Hallo Gaster,
das ist völlig richtig verstanden.
Ob es gelingen würde, auf diese Weise begattete „Jungköniginnen“ zu erzeugen, kann ich allerdings nicht sagen. Es müsste „einfach“ jemand versuchen!
Prof. Maschwitz und seine Studenten haben mehrere Jahre über die Diacamma-Art von Java intensiv geforscht, und auch über eine oder zwei andere von Malysia, lange Zeit an Ort und Stelle, aber auch an Völkern, die sie mit ins Labor nach Frankfurt genommen hatten. Irgendwelche Paarungen wurden meines Wissens nie beobachtet.
Ich selbst habe ein paar Wochen lang mehrere Völker der javanischen Art auf Java gehalten. Sie haben immer wieder mal Männchen produziert, und gelegentlich auch „Arbeiterinnen“. Aus dieser Zeit stammt meine Erfahrung mit diesen Tieren: Sehr häufige Fütterung mit frischen Insekten (mindestens 2 mal am Tag!) war notwendig. Dort war es leicht, Heuschrecken und Termiten jederzeit vor der Haustür zu sammeln, und die wurden gerne als Futter genommen. Bei längerer Unterbrechung der Fütterung wurden es schnell weniger Larven.
Eiablage durch Arbeiterinnen bzw. Gamergate erfolgte sehr unregelmäßig, kaum je synchron in mehreren Kolonien. Auch im Freiland enthielt immer nur ein Teil (nach Erinnerung: Etwa 1/3) der Völker Puppen mit jungen „Arbeiterinnen“, und noch weniger Völker hatten Männchen. – In einem Areal mit hunderten von Nestern ist das aber kein Problem: Die „Arbeiterinnen" gehen aus dem Nest, locken die Männchen mit einem Pheromon an, und die flugtüchtigen Männchen kommen herbei.
Ob eine begattete „Gamergate“ allein eine Kolonie gründen kann, bezweifle ich etwas. Vermutlich macht sie sich zusammen mit ein paar Arbeiterinnen der Mutterkolonie selbständig. (siehe edit!)
mfG,
Earlant
Edit 13.12.06:
Nachdem mir weitere Literatur über diese Gattung „königinloser“ Ponerinen zugänglich wurde, habe ich die Informationen im Ameisenwiki ergänzt und erweitert:
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Erkenntnisse zum Paarungsverhalten und zur Koloniegründung sind neu eingetragen.
mf G
Earlant