>- Am liebsten wäre mir eine Art, welche das ganze Jahr über aktiv ist. Mir ist aber auch klar, dass dies nur mit nicht-europäischen Arten geht, welche keine Winterruhe halten. Hier ist keine für einen blutigen Anfänger dabei? Schön wäre außerdem eine nicht all zu kleine Art, welche auch mal eine Made "erlegen" kann (Verurteilt mich nicht)<
Glaube mir: eine Winterruhe ist nichts Nachteiliges!
Sie gibt dir eine Verschnaufspause, in der du nur nach der Nestfeuchtigkeit schauen musst
und bestehende Arenen reinigen und verbessern, sowie neue Arenen und Nester bauen kannst.
Die einheimischen Arten bieten außerdem eine breite Verhaltenspalette und eine enorme Formvielfalt,
zu empfehlen wäre beispielsweise eine Art aus der Gattung Camponotus (Camponotus herculeanus z.B. wegen ihrer geringeren Temperaturansprüche).
Außerdem ist diese Gattung sehr groß,
wie du an meinem
Haltungsbericht sehen kannst,
vermehren sie sich am Anfang zwar recht langsam,
doch mit der Zeit auch robust.
Denen verfüttere ich auch gerne mal eine frisch gefangene Mücke,
sie sind da wie blinde Löwen,
ich würde aber dennoch vorsichtig sein,
was das verfüttern lebender Beute anbelangt.
(Z.B. keine lebenden Spinnen!)
>- Wenn es doch eine Einheimische Art werden sollte, könnte ich sie doch problemlos auf dem Balkon überwintern? oder ist das dann wieder zu kalt? <
Ich halte es für ein Märchen, dass einheimische Arten so leicht erfrieren könnten.
Ich habe z.B. verschiedene Lasius und Myrmica in einem geschützten Raum bei weniger als -15 °C gehalten.
Dafür müssen sie allerdings vorbereitet werden, einfach einfrieren bringt sie um;
sie müssen ihre Körperflüssigkeiten eindicken und dürfen im Winter nicht gefüttert werden!
Worauf man achten sollte, wäre allerdings, dass sie nicht vertrocknen,
und auch nicht ertrinken, der Frost kann z.B. Wasser aus dem Ytong in die Ameisen drücken.
Und natürlich muss man die Nester bei Frost hin und wieder erneuern, wenn sie zerfrieren.
Zusammenfassend: Schutz vor Temperaturschwankungen (z.B. Styroporbox und vor Sonne geschützt),
Feuchtigkeit überwachen (bspw. über einen Untersetzer befeuchten)
und hin und wieder ein neues Nest bauen (nicht jeden Winter, ist aber bei Koloniewachstum ohnehin nötig).
>- Wie lang kann man die Kolonie alleine lassen, wenn man dieses "Wassergel" und genug Futter bereit stellt?<
Tränke mit normalem Wasser - wozu abkochen? - zum Trinken,
eine Honigwassertränke z.B.
hier oder
da,
bei einer kleinen Kolonie muss man auch nicht so häufig Insekten reichen, z.B. eine Woche ein Insekt, aber nicht dauerhaft,
Nestbefeuchtung sichern,
dann geht es eine Weile.
Tägliche Pflege brauchen sie nicht zwingend,
achte aber auf die Ausbruchsgefahr!
Aber warum fragst du?
>- Wenn Ihr mir eine Art empfehlen könnt, könntet Ihr mir dann direkt auch sagen, welches Zubehör und Arena/Nest etc. ich brauche? (Einsteigersets von Antstore z.B.? )<
Nest, Arena, das sind die Grundlagen,
dazu kommen Näpfe zum Füttern, Tränken für Wasser und Honigwasser
und natürlich das Futter und Wasser.