von Markus » 10. Jun 2011 14:01
OK, ich muss hier mal ein paar Sachen klarstellen:
Ameisenforscher:
>Und da mir auch bekannt ist, das F1- hybride meist bis zu das doppelte an gesundheit<
Doppelte Leistung meinst du bei Pflanzen in einem doppelten Ertrag zu sehen und nein, von meist kann man auch nicht reden, denn für diesen Vergleich braucht man homozygote Inzuchtlinien, die sich meist in einer Inzuchtdepression befinden!
Und ob der Heterosiseffekt wirklich auch größer ist, als ein Individuum mit den "perfekten" Genen, oder ob dabei einfach nur fast kein Gen durch die Heterozygotie Schäden aufweist, hängt auch von der Theorie ab.
Ach und meistens sind es keine zwei verschiedenen Arten, welche hybridisiert werden, sondern verschiedene Sorten der gleichen Art!
>und legeleistung<
Wieso sollte die Legeleistung doppelt so groß sein?
Hätte die Königin deiner Meinung nach doppelt so viele Eischläuche?
>Weil mit pflanzen maxht man das ja eigentlich immer.<
Ja, es gibt Hybridsorten, aber gleichwohl gibt es auch immernoch massig reine Sorten im Angebot, nicht nur weil die Hybridzucht sehr aufwändig ist, sondern weil man neue und bestimmte Eigenschaften damit kaum beeinflussen oder verändern kann...
(Mal abgesehen davon, dass sie Ameisenzucht, wie bereits gesagt, kaum lohnen würde...)
Creature:
>Da ist das ganze ja auch einfacher. Die Ameisen müssen sich ja auch "riechen" können. Es könnte unter umständen zu agressiven Reaktionen zwischen den Geschlechtstieren kommen.<
Es gibt für die Bienenzucht Apparaturen, bei denen die Königinnen aufgespannt und dann künstlich besamt werden, das wäre gar nicht mal so schwer, bei der Massigen Nachkommenschaft auch Mengenmäßig nicht zu scher zu bewerkstelligen.
Stell dir das mal für die Ähren bei Weizen vor, jede künstliche Bestäubung nur einen Samen bildend, deshalb arbeitet man da teilweise mit künstlicher Unfruchtbarkeit, Doppelhaploiden, Inzuchtlinien usw.
zwar ist die Hybridzüchtung dort dadurch sicherlich wesentlich effizienter, als bei Ameisen, dennoch dürfte es für Ameisen nicht schwerer sein - es lohnt nur nicht.
Roptem:
>Was in dem Artikel beschrieben ist, ist ja nicht unbedingt ein Zuchterfolg, sondern eher evolutions- bedingt.<
Evolution erschafft langfristig durch Mutation genetische Variation und selektiert diese auf natürlicher Weise aus (die Schlechten ins Kröpfchen),
was du meinst, ist kurzfristige genetische Variation über die Fortpflanzung.
>Aus welchem Grund das entstand ist dabei denke ich die wichtigste Frage, wahrscheinlich gab es viele Umweltbedingte Gründe die es nötig machten dass sich die Ameisen anpassten.
Sei es eine Vielzahl an beschädigtem Erbgut oder was auch immer.<
Die Antwort ist wohl viel einfacher: die Artgrenze ist nicht ganz klar.
Fraglich ist allerdings auch, ob die Hybridnester später dann überhaupt fruchtbare Nachkommen erzeugen.
Dass sich Hybriden bilden, liegt doch schlicht daran, dass sich zufällig unterschiedliche Arten paaren, von Absicht kann da kaum die Rede sein und genetisch degeneriert werden die Tiere wohl auch nicht sein - geschweige denn, das zu wissen und es durch artfremde Kopulation ändern zu wollen.
>Dass es sich dabei um drei Geschlechter handelt ist nur eine Theorie die nicht unbedingt bewiesen ist.<
Sind es ja auch nicht, es sind weiterhin zwei Geschlechter in der Kolonie vorhanden: Männchen und Weibchen und ob man bei Pilzen von Geschlechtern reden kann... ist das überhaupt vergleichbar?
Nur weil sich bei manchen Pilzen mehrere Zellen miteinander verbinden und dann mehrkernige Produkte entstehen, sind das noch lange keine Geschlechter!
>Auch wenn heutzutage die Gentechnik ein wenig Gott spielen leider nicht mehr ausschließt!<
Was hat Hybridzüchtung mit Gentechnik zu tun (abgesehen von Unfruchtbarkeitsgenen, mit denen man sich Arbeit erspart und ähnlichem)?
Die gibt es schon seit Jahrhunderten.
Und dieses Gott spielen ist ein Stereotyp, welches man eher in einem schlechten Film findet, statt in einem echten Labor!