Wie viel "Auslauf" gefällt Lasius niger

Archivbeitrage aus den Unterforen "Einsteigerfragen" und "Diskussion und Fragen allgemein" aus den Jahren 2003 bis 2008.

Wie viel "Auslauf" gefällt Lasius niger

Beitragvon phillip » 25. Feb 2007 02:15

Hallo
[align=justify]
Bin auf folgenden Link gestoßen [web]http://krungkuene.org/ameisen_page/lasiusniger002.html[/web]

Ich habe in einem anderen Thread gelesen, dass lasius niger nicht viel "Auslauf" benötigen, ja es ihnen sogar lieber ist und ein Sicherheitsgefühl gibt, dass sich ihr Territorium in Grenzen hält.

Wenn die Kolonie noch sehr klein ist, kann ich das auch gut nachvollziehen aber wie man auf den Fotos im obrigen Link sieht, hat dieses Formicarium ja extreme Ausmaße angenommen.

Ich werde mir demnächst ein Starter Set bestellen und möchte später
an die Farm zusätzlich zu der Arena noch 2 Inseln anschließen um den Ameisen ein größeres Revier zur Erkundung anbieten zu können.
Diese überlegung entstand daraus, dass ich der Kolonie einige Etagen
eines Regales zur Verfügung stellen könnte und dies zu gegebenen
Zeitpunkt auch möchte.

Meine Frage ist nun eigentlich: Bevorzugen lasius niger (ab einer gewissen Größe der Kolonie) eher eine kleine Aräne oder gefällt ihnen viel Auslauf bzw. viel zu Erkunden ?

Ich habe einige lasius niger Haltungsberichte hier im Forum durchgelesen und konnte auf allen Fotos nur relativ kleine Erweiterungen zur Farm erkennen.

Wäre für Meinungen und vor allem Eigenerfahrungen zu diesem Thema sehr dankbar, möchte ja schließlich nichts gut gemeintes aber schlussendlich Kontraproduktives machen.

Bin auf eure Antworten gespannt und verbleibe mit freundlichen Grüssen...

Phillip[/align]
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Beitragvon Sahal » 25. Feb 2007 02:35

Hi Phillip,

der Auslauf/die Arena kann für Ameisen nicht groß genug sein, ein "zu groß" gibt es schlicht nicht. Das gilt auch schon für Gründerkolonien, bzw die ersten Pygmäen.
Eher sind so gut wie alle Arenen in der Haltung schlicht zu klein, gemessen an natürlicher Territoriumsgröße und Bewegungsdrang.

Viele "Klagen" ala "meine Ameisen machen nüscht" rühren wohl daher, dass die Ameisen nüscht machen müssen, trotzt vorhandener Brut :-) Honig und Proteine direkt neben dem Nest platziert, zwei Schritte laufen und fertig... das ist wohl nicht der richtige Weg.
Ameisen wollen rennen und brauchen Strecke, ergo sollte auch die Nahrung in etwas Entfernung zum Nest angeboten werden.


Die "Geborgenheit", also das "Sicherheitsgefühl", bezieht sich nur auf das Nest und die zugehörigen Kammern. Diese sollten klein sein, um den Ameisen den Eindruck einer geschlossenen, sicheren und vor allem dunklen Zuflucht zu geben.
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Beitragvon phillip » 25. Feb 2007 19:50

Danke für deine Antwort Sahal.

[align=justify]Ich bin auch der Meinung das Ameisen eher mehr Platz zum Erkunden bzw. eine größere Auslauffläche bevorzugen als eine kleine Aräna mit ein bisschen Sand. Diese Annahme beruht aber nur aus meinem subjektiven Eindruck und nicht auf gesammelten Erfahrungen. Werde mir aber auch Lektüre zulegen um einen besseren Einblick in diese für mich noch neue Materie zu gewinnen.

Ich bin auch gerade dabei ein passendes Regal zu basteln und versuche deswegen schon ein bisschen im voraus zu planen wie ich es später zum Ausbau nutzen möchte...

Noch eine Frage an dich Sahal, aber auch an jeden der dies liest und Lust und Laune hat etwas dazu zu sagen.

Ich möchte gerne eher eine natürliche Atmosphäre schaffen, zB. lieber Äste, Wurzelteile und Moos als Plastikpflanzen zu nehmen. Hat jemand negative Erfahrungen mit aus der Natur gesammlten Dingen und was muss ich beachten, sprich kleine Schädlinge oder sowas?!

Mit besten Grüssen

Phillip[/align]
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Beitragvon delirium » 25. Feb 2007 23:11

Sicherlich ist natürliches Material geeignet.
Für meine Polyrhachis dives Kolonie verwendete ich Äste aus dem Wald. Um alles das, was drin sein könnte (Schädlinge, Milben) backte ich die Äste bei 100 Grad im Backofen. Sicher ist Sicher.

