Pheidole pallidula - Der Chiwawa unter den Ameisen

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Pheidole pallidula - Der Chiwawa unter den Ameisen

Beitragvon Mocap » 30. Aug 2008 23:07

Ankunft: 22.08.2008

Pheidole pallidula

1 Queen (Booby Sue Baxtor)
11 Arbeiterinnen
ca. 6-8 Larven
ca. 4-5 Nacktpuppen

Woche 1

Der Umzug gestaltete sich schwieriger als gedacht, denn das Reagenzglas passte nicht in die Arena des Formicariums. Also saß ich geschlagene 4h vor dem offenen Formicarium und schubste jede Arbeiterin die ausbrechen wollte zurück. Booby Sue bewegte sich jedoch kein Stück aus ihrem Versteck, während die Arbeiterinnen innerhalb von ca. 30min alle Larven und Eier in die neue Plexiglasfarm trugen. Was sollte ich tun? Als erstes stellte ich das Formicarium in eine große Wasserschale und bemerkte mit Schrecken, dass es nicht ganz dicht war :shock: Es blieb mir nur eine Möglichkeit rohe Gewalt ... Mit einer langen Nadel und Pinzette bewaffnet zwang ich Booby Sue das Reagenzglas zu verlassen. Sie saß einige Minuten verstört in der Ecke der Arena und rührte sich nicht. Doch dann wurde sie von zwei Arbeiterinnen in ihr neues zu Hause eskortiert. Dort verbrachte sie die ersten Tage direkt im Eingangsbereich. Am 4. Tag zog die ganze Kolonie samt Brut in den oberen Teil des Labyrinths von wo aus sie perfekt zu beobachten ist. Vertilgt haben sie mittlerweile 1 kleine Mücke (innerhalb von 24h) und anfangs jede Menge Honig-Zuckerwasser.

Hier eine kleine filmische Impression der ersten Woche ...

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Re: Pheidole pallidula - Der Chiwawa unter den Ameisen

Beitragvon Mocap » 2. Sep 2008 17:47

Woche 2

1 Queen (Booby Sue Baxtor)
12-13 Arbeiterinnen (Schwer zu zählen ... Ich glaube aber 1-2 mehr als letzte Woche)
8-10 Larven
3-5 Nacktpuppen

Also ich muss schon sagen Pheidole pallidula mag klein sein, aber dafür haben sie es faustdick hinter den Mandibeln!

Gefressen wird ohne Ende sowohl Honig-Zuckerwasser als auch abgekochte Mücken und good old Drosophila. Jeden Abend ca. 0:00 Uhr stürzen sie sich auf die Insektenkadaver und zerfetzen sie als gäbe es kein Morgen mehr. Entgegen einiger Beiträge von anderen Pheidole-Haltern scheinen meine Pheidole pallidula durchaus Honig-Zuckerwasser (HZW) zu mögen. Besonders interessant finde ich, dass sie alle wie auf ein magisches Zeichen aus dem Nest zum HZW rennen, auftanken und ab die Queen füttern.

Im Nestbereich scheint Booby Sue sich bei lauschigen 25-27C° am wohlsten zu fühlen. Als perfekte Beleuchtung und Wärmequelle dient eine IKEA Funzel (Görnö 3.99€ / ausgestattet mit einer Energiesparlampe) welche exakt die Breite des Labyrinthformicariums hat. Nachts und wenn ich nicht da bin haben sie es jedoch ein bisschen kühler (ca. 22C°-23C°), da ich die Lampe dann ausknipse. Das Licht der Lampe scheint der Kolonie rein gar nichts aus zu machen. Aktivitätsänderungen konnte ich beim anknipsen keine beobachten. Also entweder sie haben das Licht akzeptiert oder sie sehen es halt nicht ... Wer weiß das schon so genau?
Bei Gelegenheit werde ich mein Thermo-Hygrometer in die Arena legen, um genauere Angaben bezüglich Temperatur und Luftfeuchtigkeit machen zu können. Die Queen, ihre Kolleginnen und die Brut scheinen es eher feucht zu mögen. Immer wenn ich die Watte mit Wasser beträufele und sich Kondenswasser bildet hält sich Booby Sue eher dort auf. Sie verlässt die Kammer nie, aber tapert ab und an ein bisschen hin und her ... schließlich hat sie ja auch einen all-inclusive Trip gebucht.

