Königin verstorben

Archivbeitrage aus den Unterforen "Einsteigerfragen" und "Diskussion und Fragen allgemein" aus den Jahren 2003 bis 2008.

Königin verstorben

Beitragvon Simmi » 19. Jul 2006 17:10

Hi!
Ich habe mir vor ca. 1-2 Wochen eine Lasius Niger im Shop gekauft (mit Becken, Farm...). Gestern war mir aufgefallen, dass sich die Königin (die immernoch im RG war) nicht mehr bewegte. Als ich heute wieder einen Blick in das RG warf, fand ich eine kopflose LN Königin. :cry: :cry:
Schlieslich habe ich die ganze Kolonie in die freie Natur entlassen, da die Königin ja nicht mehr vorhanden war. Wie konnte das passieren?
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Beitragvon Tommi » 19. Jul 2006 18:48

Dafür gibt es viele mögliche Erklärungen.

- Falsche Haltungsbedingunen
- Schlechte Ernährung
- Krankheit, Verletzungen, Stress u.ä.
- natürlicher Verlauf

Grüße
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Beitragvon uta » 19. Jul 2006 19:55

Hallo Simmi,

wie Tommi schon richtig geschrieben hat, kann die Ursache vielfältiger Natur sein. Das ist natürlich sehr bedauerlich, dass die Königin verstorben ist, und ich kann verstehen, dass Dich das sehr betrübt.

Ich habe Dir eine PN geschrieben. Schau doch mal bei Deinen PN-Nachrichten nach. :)

Viele Grüsse
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Beitragvon The_Paranoid » 19. Jul 2006 23:32

Naja, wenn sie im wörtlichen Sinne KOPFLOS war, kannst du
- Falsche Haltungsbedingunen
- Schlechte Ernährung
- Krankheit, Verletzungen, Stress u.ä.
- natürlicher Verlauf

wohl ausschliessen. Bis auf Stress vielleicht. Aber der muss dann wirklich enorm gewesen sein.

Das einzige was mir dazu einfällt : hast du vielleicht Arbeiterinnen von draussen hinzugesetzt ??
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Beitragvon Tommi » 20. Jul 2006 08:10

So gesehen könntest Du durchaus richtig liegen. Dies habe ich nicht in Betracht gezogen, da ich davon überzeugt bin, dass jedem Halter so viel an seinen Schützlingen liegt, dass er derart grobe Fehler nicht macht ...
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Ameisen NIEMALS aussetzen!

Beitragvon earlant » 20. Jul 2006 08:46

Tut mir Leid, dass ich mich hierzu mal deutlich äußern muss.

Simmi:
Schlieslich habe ich die ganze Kolonie in die freie Natur entlassen

In diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit sehr klein, dass ein Schaden durch Mit-Aussetzen ortsfremder Parasiten (an denen die Königin aber auch gestorben sein könnte!) oder gar durch Faunenverfälschung eintritt.

Immerhin kommt die Kolonie vom "Shop" (Berlin?, Boppard?).Wo sie eingesammelt wurde, kann allenfalls der Shopbetreiber sagen. Bestimmt wurde die Kolonie über 4-500 km verfrachtet (Halter wohnt in Hallstadt; bei Bamberg?).

Ich bitte dringend darum, dass die Shops es ihren Kunden deutlich machen, und damit meine ich nicht nur die Antstore-Shops:

NIEMALs Ameisen ins Freie entlassen (Ausbruch oder Freilassen sind gleich riskant!), die nicht in der unmittelbaren Umgebung selbst eingesammelt wurden!

Und bitte auch bedenken: Wer einheimische (lokal gesammelte) Ameisen im Zimmer neben ausländischen hält, muss damit rechnen. dass ausländische Parasiten (Milben z.B.) auf die einheimischen Ameisen übergehen und dann bei Freisetzen der einheimischen ebenfalls mit ausgesetzt werden!

Ich weiß, dass man mit 13 Jahren die Konsequenzen noch nicht einschätzen kann, aber die Shopbetreiber sind alle deutlich älter und klüger - hoffentlich!

Nach Abwägen aller Möglichkeiten und Risiken darf nur eine Empfehlung bleiben: Ameisen, die man loshaben möchte, mit heißem Wasser auf humane Weise und zusammen mit allen möglichen Parasiten etc. ins Jenseits befördern!

mfG Earlant

PS: Bei toten Ameisen geht der Kopf ganu leicht ab. Das war nicht die Ursache, sondern die Folge davon, dass die Königin tot war. Da brauchen nur die Arbeiterinnen etwas dran herumzerren.
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Beitragvon Simmi » 20. Jul 2006 12:56

Ja :oops: das war ein Fehler das ich die Ameisen ins freie gelassen habe. Ich dachte nur, dass sie zu 10. und ohne Könign nicht wirklich viel anrichten könnten. Und nein natürlich habe ich keine Fremdameisen hinzugegeben.
Danke für die Antworten
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Beitragvon earlant » 22. Jul 2006 13:35

Hallo Simmi,

Kein Grund, die Ohren hängen zu lassen! Mit 13 macht jeder noch Fehler, und ich habe ja geschrieben, dass das Aussetzen in Deinem Fall kein sonderlich großes Problem schaffen dürfte :wink:

Aber solche Posts sind ja auch, bzw. manchmal vor allem, für andere User gedacht. Auch für solche, die erst noch auf die Idee kommen könnten, auf derartige Weise ihre Ameisen zu entsorgen.

