Restfragen nach dem Suchen: Formicarienbau für Lasius niger

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Restfragen nach dem Suchen: Formicarienbau für Lasius niger

Beitragvon opp » 28. Jul 2008 19:06

Moin Allerseits!

Kurz zu mir: Ich bin neu hier, mein Name ist David, ich bin Informatiker, Fachrichtung Neuroinformatik, kurz vor Studienende. Hier interessiere ich besonders für das Gebiet der Schwarmintelligenz, und das alleine ist eigentlich schon Erklärung genug, warum ich mich darauf freue, Ameisen zu halten. Kollektives Verhalten kann man eben nur durch Übung verstehen, und mehr und faszinierenderes Kollektivverhalten als Ameisen hat eigentlich nichts.

Seit längerem informiere ich mich schon hier und auch in andern Foren, was auch viele meiner Fragen geklärt hat. So habe ich mich mittlerweile zu der Art Lasius niger entschlossen (Robustheit für Anfänger, trotzdem lebhaft), und favorisiere als Nest ein 30x20x20 Terrarium (StarterSet von Antstore), in welches ich ein Ytongnest setzen will. Dremel und Werkzeug habe ich da, da ich ganz gerne auch mal andere Sachen bastele. Ein ruhiger Platz ohne direkte Sonne ist auch bereits gefunden.

Ziel dieses meines Threads ist, mir über meine bisherigen Gedanken grünes Licht geben zu lassen, und Klarheit bezüglich ein paar verbliebenen fraglichen Punkten zu schaffen.

Erstmal zu dem was ich vorhabe:
- Wie oben schon gesagt: Lasius Niger, 30er Terrarium mit Ytongnest.
- Nest aus dem Ytong sägen / dremeln (soll in die Ecke des Terrariums damit schön viel Außenfläche da ist), Ytong waschen, entsprechend rote Folie zuschneiden, Ytong rundum mit Lehmschmier bepinseln, sieht einfach heimeliger aus für die Ameisen.
- Seramisschicht von 1-2cm unten ins Terrarium einbringen, fertigen Ytong draufsetzen. Rest der Fläche mit dem Mitgelieferten Sand/Lehmgemisch zumodellieren, und verschiedene Dekos (Kiesel, Altholz, u.U. ein Zier-Bonsai aus Kunststoff) reintun.
- Bewässerung: Hier wollte ich ein senkrechtes Loch durch den Ytong bohren, das bis auf den Seramisgrund geht. Hierdurch wäre mit einem Strohhalm oder Plexirohr oder Laborschlauch (hätt ich alles da) Wasser direkt ins Seramis füllbar. Den Schlauch kann ich durch eins der Löcher nach aussen führen (am Rand abgedichtet durch Silikon / Heisskleber (hab ich da) und mit einem Stopfen versehen).
- Ausbruchssicherung: PTFE ist ja mitgeliefert. Ich habe mittlerweile gelesen, dass das auf Silikon uU nicht haftet, hier helfe ich dann mit Tesa oder Isoband ab.


Fragen:
1) Wie halte ich die Ameisen davon ab im Sandlehmgemisch ausserhalb des Ytongs zu nisten? Trocken halten, klar, aber wie geht das gut? Das Seramis dürfte das Wasser doch super verteilen. Ein Ansatz wäre, das Seramis ausschließlich unter dem Ytong zu betten.
2) Ich wollte ein viel zu großes Nest machen aber alle bis auf 2 Kammern (davon eine nah am Wasser, eine weiter weg erstmal zumindest zum Teil mit Sand/Lehm verschließen, da ich das Nest ungern im "Laufenden Betrieb" auswechseln will. Wie kriegt man so etwas elegant hin? Sprich, ein Ytongnest was für die Ameisen am Anfang klein wirkt, was sie aber nach Bedarf größer kriegen OHNE dass der Ytong rausmuss.
3) Ist das vorgeschlagene Starter-Nest-Set okay für Lasius Niger?
4) Muss ich mit dem Sandlehmgemisch vorher noch irgendwas machen (ich will wie gesagt nicht, dass sies nutzen)?
5) Wie groß müssen die Kammern für diese Art sein?

Mir fallen bestimmt noch weitere Fragen ein. Aber es gibt bestimmt auch schon Anmerkungen etc zu den jetzigen Statements und Antworten auf die Fragen 1 - 5 ... :-)

Vielen Dank schonmal!

