Starterset-Größe u.a. für Lasius niger/Futterreduzierung?

Archivbeitrage aus den Unterforen "Einsteigerfragen" und "Diskussion und Fragen allgemein" aus den Jahren 2003 bis 2008.

Starterset-Größe u.a. für Lasius niger/Futterreduzierung?

Beitragvon SimonU » 4. Jan 2008 15:57

Hallo!

Ich bin durch einen Freund auf die Idee gekommen mir Ameisen zu halten.
In den letzten Tagen habe ich ich hier viele Beiträge durchwühlt und noch ein paar kleine Fragen.

1) Ich habe viele verschiedene Beurteilungen zur Startgröße für Farm und Arena gelesen. Auch wenn das Wachstum schwer einzuschätzen ist, suche ich nach einer Empfehlung zur Größe eines Startersets.
Es sollte möglichst nicht allzu teuer sein, aber die Kolonie trotzdem 1-2 Jahre beherbergen können.

2) Bei Antstore.net gibt es für Lasius niger das Angebot Königin + 0-3 Arbeiterinnen. Zunächst ist mir unklar wie es zu der Angabe 0-3 kommt...
Was passiert wenn der schlechte Fall eintritt und ich keine Arbeiterin bekomme. Kommt die Königin auch alleine zurecht?

3) Kann ich die Farm und Arena über große Strecken mit dem Auto transportieren, wenn ich einen Monat nicht zu Hause bin (Semesterferien)? Oder bricht dann der Bau in der Farm zusammen?

4) Welche Probleme in der Versorgung ergeben sich wenn ich über das Wochenende nicht zu Hause bin? Kann man einen ausreichenden Wasser- und Höniglösungsvorat anlegen?

5) Es ist vielleicht etwas verfrüht von der Blattlauszucht zu sprechen, aber mich interessiert das sehr. Gibt es überhaupt die Möglichkeit echte Pflanzen zu diesem Zweck in die Arena zu bringen, da der Boden in der Arena ja trocken gehalten werden sollte?

6) Hier noch eine letzte Frage zu dem Hochzeitsflug. Im Internet fand ich, dass Lasius niger eine monogyne Art ist, bei der die Geschlechtstiere sehr große Flüge ünternehmen.
Die Königin gebährt dann Männchen und Jung-Königinnen und diese fliegen los? Muss man diese dann isolieren und abkochen? Oder kann man die einfach drin lassen?
Bleibt die "alte" Königin im Nest, oder macht sie sich auch auf den Weg?

7) Wenn ich nicht will, dass mir meine Kolonie über den Kopf wächst, ist es möglich sie auf einem konstanten Level zu halten, indem man das Futter begrenzt?

Bei euren Antworten gebt bitte die Nummer der Fragen an.

Im Vorraus schon einmal Dank. Das Forum hier gefällt mir wirklich sehr gut!

Mit freundlichen Grüßen
Simon

Edit Antstore
Überschrift wg. Themenerweiterung präzisiert
Zuletzt geändert von SimonU am 5. Jan 2008 12:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Waldläuferin » 4. Jan 2008 17:42

Aus eigener Erfahrung kann cih sagen, dass Lasius niger Kolonien ziemlich schnell wachsen. Ich muss jetzt nach einem Jahr schon eine größere Farm kaufen. Sei nicht zu geizig. Auch wenn es so aussieht, als wenn sich 4 kleine Ameisen in der Installation verlaufen können, plötzlich geht es doch rasend schnell.

Wenn du 0 Arbeiterinnen bekommst, stecken die eben noch in den Eiern, die die Königin gelegt hast und versorgt, oder sind schon Larven oder Puppen ...

Wahrscheinlich bricht das Sand-Lehm-Gemisch im Auto zusammen. Sowas sollte nur im absoluten Notfall mit viel Polsterung versucht werden. Vielleicht kann man ja auch andere Unterbringungsart nutzen. Dann haben die Kleinen immer noch Stress, aber keine absolute Lebensgefahr. Oder du findest jemanden (möglichst schon im Voraus), der sich bereit erklärt, die Kleinen in den Ferien zu versorgen.

Übers Wochenende kannst du sie auch allein lassen. Wichtig ist hier eigentlich der Ausbruchsschutz.

Wenn du viel Platz hast, kannst du auch mit der Blattlauszucht experimentieren. Aber du brauchst viel Platz, denn die Pflanzen wachsen nun mal.

Die Queen wird nur einmal begattet und legt befruchtete und unbefruchtete Eier. Wenn deine Kolonie Geschlechtstiere hat, kannst du sie drin lassen, sie werden nach einiger Zeit getötet. Die Insekten gehören übrigens zu den nicht gebährenden Tieren. - Sie legen Eier.

