Frage zu Messor-Ytong-Nest-Bewässerung

Tipps und Ideen zum Formicarienbau

Frage zu Messor-Ytong-Nest-Bewässerung

Beitragvon bAtZen » 7. Feb 2013 20:57

Schönen guten abend leibe Ameisenfreunde,

ich plane zur Zeit meine neue Anlage für die neue Sasion. Bewohner sollen nun definitv Messor barbarus werden.
Nun habe ich ein Becken bestellt 600x255x350 mm und plane aufrechtstehnde Ytongnester an den Fronten. D.h. ich nutze die 600er Länge des Beckens und die 200 mm Höhe des Ytongs voll aus.
Heute habe ich diesbezüglich die ersten Versuche mit einer Standbohrmaschine gemacht, welche ich als Fräse missbraucht habe. Naja, für einen ersten Test ist es ok geworden, ich muss noch ne ordentliche Schippe Genauigkeit drauflegen wenn es denn soweit ist. Bilder folgen.
Jetzt habe ich ein Problem mit der Bewässerung, bzw weiß ich nicht was die beste Wahl ist.

Version 1 (siehe Grafik) wäre ein langer Schlitz auf der Kopffläche welcher lang ist, aber nicht allzu tief. Dort könnte man alle 1-2 Tage mit einer Spritze oder ähnlichem Bewässern damit ein leicht feuchtes Klima in einem der beiden Ytong-Steine vorhanden ist.
Schema.jpg
Schematisch dargestellte Möglichkeiten


Nach mehrmaligen Befüllen kommt in den ersten Kammern nun ein wenig Feuchtigkeit an. Leider kann ich die Fotos nicht anhängen weil sie zu groß sind.... mal sehen ob ich die komprimieren kann.


Version 2 ist ein Wassertank/Feuchtigkeitsreservoir, in dem ein Haufen Seramis Feuchtigkeit (durch ein feines Gitter zwecks Grabungssicherung) an den Ytong abgibt. Dieser würde von oben befüllt werden. Habe ich hier im Forum schon ein bis zweimal gesehn, habe aber leider keinen Link zur Hand.

Was meint ihr wäre die beste Lösung?

Freu mich sehr auf eure Antworten.
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Re: Frage zu Messor-Ytong-Nest-Bewässerung

Beitragvon bAtZen » 9. Feb 2013 13:14

Keiner eine Meinung?
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Re: Frage zu Messor-Ytong-Nest-Bewässerung

Beitragvon Erne » 9. Feb 2013 19:46

Ein Wassertank in einem stehenden Ytongnest an einer Seitenwand hat so seine Tücken.
Das eingefüllte Wasser versickert mehr oder weniger unkontrolliert im Ytong.
Was hältst Du davon, einen groben Bodenbelag einzubringen.
Das könnte Kies sein oder massiver eine Gipsschicht.
Wasser in der Nähe des Ytongnest gegossen, zieht auch in das Nest ein und befeuchtet es von unten.

Grüße Wolfgang
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Re: Frage zu Messor-Ytong-Nest-Bewässerung

Beitragvon bAtZen » 9. Feb 2013 19:56

Hallo Wolfgang,

danke für die Antwort.
Du würdest den aufrechtstehenden Ytongstein auf ein Kies- oder Gipsbett stellen, welches bspw. über ein Röhrchen von oben mit Waaser versorgt wird, dieses quasi speichert und gleichbleibend an das Ytongnest abgibt? Verstehe ich das richtig?
Hast du damit Erfahrungen? Wenn ja wie dick würdest du diese Schicht auslegen und vorallem ist das nicht eine evtl nette Ecke zum Tunnel bohren und zum aus dem Sichtfeld verschwinden? Die guten Messoren sind ja schmerzlose Tunnelbohrer ;)
Bin sehr gespannt auf deine Antwort, du hast ja schließlich weitgehende Erfahrungen.