Ansonsten zeigt die Kolonie eine hohe Innen- und Außenaktivität. Die Außenaktivität ist mir sogar etwas zu hoch geworden, denn neulich liefen 3 Arbeiterinnen auf meinem Schreibtisch rum ... Vermutlich habe ich den Deckel der Farm nicht 100% zugedrückt. Risikoklasse 3 scheint Risikoklasse 3 zu heißen :!: Also habe ich einen Wassergraben als zweite Hürde eingebaut. Wie ich erfahren habe, lässt sich dieses Problem auch mit Dichtungsklebeband lösen.

Ein neues Filmchen ... Nichts für schwache Nerven, daher eher entspannt musikalisch untermalt 8)

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Re: Pheidole pallidula - Der Chiwawa unter den Ameisen

Beitragvon Mocap » 7. Sep 2008 11:25

Woche 3

1 Queen (Booby Sue Baxtor)
mind. 16 Arbeiterinnen
8-10 Larven
3-5 Nacktpuppen

Die dritte Woche kennzeichnet sich durch etwas mehr Ruhe in der Kolonie. Die Arbeiterinnen verbrachten die meiste Zeit bei der Queen und kümmerten sich um den Nachwuchs. Die Mehrheit saß jedoch regungslos, in der Kammer der Queen. Die Nahrung (1 Stubenfliege + Honig-Zuckerlösung) wurden drei Tage nicht angerührt. Ich machte mir ein bisschen Sorgen, da sie die Wochen zuvor, wie die Scheunendrescher gefuttert hatten.

Für dieses passivere Verhalten der Kolonie habe ich auch eine mögliche Erklärung: In einigen Pheidole-Threads habe ich gelesen, dass sie lieber ein trockenes Nest haben und in anderen stand, dass sie ein feuchtes Nest bevorzugen. Ich habe die Watte im Nestbereich daraufhin 1 Woche nicht befeuchtet, so dass das Nest recht trocken war. Kondenswassertröpfchen waren nicht mehr zu sehen. Gestern Abend habe ich die Watte wieder gut befeuchtet und innerhalb von wenigen Minuten war die erste Arbeiterin am Honig-Zuckerwasser und die Aktivität stieg deutlich.

:!: Demnach bin ich mir sicher, dass Pheidole pallidula ein feuchtes Nestklima bevorzugt :!:

Die Arena des Labyrinths befeuchte ich nicht, da die gemessene Luftfeuchtigkeit bereits bei 96% liegt. Ich überlege derzeit eher, wie ich diese etwas nach unten korrigieren könnte. Auf jeden Fall werde ich die Anschlussstelle erstmal mit einem Wattestopfen verschließen. In der Hoffnung, dass sich das Klima in der Arena verbessert. Ich bin gespannt, ob die Arbeiterinnen an der Watte rumzupfen ... aber derzeit hätten sie immer noch einen Wassergraben zu überwinden. Ich glaube ich komme auch nicht drumherum, mir eine kleine Heizmatte zu holen, denn in der Arena sind es derzeit nur noch 19-22C°, was natürlich auch zu einer Reduktion der Aktivität bei Pheidole pallidula führen kann, da sie möglicherweise ihren Biorhythmus schon auf Winterzeit umstellen.

