin:
- Woraus baue ich am Besten den Anschluss für den/die Schläuche im Ytong und wie fixiere ich den am Besten, mit Silikon?
--> Meine bisherige Vorgehensweise war recht simpel: 10mm-Loch bohren, 10/08er-Schlauch mit Silikon einschmieren & durchstecken, auf der Innenseite mit einem Stück 14/10er-Schlauch sichern und außen nochmal großzügig Silikon drumschmieren.

Bei meinem kleinen Ytong klappt das auch wunderbar, allerdings hatte ich bei den großen Ytongs für die Messor gestern eine Ausreißerin.
Die Pygmäe ist sicher wieder in die Arena verfrachtet worden. Die Ytongs hab ich dann direkt abgenommen und den Schlauch verschlossen. Bei näherer Untersuchung fand ich eine tote Arbeiterin, die mitten im Silikon saß. Die Diagnose für den Ausbruch war einfach, die Anschlüsse waren (trotz etwa 1cm Silikonwulst rundherum) nicht dicht. #-o

Die große Frage von meiner Seite ist jetzt natürlich, wie ich möglichst einfach einen dichten und haltbaren Anschluss hinbekomme, ohne die Scheibe abzureißen (für das 14/10er-Gegenstück) ?
Sicher, ich könnte wieder ordentlich Silikon drumherumkleistern, allerdings hält Silikon auf Ytong so ungefär Null Zugkraft aus, was spätestens bei der Umsiedelung ins Winterquartier zum Problem werden könnte...

Ansätze bisher:
- Bei der Silikonverarbeitung nicht kleckern, sondern klotzen.
- Schlauch dazwischensetzen, der beim Transport leichte Bewegungen abfangen könnte. Bei den Messor-Ytongs saß bisher ein T-Stück direkt in den Bohrungen.
- evtl auf der Rückseite oben und unten ein L-Profil ankleben, um der Verbindung mehr Stabilität zu geben.

Die L-Profile scheinen mir ein guter Ansatz zu sein, allerdings müsste man die auch wieder mit Silikon ankleben, was wieder das alte Problem mit der Zugkraft bringt.

Kategorie sieht-Sch***e-aus-aber-könnte-klappen: Evtl die Anschlüsse von außen noch mit Isolierband umwickeln, so dass jede noch so kleine Lücke zwischen Schlauch und Ytong versiegelt wäre. Haken an der Sache sind für eventuelle "Ausbruchs-Tester" die Gefahr, an freien Stellen des Isolierbands kleben zu bleiben und die Frage, ob Isolierband auch auf nassem Stein nennenswert klebt. Mein sonst so heißgeliebtes Malerkrepp kann leider keine Feuchtigkeit vertragen...

Hat da jmd von euch eine Idee, wie man das "effizienter" hinbekommt?
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Re: Ytong-Nest für Camponotus ligniperda

Beitragvon Cordovan » 18. Aug 2009 23:06

Nur, um meine Überlegungen von oben mal zu beantworten:
Habe mich auf massig Silikon und die längeren Schlauchadapter beschränkt, da die L-Profile mir nicht nur nicht ausreichend erschienen, sondern auch meine verbesserte Befeuchtung ruiniert hätten. Auf das Isolierband hab ich verzichtet.

Risikofaktor Zugkräfte: Ein Kumpel kam auf die seltsame Idee, für die Überwinterung die Temperatur im Wohnzimmer einfach auf die benötigten 12-15° fallen zu lassen. Bin da allerdings noch nicht ganz überzeugt von, könnte etwas ungemütlich werden... :mrgreen:

Von den beiden Ytongs wird nur einer noch ab und an mit dem alten Tank minimal bewässert (-->Körnerlager) und der 2. Ytong steht in einem Untersetzer für Balkonkästen, der mit Wasser gefüllt ist. Das Wasser zieht etwa die halbe Höhe (sichtbar) hoch, was nach meinem Empfinden wunderbar passt.
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