von earlant » 8. Jun 2007 08:09
Manchmal frage ich mich wirklich, wozu sich so ein paar Unverbesserliche und Unbelehrbare die Mühe machen, Informationen leicht abrufbar und qualitäts-kontrolliert im Ameisenwiki zu posten!
Sicher ist es nicht zu erwarten, dass ein Neuling gleich weiß: Da gibt es das Ameisenwiki; mal nachsehen, was da zur Ernährung von Ameisen steht!
Aber der eine oder andere Leser solcher Neulingsfragen, oder die Moderatoren, sollten eigentlich schon mal davon gehört haben und könnten die Neulinge darauf hinweisen?
Hier ist zum Beispiel ein Beitrag, in dem (wissenschaftlich!) gezeigt wird, wie Larven schön getrennt Kohlenhydrate und Protein verfüttert bekommen:
- ameisenwiki.de > Ernährung_von_Larven
Untersucht wurde zwar „nur“ Leptothorax acervorum (immerhin nahe Verwandte von Temnothorax spp.), und es sind ein paar Ergebnisse mit Camponotus-Larven dargestellt. Der Aufwand zeigt, dass es kaum möglich ist, solche Versuche für die vielen im Handel angebotenen Arten ebenfalls durchzuführen. Immerhin aber ist in diesen Beispielen BEWIESEN, dass (einige? viele? alle?) Ameisen Proteine und Kohlenhydrate getrennt verfüttern. Wenn man das weiß, wird alles blinde Herumspekulieren und –probieren zur Stümperei!
Da muss ein denkender Mensch doch zu dem Schluss kommen, dass man mit naturnaher Ernährung ganz bestimmt weit weniger falsch machen kann, als mit allen Ersatzstoffen und wilden Futtermischungen!
Falsche Ernährung macht sich leider selten sofort bemerkbar; die Auswirkungen können auch erst nach ½, oder nach 2 Jahren merkbar werden! Und dass die Ameisen "wild" auf eine bestimmte Mischung sind, zeigt nur, dass sie auch nicht schlauer sind als Menschen, die sich mit fast-food eine Adipositas anmästen.
Auch vor konservierten Nahrungsstoffen muss ich warnen. Getrocknete Insekten oder Krebschen sind noch recht naturnah. Werden sie (bei der richtigen Luftfeuchtigkeit in der Arena!) etwas feucht, schimmeln sie allerdings ebenso schnell wie frisch getötete Insekten.
Chemisch konservierte Nahrungsstoffe enthalten keim- und pilztötende Mittel. Camponotus-Arten besitzen symbiotische Bakterien, wie sie auch in ein paar wenigen anderen Ameisen nachgewiesen wurden.
Es ist nicht untersucht, bei welchen Ameisengattungen sonst noch derartige Symbiosen vorkommen, ob bei Lasius, Myrmica, Pheidole oder Myrmecia.
Was geschieht, wenn man in einer Ameisenart mittels der Konservierungsstoffe in Kunstnahrung die Symbionten abtötet, könnt Ihr Euch vielleicht selbst ausmalen.
Mf G,
Earlant