Generelle Überlegungen zur Exotenhaltung

Archivbeitrage aus den Unterforen "Einsteigerfragen" und "Diskussion und Fragen allgemein" aus den Jahren 2003 bis 2008.

Generelle Überlegungen zur Exotenhaltung

Beitragvon Gaster » 9. Aug 2007 17:01

Da einige User nur in einem der drei bekannten Foren aktiv sind, poste ich hier den Link zu einer sehr interessanten, endlich mal sachlich geführten Diskussion im Ameisenforum.de
Ich bitte jeden, sich den Thread einmal durchzulesen, auch wenn es zum teil recht lange Texte sind.


http://ameisenforum.de/exotische-ameise ... ltung.html


MfG Jan
Gaster
 

Beitragvon earlant » 9. Aug 2007 19:13

Ist ja viel Stoff!

Aber da scheint es immer noch Leute zu geben, die tierische Invasionen für harmlos halten und für etwas ganz Normales.

Dringend! Schaut mal in die T-online Nachrichten!
Da gibt es einen Bericht über die Spanische Wegschnecke, Arion lusitanicus.

Es wird so dramatisch, dass die dänische Regierung angeblich die Bürger zur Bekämpfung der Schnecken per Gesetz verpflichten will!
Die Schnecke, wohlgemerkt eine "europäische" Art, und sehr nah verwandt mit unserer eigentlich "braven" heimischen Arion ater (= Arion rufus), wurde vor etwa 25 Jahren bereits aus Spanien(!) bei uns eingeschleppt. Wahrscheinlich mit Obstlieferungen (Erdbeeren?). Jetzt entfaltet sie ihr ganzes Potential!

Ich kenne die Viecher nur zu gut und führe bereits seit vielen Jahren einen aussichtslosen Kampf dagegen. Die Diskussion auf der T-online-Seite zeigt, dass ich da nicht allein stehe. Und sie zeigt die ganze Hilflosigkeit der Betroffenen gegenüber einem solchen "Feind".
(Vielleicht sind diese Erlebnisse mit "Exoten" mit ein Grund, dass ich so vehement gegen die Einfuhr weiterer möglicher Schädlinge, hier Ameisen, argumentiere).

mfG,
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Zuletzt geändert von earlant am 10. Aug 2007 09:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Tomek^^ » 9. Aug 2007 19:19

Dann ist das ja eine richtige Plage wen die Bürger verflichtet werden sie zu töten.
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Beitragvon MarvinK. » 9. Aug 2007 19:37

Naja, das ist wohl war mit der plage. Soweit ich weiß ist auch eine Ameisen Art in Deutschland eingeschleppt worden, was mit ein Grund ist warum ich eigentlich keine exotischen arten haben möchte da mir das Risiko zu hoch ist das sie sich irgendwann verabschiedet haben ;-)

mfg Marvin
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Beitragvon Dr.House » 9. Aug 2007 19:42

@earlant: Meinst nicht die Schnecken hätten den Weg mit der Zeit sowieso zu uns geschafft? ... naja okay, ... vielleicht wären ihre Fressfeinde gleich mitgekommen, dann wäre alles in Ordnung :-)

Mir tut es vorallem um unsere einheimischen "weiß-schwarzen" Schnecken leid ... anscheinend werden die bei einem Paarungsritual von den Roten getötet, die ihnen ein Loch in den "Kopf" nagen. --> ich hab die Aussage nicht überprüft, hat mir mein Vater erzählt ^^ Aber ich hab letztens zum ersten mal die Weiße gesehen ... die soll ja mitlerweile sehr selten geworden sein.

naja, was willste gegen Einwanderungen fremder Arten machen? Schlimm genug wenn man früher die Fehler gemacht hat bestimmte Arten aktiv Auszusetzen ... ... mit dem ganzen Schiff und Flugverkehr wird über kurz oder lang sowieso ne Menge eingeschleppt ... da kümmert sich doch kaum jemand darum ... Profit zählt, Zeit ist Geld ... so ist es halt ^^

Wenn ich mir das so ansehe, fallen dann doch Exotenhalter garnicht so sehr ins Gewicht, wenn man davon ausgeht, daß eine ungewollte Freilassung nur sehr selten passiert.


Edit: Bei uns gibt es auch einige Dinge die man rausreißen soll wenn man sie sieht ... glaub der Riesenbärenklau und ein Springkraut ... also müssen nicht immer Tiere sein ... ^^
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Beitragvon Gaster » 9. Aug 2007 19:54

Dr.House hat geschrieben:... so ist es halt ^^

Tolle Einstellung, wirklich!
Das sollte hier nicht zur Diskussion anregen. Es ist unklug, an zwei Stellen gleichzeitig über das selbe Thema zu diskutieren. Wenn ihr euch äußern wollt, tut das im Ameisenforum. Bitte alle Beiträge bis auf den von earlant löschen (@Mod). Wenn ihr reine Informationen posten wollt gerne, dann aber so geschrieben, dass sie nicht wieder zu Diskussionen führen.