Insgesamt denke ich jedoch, dass es der Kolonie gut geht, denn sie ist schließlich auf mindestens 16 Arbeiterinnen angewachsen und Tote sind noch keine zu verzeichnen. Wachstum würde ich mal einfach positiv bewerten :)

Bevor ich es vergesse ... Meinungen, Kritk etc. hier
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Re: Pheidole pallidula - Der Chiwawa unter den Ameisen

Beitragvon Mocap » 15. Sep 2008 22:14

Woche 4

1 Queen (Booby Sue Baxtor)
mind. 20 Arbeiterinnen
etwa 8-10 Larven
etwa 3-5 Nacktpuppe

In der vierten Woche war deutlich mehr Aktivität zu Beobachten als in der Woche davor. Eine Gruppe von ca. 5-7 Arbeiterinnen fing an einen Gang am Rande der Arena zu bauen. Als erstes hatte ich natürlich die Befürchtung, dass sie das Nest vom Plexiglaslabyrinth in die Arena verlagern wollen, aber obwohl immer mal wieder gebuddelt wurde ist nichts dergleichen geschehen.

Nahrung wurde der stetig wachsenden Kolonie in Form einer dicken abgekochten Drosophila angeboten. Ich habe sie entgegen allen Empfehlungen nicht zerteilt und so hatten die Arbeiterinnen eine ganze Woche Spaß mit dem Zerlegen. Erst die Beine ab, dann die Flügel und selbst den glitzernden Chitinpanzer haben sie abgenagt. Nach 7 Tagen war die Stubenfliege komplett ausgehöhlt. Pheidole pallidula scheint beim Umgang mit Futterresten sehr ordentlich zu sein. Nie wurden Fliegenbeine etc. in feuchten Nestbereichen gelagert und als alles ausgehöhlt und leer gesaugt war, haben die Arbeiterinnen wieder alle Reste zur Futterschale zurückgebracht (s. pics). HZW nehmen sie ebenfalls regelmäßig zu sich (1-2 mal am Tag und x mal in der Nacht 1-3 Arbeiterinnen).

Der Futterwechsel und das Einsammeln der Reste gestaltet sich nicht immer einfach, da Pheidole pallidula recht flink ist ...

Als erstes werden neue Futterschalen befüllt, dann öffne ich das Formicarium sobald ich sehe, dass keine Arbeiterin in der Nähe der Schalen ist ... dann schnell alte Schalen raus ... Reste mit der Pinzette einsammeln ... neue Schalen rein ... Formicarium zu und dreimal kontrollieren, ob es wirklich ganz zu ist (da bin ich nach dem Ausbruch vor zwei Wochen etwas zwanghaft geworden).

Bei dem letzten Futterwechsel ist es aufgrund einer leichten Übermüdung meinerseits allerdings zu einer Tragödie gekommen. Ich habe eine Arbeiterin übersehen, die sich irgendwo in der Futterschale versteckt haben muss. Mein Versuch sie auf die Pinzette zu bekommen und von da wieder in die Arena, fügte der bemitleidenswerten Arbeiterin einen Schädelbasisbruch zu. Sie zappelte noch, war aber sichtlich verletzt und dem Tod geweiht ... Ich fühlte mich quasi wie ein Kindsmörder :wink: Und das Alles Dank meiner morgendlichen Bewegungslegasthenie. Ich legte das verletzte Opfer meines brutalem Angriffs trotzdem in die Arena. Sofort wurde sie von anderen Arbeiterinnen begutachtet und nach kurzer Zeit von einer Arbeiterin in die Königinnenkammer getragen. Booby Sue schien auch etwas aufgeregt und beäugte ihre verletzte Tochter ...

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Fressen Pheidole pallidula verletzte Arbeiterinnen eigentlich?

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Re: Pheidole pallidula - Der Chiwawa unter den Ameisen

Beitragvon Mocap » 21. Sep 2008 13:27

Woche 5

1 Queen (Booby Sue Baxtor)
ca. 17 Arbeiterinnen
etwa 8 Larven
etwa 3 Nacktpuppe

In der vergangenen Woche kam es zu einigen Verlusten in der Arbeiterklasse. Ich vermute, dass die Arbeiterinnen-Generation V1.0 nun langsam ablebt ... schließlich sind sie mindestens 5 Wochen alt. Das Alter einer Pheidole pallidula-Arbeiterin lässt sich nach Wilson und Hölldobler übrigens an der Intensität ihrer Färbung bestimmen. Je dunkler die Färbung, desto älter die Arbeiterin (s. Bild 1). In der Königinnenkammer befindet sich weiterhin jede Menge Nachwuchs in allen Entwicklungsstadien (s. Bild 2). Um die Entwicklung des Nachwuchses zu beschleunigen, habe ich meine Zimmertemperatur von 20C° auf 24C° (Eine Heizmatte wäre vermutlich die kostengünstigere Variante.) hochgeschraubt.Trotz einiger Verluste gehe ich dennoch einfach mal davon aus, dass es Booby Sue und ihren Arbeiterinnen gut geht.

