Ich bin neu hier und auch die Ameisenhaltung ist neu für mich. Seit einem Monat habe ich eine Kolonie Lasius niger, die ich im Alpha Ants Starterpack A halte.
Sie haben sich gut entwickelt und sich in ihrer Zahl von 10 auf 20 verdoppelt.
Seit einigen Wochen fasziniert mich die Gattung Messor barbarus und deshalb habe ich mich dazu entschlossen, ein weiteres Formicarium zu bauen. Diesmal mit Ytongnest, weil es im Erdnest doch etwas schwer ist die Ameisen zu beobachten.
Geplant war ein 30x20x20 Becken zu bestellen und so mit Ytong auszustatten, dass das Nest im Becken unter dem Boden integriert ist.
Ich finde diese Konstruktionsweise natürlicher und auch schöner anzusehen als die langen Plastikschlauchkonstruktionen.
Im folgenden werde ich meine Arbeitsschritte schildern und mit Fotos dokumentieren, damit andere sich daran inspirieren können oder es gleich tun bzw. aus meinen Fehlern lernen

Erstmal habe ich eine Skizze gezeichnet.
Dann fing ich an alles auszumessen und zu notieren - das Nest sollte 8 cm hoch werden,
Die Rückseiten sollten mit Acrylglas beklebt werden, damit sich die Messor nicht durchfressen (angeblich schaffen sie es durch Ytong)
Auf dem Ytong sollte eine weitere Acrylglasplatte befestigt werden, damit der Bodengrund die Feuchtigkeit nicht aufnimmt und unbeabsichtigt grabfähig wird.
Dann ging´s ans Aussägen. Ich habe eine Holzleiste mit einer Schraubzwinge an den Ytong gedreht, um eine Führungsschiene für die Stichsäge zu haben. Als Sägeblatt habe ich ein normales Holzblatt genommen.
Das Acrylglas habe ich ebenfalls mit der Stichsäge und der Führungsschienentechnik gesägt. Jedoch habe ich ein feineres Sägeblatt verwendet und sehr vorsichtig gesägt, um Sprünge zu vermeiden.
Dann habe ich die Gänge skizziert und eine Generalprobe gemacht.
Mit einer Pfeile habe ich hier und da was abgeschliffen bis es passgenau war.
Dann habe ich mit einem Drehmel Multi die Gänge gefräst. Vorsicht Ytong Staub ist sehr fein und wird schnell eingeatmet oder kommt in die Augen.
Beim nächsten Mal würde ich einen Atemschutz und eine Schutzbrille tragen

Die Ytong Steine dann auswaschen, denn der Staub kann tödlich für die Ameisen sein.
Die fertigen Steine habe ich dann mit Aquarien Silikon (dieses ist ungiftig im Gegensatz zu herkömmlichen Bausilikon) ins Becken geklebt. Man muss aufpassen, dass man die Steine immer reinlegt und dann zum Glas schiebt da das Silikon sonst verschmiert.
Falls trotzdem etwas verschmiert, warten bis es trocknet und dann mit einem Ceranplattenmesser, oder wie die Dinger heißen, abkratzen.
Von oben habe ich noch für den feuchten Teil des Nests einen Wassergraben gefräst, den ich von außen über einen kleinen Schlauch mit einer Spritze befüllen werde. Der Schlauch läuft dann durch die Acrylglasplatte und den Gummistopfen des Beckens nach außen.
Da ich noch einen Kaktus pflanzen wollte, habe ich auf den Mittelstein etwas Erde gehäuft und in die Acrylglasplatte ein Loch gebohrt durch das der Kaktus seine Wurzeln strecken kann.
Der Kaktus wurde dann mit Silikon abgedichtet, damit die Ameisen sich dort nicht einbuddeln.
Hinter dem Kaktus ist noch ein Trinkhalm als Drainage zum Gießen.
Dann gabs noch rote Folie an den Eingang, damit die einziehende Königin es erstmal dunkel hat.
Das ist übrigens die Königin, sie wohnt in einem Reagenzglas, das gut gepolstert in der Verpackung von meinem Handy liegt und sich im ca 30 grad warmen Heizungskeller befindet

In ihren Mandibeln trägt sie stolz ihr Eierpaket (ca 5-7 Stück)
Nach einigem überlegen habe ich beschlossen ein paar Gänge dicht zu machen, um erst mal nur eine Kammer zu eröffnen.
Hätte ich die Idee früher gehabt, wäre es einfacher gewesen, aber so musste ich mit sehr feuchtem Sand Lehmgemisch (1:3) und einem Endoskop die Gänge abdichten - sieht jetzt so aus.
Außerdem habe ich das Bewässerungssystem fertiggestellt. Der Schlauch ist so ein Zugang aus dem Krankenhaus, wo man direkt die Spritze anschließen kann.
Er wird noch durch den Gummistopfen nach außen verlaufen, wenn mein Antstore Paket demnächst kommt.
Der Schlauch befördert das Wasser zwischen die beiden Wassergräben so, dass sich das Wasser gut verteilt. Unter dem Schlauch verläuft ein kleiner Gang an die Glasfläche an der Seite.
Dies dient als Guckloch, damit ich von außen sehen kann ob der Graben voll ist

Als der Bodengrund und die Näpfe ankamen habe ich direkt den feuchten Lehm auf dem unschönen Acrylglas verteilt.
Dann trocken geföhnt bis er komplett ausgehärtet war. Ich habe in die Eingänge kleine Pappröhrchen geschoben damit kein Lehm reinkommt und ich einen kleinen Hügel am Eingang modellieren kann.
Als alles trocken war habe ich noch eine Schicht gelben Dekosand aufgefüllt da ich ein wenig mediterran bis Wüsten look haben wollte.
Ansonsten bin ich eher ein Freund der schlichten Gestaltung. Manche Formicarien, die man in den Foren so sieht, platzen förmlich vor Dekoartikeln