MfG Jan
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Beitragvon Dr.House » 9. Aug 2007 20:12

Na, was soll ich machen, mich gegen den Kapitalismus auflehnen?! Ich sag ja nicht das mich das nicht stört ... aber das man lieber im kleinen Anfangen soll ... eine Globale Weltpolitik kannste nicht ändern, aber für Ausbruchsschutz in deinem Formicarium, Terrarium etc. kannste sorgen ^^

Ich Diskutier doch nicht über die Exotenhaltung bei Ameisen sondern über Earlants Schnecken und über das Einschleppen von Arten allgemein ... wenn gelöscht wird soll's mir auch recht sein ^^ Aber ich geh nicht ins andere Forum und poste da mit Verweiß auf einen Beitrag hier ^^
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Beitragvon Krümel » 9. Aug 2007 20:36

MarvinK. hat geschrieben:Naja, das ist wohl war mit der plage. Soweit ich weiß ist auch eine Ameisen Art in Deutschland eingeschleppt worden...


Nicht nur eine... ca. 4.

Aber man stelle es sich nun mal vor: das sind Schnecken!
Eigentlich sind Schnecken doch langsame harmlose Tierchen, fallen gar nicht weiter auf.
Aber hier sieht man auch mal die andere Seite. Und man denke sich das ganze jetzt mal mit Ameisen (so unwahrscheinlich der Fall auch für manche eintreten mag), die Wirkung wäre dann nochmal um einiges schlimmer...
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Beitragvon Gaster » 9. Aug 2007 21:42

Kann man so nicht pauschalisieren. Nur weil eine Ameise schneller ist und in Kolonien lebt, heißt das nicht, dass sie gefährlich ist. Und das ist eben das Problem: Man weiß vorher nicht, welches Potenzial eine Art hat. Aber das gehört hier nicht her.



MfG Jan
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Beitragvon sobek » 9. Aug 2007 21:49

Ich finde das Problem liegt garnicht so in der Ausbreitung ausländischer Arten. Krankheiten, Parasiten etc. haben ein viel höheres Schadenspotential.

So zumindest meine Meinung.

Es reicht wenn eine Ameise ausbricht, die eine Erkrankung in sich trägt, die unsre heimische Ameisenfauna nicht kennt. Der Schaden entsteht nicht erst wenn eine ganze Kolonie samt Königin ausbricht und sich auch mindestens einen Winter in unsrem Klima etapliert.
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Beitragvon uta » 9. Aug 2007 23:10

Gaster hat geschrieben:Bitte alle Beiträge bis auf den von earlant löschen (@Mod).


Ich sehe keine Notwendigkeit hier Beträge zu löschen und spezielle Beiträge stehen zu lassen!

Im Ameisenforum hat sich zum Thema eine zwar kontrovers, aber doch sachlich-niveauvolle Diskussion zum Thema entwickelt.

Gaster hat geschrieben:Es ist unklug, an zwei Stellen gleichzeitig über das selbe Thema zu diskutieren.


Warum? Andere Themen gleichen Inhalts werden doch auch an unterschiedlichen Stellen diskutiert.

Es ist hier nichts gegen eine ebenso wie im Ameisenforum sachlich-niveauvoll geführte Paralelldiskussion, gepaart mit Respekt den anderen Diskussionspartnern gegenüber und Toleranz gegenüber anderer Meinungsäusserungen, einzuwenden. :)

In diesem Sinne
viele Grüsse
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Das sind die Übeltäter! Arion lusitanicus

Beitragvon earlant » 10. Aug 2007 09:29

Bild 1: Eine meiner „geliebten“ Schnecken, da, wo man sie alle hinwünschen möchte. Aber sie ist freiwillig auf den Kaktus gekrochen, und es macht ihr leider nicht mal was aus (Schulversuch: Schnecken kriechen unbeschadet über die scharfe Schneide einer Rasierklinge!). Andere haben durch die dicht bedornten Flachsprosse von Opuntien Löcher gefressen.

Bild 2: Nicht ganz jugendfrei: Zwei Arion lusitanicus bei der Produktion von weiteren Plagegeistern. Das Blaue sind die zwei Penes.

@ DrHouse: Interessante Bemerkung! Auch ich habe bemerkt, dass die kleinen schwarzen Schnecken ebenso wie die weißen Salatschnecken weniger geworden sind. Vermutlich fressen die Arion deren Eier oder gar die Schnecken selbst. Sie sind ja auch Kannibalen: Lässt man eine zertretene oder durchgeschnittene A.l. liegen, ist Minuten später eine andere da und frisst den Kadaver auf. Resultat: Man hat statt zweier kleiner eine große Schnecke, die entsprechend mehr Eier legt.
Konsequenz für die Bekämpfung: Getötete Tiere wegnehmen, vergraben oder in der Toilette entsorgen.

Dass die Art unser Land auf eigenen Füßen erreicht hätte, ist schon möglich. Ziemlich sicher aber erst zu einer Zeit, zu der es schon keine Menschheit mehr geben wird. Die natürliche Ausbreitung solcher Organismen benötigt Jahrtausende (abhängig von der Beweglichkeit: Die Türkentaube hat es - von alleine - aus dem Orient vor etwa 40-50 Jahren geschafft und ist inzwischen fest etabliert. Glücklicherweise ohne Probleme zu schaffen).

MfG
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