Zur Fortpflanzung und Entwicklungsstadien gibt es hier einige schöne Artikel. Schau dich einfach noch ein bisschen um.
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Beitragvon Stefan86 » 5. Jan 2008 00:54

Herzlich Willkommen in unserem Forum! ;-)
(1) Wie meine Vorgängerin schon sagte, nimm gleich ein etwas größeres Becken, da Lasius niger schnell wächst. Also einfach noch mal schnuppern im Netz bei Antstore und schauen ob du was besseres findest. In den Starter Set ist nichts mit 1-2 Jahre Unterbringung, da brauchst du schon mehr Platz.

(2) 0-3 Bedeutet das die Gyne einzeln mit einigen Eiern geliefert wird, das hat mir Martin mal erzählt. Da er nichts hinschreiben kann, hat er diese Variante gewählt. Vielleicht einfach mal ne Mail schreiben und fragen ob er welche mit ersten Arbeiterinnen hat.

(3) Die Gefahr ist groß das es zusammen bricht, auch wenn es Sand-Lehm ist. Es wird bekanntlich extrem hart, aber lass mal ne voll Bremsung passieren und spätestens dann ist alles im Eimer und die kleinen sind begraben.

(4) Also es sind schon Todes Fälle vorgekommen wenn jemand nicht zuhause war, Das es zu heiß wurde oder sie im Honig verklebten oder was weiß ich. Aber wenn du gut vorsorgst und aales beachtest und kontrollierst, dann dürfte es kein Problem sein wenn du für 2-3 Tage mal nicht da bist.

(5) Dazu kann ich dir nicht so viel sagen da ich mich da selber nochmal erkundigen muss, habe mir jetzt auch Lasius niger bestellt und möchte in ferner Zukunft eventuell auch Blattlaus Zucht bei ihnen einführen.

(6) Also du machst gar nichts und lässt alle Tiere im Nest, Sie werde dann dort sterben. Monogyn heißt auch das die Gyne alleine in einem Nest mit ihren Arbeiterinnen lebt, während Polygyne Arten mit mehreren Gynen in einem Nest lebt (zb. Polyrachis dives).

Hoffe ich konnte dir weiter helfen, und würde mich wenn du sie dir holst auf einen Haltungsbericht freuen! :-)
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Beitragvon SimonU » 5. Jan 2008 12:30

Hallo!

Vielen Dank für eure bisherigen Antworten.

Zu Frage 1) nach der Größe wollte ich nur kurz anmerken, dass ich nicht über das aller kleinsten Starterset nachdenke (Farm 15*12; Arena 20*12,5*5).
Derzeit überlege ich an:
Farm 20*10; Arena 20*10*10
Oder an:
Farm 30*20; Arena 20*10*10
Welches von beiden haltet ihr für groß genug?

Zu Frage 3) Y-Tong wäre aber z.B. transportsicher oder? Ist Y-tong eigentlich für jede Art geeignet?

Dann ist mir eben noch eine zusätzliche Frage eingefallen, die ich als Frage 7) in den ersten Beitrag eingefügt habe.

Mfg Simon
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Beitragvon Stefan86 » 5. Jan 2008 12:45

Ytong ist eine schöne Sache und auf jeden Fall stabiler, da es ja vorgefertigte Kammern sind und somit die einsturz Gefahr gemildert wird.
Ich denke das eine 30x20 Farm besser geeignet ist dann hast du gleich was großes und brauchst vorerst nicht nachrüsten.
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Beitragvon SimonU » 5. Jan 2008 13:08

Eigentlich wollte ich aber auch beobachten wie die Kleinen graben...

Könnte man z.B. Kammern im Y-tong vorfertigen und diese dann mit Sand/Lehm auffüllen? Dann müssen die Kleinen die Kammern freilegen und stabil dürfte das Ganze auch sein oder?

mfg Simon
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Beitragvon Stefan86 » 5. Jan 2008 14:13

Ja das kann man alles tuen, aber sie werden noch kleinere eigene Kammern in das Sand-Lehm Gemisch graben und die Vorgefertigten Kammern erst gar nicht so groß nutzen. erst wenn die Kolo größer wird werden sie den Sand auch nach und nach raus schaffen, ich denke das ein normales Ytong deinen Wünschen entspricht für unterwegs so das es nicht zusammen bricht. ;-)
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Beitragvon SimonU » 6. Jan 2008 15:21

Hallo!

Vielen Dank für eure bisherigen Antworten.