Gruß,

Sebastian
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Re: Frage zu Messor-Ytong-Nest-Bewässerung

Beitragvon Rbatmann » 9. Feb 2013 20:25

Hallo bAtZen,

vor diesem Thema stand ich auch vor gut einem Jahr.

In meinem Fall habe ich in zwei über Eck stehende Ytong´s mit einem 24 Forstnerbohrer, drei ca. 15cm tiefe
Löcher gebohrt. Dabei lies ich 2cm Boden im Ytong stehen. Anschließend wurde dieser Raum mit einem Trinkröhrchen
versehen und mit Seramis aufgefüllt. Dies aber nur bis ca. 2cm vor Ende des oberen Rand´s. Als Abschluss wurde
in den oberen 2cm, welche noch frei sind, ein Deckel aus Lehm eingesetzt und verschmiert, sodass nur noch ein Stück
Trinkröhrchen zur Befüllung des Tankes heraus schaut. Das Trinkröhrchen wurde mit einem halbierten Ohrenstäbchen
verschlossen, sodass sich keine Ameise in jene verirren kann. Nachfolgend ein Bild, welches es ein wenig erahnen lässt.

fffff.JPG
Messor arenarius Becken


Im Detail ist dies ähnlich deiner 2 Version. Das gute am integrierten Tank ist die gleichmäßige Wasserabgabe an den Ytong.
Man kann auch hierbei zwei bis drei Zonen seperat einrichten. So musst du nicht alle 2 Tag, sondern erst alle 2 Wochen die
Tanks nachfüllen. Bei einer offenen Version, wie bei deinen beiden Versionen, verdunstet zuviel an die Umgebung.
Jedenfalls habe ich so deine Zeichnungen gedeutet!

Gruß Fabian
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Re: Frage zu Messor-Ytong-Nest-Bewässerung

Beitragvon Erne » 9. Feb 2013 20:31

Sebastian!
Nein, das Nest auf den Boden stellen und die Kiesschicht davor als Bodengrund.
Der Kies muss allerdings grob sein sonst tragen diese Ameisen alles durcheinander.
Deshalb verwende ich oftmals eine Gipsschicht als Boden.
Bevor der ausgehärtet ist, streu ich ihn mit Kies ab.
Da bekommen sie kaum noch was bewegt.
Die Bodenschicht sieht dann so aus.

Arenabodengrund.jpg

Wasser wird dann einfach dort, wo das Nest steht, auf den Bodengrund gegeben.

Grüße Wolfgang
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Re: Frage zu Messor-Ytong-Nest-Bewässerung

Beitragvon bAtZen » 9. Feb 2013 23:15

Wow,
direkt zwei richtig professionelle Antworten! Vielen Dank dafür!
@Wolfgang: Deine Lösung habe ich nun verstanden und finde sie auch nicht schlecht, einziger Nachteil ist meines Erachtens der große Höhenunterschied von Ytong zum Boden. Ich hätte gerne die Oberkante des Ytongs auf einer Ebene mit dem für die Ameisen erreichbaren Boden. Auf jeden Fall eine einfache und sehr gute Lösung!
@Fabian: Sehr schön ausgeführt, verstanden habe ich es auch. Ich musste nur auf den Trichter kommen das ein Trinkröhrchen ein Strohhalm ist, diese Vokabel war mir bis dato unbekannt... wieder was gelernt :). Dachte an einen Trinkbehälter für Nagetiere, das hat mich zuerst ein wenig verwirrt.
Welche Art lebt in diesem Formicarium? Ist es noch nicht vorgekommen das die Gauner sich zum Wasser/Seramistank durchbissen haben?

Frage an euch beide: Wie seht ihr das die Feuchtgkeit im Ytong abnimmt? Färbung, Erfahrung oder Sensorik?