:!: Summa summarum ist meine Kolonie also um ca. 3 Exemplare geschrumpft. :!:

Grashüpfer scheinen nicht auf dem Speiseplan von Pheidole pallidula zu stehen. Er wurde im Laufe der letzten Woche zwar hin und wieder von einer Arbeiterin begutachtet, aber "auseinander nehmen" sieht bei Pheidole anders aus (s. Bild 3). Ab heute gibt es Mehlwürmer (Sonderangebot im Gartencenter) ... Aufgrund des Milbenrisikos werde ich meiner kleinen Kolonie zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nur abgekochte (somit tote) Nahrung anbieten.

Zum Schluss noch eine Frage an alle Pheidole-Experten:

:?: Ab welcher Koloniegröße kann ich mit Soldaten rechnen :?:

Laut einem wirklich spannenden Artikel von Detrain et al. (s. "Dynamics of collective exploration in the ant Pheidole pallidula" im Diskussionsthread) sind etwa 10% der Arbeiterklasse Majors, d.h. ich müsste eigentlich 1.7 Soldaten haben. Koloniegröße, Temperatur und Proteinangebot sollen für die Entwicklung von Majors wohl auch eine Rolle spielen ...
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Re: Pheidole pallidula - Der Chiwawa unter den Ameisen

Beitragvon Mocap » 27. Sep 2008 12:58

Woche 6

1 Queen (Booby Sue Baxtor)
mind. 19 Arbeiterinnen
etwa 8 Larven
etwa 3 Nacktpuppe

Die Erkenntnis der 6ten Woche ...

:!: Pheidole pallidula mögen definitiv abgekochte, zerteilte Mehlwürmer :!:

Weberknechte und Stubenfliegen wurden zwar auch angenommen, bisher hat jedoch NICHTS die Aktivität meiner kleinen Kolonie so gepusht, wie die Mehlwürmer. Innerhalb kürzester Zeit war fast die komplette Kolonie an der Futterschale (s. Bild 1). Es war ein ständiges hin und her zwischen Mehlwurmprotein und Königin. Auffällig war, dass alle Arbeiterinnen, den selben Weg gingen, so dass die erste Mini-Ameisenstraße von 2cm Länge sich bildete. Insgesamt waren alle Arbeiterinnen 3 Tage quasi mit Fressen oder mit gegenseitigem Füttern beschäftigt. Auch Booby Sue zeigte deutlich mehr Aktivität als in den Tagen zuvor, schließlich bekam sie auch alle 10-20min etwas vorgekauten Mehlwurmproteinbrei zwischen die Mandibeln gestopft. Es ist beeindruckend mit welcher Leidenschaft Pheidole Proteine zu sich nimmt. Ich habe auch den Eindruck, dass Booby Sue etwas zugelegt hat ... :)

Ansonsten haben die Arbeiterinnen einmal alle Larve und Puppen in einen anderen Gang geschleppt. Ich vermute, dass ich ihnen etwas zu viel Feuchtigkeit in ihr Nest gespritzt habe. Nach 24h war alles wieder beim Alten und die ganze Brut lag wieder an ihrem ursprünglichen Platz.

Auf die nächste Woche bin ich gespannt, denn dann müssen sie 1 Woche ohne mich auskommen. Vielleicht schafft Booby Sue es in meiner Abwesenheit Soldaten zu gebären :)

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Hier noch eine kleine filmische Impression des großen Fressens ...

