Ytong mit Gipsanstrich für Pheidologeton diversus

Archivbeitrage aus den Unterforen "Einsteigerfragen" und "Diskussion und Fragen allgemein" aus den Jahren 2003 bis 2008.

Ytong mit Gipsanstrich für Pheidologeton diversus

Beitragvon skateduffy » 28. Mär 2006 14:49

Hallo,
Ich möchte demnächst eine Kolonie Pheidologeton diversus halten und habe auch schon alles soweit vorbereitet. Nur mit einer Sache bin ich mir unsicher. Ich wollte als Nest ein Ytong benutzen und selber die Gänge anlegen. Weil die Oberfläche aber so rau und löchrich ist, wollte ich die einzelnen Kammern und Gänge mit einer dünnen Gipsschicht versehen, damit es eine einheitliche glatte Oberfläche ergibt.
Jetzt mein Problem:

1.Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, das der Gips schimmelt?
2.Nehmen die Kammern trotzdem Feuchtigkeit von unten auf, oder wird dieses durch den Gips verschlechtert?
3.Ist der Gips schädlich für meine Pheidologeton? Bzw. mögen sie das?

Mfg Kevin
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Beitragvon Darkness » 28. Mär 2006 15:51

@ skateduffy

Ich halte momentan gerade eine Pheidole palludula Kolonie in einem Ytong-Stein kombiniert mit einer aus Gips bestehenden Arena. Deshalb denke ich deine Fragen beantworten zu können. :wink:

1. Diese Wahrscheinlichkeit ist etwa gleich hoch oder etwas grösser als beim Ytong, es spielt halt die Feuchtigkeit eine wesentliche Rolle.
Anfangs als der Gips noch relativ feucht war konnte ich Schimmel innerhalb eines Tages feststellen. Jetzt sind die Werte natürlich nicht mehr so hoch, aber immer noch ein wenig höher als der Ytong-Stein in dem sie sich eingerichtet haben.

2. Die Kammern nehmen Feuchtigkeit auch durch den Gips auf. Ich würde aber eher, wenn du so etwas machen möchtest, die Kammern oder Oberflächen mit Lehm Gemisch einstreichen. Aber die raue Oberfläche haben sie bei mir auch akzeptiert. So gestaltest du es ihnen natürlich optimaler. Ein Problem kann sein das der Gips eventuell Risse bekommt, vor allem wenn er nur in einer dünnen Schicht aufgetragen wird. Da wäre Modelliermasse durchaus besser geeignet.

3. Nein, es sollte nicht schädlich sein. Wenn du ganz sicher gehlen willst kannst du auch die Inhaltsstoffe des Gipses noch mal überprüfe. Sind ja meistens auf der Packung angegeben.
Bei mir hatte ich mit gips noch keine Probleme was die Ameisen anbetrifft. Am meisten würden sie natürlich eine gestaltbare Oberfläche vorziehen. Also selbst etwas herumgaben.

Mfg Darkness
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Beitragvon skateduffy » 28. Mär 2006 20:44

Ach, wiedermal Darkness...
Auf Dich kann man sich verlassen.
Ich möchte für das Ausstreichen eben keine Sand/Lehm nehmen, da ich die Tiere und die Eier, Larven etc. beobachten möchte. Die Tiere sind eben dunkel und das Sand/Lehm auch. Somit für die Augen und den Beobachter schwierig. Deswegen wollte ich etwas helles nehmen, damit sich die kleinen dunklen Ameisen richtig schön von dem hellen Hintergrund absetzen. Das mit den Rissen hab ich auch schon befürchtet und deswegen werde ich das auch lassen, nicht das das Zeug dann wie alter Putz abbröckelt und im Ytong Nest liegt, wo ich nicht mehr dran komme. Also scheiden Sand/Lehm und Gips aus. Was gibts da noch? Helle Modeliermasse? Meinst du das geht? Will wie gesagt nur die raue Struktur des Steines beseitigen. Mir gefällt das einfach nicht...
Mfg Kevin
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Beitragvon Darkness » 28. Mär 2006 22:35

@ skateduffy

Das Argument mit dem beobachten leuchtet mir durchaus ein.
(Na ja, Larven, Eier Brut usw. sollte man trotzdem gut erkennen, besonders weil diese relativ hell sind und deswegen von der etwas dunkleren Oberfläche umso besser hervorgehoben werden. Man kann auch etwas hellere Erde beimischen sodass diese bei nicht allzu hoher Feuchtigkeit trotzdem gut aussieht. :wink: )

Kommen wir nun mal auf die Modelliermasse zurück. Das dieses nicht nur theoretisch klappt habe ich bereits in der Praxis feststellen können. Es spricht noch für sich das die Modelliermasse bei genügend Feuchtigkeit immer noch etwas verformbar bleibt und somit auch nicht spröde oder brüchig. Trotz allem ist die Lage nicht einfach abzuschätzen ob es auch mit einer dünnen Schicht klappen könnte.
Ich finde das einen durchaus interessanten Aspekt und werde morgen mal versuchen sofern noch Modelliermasse übrig ist, diese dünn auf einen meiner Ytong-Nester
(liegen schön im Keller rum, da ich für fast jede Kolonie ein eigenes bastle) aufzutragen.
Wenn alles klappen sollte werde ich den Report hier berichten. :D