P.S.: Ich hoffe man sieht, dass ich durchaus ERST gesucht und DANN gefragt habe ;)
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Beitragvon Lukas » 28. Jul 2008 20:10

HI opp,

1) Wenn du die Sand-Lehm Schicht nur wenige Millimeter groß machst, haben sie keinen Platz zu graben.
2) Das musst du einfach ausprobieren. Ich würde Sand-Lehm trocken in die Kammern reintun, die du verschliessen willst. Anschließend Frischhaltefolie drüber und nachdem du ihn an der Scheibe befestigt hast abziehen. Keine Ahnung ob das klappt, du kannst es auch mit Seramis probieren.
3) Ist OK
4) Steht bei 1)
5) Können im anfangsstadium winzig sein.
1-5cm mal 2-10cm mal 0,5cm

Hoffe ich habe dir geholfen.
Lg Lukas:-)
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Beitragvon ronnie86 » 28. Jul 2008 20:12

Hallo!

Der Ytong bedeckt ja nur ein Teil des Boden, Seramis unter den Ytongstein brauchst du eigentlich garnicht tun. Der Ytong speichert schon Wasser genug. Zur Befeuchtung des Steins brauchst du nur einen Wassergraben auf die Oberseite zu machen, in diesen Graben kannst du etwas Seramis tun damit keine Ameise ertrinkt.

1.Um zu verhindern das das Sand Lehm gemisch in der Arena feucht wird kannst du zwischen Ytong und Sand eine kleine Plexiglasscheibe kleben, damit diese Bereiche sich nicht berühren und die Feuchtigkeit durchzieht

2. Ich würde nur die Gänge zwischen den Kammern schließen, nicht die ganzen Kammern mit Sand füllen.

3. Das becken sollte auf jeen Fall für den Anfang reichen!

4. Nach dem einfüllen gut befeuchten und dann komplett austrocknen. Dann wird es sehr fest, und wenn es trocken bleibt werden sie auch nicht darin graben!

5. Mach am besten mehrere kleine Kammern, je mehr flache Ebenen desto besser (denn nur die können sie nutzen. Die Gänge sollten so sein das die Königin durchpasst (Durchmesser 10mm) In den Kammern sollte die Königin sich ohne Probleme drehen können (Tiefe 15mm)

Hoffe konnte dir ein wenig helfen und du hast verstanden was ich erklären wollte ;)
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Beitragvon opp » 28. Jul 2008 23:46

Also erstmal DANKE für eure schnellen und kompetenten Antworten :) Coole Community hier!
Der Ytong bedeckt ja nur ein Teil des Boden, Seramis unter den Ytongstein brauchst du eigentlich garnicht tun. Der Ytong speichert schon Wasser genug. Zur Befeuchtung des Steins brauchst du nur einen Wassergraben auf die Oberseite zu machen, in diesen Graben kannst du etwas Seramis tun damit keine Ameise ertrinkt.

Ich wollte das machen, damit sich der Ytong von unten nach oben in einem gleichmässigen Gradienten voll Wasser saugt (unten feuchter oben trockener) und das Wasser an sich aber unten im Seramis gespeichert wird wenn ich es durch den Schlauch da rein gieße. Ist das nicht besser zu dosieren so? Ziel der Sache war auch, dass ich *deutlich* weniger oft Wasser nachfüllen muss als mit einem Graben oben im Ytong.
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Beitragvon ronnie86 » 28. Jul 2008 23:54

Achso, verstehe was du meinst. Naja, ich habe meine Ytong ausserhalb der Arena in einer Schale stehen in die ich auch Wasser infüllen kann.

Stelle mir das nur problematisch vor den Ytong dann noch gerade stellen zu können. Ausserdem könnten sich die Ameisen eben einfach im Seramis vergraben als im Stein selbst.

Wenn du ihn aufs glatte Glas stellst und noch mit Plexiglas dicht abschließt (also eine Art Schale baust) können da keine Ameisen rein, Der Sand/Lehm in der Arena bleibt trocken und die Ameisen können sich nicht unterm Stein einnisten (im Optimalfall ;) )
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Beitragvon opp » 29. Jul 2008 00:01

Okay, das hört sich sehr gut an. Ich würde also auf dem Nackten Glasboden mit Silikon und Plexi eine Art Schale bauen, den Ytong da reintun, in die Schale dann genauso wie ich beschrieben hab Wasser einleiten, und so. Mal sehn :)

(Wobei ich Plexi sowieso in einer Art von draussen ansilikoniert und keinen Gang nach unten gebaut hätte, dass die nicht nach unten ins Seramis können) ... mal überlegen ...

Edit: Gibt es noch weitere Tips dazu, wie ich ein viel zu großes Ytongnest für die Ameisen Anfangs klein erscheinen lassen kann, aber so, dass sie es SELBST bei Bedarf Vergrößern können?? Das ist glaub ich der knackigste Punkt...
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