Milben in leerstehendem Formicarium abtöten

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Milben in leerstehendem Formicarium abtöten

Beitragvon Simu87 » 7. Jan 2013 14:46

Hallo zusammen!

Leider ist mir im letzten Sommer eine Messor barbarus Kolonie an Milben zugrunde gegangen. Die Milben an der Königin waren damals mit blossem Auge bestens erkennbar, sie war richtiggehend "überwachsen". Das Formicarium (30*30*20 Becken mit 2 eingebauten Gipsblöcken (1*trocken, 1* bewässert)) stand nun seit dem Vorfall leer (ca. 1/2 Jahr). Ich habe mich nun entschieden wieder Messor barbarus anzuschaffen, da der Aufbau des Formicariums einfach für die Haltung von Körnersammlern konzipiert ist.

Letzte Woche habe ich sämtlichen Bodengrund, und alles was an Einrichtung noch drin war, entfernt. Dabei musste ich ordentlich niessen, weil ich eine Milbenallergie habe XD. Wie den meisten wohl bekannt sein dürfte, reagiert der Mensch lediglich auf den Kot von Milben allergisch und nicht auf die Tiere selber... und dass Kot der Milben im Formicarium drin war, scheint logisch. Mir stellt sich jetzt aber die Frage, ob auch Milben selber ein halbes Jahr in einem trockengelegten Formicarium überleben können?

Wenn es sich lediglich um ein leeres Becken handeln würde, würde ich es vorsichtshalber einfach mit kochendem Wasser behandeln, aber ich habe das Problem, dass halt die Gipsblöcke mit Silikon an den Glasscheiben angeklebt sind und sich von der ausgerotteten Kolonie her auch noch einiges an eingelagerten Samen in den Kammern befindet...

Hat vielleicht jemand schon einmal ein ähnliches Problem gehabt und eine gute Lösung dafür gefunden?
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Re: Milben in leerstehendem Formicarium abtöten

Beitragvon bAtZen » 7. Jan 2013 17:01

Hallo Simu,

das ist eine interessante Frage, aber alles was in irgendeiner Form lebt benötigt doch Sauerstoff oder nicht?
Von daher könnte man das Formicarium nicht luftdicht abschließen und mit etwas schwererem als Luft füllen? Stickstoff zum Beispiel. Einfach einen Tag abwarten und dann sollte man sich doch sicher sein, dass nichts überlebt hat oder?

Konntest du ausmachen wie die Milben ins Becken kamen bzw wie die Ameisen befallen wurden? Nahrung nicht überbrüht? Ist reines Interesse.

MfG,

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Re: Milben in leerstehendem Formicarium abtöten

Beitragvon Simu87 » 7. Jan 2013 18:14

Vielen Dank für die Antwort bAtZen!

Wo denkst du dass man eine ausreichende Menge Stickstoff für so ein Vorhaben herbekommen könnte? Und ist sowas danach für die Ameisen ungiftig? Weiss ja dann
nicht, wie lange das Zeug hätte bis es wieder aus den Kammern im Gips raus wäre...

Ja, nehme an, dass ich 1 bis 2 mal eine Stubenfliege oder so reingeschmissen habe und zu faul war, die zu überbrühen... wird wohl daher gekommen sein ;)

Gruss Simu
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Re: Milben in leerstehendem Formicarium abtöten

Beitragvon Acid150 » 7. Jan 2013 18:34

Also ich würde dir empfehlen auf Y-tong umzusteigen. Schimmelt nicht so schnell. Normalerweise würde ich die Gipsnester mit kochendem Wasser übergießen oder in den Backofen schmeißen, aber wenn die Scheibe drauf ist, ist das vielleicht keine so gute Idee.
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Re: Milben in leerstehendem Formicarium abtöten

Beitragvon Simu87 » 7. Jan 2013 19:11

Habe bis jetzt mit Gips noch nie Probleme wegen Schimmel gehabt und da ich finde, dass er eingebaut optisch mehr zu bieten hat, werde ich, denke ich mal, auch dabei bleiben. Backofen war bis jetzt auch das Beste was mir in den Sinn gekommen ist... nehme an, dass ca. 60 Grad schon reichen sollten, um alles, was da drin noch kreuchen und fleuchen könnte, zu beseitigen, allerdings sehe ich dann für das glas ein bisschen schwarz... verbunden mit dem Gips, der sich beim Temperaturanstieg nicht ausdehnen wird, ist die Chance das eine Scheibe springt einfach irgendwie zu gross...

