Größe der Kolonie

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Größe der Kolonie

Beitragvon optimus_ant » 27. Dez 2009 12:39

Hallo liebe Ameisenfreunde,

Nach langem hin und her werde ich nun, durch den Segen meiner Frau, auch Hirte einer kleinen Herde werden. Allerdings bereitet mir die Auswahl der Kolonie noch einiges an Kopfzerbrechen. Nach ausführlichem lesen aller Einsteiger-Infos und vieler Haltungsberichte hatte ich mich letztendlich für Messor barbarus entschieden. Allerdings kamen beim lesen dieser Seite Hyperlinks sind nur für registrierte Nutzer sichtbar doch einige Zweifel. Der Grund ist das es offensichtlich innerhalb von 2-3 Jahren einen gigantische Kolonie werden kann. Dies ist natürlich für Otto-Normal-Einsteiger nicht unwichtig zu wissen, da typischer weise nicht das halbe Wohnzimmer mit Formicarien vollgestellt werden kann/soll. Das neue Hobby kann einem so leicht über den Kopf wachsen. Andererseitz möchte man ja auch nicht die Kolonie kontrollieren in dem man sie gezielt verhungern lässt. In den jeweiligen Infos im Shop heisst es meist "Größe der Kolonie anpassen". Und an dieser Stelle würde ich mir mehr Informationen wünschen. Auch in den "Grundlagen der Ameisenhaltung" ist zu dem Thema Platzbedarf nichts zu finden. Gerade für Einsteiger ist das doch eine essentielle Information.
Also die Frage die ich auf diesem Wegen hoffe beantwortet zu kommen: gibt es Erfahrungen ob sich gewisse Kolonien langfristig in einem Becken (sagen wir mal 50 cm breit) halten lassen oder wie kontrolliert Ihr die Größe einer Kolonie?
Ich hoffen ich hab das Thema, trotz nutzen der Suchfunktion, nicht übersehen.
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Re: Größe der Kolonie

Beitragvon Hauerli » 27. Dez 2009 20:00

Also wenn du eine Kolonie dauerhaft halten willst , dir diese jedoch nicht über den Kopf wachsen soll , dann würde ich die Formica fusca ans herz legen , die kolonie wird nur 1000-2000 individuen stark .

ansonsten top einsteiger sonst ist natürlich auch die oft genannte Lasius niger ;) , mir hat sie zum einstieg hin sehr geholfen .
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Re: Größe der Kolonie

Beitragvon baumarkthammer » 28. Dez 2009 01:06

Also Lasius niger verstehen es, sehr schnell sehr große Kolonien aufzubauen.
Ich würde nicht sagen, dass dir eine Messor barbarus Kolonie tatsächlich über den Kopf wächst. Messor Arten sind auch, wenn es sehr große Kolonien sind nicht hektisch und auch nicht so an Ausbrüchen engagiert. Die Kolonien bleiben ruhige Körnerträger, die eher auf das Knacken ihrer Körner konzentriert sind, als auf das herumlaufen in der Wohnung.
Ich würde dir aber eine Messor Art ohne Winterruhe empfehlen, da ich oersönlich sagen muss, dass Messor Kolonien die nicht gerade gründen generell sehr einfach in der Pflege sind.
Ob man nun in einem so kleinen Becken irgendwas auf lange Zeit halten kann weiß ich nicht, aber für den Anfang reicht es für alles.
Gründende Kolonien kann man auch oft in einer Heimchenbox halten, man kann aber auch eben dierekt ein großes Becken nehmen und die Kolonie muss nie umziehen, da gehen die Meinunge auseinander.
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Re: Größe der Kolonie

Beitragvon Erne » 28. Dez 2009 02:29

Trifft nicht nur auf die Gattung Messor zu, Arten die es in der Natur auf eine große Arbeiterinnenanzahl bringen, schaffen das auch in der Haltung, soweit diese erfolgreich verläuft.
Das Wachstum einer Kolonie absichtlich auszubremsen ist zwar möglich aber auch schwierig, besonders wenn die Art zum ersten Mal gehalten wird.
Der Bereich in dem sie sich nur gering vermehren und der, wo es zu wenig ist, ist oftmals schmal und schnell ist eine Kolonie zugrunde gerichtet.
Dazu kommt das Halterverhalten, bei seinen Ameisen was zum Beobachten zu haben.
Aktivitäten sind da überwiegend nur mit Futtergaben zu erreichen, und die fallen dem entsprechend üppig aus.
Ein gewichtiger Grund, der von Ameisen gnadenlos ausgenutzt wird.

Weiter macht es keinen Sinn, arbeiterinnenreiche Arten in zu kleinen Becken zu halten.
In Scharen herumlungernde Ameisen, die nicht genug Bewegungsraum haben, mehr noch, keine Beschäftigung, geben keinen interessanten Raum für Beobachtungen.

Die im Handel angebotenen Messor - Arten bringen es auf reichlich Arbeiterinnen, diese in zu kleinen Anlagen zu halten bringt nichts, macht keinen Spaß und verschenkt das Potenzial, was in ihnen steckt.
Gerade die große Arbeiterinnenanzahl, mit viel Bewegungsfreiheit, macht diese Arten erst zu der interessanten Art, die sie sein können.
Dabei ist nicht mal eine übergroße Grundfläche für eine Anlage nötig.
Mit etwas Fantasie, Bastlergeschick unter Beachtung der Fortbewegungsmöglichkeiten dieser Ameisen, ist es durchaus möglich, sie zu halten.

Grüße
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Re: Größe der Kolonie

Beitragvon P.O.N.S. » 28. Dez 2009 12:37

Kann ich mal kurz dazwischen springen?
Also die Frage die hier gestellt wurde ist eine ziemlich gut weil sie mich zum nachdenken angeregt hat.
Wie erweitert man die Arena bei einer Art die keine Winterruhe hält und für die alte Arena zu groß wird? Ich meine wenn man mit 30*20*2*cm anfängt und das eine loch an dem YTONG angeschlossen ist, so könnte man ja über einen schlauch auf die andere Arena erweitern.

Was aber wenn man die kleine Arena nicht weiter benutzen möchte? Man kann den Ameisen ja nicht sagen "Ey bleit mal kurz im Nest" und eine Winterruhe wo sie so oder so im Nest sind gibt es ja nicht.

lg, P.O.N.S.
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Re: Größe der Kolonie

Beitragvon Cordovan » 28. Dez 2009 14:01

Da es gerne mal verwechselt wird:
Farm - schmaler Nestbereich
Arena - Auslaufbecken/-insel
Formikarium - Gesamtheit der Anlage

Um die Anlage zu erweitern, braucht es entweder freie Anschlüsse, oder ein wenig Geschick, zum Beispiel, wenn man einen Schlauch ersetzen will, um ein T- oder X-Stück einzusetzen. Da hilft es nur, den richtigen Moment abzupassen und die Schlauchenden kurzzeitig mit Stopfen zu verschließen... ;-)
Das gleiche Prinzip auch, wenn du Teile aus der Anlage entfernen willst: Richtigen Moment abwarten und "zuschlagen"... Allerdings ist da bei Farmen Vorsicht geboten. Die alte Farm muss solange angeschlossen bleiben, bis du wirklich sicher sein kannst, dass sie nicht mehr benutzt wird, insbesondere, dass die Königin (dauerhaft) ausgezogen ist.
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