2 getrennte Kolonien?

Archivbeitrage aus den Unterforen "Einsteigerfragen" und "Diskussion und Fragen allgemein" aus den Jahren 2003 bis 2008.

2 getrennte Kolonien?

Beitragvon kuenzemd » 30. Mai 2007 18:32

Hallo,

ich bin Anfänger bei der Ameisenaufzucht und möchte, der Spannung halber, gleich mit 2 Kolonien anfangen.

Meine 1. Kolonie möchte ich in einer großen Glasfarm aufwachsen lassen. Da es eine große Kolonie werden soll, möchte ich nicht mit dem Starter Set anfangen. Macht das Sinn? Die Glasfarm wird über einen Schlauch mit einem Glas Becken verbunden, für Futter und Co. Ist dieses Becken nur für Futter + Trinken oder sonst noch was? (ich überlege wegen der Größe).

Meine 2. Kolonie möchte ich in einem großen Glasbecken mit Betonnest aufwachsen lassen. Sollte ich, wenn die Anzahl der Ameisen noch ziemlich klein ist, noch eine kleine Felshöhle für die Anfangszeit dazunehmen? Können bei einem großen Glasbecken die Futter + Trinken - Näpfe in diesem Becken stehen oder braucht man da auch eine zweites Becken?

Ich weiß nur noch nicht welche Arten ich nehme. Die Kolonien sollten so hochentwickelt wie möglich sein, also mit Arbeitern, Königin, Soldaten u.s.w. und evtl. auch aggressiv gegenüber anderen Ameisenarten, weil ich irgendwann einmal mit einem Schlauch die beiden Behälter kurz verbinden möchte, um zu sehen, wie sie sich gegenüber verhalten.

Ich hoffe, jemand kann mir auch weiterhelfen, was ich zu den Glasbehältern noch alles brauche und welche Ameisenart zu welcher Beckenart passt.

Vielen Dank
Michael
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Beitragvon Markus » 30. Mai 2007 18:54

Eine der wenigen Möglichkeiten, zwei Kolonien in einem Formicarium zu halten oder mit einer Arena, sind Camponotus und Temnothorax, doch die würde ich einem Total-Anfänger nicht anraten.

Soldaten solltest du dir auch nicht unbedingt in den Kopf setzten, die hat keine Art, die für den kompletten Anfang zu raten ist.

Mit welchem Becken du beginnst, entscheidet übrigens kaum über die Größe der späteren Kolonie, hier sind andere Faktoren wichtig wie die Futterversorgung und Verfassung der Königin!
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Beitragvon Ant27 » 30. Mai 2007 19:14

Hallo Michael!

Da hast du dir ja viel vorgenommen! ;-)
Hast du schon allgemeines über die Ameisenhaltung gelesen, Anfängerfragen, Empfehlungen, Haltungsberichte?

Das würde ich an deiner Stelle unbedingt machen!
Wenn du Ameisen mit Soldaten haben möchtest musst du eine exotische Art nehmen, was bedeuted:
mehr Risiko (Schäden an der Umwelt, am Haus bei Ausbruch)
weniger Freude, weil die Kolonie vielleicht empfindlicher ist als mitteleuropäische Arten und dadurch stirbt
Oft höhere Kosten
Mehr Aufwand(Luftfeuchte; Temperatur, etc)

Du siehst, exotische Arten sollte man erst nach einiger Zeit mit Erfahrung, wenn überhaupt halten!

Vielleicht hast du schon im Forum gelesen, dass viele mit Lasius niger beginnen. Auch bekannt unter der schwarzen Wegameise. Das ist eine Art, die sehr robust ist und wiederstandsfähig gegen kleine Fehler.
Auch vermehrt sich diese Art sehr schnell. Des weiteren kommt hinzu, dass es nicht viel ausmacht, wenn du diese Art auslässt(vermischt zwar den Genpool der Lasius niger, aber zerstört nicht andere Ameisenvölker oder breitet sich rasant aus)

Also warum nicht so wie alle mal klein anfangen.
Dasselbe gilt bei der Wahl deiner Nistmöglichkeiten. Viele beginnen klein und bauen dann, wenn die Kolonie größer wird noch gegebenenfalls noch etwas dran. Von vornherein eine große und teure Ausrüstung zu kaufen macht auch nicht so viel Freude, dann kann man nie beobachten, wie eine ganze Kolonie ein zweites Nest bezieht...
Aber das ist ja dir selbst überlassen, mach es so, wie du es für richtig hälst.

Übrigens: Wenn du vergleichen willst, wie 2 verschiedene Ameisenarten wachsen, kannst du zB Laius niger und eine Camponotus nehmen, Camponotus sind im Vergleich sehr viel größer und vieeel langsamer in der Entwicklung, also ein krasser Gegensatz!