Hat jemand noch einen Rat für mich, was Frage 7) betrifft? Da hat bisher noch niemand etwas zu geschrieben.

mfg Simon
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Beitragvon Stefan86 » 6. Jan 2008 15:51

Ja das ist möglich sie durch Futter Reduzierung langsamer wachsen zu lassen, aber auf keinen Fall Artgerecht. Wenn du Ameisen Arten halten willst die nicht groß werden, dann erkundige dich auch diese gibts (zb. Temnothorax nylanderi die nur 150 - max. 300 Frau stark werden). Lass dich da noch mal richtig beraten, oder Googln. Oder du rufst mal Martin S. an der hat sicherlich einen guten Rat für dich.
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Beitragvon Mr. Kanister » 6. Jan 2008 15:55

Hallo
ich halte selber noch keine Ameisen erst morgen geht es los (endlich)
aber ich stand vor genau dem gleichen Problem dachte mir auch hmm naja vll werden das zu viele
Lasius niger können ja immerhin mehr als 10.000 Tiere zählen
also hab ich mich jetz für
Formica (Serviformica) fusca
entschieden diese art ist nicht ganz klein soll aber auch nur um die
500-2000 Tiere haben was ich für mich für den Anfang als optimal sehe
aber google ruhig und ruf Martin an die haben bei weitem mehr ahnung als ich
trotzdem wünsch ich dir viel Spaß und ab morgen wirds einen Haltungsbericht von mir geben
MFG Mr. Kanister
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Beitragvon SimonU » 7. Jan 2008 16:50

Danke Stefan und Kanister.

Eure beiden Empfehlungen sind wirklich gut. Allerdings ist mir Temnothorax nylanderi wohl etwas zu klein, da ich derzeit überlege mit ein 20*30*20 Becken zu holen.

Welche Körpergrößer erreichen denn Formica (Serviformica) fusca?

Über einen Erfahrungsbericht würde ich mich sehr freuen Mr.Kanister. Aber ist es nicht zu früh die Winterruhe zu beenden??

Mfg Simon
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Beitragvon Erne » 7. Jan 2008 18:16

Formica fusca Arbeiterinnen sind ca. 4- 8 mm groß.

Jetz die Winterruhe abzubrechen ist zu früh.

Lasius niger Kolonien können sehr groß werden?
Trifft zu, nur geht das auch nicht von heute auf morgen.
Zudem muss das auch ers mal hinbekommen werden.
Auch lässt sich eine größere Anzahl Ameisen dieser Art gut auf kleinerem Raum halten.

Begrenzung des Kolonienwachstum durch Futterreduzierung, wenn ich Dir einen Rat geben darf,
mach Dir heute noch keine Gedanken darüber.
Wirst erstmal genug damit zu tun haben, eine Kolonie aufzuziehen.
Futterreduzierung zum falschen Zeitpunkt und im falschen Umfang angewendet, schadet mehr als das Es hilft.
Auch eine Folgeerscheinung, die ich dabei beobachten konnte, die aufgezogenen Arbeiterinnen werden kleiner.

Das eine Reduzierung des Futters nicht artgerecht ist, sehe ich auch nicht so.
Kolonien die in der Natur einen Nestplatz mit weniger Futterangebot bewohnen haben weniger Arbeiterinnen.


Grüße
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Beitragvon Mr. Kanister » 7. Jan 2008 20:37

ich hätte nie dran gedacht die Winterruhe zu beenden
nich das mich hier einer miss versteht :D
hab mir nur heut alles vom Antstore abgeholt und die tierchen sind jetz im Kühlschrank aber dazu mehr in meinem Bericht will hier kein
off topic machen
MFG
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Beitragvon SimonU » 8. Jan 2008 01:18

@Erne: Find ich gut, dass das mit der Futterbegrenzung noch jemand so sieht. Wenn man die Natur nachstellen möchte ist die Futterlimitierung wohl ein nachvollziehbarer Schritt.

Ich denke vorerst sind meine Fragen damit beantwortet. Wenn es in einem Monat konkreter wird, werde ich euch bestimmt wieder nach ein paar Sachen fragen... ;-)

mfg Simon
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Beitragvon Waldläuferin » 9. Jan 2008 16:12

Hallo,

nochmal zur Begriffsklärung: Eine ARTGERECHTE Tierhaltung gibt es nicht, denn eine Tierart in künstlicher Umgebung zu halten entspricht nicht ihrer Natur.

Aber natürlich kann ein nachdenkendes Wesen mit viel Mühe und Konsequenz auch Tiere eben TIERGERECHT halten. Das bedeutet, dass alle wichtigen natürlichen Bedürfnisse der Tiere gestillt werden und gleichzeitig die Bedürfnisse des Halters geachtet werden. - Also sind die Tiere nicht frei in ihrer Wahl des Standortes, des Futters und des Fortpflanzungsrahmens (Beispiele).

Eine "Geburtenregulation" bei Ameisen entspricht also dem Bedürfnis des Halters. Bei zu starkem Koloniewachstum wäre die letzte Konsequenz sonst die Tötung der gesamten Kolonie durch Überbrühen. Die Regulation kann über die Entnahme von Eiern, Larven, Puppen und/oder Adulten geschehen oder über die Futtergabe und schädigt nicht das Wohlbefinden der Kolonie.

Entsprechendes wird bei den meisten in Gefangenschaft gehaltenen Tieren gemacht. Das ist schließlich auch gesellschaftlich anerkannt ...
Waldläuferin
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