Ameisen-Hybride

Hier kann alles zum Thema Ameisen diskutiert und gefragt werden.

Ameisen-Hybride

Beitragvon Ameisenforscher » 9. Jun 2011 18:33

Hallo liebe forengemeinde,
soeben habe ich diesen text hier im antstore forum gefunden:
viewtopic.php?f=128&t=10139
und meiner meinung nach ist das sehr interessant, das es bei ameisen hybride gibt.
Und da mir auch bekannt ist, das F1- hybride meist bis zu das doppelte an gesundheit und legeleistung haben, frage ich mich, ob es nicht efficent wäre einen natürlichen 3-weg- hybriden zu schaffen

Lasius niger x Lasius flavus
(von Lasius niger die gyne, und von Lasius flavus das männchen
(hybrid gründet kolonie, nach paar jahren erste Geschlechtstiere)

(von dieser kolonie wird dann eine gyne entnommen, und mit Lasius brunneus gekreuzt.

die königin, begattet, wird dann verkauft.



Wäre das nicht möglich, oder evtl imt arten die bereits im 2 jahr schwärmen Temnothorax

Bitte gebt eure kommentare ab,

euer ameisenforscher.
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Re: ameisen hybride

Beitragvon baumarkthammer » 9. Jun 2011 18:44

Ameisen haben verschiedene Mechanismen um die Begattung von anderen Arten zu verhindern. Außerdem ist das, wenn es denn passiert, mit den meisten anderen Arten nicht möglich. Da muss viel stimmen, es reicht nicht, dass die Tiere zur selben Gattung gehören.
Darüber hinaus kommt es ab und zu vor, dass sich Arten vermischen. Solche Arten werden dann mit einem x zwischen den beiden Artenanteilen im Artennamen gekenzeichnet; also Gattung art1 x art2.
Aber so ein Vorhaben ist bei weitem zu mühevoll um es in angriff zu nehmen und eine wirkliche Chance auf Erfolg gibt es nicht wirklich.
Außerdem ist Ameisenzucht, wie sich oft gezeigt hat, nicht wirtschaftlich.
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Re: Ameisen-Hybride

Beitragvon Ameisenforscher » 9. Jun 2011 18:46

Weil mit pflanzen maxht man das ja eigentlich immer.
da dachte ich mit, aber naja
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Re: Ameisen-Hybride

Beitragvon Creature » 9. Jun 2011 19:47

Da ist das ganze ja auch einfacher. Die Ameisen müssen sich ja auch "riechen" können. Es könnte unter umständen zu agressiven Reaktionen zwischen den Geschlechtstieren kommen
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Re: Ameisen-Hybride

Beitragvon Roptem » 9. Jun 2011 21:45

Ich finde das ist ein sehr interessantes Thema dass viel zu wenig erforscht ist.
Folgendes ist nur meine Meinung und beruht nur bedingt auf bewiesenen Tatsachen, also bitte nicht als Fakt hinnehmen.

Also so eine Hybride Ameise wird sich eher nicht so leicht züchten lassen.
Was in dem Artikel beschrieben ist, ist ja nicht unbedingt ein Zuchterfolg, sondern eher evolutions- bedingt.
Aus welchem Grund das entstand ist dabei denke ich die wichtigste Frage, wahrscheinlich gab es viele Umweltbedingte Gründe die es nötig machten dass sich die Ameisen anpassten.
Sei es eine Vielzahl an beschädigtem Erbgut oder was auch immer.
Dass es sich dabei um drei Geschlechter handelt ist nur eine Theorie die nicht unbedingt bewiesen ist.
Die Natur findet meist einen Weg sich an zu passen und das oftmals über sehr Abstrakte Wege.
Daher Waage ich zu bezweifeln dass sich so etwas innerhalb zweier Generationen nachzüchten lässt.
Auch wenn heutzutage die Gentechnik ein wenig Gott spielen leider nicht mehr ausschließt!
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Re: Ameisen-Hybride

Beitragvon Pi.Ag3 » 9. Jun 2011 22:02

Hallo,

Ameisen sind keine Pflanzen!

