mehrere anfängerfragen! fragen cocktail!

Archivbeitrage aus den Unterforen "Einsteigerfragen" und "Diskussion und Fragen allgemein" aus den Jahren 2003 bis 2008.

mehrere anfängerfragen! fragen cocktail!

Beitragvon terrapins » 14. Feb 2007 22:11

Hallo!

Ich spiele mit dem Gedanken mir eine Kolonie Lasius niger zuzulegen. Ich habe momentan einige Phasmiden und 2 Geckos, von daher traue ich mir die Haltung von Ameisen schon zu.
Vor dem Anschaffen habe ich aber noch ne Menge fragen!

Als „Käfig“ hab ich mir ein Starter Set ausgesucht und zwar die Beckenvariante. Dazu stellt sich mir die Frage auf ob dieses Becken mit dem Glasdeckel ausbruchsicher ist?
Muss ich zusätzlich noch Vaseline oder Öl benutzen?

Wie mache ich das mit der Feuchtigkeit im Becken? Durch die Phasmiden bin ich es gewohnt 1mal täglich das Terrarium einzusprühen. Kann ich es auch mit dem Becken so machen? Oder ist es Besser wenn ich das Ytong Nest welches ich selbst machen will einen schlitz zum einfüllen von Wasser und Watte (Schimmelt die Watte) dazu nehme?

Wie sieht es mit dem verfüttern von Heimchen aus? Lege ich die Besser Tot ins Becken (Heimchen sind ja auch sehr aggresiv)?
Kann ich die Honiglösung auch selber mischen?

Die Anfangskolonie wächst ja garantiert noch weiter wenn die Königin Eier legt. Wird das Becken dann irgendwann zu klein? Muss ich ein weiteres Becken anbauen?

Ich bin schon gespannt auf die antworten!
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Beitragvon Fabian » 14. Feb 2007 22:55

Als „Käfig“ hab ich mir ein Starter Set ausgesucht und zwar die Beckenvariante. Dazu stellt sich mir die Frage auf ob dieses Becken mit dem Glasdeckel ausbruchsicher ist?
Muss ich zusätzlich noch Vaseline oder Öl benutzen?


Das Becken ist allein mit dem Deckel, selbst wenn du Dichtungsklebeband verwendest (solltest du!), nicht 100% ausbruchssicher, du solltest zusätzlich PTFE oder Talkum verwenden (mit Öl hab ich eher schlechte erfahrung, Paraffin is auch nicht toll für die Meisen!).

Wie mache ich das mit der Feuchtigkeit im Becken?

Du kannst einsprühen, das mache ich selber auch ab und an, das ersetzt aber nicht das gezielte befeuchten des ytongsteins! Du musst also zufätzlich über einen Wassergraben befeuchten, anstatt Watte kannst du auch Seramis, sprich Tongranulat nehmen.
Solltest du nebenbei noch sprühen musst du dir im Klaren darüber sein, das du den Boden bebaubar machst für die Ameisen!
Eine bestimmte Luftfeuchte ist für einheimische Arten nicht nötig!

Wie sieht es mit dem verfüttern von Heimchen aus?


Meine nehmen sehr gerne Heimchen, noch lieber aber Fliegen. aber zu den Heimchen, du solltest die kleinen nehmen und diese, sofern du nicht eh überbrühst (Stichwort Milben), töten oder zumindest soweit verletzten das sie nicht mehr hüpfen können, klingt barbarisch, aber andernfalls werden die Ameisen Probleme haben diese zu töten.

Kann ich die Honiglösung auch selber mischen?


Klar! Viele füttern auch Hönig pur oder Zuckerlösung, wobei Hönig die naturnahere Variante ist! Zusätzlich ist es ratsam eine reine Wasserquelle anzubieten, sowohl Höniglösung als auch Wasser besser per Watte reichen, da sonst die Gefahr des Ertrinkens besteht!

Wird das Becken dann irgendwann zu klein?


Jop, das ist wohl in der Tat so :) Irgendwann wird das Becken zu klein sein, ich würde die daher empfehlen vllt. von Anfang an ein größeres Becken (zB aus dem Zoofachhandel->Aquarien) einzuplanen, zu Anfang reicht aber das Starterset, aber es ist eben ein Starterset PUNKT. :)
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Beitragvon uta » 14. Feb 2007 23:41

Hallo terrapins und herzlich Willkommen hier im Forum, :sign_welcome:

Cocktail ist gut - auch ein Fragencocktail :wink: :D

Ergänzend zu Fabian's ausführlichen Ausführungen möchte ich Dir auch gerne noch unsere Einsteigerinformationen
http://www.antstore.net/viewforum.php?f=45 und hier insbesondere die FAQ http://www.antstore.net/viewtopic.php?t=9

ans Herz legen, falls Du sie nicht ohnehin schon gelesen hast. :D

Was die Beckengröße angeht, so bin ich persönlich der Meinung, dass sich eine Gründerkolonie mit 10 bis 15 Arbeiterinnen in einem zu großen Becken verloren vorkommen muss. Auch ist zu berücksichtigen, dass Aquarien aus dem Zoofachhandel ohne Anschlussöffnungen sind, falls später Erweiterungen gewünscht werden. Das von Dir anvisierte Becken-Starter-Set reicht gut und gerne für 2-3 Jahre und ist bei Bedarf durch die seitlichen Lochbohrungen auch jederzeit erweiterbar. Eine weitere Alternative wäre, nochmal beim Glaser um die Ecke nach Beckenmöglichkeiten nachzufragen. Aber letztendlich musst Du das alleine entscheiden. :D

Viele Grüsse
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Beitragvon delirium » 15. Feb 2007 01:00

@terrapins

Ich habe mit (Oliven-) Öl als zusätzliche Ausbruchssperre sehr gute Erfahrungen gemacht.