Wie angebnracht solche Mahnungen sind, geht aus dem fast parallelen thread von MartinAmeise hervor: http://www.antstore.net/viewtopic.php?t ... sc&start=0
Der hat ein ganzes Volk von (wahrscheinlich) Waldameisen fast totgemacht, und dann die Reste auf seinem Komposthaufen entsorgt! (Und alle, die das nicht gut finden, bezeichnet er öffentlich als dumm).

Ich möchte einfach verhindern, dass das Freilassen von Ameisen zunehmend als "normal" empfunden werden könnte. Mit wachsender Entfernung von deren Herkunftsort wird das auch immer gefährlicher für die einheimischen Ameisen. Man kann nicht oft genug daran erinnern.

mfG Earlant
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Beitragvon Sahal » 22. Jul 2006 16:49

Hi und Hallo

@earlant:
Ich beziehe mich auf folgende Aussage:
Und bitte auch bedenken: Wer einheimische (lokal gesammelte) Ameisen im Zimmer neben ausländischen hält, muss damit rechnen. dass ausländische Parasiten (Milben z.B.) auf die einheimischen Ameisen übergehen und dann bei Freisetzen der einheimischen ebenfalls mit ausgesetzt werden!

Bisher habe ich eine wesentlich striktere Auffassung zum Thema „Freilassung gehaltener Tiere“ und mache das nicht an parallel gehaltene Exoten fest..
Aus ihrem Post entnehme ich jedoch, dass nur eine „exotische“ (nicht einheimische) Kolonie potentieller Überträger von Parasiten/Krankheiten ist.

Wie schätzen/bewerten Sie das Risiko der Infektion mit Krankheiten/Parasiten durch Futtertiere?
Gerade hier sehe ich ein Infektionsrisiko durch verunreinigte Substrate/Futter oder der Futterinsekten bereits beim Züchter. Als Beispiel berichtete ein mir bekannter prof. Züchter für Futterinsekten über einen Befall seiner Zuchtanlage/Räumlichkeiten mit kleinen Ameisen, die wohl über Lieferungen aus dem Ausland eingeschleppt wurden. "Aber da „ein paar Ameisen“ wohl in jedem Warmhaus vorkommen..."

Gibt es auch keine (bekannten/wahrscheinlichen) Risiken bezüglich Verschleppung von Krankheiten/Parasiten innerhalb der Republik direkt durch die Ameisenkolonien?

Nach meiner Auffassung sollte auch eine solitär gehaltene Art aus dem Schwarmflug vor der Haustür nicht wieder in die Natur entlassen werden... und schon gar nicht deren evtl. gebildeten Geschlechtstiere, können diese doch so gleich prima eine komplett infizierte Kolonie hochziehen (sollten sie tatsächlich Geschlechtspartner finden).
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Beitragvon PoWa » 22. Jul 2006 17:26

aber man kann doch wenn die eigene kolonie groß geworden ist, die geschlechtstiere die sie dann bildet zur hölle schicken, wenn man keine weiteren mehr aufnehmen kann und sie schwärmen wollen.
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Beitragvon YSB » 22. Jul 2006 21:32

Hallo Simmi

als erstes, tut mir leid für deine Königin .. hmm .. ich war in diesem Sommer oft in der Badeanstalt und habe da einige Königinen gefunden. Darunter habe ich schon mal klar 2 Lasius Niger königinen ausgemacht .. die anderen 3 habe ich gerade vor kurzem gefunden und muss noch nachschlagen, um was es sich dabei handelt (der hinterkörper ist länglich und weist nicht den strich auf wie bei der Lasius Niger).

Eventuel, wenn du interesse hättest, könnte ich dir eine davon zuschicken, sobald sich das ganze etwas entwickelt hat .. und mal ein par Ameisen da sind ... was hälst du davon ? Müsstest dann einfach das zusenden zahlen und DIE AMEISEN AUF KEINEN FALL BEI DIR AUSSETZEN.

Sonst, geh doch draussen welche suchen, hat zur zeit echt viele unterwegs ! ... am besten eben in einer Badeanstalt, da hat es ja meistens auch zu futtern (picknick von den Leuten) und die rennen da überral rum ...

Gruss
YSB
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Beitragvon earlant » 23. Jul 2006 08:33

Hallo Sahal, (zum Post vom 22.7., 5:49)

Aus ihrem Post entnehme ich jedoch, dass nur eine „exotische“ (nicht einheimische) Kolonie potentieller Überträger von Parasiten/Krankheiten ist.

Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Ich denke, dass man eine in der Nähe des Halters gesammelte Kolonie auch nach längerer Haltung wieder am Sammelort aussetzen kann, ohne ein hohes Risiko einzugehen. An eventuell in der Kolonie vorhandene Parasiten/ Krankheitserreger sollten die einheimischen Arten angepasst sein. (Natürlich wäre es unverantwortlich, eine Kolonie auszusetzen, weil sie von Milben wimmelt!).