Vorsicht! Hybdride zwischen zwei Arten sind selten, und eine neue Art etabliert bei sich nur bei ganz wenigen Fällen. Der Hybrid hat meistens deutliche Nachteile - einige Hybdride sind nicht einmal fortpflanzungsfähig (berühmtes Beispiel: Pferd x Esel = Maultier), denn die Artabgrenzung beruht in erster Linie überhaupt einmal darauf, dass sich die Arten in der Regel untereinander nicht kreuzen (sonst gäbe es ja gar keine zwei verschiedenen Arten).
Allerdings darf man nie vergessen, dass die Übergänge von Rasse/Unterart - Art fließend sind, vom Menschen so benannt.

Einen sehr veranschaulichender Text dazu findet man hier: Hyperlinks sind nur für registrierte Nutzer sichtbar

Grüße, Phil
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Re: Ameisen-Hybride

Beitragvon Markus » 10. Jun 2011 14:01

OK, ich muss hier mal ein paar Sachen klarstellen:


Ameisenforscher:
>Und da mir auch bekannt ist, das F1- hybride meist bis zu das doppelte an gesundheit<

Doppelte Leistung meinst du bei Pflanzen in einem doppelten Ertrag zu sehen und nein, von meist kann man auch nicht reden, denn für diesen Vergleich braucht man homozygote Inzuchtlinien, die sich meist in einer Inzuchtdepression befinden!
Und ob der Heterosiseffekt wirklich auch größer ist, als ein Individuum mit den "perfekten" Genen, oder ob dabei einfach nur fast kein Gen durch die Heterozygotie Schäden aufweist, hängt auch von der Theorie ab.

Ach und meistens sind es keine zwei verschiedenen Arten, welche hybridisiert werden, sondern verschiedene Sorten der gleichen Art!

>und legeleistung<

Wieso sollte die Legeleistung doppelt so groß sein?
Hätte die Königin deiner Meinung nach doppelt so viele Eischläuche?

>Weil mit pflanzen maxht man das ja eigentlich immer.<

Ja, es gibt Hybridsorten, aber gleichwohl gibt es auch immernoch massig reine Sorten im Angebot, nicht nur weil die Hybridzucht sehr aufwändig ist, sondern weil man neue und bestimmte Eigenschaften damit kaum beeinflussen oder verändern kann...
(Mal abgesehen davon, dass sie Ameisenzucht, wie bereits gesagt, kaum lohnen würde...)


Creature:
>Da ist das ganze ja auch einfacher. Die Ameisen müssen sich ja auch "riechen" können. Es könnte unter umständen zu agressiven Reaktionen zwischen den Geschlechtstieren kommen.<

Es gibt für die Bienenzucht Apparaturen, bei denen die Königinnen aufgespannt und dann künstlich besamt werden, das wäre gar nicht mal so schwer, bei der Massigen Nachkommenschaft auch Mengenmäßig nicht zu scher zu bewerkstelligen.
Stell dir das mal für die Ähren bei Weizen vor, jede künstliche Bestäubung nur einen Samen bildend, deshalb arbeitet man da teilweise mit künstlicher Unfruchtbarkeit, Doppelhaploiden, Inzuchtlinien usw.
zwar ist die Hybridzüchtung dort dadurch sicherlich wesentlich effizienter, als bei Ameisen, dennoch dürfte es für Ameisen nicht schwerer sein - es lohnt nur nicht.


Roptem:
>Was in dem Artikel beschrieben ist, ist ja nicht unbedingt ein Zuchterfolg, sondern eher evolutions- bedingt.<

Evolution erschafft langfristig durch Mutation genetische Variation und selektiert diese auf natürlicher Weise aus (die Schlechten ins Kröpfchen),
was du meinst, ist kurzfristige genetische Variation über die Fortpflanzung.