Oder du kaufst dir eine Lasius niger Kolonie und eine Camponotus Königin, dann kannst du das Aufwachen einer Kolonie von Anfang an genau beobachten (ich mach gerade Werbung für mich, weil ich eine Camponotus Königin zu verkaufen habe: :lol: http://www.antstore.net/auction_offer_view.php?ao=155 )

Nun aber viel Glück beim stöbern im Forum und viel Glück bei der Wahl deiner Art/ausrüstung!! :-)

LG Martin
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Beitragvon Fabian » 30. Mai 2007 19:38

wie sie sich gegenüber verhalten.


kann ich dir sagen, Ameisen, wie du sie haben möchtest (aggressiv und Soldaten etc.) sind zu 99% nicht zu vergesellschaften, heisst sie bringen sich um. Da du das nun weißt wäre jeder Versuch unnötige Tierquälerei.
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Beitragvon kuenzemd » 30. Mai 2007 19:52

sind zu 99% nicht zu vergesellschaften, heisst sie bringen sich um. Da du das nun weißt wäre jeder Versuch unnötige Tierquälerei


habe verstanden. hätte ja sein können, dass die kolonien nur bei begegnungen am futterplatz gegeneinander "kämpfen". aber wenn die stärkere kolonie die schwächere auslöscht, macht das natrülich keinen sinn
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Beitragvon Fabian » 30. Mai 2007 22:37

Jap, es ist bei dem kleinen Raum sehr wahrscheinlich das sich beide Kolonien bekämpfen, am Futterplatz natürlich zuerst, aber sobald eine Kolonie groß genug ist, wird sie die andere auslöschen. Wobei man dazu sagen muss das sowas das Wachstum beider Kolonien bremst, ist ja logisch.
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Beitragvon NuEM » 31. Mai 2007 01:35

Soldaten werden regelmäßig von neuen Ameisenhaltern gewünscht, und regelmäßig falsch eingeschätzt. Soldaten sind keine "Kampfmaschinen", die Kriegerkaster der Kolonie oder was auch immer vielen vorschweben mag. In aller Regel handelt es sich um spezialisten für besondere Aufgaben, wie Nahrungstransport und Zerkleinerung, oder "Stöpsel" zum Verschließen von Nesteingängen etc. Da sie in der Regel keinen besonderen Kampfauftrag haben, und obendrein in der "Produktion" teuer, sind sie oft sogar weniger aggressiv, und scheuer als Arbeiterinnen.

Das Vorhandensein von Soldaten ist auch kein Zeichen eines hohen Entwicklungsstandes. So haben auch die meisten (sozial) hoch entwickelten Arten gar keine Soldaten.

Wer trozdem Interesse an kampfstarken Ameisen hat, sollte sich mal näher über die ach so gewöhnlichen Lasius niger informieren. Die gehört in ihrem Habitat zu den absolut dominanten Ameisen, die im Kampf gegen andere Ameisen schnell, effizient und zahlreich rekrutiert, und fremde Ameisen in ihrem Territorium gnadenlos bekämpft. Dabei machen sie auch vor größeren Arten, wie z.B. Serviformica nicht halt.

Das bitte nicht als Aufruf zur Austragung solcher Kämpfe mißverstehen. Die finden in der Natur schon zu Genüge statt.
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Beitragvon Fabian » 31. Mai 2007 05:17

Die finden in der Natur schon zu Genüge statt.


Da haben sie ja auch ihre Berechtigung :) Zuhause aber nicht, man kauft sich ja auch nicht nen Dobermann und ein Meerschweinchen und steckt die in eine kleine Box um zu sehen was passiert :D Im Endeffekt das gleiche, als wenn man mit einer Lasius niger und einer Camponotus herculeanus Gründungskolonie anfängt. Das Ergebnis ist abzusehen.
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Beitragvon Markus » 31. Mai 2007 07:33

Vielleicht ein passendes Argument für Lasius niger:

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Beitragvon ShIeLa » 31. Mai 2007 13:05

Der ist echt mal verrückt!! :color:
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Beitragvon Acid150 » 31. Mai 2007 17:07

Ja also ich würde dir auch zu Lasius niger raten! Sie sind vielleicht nicht besonders groß aber auf jeden fall extrem agressiv und vermehren tuen sie sich explosionsartig! Und falls es dir dann immer noch nicht schnell genug geht kann man mit ein paar Puppen aus dem garten pushen!
(Achtung: Bitte nicht irgendwelche Nester ausbuddeln um Puppen zu bekommen! Ich meinte damit falls es sich ergibt das bei einem umbau eine Kolo im weg ist und es sich nicht vermeiden lässt sie zu stören bzw. zu entfernen dann kann man sich Puppen holen!)

Mfg Acid!
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Beitragvon Markus » 31. Mai 2007 19:09

Oder einfach einen Stein hochheben, unter dem sie nisten...
Das hat bei mir zumindest noch keiner Lasius niger geschadet, Betonung liegt auf eben dieser Art!
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Beitragvon Acid150 » 31. Mai 2007 20:10

Naja aber ich würd sagen wenn du den stein wieder hinlegst kann es schon mal zu einigen toten führen!
Mfg Acid!
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Beitragvon Markus » 31. Mai 2007 22:28

Glaub mir, für eine ausgewachsene Lasius niger-Kolonie ist das nicht mal des kompensierens wert, da muss man wirklich nicht auf eine Umsiedlung warten!

Bei selteneren Arten ist das natürlich etwas anderes...

Was natürlich auch geht, ist, dass man, bevor man den Rasen mäht (falls vorhanden), man die Hügel, die dabei geköpft würden, öffnet und einige Puppen entnimmt.
Dabei sterben weitaus weniger Arbeiterinnen, als der Mäher potentiell zerhächseln könnte!
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