@ NuEM: Vielen Dank für den Bericht. Habe inzwischen auch per e-mail ein paar bestätigende Nachrichten bekommen.
Prof. Kinzelbach ist mir sehr gut bekannt: Wir waren über etliche Jahre Kollegen an der TUDarmstadt, bevor er nach Rostock berufen wurde. Er ist Ökologe und einer der führenden Invasionsbiologen in Deutschland.
Auf jeden Fall hat er ein sehr großes Wissen, wenngleich er manchmal etwas irritierende, aber auch aufrüttelnde Kommentare gibt.
Ein lesenswertes Buch von ihm:
Ökologie. Naturschutz. Umweltschutz (1989) Wiss. Buchgesellschaft Darmstadt, 180 S., zurzeit bei Amazon „7 gebraucht & neu erhältlich ab EUR 4,40“.
Etwas verstörend das Kapitel 3.2.1.2 „Es ist zu spät“. Aber damit kämen wir weit ins OT.
In welchem Zusammenhang nun seit 3 Jahren ansässige Arten bereits als „heimisch“ betrachtet werden sollen, ist mir noch immer unklar. Sollen vielleicht Tiere jetzt wie Menschen behandelt werden, nach dem Einwanderungsgesetz: „Wer in Deutschland geboren ist, ist Deutscher“? Ein deutscher Pass für alle hier geborenen Pharaoameisen?
Immerhin handelt es sich bei den menschlichen Zuwanderern um Angehörige unserer eigenen Art. Die bekannten und bedauerlichen Integrationsprobleme erinnern mich irgendwie fatal an das, was mit der „intraspezifischen Homogenisierung“ zu erwarten ist, wenn etwa italienische Camponotus ligniperda in Norddeutschland freigesetzt werden: „Nicht angepasst“ in mancher Hinsicht, und Probleme bei Mischehen (das ist jetzt mehr scherzhaft gemeint!)

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In meiner Bonner Zeit, so um 1970, bin ich schon mal in einem Waldgebiet auf der „Ville“ (Höhenzug westlich Bonn) völlig überraschend auf frei laufende Nandus gestoßen

. Da hatte ein Waldbesitzer auch bereits riesige Mammutbäume und andere Exoten angebaut….. Umschreiben der Zoologie-Bücher notwendig: Verbreitungsgebiet des Nandu sind die Pampas in Argentinien und in Nordrhein-Westfalen

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@ TheSummiter:
"Der Marderhund is aber einfach nur Putzig oder lol"
Das ist auch das Grauhörnchen. Es ist eine der wenigen Tierarten, für die tatsächlich nach dem Bundesnaturschutzgesetz ein Einfuhr-, Handels- und Haltungsverbot besteht, weil es bereits eingeschleppt ist und die einheimischen roten bzw. schwarzen Eichhörnchen verdrängt, die ebenfalls „putzig“ sind

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Da hat Kinzelbach Recht: Es ist zu spät!
MfG,
Earlant