Hallo Fabian,
nein, warum sollte ich Deine Frage als Kritik sehen - im Gegenteil - sie gibt mir auch nochmal einen Denkanstoß. Es ist nicht verkehrt eine bestehende Meinung zu hinterfragen.
Natürlich lese ich recht viel, höre mich um, was andere so für Erfahrungen machen in der Ameisenhaltung, übernehme das Eine oder Andere, was mir richtig und sinnvoll erscheint, mache eigenen Beobachtungen - bleibe aber kritisch und eine Fragende weiterhin.
Darauf aufbauend bin ich daher persönlich der Meinung, dass eine Gründerkolonie, wie im obigen Fall, besser in einem nicht zu übergroßen Becken aufgehoben ist, da sich die Ameisen dort sicherer und geborgen fühlen. Ausgehend von einem Erdnest in einem recht großen Becken würde z.B. entsprechend umfangreiche Baumaßnahmen für die Ameisen bedeuten. Stellt sich mir auch die Frage, ist das im Intresse der noch kleinen Ameisenkolonie? In der Natur haben die Ameisen ja anfangs auch nur eine Kammer zur Gründung und nur scheinbar unbegrenzt Platz zur Verfügung, denn in unmittelbarer Nachbarschaft kann es u..U. schon wieder eine andere Kolonie geben, mit der sie sich arrangieren müssen. Wie oft kann man z.B. gerade eine Gründerkolonie, die noch im Reagenzglas lebt, beobachten, wie sie zum Schutz der noch kleinen Kolonie ihr Reagenzglas wieder verschließen. Das gibt ihnen Schutz und Sicherheit, und die Bedingungen stimmen so einfach für sie. Ich meine, dieses Verhalten kann man auch z.B. auf erdnestbewohnende Ameisen (hier
Lasius niger) in einem großen Becken übertragen. Von diesen eigenen Beobachtungen , und den Erfahrungen anderer Ameisenhalter abgeleitet, glaube ich einfach, dass ein nicht zu großes Becken für eine noch kleine Kolonie, die erst am Beginn ihrer Kolonieentwicklung steht, mir angemessener erscheint. Dies ist jetzt in Bezug auf
Lasius niger geschrieben. Natürlich gibt es auch Arten, die weniger Auslauf und dafür mehr Nestraum brauchen - oder umgekehrt.
Natürlich kann man, was das Anbieten der Beckengröße angeht, unterschiedlicher Meinung sein. Warum auch nicht? Ein Ausprobieren kann wieder neue Beobachtungen, Erfahrungen und Erkenntnisse bringen. Auch ist natürlich die Stellmöglichkeit in den eigenen Vier Wänden zu berücksichtigen.
Ameisenhaltung ist ja noch ein recht junges Hobby - es gibt schon viel Wissen, Erfahrungsberichte, Informationsaustausch etc. - trotzdem werden wir sicherlich erstaunt sein, welche Wissensanhäufung im Laufe der Zeit noch zu verzeichnen sein wird. Man darf gespannt sein!
In diesem Sinne
viele Grüsse