>Aus welchem Grund das entstand ist dabei denke ich die wichtigste Frage, wahrscheinlich gab es viele Umweltbedingte Gründe die es nötig machten dass sich die Ameisen anpassten.
Sei es eine Vielzahl an beschädigtem Erbgut oder was auch immer.<

Die Antwort ist wohl viel einfacher: die Artgrenze ist nicht ganz klar.
Fraglich ist allerdings auch, ob die Hybridnester später dann überhaupt fruchtbare Nachkommen erzeugen.
Dass sich Hybriden bilden, liegt doch schlicht daran, dass sich zufällig unterschiedliche Arten paaren, von Absicht kann da kaum die Rede sein und genetisch degeneriert werden die Tiere wohl auch nicht sein - geschweige denn, das zu wissen und es durch artfremde Kopulation ändern zu wollen.

>Dass es sich dabei um drei Geschlechter handelt ist nur eine Theorie die nicht unbedingt bewiesen ist.<

Sind es ja auch nicht, es sind weiterhin zwei Geschlechter in der Kolonie vorhanden: Männchen und Weibchen und ob man bei Pilzen von Geschlechtern reden kann... ist das überhaupt vergleichbar?
Nur weil sich bei manchen Pilzen mehrere Zellen miteinander verbinden und dann mehrkernige Produkte entstehen, sind das noch lange keine Geschlechter!

>Auch wenn heutzutage die Gentechnik ein wenig Gott spielen leider nicht mehr ausschließt!<

Was hat Hybridzüchtung mit Gentechnik zu tun (abgesehen von Unfruchtbarkeitsgenen, mit denen man sich Arbeit erspart und ähnlichem)?
Die gibt es schon seit Jahrhunderten.
Und dieses Gott spielen ist ein Stereotyp, welches man eher in einem schlechten Film findet, statt in einem echten Labor!
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Re: Ameisen-Hybride

Beitragvon Ameisenforscher » 10. Jun 2011 18:36

Ok, schluck, du hast sehr viel Ahnung von Hybriden, und ko, danke für Deine Antworten.
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Re: Ameisen-Hybride

Beitragvon Markus » 10. Jun 2011 20:46

Nein, viel Ahnung habe ich nicht, ich hatte nur das Pech, das Thema für eine Klausur pauken gemusst zu haben! :grin:
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Re: Ameisen-Hybride

Beitragvon Erne » 10. Jun 2011 22:01

Nein, viel Ahnung habe ich nicht, ich hatte nur das Pech, das Thema für eine Klausur pauken gemusst zu haben!

Warum schreibst Du nicht mehr Klausuren?
Ist doch wissenswert/interessant nachzulesen.

Grüße Wolfgang
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Re: Ameisen-Hybride

Beitragvon Markus » 10. Jun 2011 22:59

Ich schreibe mehr Klausuren, aber über Pflanzenzucht als Hauptthema bis jetzt nur eine (ob das langwierige Thema Pflanzenzucht, mit jahrelanger Forschung, einer Menge Arbeit und auch einer gewissen Ungewissheit nicht gut für den schnellen Bachelor geeignet ist oder ob es im Master spezielle Kurse gibt!?), war auch recht anspruchsvoll - aber wie bei fast allen Klausuren kommt es auf das Verständnis an.

Aber ich schweife ab, immerhin geht es hier auch nicht um Pflanzenzucht oder Studium, sondern um Ameisenhybriden.

Also noch etwas zum Thema: es dürfte auch recht schwer sein, bei einem doppelten Hybriden homogene Ergebnisse zu bekommen:
bei normalen Hybriden hat man, wie gesagt, homogene, homozygote Inzuchtlinien zur Verfügung, welche kombiniert in der F1 immer homogen sind, jedoch heterozygot - selbst wenn man sie wieder mit einer homozygoten Inzuchtlinie kreuzen würde, könnte man nie wirklich genau bestimmen, welche Chromosomen denn nun von dem F1 Hybriden mitgegeben werden und das Produkt wäre ungleichartig, nicht vergleichbar -> Sortenunfähig (zumindest nach Pflanzenzuchtkriterien, aber welcher durchschnittliche Verbraucher, die experimentierfreudigen Pros in der Haltung mal außer Acht gelassen, würde solch eine genetische Wundertüte zu einem durch den Aufwand teuren Preis kaufen?)...

Aber jetzt bin ich wirklich müde!
Gute Nacht!
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