Wichtigstes Ziel der Vorsichtsmaßnahmen muss sein, zu verhindern, dass fremdländische, exotische, am Ort des Halters bisher nicht vorhandene Krankheitserreger (Milben, Pilze, Bakterien, …) in die einheimische Fauna gelangen. Deshalb darf ein Ameisenhalter NIEMALS ortsfremde Ameisen freisetzen oder freikommen lassen. (Das Risiko der Faunenverfälschung lasse ich jetzt hier mal beiseite).

Ich wollte mit meinem Post auf eine zusätzliche Gefahr hinweisen, wenn einheimische neben ausländischen Ameisen in einem Raum gehalten werden (oder gar in „Gemeinschaftsbecken“): Manche Erreger könnten bereits in der Haltung auf die einheimischen Arten überspringen und mit diesen zusammen dann in die Natur entlassen werden! Zumindest Milben habe ich schon außerhalb unserer Formikarien im Brutschrank herumkrabbeln sehen, und zweifellos haben sie dann auch andere Formikarien in demselben Brutschrank infiziert. Auch ausgebüchste Ameisen geraten manchmal in ein benachbartes Formikarium, usw..
Das Risiko besteht logischerweise auch im „Lager“ von Ameisenhändlern, ebenso wie die Futtertiere von vielen Anbietern deswegen schon stark z.B. mit Milben verseucht sein können.

Gibt es auch keine (bekannten/wahrscheinlichen) Risiken bezüglich Verschleppung von Krankheiten/Parasiten innerhalb der Republik direkt durch die Ameisenkolonien?

Mir ist kein nachgewiesenes Beispiel bekannt, wo innerhalb Deutschlands mit Ameisen Parasiten verschleppt worden wären und sich dann dauerhaft angesiedelt hätten. Ein solcher Nachweis ist allerdings fast unmöglich: Wer untersucht schon Ameisen auf Bakterien, Viren, Pilzbefall? – NIEMAND! Und für den Gesundheitszustand einer Population vor 10 - 20 - 50 Jahren gibt es nur ganz selten noch Informationen.
Vor 40-50 Jahren wurden noch Waldameisen in großem Stil innerhalb Deutschlands, aber auch z.B. von und nach Italien, verfrachtet. Man erhoffte sich eine „Auffrischung“ der schwindenden Bestände in Deutschland. An die mit den Ameisenvölkern verfrachteten Parasiten hat damals einfach noch niemand gedacht! Man wusste auch viel weniger darüber als heute.

Heute finden sich z.B. Pilze der Gattung Aegeritella auf Waldameisen an vielen Stellen in Deutschland: Niemand kann mehr herausfinden, ob dieser Pilzbefall „schon immer“ so verbreitet war, oder ob er durch die Ameisenverfrachtungen weiter ausgebreitet wurde. Aegeritella-Befall ist mit bloßem Auge zu erkennen; befallene Waldameisenvölker können anscheinend daran zugrunde gehen.
Wie aber sieht es mit Endoparasiten aus? Mit Bakterien, Viren, Fadenwürmern????

Nach meiner Auffassung sollte auch eine solitär gehaltene Art aus dem Schwarmflug vor der Haustür nicht wieder in die Natur entlassen werden... und schon gar nicht deren evtl. gebildeten Geschlechtstiere, können diese doch so gleich prima eine komplett infizierte Kolonie hochziehen (sollten sie tatsächlich Geschlechtspartner finden).

Ich sehe das nicht ganz so eng. Ausnahme natürlich (s. o.) eine sichtbar und erkennbar stark infizierte Kolonie. Wenn sie von sehr schädlichen Bakterien etc. befallen ist, wird sie vielleicht (hoffentlich) auch keine Geschlechtstiere aufziehen. Man sollte das Verantwortungsbewusstsein der Halter nicht überstrapazieren. Ein aus der selbst gefangenen Königin aufgezogenes Volk von Lasius niger kann man m.E. bedenkenlos nach 1 oder 2 Jahren wieder freilassen. Das ist jedenfalls weitaus besser, als sie über hunderte von Kilometern hinweg zu verkaufen.

Gefahren bestehen hier eher für die Kolonie: Wenn sie in der Haltung nicht mehr im normalen Jahresrhythmus ist, wird sie Schwierigkeiten haben, sich wieder einzupassen. Hinzu kommt das Risiko, dass sie im Freien auf konkurrierende Völker treffen wird. Da ist es meistens humaner, die Kolonie gleich mit heißem Wasser zu behandeln. So empfehle ich das ja auch, wenn jemand lästige Lasius niger aus dem Rasen „umsiedeln“ oder „vertreiben“ möchte: Die schickt er fast unweigerlich in den Krieg…Wobei dann entweder die freigelassene Kolonie ihr Leben lassen muss, oder eine der ortsansässigen. Es dauert nur etwas länger als die Heißwasser-Behandlung....

MfG Earlant
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