Weiss jemand, ob Milben -25 grad überstehen? könnte ja eigentlich gut sein, wenns sogar einige Ameisenarten schaffen... wenn nicht, wäre halt die Gefriertruhe die naheliegenste Alternative... wobei es auch da Scherben geben könnte...
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Re: Milben in leerstehendem Formicarium abtöten

Beitragvon Simu87 » 7. Jan 2013 19:22

Hier noch ein Foto vom altehrwürdigen Gehege, falls das jemanden auf ne Idee bringen sollte ;)
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2013-01-07 19.12.40.jpg
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Re: Milben in leerstehendem Formicarium abtöten

Beitragvon Simu87 » 8. Jan 2013 10:16

Habe nun selber ein paar Antworten gefunden:

Milben sterben spätestens nach 2 Stunden bei über 60 Grad
Milben gehen auch im Gefrierschrank ziemlich schnell drauf

Jetz muss ich mich nur noch für die Variante entscheiden, die für das Formicarium weniger gefährlich ist :lol:
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Re: Milben in leerstehendem Formicarium abtöten

Beitragvon bAtZen » 8. Jan 2013 11:14

Schonmal eine interessante Information. Wie ist denn das mit Milben-Eiern? Sind die evtl widerstandsfähiger? Wie hast du die toten Ameisen aus dem Becken bekommen oder waren diese noch im RG?
Wird ja nächste Woche wieder ordentlich unter Null, stell es am besten eine Nacht oder mehr nach draussen. Silikon kann bessere niedrige als hohe Temperaturen ab.
Viel Erfolg
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Re: Milben in leerstehendem Formicarium abtöten

Beitragvon Simu87 » 8. Jan 2013 13:20

Naja, die Informationen sind nach weiteren Nachforschungen zu relativieren. Für Hausstaubmilben werden sie wohl so stimmen, allerdings gibt es verschiedene Arten, denen Minusgrade nichts auszumachen scheinen. Ich werde wahrscheinlich ohne etwas zu unternehmen einen neuen Versuch starten. Ein halbes Jahr zu niedrige Luftfeuchtigkeit sollte eigentlich einen Organismus mit einem Reproduktionszyklus von ca. einer Woche vernichtet haben können, zumal parasitäre Milben ja ohne Wirt nicht allzu lange überleben dürften und wenns noch einige Milben drin hat, die sich bis jetzt an den Abfällen gelaben, kann mir das ja auch egal sein...

Wegen den toten Ameisen: Messor barbarus macht schöne Abfallhäufchen möglichst weit weg vom Nest. So wurden alle toten Ameisen nach draussen getragen. Nur 2-3 "Leichen" sind noch im Bau weil... naja, halt niemand mehr zum Tragen da war ;). Die Königin war auch auf dem Abfallhaufen. Wahrscheinlich haben die 2,3 Arbeiterinnen länger überlebt und das so erledigt...
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Re: Milben in leerstehendem Formicarium abtöten

Beitragvon Erne » 11. Jan 2013 20:10

Gibt interessante Ansätze, die Ihr hier schreibt, noch interessanter auszuprobieren, was hilft.

Für die Praxis von mir ein klarer Ratschlag, alles wegwerfen.
Nester lassen sich neu bauen, Becken neu kaufen.
Auszuprobieren ob eine eingesetzte Maßnahme wirklich hilft ist auch immer das Risiko ein Ameisenvolk zu verlieren.

Grüße Wolfgang
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Re: Milben in leerstehendem Formicarium abtöten

Beitragvon Acid150 » 12. Jan 2013 01:15

Hmm Erne hat recht, das Nest würde ich wohl doch lieber wegwerfen. Das Becken würde man aber bestimmt sauber kriegen.

Sollte ein wenig kochendes Wasser nicht ausreichen?
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Re: Milben in leerstehendem Formicarium abtöten

Beitragvon Maarc » 13. Sep 2013 11:32

Backofen 75 Grad Celsius. Das ist kein Problem.
Hinterher Scheiben abwischen. Ruhig Fensterreiniger verwenden.
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