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Re: Pheidole pallidula - Der Chiwawa unter den Ameisen

Beitragvon Mocap » 12. Okt 2008 20:52

Woche 7 + 8

1 Queen (Booby Sue Baxtor)
mind. 23 Arbeiterinnen
etwa 8 Larven
etwa 3 Nacktpuppe

Die letzten zwei Wochen musste meine Pheidole-Kolonie mehr oder weniger alleine klar kommen. Um genau zu sein war sie eine Woche auf sich gestellt und dann nochmal 4 Tage. Meine Abwesenheit scheint der Kolonie allerdings nicht geschadet zu haben, wenn man den Anstieg der Anzahl der Arbeiterinnen als ein Zeichen für Wohlbefinden wertet. Vor meiner Abreise erhielten sie 3 abgekochte, zerteilte Mehlwürmer und ein bisschen Futterbrei und einen mit Wasser voll gesogenen Schwamm. Das Nest wurde selbstverständlich auch gut befeuchtet. HZW-Lösung als Nahrungsquelle wäre eher unbrauchbar gewesen, da diese schnell anfängt zu gären (ca. 3 Tage). Der Futterbrei hat dagegen sein Versprechen gehalten und meine Abwesenheit gut überstanden. Die Mehlwürmer waren zwar nach einer Woche etwas vertrocknet, aber Schimmel hatte sich auch hier nicht gebildet.

Mein Fazit:

:!: Eine Woche Urlaub ist für eine kleine Pheidole-Kolonie scheinbar kein Problem. :!:

Hier das Beweismaterial ...

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Re: Pheidole pallidula - Der Chiwawa unter den Ameisen

Beitragvon Mocap » 16. Nov 2008 12:37

Woche 9 bis 12

1 Queen (Booby Sue Baxtor)
mind. 30 Arbeiterinnen
etwa 1 Larve
etwa 3 Nacktpuppe

Das Jahr 2008 neigt sich dem Ende zu und beruflich hatte ich einiges zu tun, so dass mein Haltungsbericht in den letzten zwei Monaten etwas in's Stocken geraten ist. Meine Pheidole-Kolonie war in der Zwischenzeit allerdings auch nicht untätig und ist um ca. 7 Arbeiterinnen gewachsen. Jedoch gibt es immer noch keine Soldaten. Dazu wird es in diesem Jahr wohl auch nicht mehr kommen, da ich sie langsam auf die Winterruhe vorbereite. Die Temperatur wurde bereits von ca. 24-27C° auf 17-19C° gedrosselt und die Proteinzufuhr (abgekochte Mehlwürmer + Proteinbrei) reduziert. Im Laufe der nächsten Wochen wird das Formicarium, dann in einem ca. 12-15C° kalten Raum überwintern. In den letzten 4 Wochen ist aufgrund der geringeren Proteinzufuhr die Anzahl neuer Larven und Puppen deutlich zurückgegangen (derzeit ca. 1 Larve + 3 Puppen). Ob es wirklich nötig ist Pheidole pallidula eine Winterruhe zu gönnen, weiß ich nicht, aber schaden tut es sicher nicht.

Im Gegensatz zur aktuellen Lage an den Finanzmärkten beträgt die allgemeine Wachstumsbilanz meiner Pheidole-Kolonie ca. 1.58 Arbeiterinnen pro Woche. Also einem Netto-Gewinn von 172% in nur drei Monaten :-). Da bleibt nur zu hoffen, dass es nächstes Jahr ähnlich weiter geht und Booby Sue es endlich mal schafft Soldaten zu gebären.

:?: Wie sieht es eigentlich bei anderen Pheidole-Haltern aus? Wie schnell wachsen Eure Kolonien? :?:

Antworten hier

Mein Fazit der letzten Wochen:

:!: Trotz einiger Verluste wächst die Kolonie langsam aber stetig um durchschnittlich ca. 1.58 Arbeiterinnen pro Woche :!:

Meditative Musik bringt Pheidole pallidula in Winterruhestimmung ...