Ich denke, so verhält es sich mit allen Naturprodukten. Bei Moos ist es natürlich nicht ratsam den Ofen anzuschalten, von daher würde ich mir das Stück gut anschauen, ob irgendwelches Krabbelzeug drin ist. Eine 100%ige Sicherheit wirst du aber nie haben. Von daher überlege es dir gut.
Auf keinen Fall Pflanzen aus dem Baumarkt oder Blumengeschäft. Diese sind meistens behandelt und würden deine Kolonie gefärden.
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Beitragvon NoMa » 26. Feb 2007 00:57

Das Moos kann man auch backen, aber dann ist es halt tot. Zum bauen für die Polyrhachis taugt es jedoch noch allemal, nur leider verliert es an Farbe mit der Zeit.
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Beitragvon uta » 26. Feb 2007 10:35

Noch ein kleiner Tipp für Moos von draußen:

Wenn Du das Moos in Alufolie verpackst und in den Backofen legst und kurz ausbackst, meine ich, dass Du es bedenkenlos verwenden kannst.
Klar, es verliert so nach und nach die grüne Farbe, aber die Ameisen werden es sicherlich gerne als Verwebmaterial verwenden. :)

Grüsse
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Beitragvon Jan-Hendrik » 26. Feb 2007 12:38

Zitat von Phillip: Noch eine Frage an dich Sahal, aber auch an jeden der dies liest und Lust und Laune hat etwas dazu zu sagen.

Ich möchte gerne eher eine natürliche Atmosphäre schaffen, zB. lieber Äste, Wurzelteile und Moos als Plastikpflanzen zu nehmen. Hat jemand negative Erfahrungen mit aus der Natur gesammlten Dingen und was muss ich beachten, sprich kleine Schädlinge oder sowas?!

Mit besten Grüssen

Phillip




Idee: du könntest einfach im Wald Harz sammeln,z.b. Waldameisen nutzen ihn als Desinfektionsmittel sicherhaltzhalber kann man ihn verwenden, die Ants machen die Sache dann von Alleine, wenn sie Harz zur Verfügung haben legen sie ihn an den Eingängen ihres Nestes. bei Niger weis ich nicht..

Moose. habt ihr schon-mal versucht sie in die Mikrowelle zu schieben???
vielleicht vorher etwas abtrocknen. die Milben sollten dann eigentlich zerplatzen. ich glaube 2min sollten da höchstens reichen, vielleicht gehen auch schon15-30sec.
In den Milben wird das vorhandene Wasser schnell erhitzt und :twisted: puff.... :twisted:
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Beitragvon Sahal » 26. Feb 2007 13:27

HiHo,

die Selbstmedikation von Waldameisen mittels Harz gilt nicht als gesichert oder wahrscheinlich.
Die kleinen Racer bauen alle möglichen Materialien in ihre Nestkuppen ein, so gab es in der ASa 04/98 eine sehr interessante Abbildung eines Hügels, der anstelle Harz mit Split bedeckt war... diesen haben die Ameisen illegal von einem benachbarten Weg gemopst.
Eine Formica (pratensis?) baut gar echte Ostereier (Hasenkot-Kügelchen) in die Nestkuppe ein, Desinfektion nenne ich was anderes.

Zudem werden verwendete Harzklümpchen nicht an den Eingängen in der Nestbasis platziert, also dort, wo die Heimkehrer ihre Füße abtreten sollten, sondern vornehmlich auf der Nestkuppe.

Dunkel erinnere ich mich auch an einen Bericht in der ASa über Bakterien/Pilze/Destruenten in der Nestkuppe mit und ohne Harz...


Vorsicht mit Verallgemeinerungen !
Was für Formica vermutet wird, muss noch längst nicht für Lasius oder andere Gattungen gelten.

Es ist also nicht sinnvoll, einer Lasius niger Kolonie einen Harzklumpen vors Nest zu pflanzen. Wahrscheinlich strumpeln diese nur darüber und pfeffern ihn in die nächste Ecke, oder verwenden ihn ohne Sinn und Nutzen als normales Steinchen für den Nestverschluß.
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Beitragvon Markus » 26. Feb 2007 16:34

Zu der ersten Frage:
Ameisen könnte man, wenn man sie vermenschlichen wollte (aber das wollen wir ja nicht), als kleine paranoide Kommis bezeichnen, sie brauchen nur eine kleine Fläche, haben mit einer größeren aber mehr Auslauf, aber ihr Heim sollte wie ein Bunker sein.

Was ich damit sagen möchte:
Die Arena der Ameisen kann kaum zu groß sein, solange die Strecken bei einer kleinen Kolonie nicht so groß sind, dass sie ihr Futter nicht finden.
Ich konnte sogar beobachten, dass die Kolonie, der ich das Rohrsystem über mein Bett gegönnt habe, so sehr mit dessen Erkundung beschäftigt war, dass sie kaum auszubrechen versuchten, kaum bedeutet natürlich nicht nicht!

Das Nest dagegen sollte der Koloniegröße angepasst sein, es ist unklug, ein viel zu großes Nest anzubieten, angemessene Nester mit nicht zu großen Kammern sind wesentlich besser!
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Beitragvon phillip » 26. Feb 2007 22:45

Danke für die vielen Tipps, werde eure Ratschläge mit dem Backofen, bzw der Alufolie auf jeden Fall ausprobieren.

Und @ Markus: Mit der Nestgröße werde ich es sicher nicht übertreiben, da ich es gut nachvollziehen kann, dass dieser für die Ameisen in einem kleinen, behüteten Rahmen angenehmer ist. Ich bin nur gerade dabei ein Auslaufbecken mit einem zusätzlichen kleinen Wassergraben zu bauen und dies hat in mir einen Basteldrang geweckt so das ich schon wieder das nächste plane :grin: obwohl ich das erst in geraumer Zeit anschließen möchte.(Ein Röhrensystem,du sagtest du hast eins über dein Bett, fasziniert mich irgendwie auch total)


Ok, dann danke nochmals für die zahlreichen Antworten...bis die Tage

Phillip
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