Mfg Darkness
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Beitragvon Darkness » 29. Mär 2006 21:20

@ skateduffy

So, habe jetzt alles ausprobiert.
Resultat: Es klappt tatsächlich selbst mit einer dünnen Modelliermassen Schicht :!:

Hier noch ein paar wichtige Anmerkungen. Ich habe den ganzen Versuch mit einer Modelliermasse meines Bruders gemacht, der diese normalerweise für Gestaltung der Landschaft bei seinem Herr der Ringe Spiel braucht. Ist also nicht so ne billige Modelliermasse, unterscheidet sich aber fast nicht von dieser.

1. Wichtig natürlich das du die Modelliermasse zuerst schön bearbeitest, und immer den Rest gut abdecken sonst wird er steinhart.

2. Manchmal ist es schon etwas hart, versuche trotzdem so wenig Wasser wie möglich zu verwenden um das ganze zu lockern.

3. Nachdem du eine dünne Schicht sauber aufgetragen hast, dauert ne Weile bei so einem Ytong-Stein mit vielen Kammern, lässt du sie normal und ohne zusätzliche Erwärmung trockenen.
Achte darauf, dass die Fläche des Ytongs die bestrichen werden sollte nicht voll Erde oder ähnlichem ist, dann bindet die Modelliermasse ebne nicht mehr so gut. Ach ja, das Zeug müffelt anfangs ein wenig.... :wink:

4. Wenn alles sauber getrocknet ist, versuche die eventuellen Unebenheiten oder kleine Risse nochmals mit einer ganz dünnen etwas feuchten Schicht zu überstreichen. (Falls du es ganz schön haben willst, Perfektionismus eben :D )

5. Nachdem du alles gut hast trocknen und auslüften lassen, kannst du mal den Feuchtigkeitstest machen.
(Sollte eigentlich problemlos klappen)

Hoffe damit bist du informiert. Braucht halt seine Zeit das ganze, lohnt sich danach aber was das optische angeht. Ich empfehle dir Verwende danach eine etwas dunklere rote Folie zu verwenden, denn durch die helle Oberfläche wird das Licht besser reflektiert und ist deshalb nicht so angenehm für die Ameisen. :grin:

Mfg Darkness
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Beitragvon skateduffy » 29. Mär 2006 21:44

Hey Darkness,
Vielen Dank für deine Bemühungen. Ich werde aber wahrscheinlich doch eine dünne Sand/Lehm Schicht auftragen. Ist eben natürlicher. Habe heute mit dem Bau angefagen. Ich kann nur sagen-sau viel arbeit-. Aber vielleicht werde ich schon am Wochenende fertig. ma schaun, vielleicht ändert sich morgen meine Meinung wieder...
schwierig, schwierig...

Mfg Kevin
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Beitragvon Darkness » 29. Mär 2006 21:57

@ skateduffy

Wenn du schon ein wenig angefangen hast, kannst du es ja auch gleich durchziehen.
Du wirst schon wissen was du da tust. :wink:

Zitat: "Na ja, Larven, Eier Brut usw. sollte man trotzdem gut erkennen, besonders weil diese relativ hell sind und deswegen von der etwas dunkleren Oberfläche umso besser hervorgehoben werden."
Also ist deine Wahl sicher nicht falsch, denn die Eier und Larven wirst du bestimmt sehen.

Tipp: Falls du trotzdem noch nicht sicher bist, mache mal einen kurzen Test nachdem deine Mischung getrocknet ist mithilfe einer roten Folie und schaue ob du noch genug erkennen kannst. Nicht das du bis zum Schluss alles schön ausarbeitest und dann für deine Mühe doch nicht belohnt wirst.

Und wie du schon gesagt hast, ist diese Variante sicher das natürlichste für deine Ameisen. :D

Mfg Darkness
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Beitragvon Moglie » 30. Mär 2006 09:27

Hi,

du kannst den Ytong auch mit sehr hellen Ton anstreichen wenn dir das Sand Lehm gemisch zu dunkel ist, den bekommt man in allen möglichen Erdfarben in jeder Töpferei.
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Beitragvon skateduffy » 30. Mär 2006 19:18

Hallo Moglie, danke für deinen Beitrag.
Mhh, ist natürlich auch ne Variante. Muss ich ma schaun ob es das auch im Baumarkt gibt. Meinst du das Wasser schadet dem Ton nicht bzw. der Ton lässt das Wasser noch durch?

Mfg Kevin
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Beitragvon Moglie » 30. Mär 2006 21:35

Ton an sich ist ja nichts anderes als Lehm, nur feiner (wenn er nicht gebrannt ist). Bei mir bereitet der Lehm (billiger als Ton, da umsonst) an sich keine Probleme. Das Wasser wird eh so langsam von dem Ytong aufgenommen, dass es eigentlich keine Probleme geben sollte.
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