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Re: Pheidole pallidula - Der Chiwawa unter den Ameisen

Beitragvon Mocap » 7. Feb 2009 18:28

Woche 13 bis 24

Beendigung der Winterruhe

1 Queen (Booby Sue Baxtor)
ca. 21 Arbeiterinnen
0 Larven
0 Nacktpuppen

Nach 11 Wochen habe ich die Winterruhe meiner kleinen Kolonie etwas früher beendet als geplant. Im meinem ungeheizten Zimmer stieg die Temperatur auf 15-17 C°, so dass ich mich entschlossen habe Nägel mit Köpfen zu machen und gleich den Frühling einzuläuten.

Die Winterruhe (ca. 10 C°) führte zu einer deutlichen Reduktion der Außen- und Innenaktivität der Arbeiterinnen. Allerdings waren auch bei den niedrigen Temperaturen ab und an mal ein oder zwei Arbeiterinnen in der Arena zu sehen. Während der Winterruhe gab es außer ein bisschen Honigwasser nichts zu futtern. Dafür habe sie heute zwei große Kakerlaken bekommen, um die Queen mit den nötigen Proteinen für die erste Eiablage zu versorgen. Auf das sie endlich mal einen Soldaten gebiert! So nun zu den Verlusten ... insgesamt starben 9 Arbeiterinnen. Zwei sind im Honig ertrunken, was mein Fehler war, da ich den Honig mal ohne Schwämmchen in der Futterschale angeboten hatte. Die restlichen Arbeiterinnen haben auf natürliche Weise das Zeitliche gesegnet ... Das folgende Video ist in Gedenken an die mutigen und tapferen verstorbenen Arbeiterinnen :wink:

Kommentare hier

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Re: Pheidole pallidula - Der Chiwawa unter den Ameisen

Beitragvon Mocap » 7. Feb 2009 18:36

Wie bettet man eigentlich youtube-videos ein? Wieso kann man Nachrichten nicht wieder löschen ...
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Re: Pheidole pallidula - Der Chiwawa unter den Ameisen

Beitragvon Mocap » 21. Feb 2009 13:09

Woche 25 bis 26

1 Queen (Booby Sue Baxtor)
? Eier
0 Arbeiterinnen
0 Larven
0 Nacktpuppen

Der schwärzeste Tag der Kolonie

Gestern war kein guter Tag für Booby Sue. Alle und damit meine ich ALLE ihre Arbeiterinnen sind gestorben. Es lag vermutlich an der mangelnden Feuchtigkeit im Nestbereich. Nach der Winterruhe holte ich die Watte aus den dafür vorgesehenen Löchern meiner Plexiglasfarm, da sich dort schon seit langem ein schwarzer Schimmelfilm gebildet hatte, was die Kolonie allerdings nicht weiter zu stören schien. Ich wollte mir den Schimmel jedoch etwas genauer anschauen und stellte fest, dass dieser sich nur auf der obersten Schicht der Watte gebildet hatte. Also stopfte ich die Watte wieder zurück. Dann nochmal schön Wasser drüber gerspritzt ... leider etwas zu viel. Ich entschloss mich also erstmal nicht das Nest zu befeuchten, damit die Überflutung trocknen kann. Durch das entfernen und wieder reinstopfen der Watte trocknete diese nun scheinbar schneller als gewöhnlich und die Katastrophe war gestern perfekt.

Doomsday

Zwei lebende Arbeiterinnen und die Queen torkelten durch die Arena. Im und außerhalb des Nests nur Tote! Ein Bild des Grauens! Was tun? Was war die Ursache dieses dramatischen Massensterbens? Beim kontrollieren der Watte stellte ich fest, dass diese staubtrocken war ... Ok Mist, mein Fehler. Sofort habe ich die Watte natürlich befeuchtet, allerdings war das Nest sowieso leer bzw. lagen ein paar tote Arbeiterinnen darin. Als nächstes habe ich Honigwasser und Proteinjelly in die Arena gestellt in der Hoffnung, dass die zwei Arbeiterinnen und Booby Sue sich stärken würden. Die Queen stürzte sich nach einiger Zeit auch auf das Honigwasser und den Jelly. Am Jelly hing sie ca. 2h ... man konnte quasi zusehen, wie ihr Hinterleib sich langsam wieder füllte. Die beiden Arbeiterinnen haben es leider nicht mehr geschafft.

