Fremde Ameisen in meinem Flur (geändert)

Archivbeitrage aus den Unterforen "Einsteigerfragen" und "Diskussion und Fragen allgemein" aus den Jahren 2003 bis 2008.

Fremde Ameisen in meinem Flur (geändert)

Beitragvon Waldläuferin » 1. Jun 2007 10:59

Seit 2 Monaten beheimate ich eine kleine Lasius niger Kolonie und ihre Ausbruchsversuche blieben immer unter Kontrolle.

Das PTFE habe ich meiner Meinung nach gut aufgetragen. Ich habe auch schon gesehen, dass da welche von abgerutscht und auf den Hinter gefallen sind.

Zusätzlich habe ich die Ritzen am Arena- und am Farmdeckel mit Watte verstopft, da unerklärlicher Weise immer noch ab und zu eine frei kam.

Doch heute haben wir mindestens 7 Lasius im Flur krabbeln sehen. Da es eher wahrscheinlich ist, dass sie von uns stammen, als aus der freien Wildbahn, frage ich mich, was ich jetzt noch machen soll.

Ich habe mir schon überlegt, Fensterdichtung statt PTFE und Watte zur Sicherung der Arena zu benutzen. Vielleicht hindert es sie besser am Durchquetschen durch nicht vorhandene Löcher ...
Zuletzt geändert von Waldläuferin am 1. Jun 2007 13:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon cornholio » 1. Jun 2007 11:04

Huhu,
wie du ja eventuell schon mitbekommen hast, habe ich auch eine kleine L. n. Kolonie. Ich konnte allerdings noch keine Ausbrüche verzeichnen. Benutzen tue ich Moosgummi und eine Schicht Öl drüber. Bisher sind die Ameisen noch nicht mal ans Öl dran. Was vielleicht sein kann, sind die entflüchteten Ameisen noch relativ klein? Dann sind es vielleicht noch rehct junge bzw. frischgeschlüpfte Ameisen, die zwar eigentlich eher im Nestbereich bleiben, aber naja man weiss ja nie, jedenfalls könnten diese durch eventuelle Belüftungsgitter passen.
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Beitragvon Waldläuferin » 1. Jun 2007 11:08

Die Kleinen der Lasius niger sind die Pygmäen, also die älteren Tiere.
Neuschlüpfende Arbeiterinnen sind größer (Ameisen wächsen nämlich nicht mehr) und haben hauptsächlich Innendienst.
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Beitragvon cornholio » 1. Jun 2007 11:25

Hmmm, irgendwie versteh ich das net, dass die schlüpfenden Pygmäen sind weiss ich, aber wie meinst du das, dass des die älteren Tiere sind?
Neuschlüpfende sind größer und wachsen nicht? Echt, mir kommen meine Pygmäen kleier vor als die älteren Arbeiterinnen vor.
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Beitragvon Sandi » 1. Jun 2007 12:22

Hi,
Pygmäaen sind die ersten Arbeiterinnen einer Kolonie (demnach bis auf die Königin auch älter als alle folgenden) und diese sind grundsätzlich kleiner als die späteren Individuen.
Falls du ein Becken vom Antstore hast passen die Pygmäen durch das Lüftungsgitter.
Habe eine Kolonie Temnothorax nylanderi, die sind ähnlich klein wie die Pygmäen.
Rate dir 1. Dichtungsklebeband zu benutzen um eventuelle unebenheiten des Deckels auszubessern und als kostensparende Variante ein Stück einer Feinstrumpfhose von Innen an dem Lüftungsgitter zu befestigen (am Besten kleben, damit nicht wieder Lücken entstehen).
Bei mir klappt das gut, hatte seit dem keine Ausbrüche mehr.

@cornholio:
Wie gesagt nur die ersten paar Arbeiterinnen heißen Pygmäen und sind kleiner als die Folgenden. Und Ameisen wachsen nicht mehr, sie besitzen ja einen Chitinpanzer und können demnach nicht wachsen. Sie sind erst hell und wenn der Panzer sich nach dem schlüpfen festigt wird dieser dunkel und ist star, keine Veränderung möglich.

Grüße
Zuletzt geändert von Sandi am 1. Jun 2007 13:30, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon cornholio » 1. Jun 2007 12:25

Hä, jetzt bin ich verwirrt, ich dachte immer Pygmäen wären die neugeschlüpften Ameisen, oder waren das Imagos? *grübel*
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Beitragvon Sandi » 1. Jun 2007 12:28

So hat sich schon erledigt denke ich, der letzte Post ist richtig.