Gruß,

Sebastian
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Re: Frage zu Messor-Ytong-Nest-Bewässerung

Beitragvon Rbatmann » 10. Feb 2013 00:06

Hallo Sebastian,

ja Trinkröhrchen / Strohalm, ich glaube dies zeigt auf in welcher Region man aufgewachsen ist :lol:

In dem 60er Becken lebt eine Kolonie Messor arenarius, welche vor gut einem Monat in jenen Ytong
eingezogen ist. Das Bild ist ein wenig veraltet, da sieht man noch das Reagensglas mit den wenigen
Arbeiterinnen. Jetzt sind sie auf ca. 25 Individuen angewachsen, zu meiner Freude.

Ich weiss nicht wie das Wolfgang hält, aber bei mir regel ich dies auf Basis von meinem Bauchgefühl
und unter Beobachtung der Kolonie. Anfangs habe ich alle 3 Kammern des Ytong´s vollgepumpt mit
Wasser, sodass man eine deutliche Verfärbung der Ytong-Struktur wahrnehmen konnte. Dies hatte zur
Folge das sich Kondenswasser an den Scheiben bildete, und somit war dieser Zustand anscheinend auch
uninteressant für meine Messor. Erst einen Monat später ohne Bewässerung und anschließender gezielten
Bewässerung eines Tankes begann der Einzug. Jetzt leben sie im Bereich des wöchentlich bewässernden
Tankes, welches für mich ein Indikator der richtigen Vorgehensweise ist.

Zum Durchbeißen des Steines kann ich noch nichts berichten, dafür ist die Kolonie wahrscheinlich noch zu klein.
Ich freue mich aber jetzt schon auf ihre einfallsreichen Anpassungen, der Gestaltung ihres Lebensraumes.
Finde dies ist nicht schlimm, das gehört halt zu ihrem Wesen nach dem Prinzip "was weg muss das muss"

Gruß Fabian
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Re: Frage zu Messor-Ytong-Nest-Bewässerung

Beitragvon Erne » 10. Feb 2013 10:33

Sebastian das Bild war nur als Beispiel für die Einarbeitung von Kies in Gips gedacht.
Zu sehen ist darauf der Bodengrund einer Arena und der sich auf dem Boden befindliche Nesteingang eines kleinen Messor barbarus Volkes.
Was nicht zu sehen ist, der Schlauch, der in den Nesteingang eingearbeitet ist.
Mit dem Schlauch ist ein externes, liegendes Nest angeschlossen.

War kein gutes Beispiel um meine Gedanken rüber zu bringen.
Habe leider zurzeit keine Anlage, um zu verdeutlichen, wie ich es meine.
Hier deshalb eine einfache Nachstellung, wie es gedacht ist.

Y_Block.JPG

Die blaue Markierung könnte der Nesteingang sein.

Ist eine einfache Lösung, die ohne weiteren Aufwand von unten einen Nestblock befeuchtet.

Bei kleineren Völkern ist ein eingearbeiteter Wassertank noch gut machbar, soweit er so abgesichert ist, dass die Ameisen nicht in die Einfüllöffnungen kommen.
Größere Völker zerlegen einiges und knabbern besonders gerne dort, wo es feucht ist.
Nicht selten wird dann ein eingearbeiteter Wassertank zur zusätzlichen Nestkammer und der Halter muss eine andere Befeuchtungsmöglichkeit suchen.

Wie von Dir angesprochen, das ist ein weiteres Problem.
>Wie seht ihr das die Feuchtigkeit im Ytong abnimmt? Färbung, Erfahrung oder Sensorik?<
Fabian beschreibt, wie es geht.
Sind einfach Erfahrungswerte, gemacht durch vorsichtiges Befeuchten und Interpretierung der sich daraus ergebenden Beobachtungen.
Bei neuen, nicht eingefärbten Ytongnestern ist anfangs die Wasserverteilung durch dunklere Verfärbungen sichtbar.
Ältere Nester haben sich über die Zeit nicht selten dauerhaft soweit verfärbt das es kaum oder gar nicht mehr möglich ist, die Feuchtigkeitsverteilung zu beobachten.

Grüße Wolfgang
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