Somit ist meine Kolonie auf Size 0 zurückgeschrumpft!

Die Queen ist den ganzen Tag planlos durch die Arena gelaufen, aus der ich die Futterschalen entfernt habe, da sie zeitweilig versuchte sich darunter zu verstecken, allerdings wäre das kein guter Platz für einen Neustart gewesen. Über Nacht hat sie sich dann in das nun wieder feuchte Nest zurückgezogen. Ich bin mir nicht sicher, aber ich meine ein paar Eier an der Wand mit der Lupe erkennen zu können. Vielleicht ist es aber auch nur mein Wunschdenken. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob sie es nochmal schafft, oder ob es das nun war mit ihrer Regentschaft.

Tipps und Kritik hier

PS: Das ich mehr auf die Feuchtigkeit achten muss weiß ich jetzt :oops: :cry:
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Re: Pheidole pallidula - Der Chiwawa unter den Ameisen

Beitragvon Mocap » 22. Feb 2009 15:55

Woche 26

:priest: Das Ende der Regentschaft von Queen Booby Sue I :priest:

Nach dem Tod all ihrer Arbeiterinnen lebte Booby Sue noch weitere 3 Tage im Nest. Und verstarb nach 26 Wochen in Gefangenschaft am 22.02.2009 gegen 12:00 Uhr.

Ursachen waren mit großer Sicherheit Pflegefehler:

Das Nest war nicht feucht genug!
Harte Käfer können Pheidole pallidula selbst angeschnitten kaum aufnehmen!

Ein trockenes Nest und Proteinmangel nach der Winterruhe haben meines Erachtens zum plötzlichen sterben aller Arbeiterinnen geführt. Die Königin hat sich zwar nach einer reichlichen Nahrungsaufnahme von Proteinen und Honig wieder in ihr Nest zurückgezogen, allerdings scheint sie ohne die Pflege von ihren Arbeiterinnen nicht selbstständig in der Lage zu sein eine zweite Koloniegründung einzuleiten.

Die beiden von mir angenommenen Todesursachen wären selbstverständlich durch intensivere Pflege vermeidbar gewesen. Zu meiner Verteidigung bleibt mir also nur zu sagen, dass die Feuchtigkeitskontrolle in einer Labyrinthfarm nicht ganz so einfach ist, da man immer die Plastikverschlüsse an der Rückseite öffnen muss, was zu Erschütterungen des Nests führt und zu Unruhe in der Kolonie, so dass ich die Befeuchtung auf das Nötigste reduziert habe (ca. alle 4 Tage). Nach der Winterruhe überflutete ich jedoch das Nest versehentlich, so dass ich mich entschloss etwas länger mit der nächsten Befeuchtung zu warten – zu lange :-(

Bezüglich der Fütterung kann man nur sagen, dass sich weiche abgekochte Insekten (Mehlwürmer, Pinkimaden etc.) besser eignen als Insekten mit hartem Panzer. Im Rhythmus von (ca. 3 bis 4 Tagen) sollte das Futter erneuert werden, da es sonst beginnt zu Schimmeln.

Insbesondere nach der Winterruhe sollte man darauf achten, dass Pheidole pallidula genug Proteine und Honig-Zucker-Lösung (immer mit Schwämmchen anbieten, da sonst die kleinen Arbeiterinnen ertrinken) zu fressen hat.

Nachwort ...

Pheidole pallidula ist wirklich eine spannende kleine Ameisenart, die sich wunderbar in einer Labyrinthfarm beobachten lässt. Aus den Erkenntnissen der letzten Tage schließe ich, dass man mindestens alle 4 Tage die Feuchtigkeit im Nest und den Zustand des Futters kontrollieren sollte, insbesondere nach der Winterruhe, wenn die Kolonie einen erhöhten Proteinbedarf hat. Das heißt man sollte sich jede Woche mindestens 10 min Zeit nehmen, um nach dem Rechten zu sehen. An dieser Stelle endet mein Haltungsbericht ...