Ein Blick auf meine Haltungsberichte zu Lasius niger und zu Polyrhachis dives verdeutlichen dir meine Konstruktion
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Beitragvon Fabian » 15. Feb 2007 06:46

Hallo uta,

ich hab auch schon öfters gelesen, das für eine Gründerkolonie ein kleines Becken ausreichend sein soll, was sicher richtig ist, aber ich frage mich wieso man immer liest/gesagt bekommt, das sich eine kleine Kolonie in einem großen Becken unwohl fühlt?
Ich verstehe das nicht so ganz, da ja mein Vorgarten (hätte ich einen :D) deutlich größer ist als jedes Becken, und in der Natur also unbegrenzt Platz zur verfügung steht.
Was ich allerdings verstehe ist, das man kein zugroßes ytong-nest anbieten soll, da sie sich dort unwohl/unsicher fühlen.

Das ist jetzt keine Kritik, sondern eine Frage, denn ich weiß es wirklich nicht, ich halte meine Kolonien selber in kleinen Becken ganz prima, aber eher aus kostengründen :)
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Beitragvon uta » 16. Feb 2007 00:48

Hallo Fabian,

nein, warum sollte ich Deine Frage als Kritik sehen - im Gegenteil - sie gibt mir auch nochmal einen Denkanstoß. Es ist nicht verkehrt eine bestehende Meinung zu hinterfragen. :D

Natürlich lese ich recht viel, höre mich um, was andere so für Erfahrungen machen in der Ameisenhaltung, übernehme das Eine oder Andere, was mir richtig und sinnvoll erscheint, mache eigenen Beobachtungen - bleibe aber kritisch und eine Fragende weiterhin.

Darauf aufbauend bin ich daher persönlich der Meinung, dass eine Gründerkolonie, wie im obigen Fall, besser in einem nicht zu übergroßen Becken aufgehoben ist, da sich die Ameisen dort sicherer und geborgen fühlen. Ausgehend von einem Erdnest in einem recht großen Becken würde z.B. entsprechend umfangreiche Baumaßnahmen für die Ameisen bedeuten. Stellt sich mir auch die Frage, ist das im Intresse der noch kleinen Ameisenkolonie? In der Natur haben die Ameisen ja anfangs auch nur eine Kammer zur Gründung und nur scheinbar unbegrenzt Platz zur Verfügung, denn in unmittelbarer Nachbarschaft kann es u..U. schon wieder eine andere Kolonie geben, mit der sie sich arrangieren müssen. Wie oft kann man z.B. gerade eine Gründerkolonie, die noch im Reagenzglas lebt, beobachten, wie sie zum Schutz der noch kleinen Kolonie ihr Reagenzglas wieder verschließen. Das gibt ihnen Schutz und Sicherheit, und die Bedingungen stimmen so einfach für sie. Ich meine, dieses Verhalten kann man auch z.B. auf erdnestbewohnende Ameisen (hier Lasius niger) in einem großen Becken übertragen. Von diesen eigenen Beobachtungen , und den Erfahrungen anderer Ameisenhalter abgeleitet, glaube ich einfach, dass ein nicht zu großes Becken für eine noch kleine Kolonie, die erst am Beginn ihrer Kolonieentwicklung steht, mir angemessener erscheint. Dies ist jetzt in Bezug auf Lasius niger geschrieben. Natürlich gibt es auch Arten, die weniger Auslauf und dafür mehr Nestraum brauchen - oder umgekehrt.

Natürlich kann man, was das Anbieten der Beckengröße angeht, unterschiedlicher Meinung sein. Warum auch nicht? Ein Ausprobieren kann wieder neue Beobachtungen, Erfahrungen und Erkenntnisse bringen. Auch ist natürlich die Stellmöglichkeit in den eigenen Vier Wänden zu berücksichtigen. :)

Ameisenhaltung ist ja noch ein recht junges Hobby - es gibt schon viel Wissen, Erfahrungsberichte, Informationsaustausch etc. - trotzdem werden wir sicherlich erstaunt sein, welche Wissensanhäufung im Laufe der Zeit noch zu verzeichnen sein wird. Man darf gespannt sein! :D

In diesem Sinne
viele Grüsse
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Beitragvon Fabian » 16. Feb 2007 06:29

Bei einer kleinen Kolonie halte ich ein kleines Becken unter anderem für sinnvoll, da es von der Beobachtungsmöglichkeit besser ist, 10 Ameisen gehen in einem großen Becken schnell unter, so das man nichts sieht.

Was du anführst (Sicherheit, Geborgenheit) hab ich bisher nur mit dem Nestteil in Verbindung gebracht (der Vergleich ob man selbst gern in einer Turnhalle wohnen würde ist da sehr passend find ich^^), aber weniger mit dem Becken, vllt. versuche ich das mal, sofern ich zweimal die gleiche Art habe, und schaue mal ob sich unterschiede feststellen lassen :)
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