Pygmäe: "Zwergenarbeiter", geschlüpfte Arbeiter die kleiner sind als die normalen Arbeiter, kommen meist nur in der Gründungsphase vor, engl. nanitics

Imago: erwachsenes Insekt (im Gegensatz zu Ei, Larve und Puppe), Mehrzahl: Imagines

Erklärung aus dem Lexikon

Grüße
Sandi
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Beitragvon cornholio » 1. Jun 2007 12:54

Na dann.^^
Aber wie sollen das gemeint sein mit:
Kommen meist nur in der Gründungsphase vor? Später gibts keine nachkommen oder was?^^
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Beitragvon Sandi » 1. Jun 2007 13:08

Nein,
später gibt es keine Pygmäen mehr (sind ja nur die ersten Arbeiterinnen), danach werden nur noch normal große Imagines "produziert".
Das heißt nur in der Gründungsphase gibt es diese kleinen Arbeiterinnen, die späteren sind eben normal groß.
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Beitragvon Waldläuferin » 1. Jun 2007 13:16

@Sandi

Danke. Perfekt erklärt.

@cornholio
Vielleicht noch ein bisschen über die Biologie der Insekten und speziell der Ameisen lesen? - Das ist nur ein Rat und du trittst nicht so schnell in ein Fettnäpfchen ...

@ALL

Das Problem hat sich erledigt. Es sind eindeutig FREMDE AMEISEN. Ich werde Earlant ein paar Exemplare zur Bestimmung schicken. Ich habe da einen unguten Verdacht auf Lasius brunneus.
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Beitragvon Sandi » 1. Jun 2007 13:33

Alles klar,
wünsche dir viel Erfolg und das du dich irrst (ich denke du weißt wie es gemeint ist).

Grüße
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Beitragvon Waldläuferin » 1. Jun 2007 13:35

Ja, ich werde mal schauen.

Auf alle Fälle lasse ich euch an meinem Leid teilhaben.
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Tetramorium, nicht Lasius!

Beitragvon earlant » 4. Jun 2007 16:50

Hallo Waldläuferin,

Heute habe ich einen Brief aus Berlin bekommen, von D. K.; ich nehme an, das sind Sie!

Die Ameisen sind eindeutig der Gattung Tetramorium zuzuordnen, also keine Lasius.
Eine nähere Bestimmung ist mir angesichts der wirren taxonomischen Situation in der Gruppe der europäischen Tetramorium leider nicht möglich (vgl. Hyperlinks sind nur für registrierte Nutzer sichtbar )

Zum weiteren Vorgehen schreibe ich Ihnen eine PN!

Tetramorium sp. tauchen immer mal wieder als Hausameisen auf. Einen Vorteil haben sie zumindest: Sie nehmen manche Giftköder an.

Ich würde zuerst mal prüfen, ob sie vielleicht in einem Blumentopf wohnen!

mfG
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Beitragvon Acid150 » 4. Jun 2007 18:50

Oder guck mal ob vor deiner Tür oder an Fenstern Nester von ihnen sind! Vielleicht kamen die von draußen!?
Mfg Acid!
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Beitragvon Waldläuferin » 4. Jun 2007 19:52

@Earlant

Vielen Dank nochmals für die schnelle Antwort! Irgendwie ist es ja schon beruhigend, wenn es "nur" Tetramorium irgendwas sind.

Seit ich am 1. Juni insgesamt 32 Arbeiterinnen eingesammelt habe (alle im Flur, in der Nähe der Tür), sind bis jetzt keine neuen aufgetaucht. Falls sich etwas daran ändert, wird Dr. Seifert ganz bestimmt ein hochprozentiges Geschenk bekommen. Das ist es mir wert.

Meine Blumentöpfe habe ich seit letztem Frühjahr nicht verändert und sie stehen auch sehr weit weg, vom Ort des Geschehens. Bis jetzt kann ich da alles ausschließen.

Wie gesagt vermute ich, dass sie im Flur an der Wohnungstür unter dem Linoleum siedeln. Meine Hunde bewässern beim trinken immer mal wieder diese Örtlichkeit.

Was mir jetzt aufstößt ist die Königin, die mein Schatz auf seinem Schreibtisch gefunden hat. Sie wohnt mittlerweile (seit heute nachmittag) in einen kleinen Ytong und sieht folgendermaßen aus:
- dunkel glänzend
- mind. 6 mm lang
- Gaster bei Beleuchtung durchsichtig (außer Spitze)
- Thorax vorn dick, der "Stiel"? relativ lang

Ich weiß, die Angaben bringen nicht viel, aber Fotos kann ich nunmal nicht machen.

Bis jetzt krabbelt sie erforschend durch den Ytong. Ich werde abwarten, ob sie was aufbaut oder vielleicht doch eingeht. Wenn es Arbeiterinnen gibt, kann ich sie ja auchmal bestimmen lassen.
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