:angel03: Hyperlinks sind nur für registrierte Nutzer sichtbar :angel03:

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Re: Pheidole pallidula - Der Chiwawa unter den Ameisen

Beitragvon Mocap » 23. Feb 2009 10:21

Woche 27

Totgesagte leben länger ...

Also es ist mir etwas peinlich, aber die Königin lebt!

Sie saß gestern zusammengekrümmt im Gang des Nestes und bewegte sich gar nicht ... auch mein leichtes Klopfen an die Scheibe löste null Reaktion aus. Diese Haltung veränderte sie 6h lang nicht. Auch mit der Lupe betrachtet konnte nicht die geringste Bewegung beobachtet werden - auch nicht an den Mandibeln. Auf einmal streckte sie sich und lief los als sei nichts gewesen. Eier kann ich jedoch nirgends sehen und ohne Nachwuchs wird sie wohl eine recht einsame Königin bleiben. Mal sehen wie es weiter geht.

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Re: Pheidole pallidula - Der Chiwawa unter den Ameisen

Beitragvon Mocap » 7. Mär 2009 14:42

Woche 28

Die Königin ist weiterhin aktiv. Ob sie Eier gelegt hat oder nicht, kann ich leider nicht beurteilen, da Pheidole-Eier doch recht klein sind.

Meine Kamera ist leider absolut Schrott ... Dennoch die Frage:

:?: Eier - Ja oder Nein :?: Meinungen hier

Die Temperatur habe ich auf gemütliche 26 C° hochgeschraubt (Nachts ca. 21 C°). Die Watte wird alle 3 Tage mit ca. 1ml Wasser befeuchtet. Die Fütterung erfolgt derzeit durch Proteinjellies, allerdings hat die Königin das Nest seit 2 Wochen nicht mehr verlassen und scheint sich ausschließlich von dem zu ernähren, was sie im Nest findet. Ich bin wirklich gespannt, ob sie einen absoluten Neustart nochmal hin bekommt.
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Re: Pheidole pallidula - Der Chiwawa unter den Ameisen

Beitragvon Mocap » 15. Mär 2009 11:33

Woche 29

1 Queen (Booby Sue Baxtor)
0 Eier
0 Arbeiterinnen
0 Larven
0 Nacktpuppen

Alles beim Alten ... Die einsame Königin lebt, aber hat immer noch keine Eier gelegt. Also die Körnchen, die ich für Eier gehalten habe, waren Schmutzpartikel. Den Nestbereich meiner Labyrinthfarm hat Booby Sue I seit dem grausigen Zwischenfall vor einigen Wochen bisher noch nicht verlassen. Eine Nahrungsaufnahme konnte ich demnach bisher nicht beobachten, aber womöglich nimmt sie Futterreste, die sich im Nestbereich befinden zu sich. Wenn ich das Nest befeuchte (alle 3 Tage / 1ml), dann stürzt sie sich direkt auf die Wassertropfen und saugt diese gierig auf. Gestern hat sie dreimal den Gang gewechselt, ansonsten sitzt sie relativ regungslos im Nest. Manchmal krümmt sie sich und rollt sich fast zu einer Kugel zusammen, was das wohl zu bedeuten hat ...?

Um ehrlich zu sein, glaube ich nicht, dass sie ohne Abreiterinnen erneut Eier legen wird. Vielleicht könnte ich ihr fremde Pheidole pallidula-Arbeiterinnen zur Verfügung stellen? Die Chancen sind zwar gering, dass sie diese annimmt, aber einen Versuch wäre es wert.

Bei Hyperlinks sind nur für registrierte Nutzer sichtbar scheint es auch geklappt zu haben ...

:!: Wenn mir jemand ein paar Pheidole pallidula-Arbeiterinnen zukommen lassen könnte, dann wäre das super. :!:

PS: Natürlich würde ich für den Versand und die Verpackung aufkommen.

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