Diskussion über Haltungsbericht von Temnothorax nylanderi

Hier kann diskutiert und gefragt werden.

Diskussion über Haltungsbericht von Temnothorax nylanderi

Beitragvon maze23 » 18. Apr 2007 19:42

Hier könnt ihr alles reinschreiben wie Bemerkungen, Fragen usw....

...
zu meinem Haltungsbericht
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Beitragvon ShIeLa » 18. Apr 2007 19:51

Finde es super, mal zu sehen wie klein diese Art eigentlich ist. Sieht sehr cool aus was du da für sie gemacht hast.. alles Miniatur halt! :tophat:
Wie lange können diese denn darin leben bzw. wie schnell vermehren sie sich? Und ich habe die Queen auf den Bildern nicht entdecken können. Ist eine dabei? Auf jeden Fall in meinen Augen ein super interessanter Bericht. Mach weiter so..
lg Shiela
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Beitragvon maze23 » 18. Apr 2007 22:35

Hallo




Na so was, da habe ich doch vergessen den Link zum Haltungsbericht zu setzten :oops:. Danke! für das komplementieren.


Das Nest dürfte von der Größe her eine Weile den Anforderungen entsprechen. Man muss dazu sagen das diese Art keine riesigen Kolonien hervorbringt. Die Zahl der Arbeiterinnen bewegt sich zwischen ca. 50-100 Tieren.
Diese Kolonie hat auch eine Gyne aber sie ist auf dem Foto nicht zu erkennen .
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Beitragvon ShIeLa » 19. Apr 2007 06:51

Nach den ersten Bildern von dir bin ich wirklich sehr an dieser Art interessiert. Auf wieviel Individuen schätzt du deine Kolonie denn jetzt im Augenblick? Könntest du vielleicht noch ein paar Bilder der Gyne hineinstellen? Wie hast du sie zum Umzug in die neue Farm bewegt? Und hast du vor, deine Farm noch zu erweitern oder, auf bald, ein neues größeres Nest zur Verfügung stellen? Ist ein Korknest die optimale Nestvariante für Temnothorax nylanderi oder kann ein Ytong genau so funktional sein? Wie befeuchtest du das Korknest? Wie oft befeuchtest du, diese Art mag es ja bekanntlich auch trockener..
Danke, Shiela. :chin:
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Temnothorax nylanderi

Beitragvon earlant » 19. Apr 2007 09:38

Zitat ShIela:
diese Art mag es ja bekanntlich auch trockener..

Ich kann nur staunen: Woher ist denn das nun wieder "bekannt"? Es ist nämlich grundfalsch!

Unter den einheimischen Temnothorax-Arten ist T. nylanderi diejenige, die in den feuchtesten und hinsichtlich Temperatur-Tagesgang gemäßigtsten Habitaten lebt: Im Schatten dicht belaubter Eichenwälder und anderer Baumbestände.

Geht doch mal in einen Wald (oder Park) mit einigen alten Eichen. In der Laubstreu liegen Eicheln, manche davon mit einem kleinen Loch. Darin lebt T. nylanderi. Ihr werdet sehen, dass die im Laub liegenden Eicheln fast immer feucht sind. Die zu trockenen, obenauf liegenden sind nicht bewohnt. Notfalls, bei anhaltender Trockenheit, zieht auch das Völkchen ein paar Blattschichten tiefer ins Laub, wo es immer feucht ist. An einem Ort, wo die Laubschicht im Sommer ganz durchtrocknet, gibt es einfach keine T. nylanderi.

Auch die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind im Laubwald am Boden deutlich geringer, als etwa in einer sonnendurchglühten Weinbergsmauer, wo T. unifasciatus wohnt und zurzeit nachts um null Grad hat, tagsüber bis zu 35 Grad!

T. nylanderi wird in dieser Hinsicht noch die geringsten Probleme mit den Verhältnissen in der Wohnung haben. Am besten ist ein (den ganzen Tag über!) schattiger Platz auf einem Balkon, wo sie auch die natürlichen Perioden mit kühlem Wetter erleben können, und wo sie sogar den ganzen Winter zubringen können. Nicht Frost, nur Austrocknung können ihnen da gefährlich werden.

Nester sind in Eicheln, Haselnüssen, kleinen toten Zweigen am Waldboden, Rindenstücken, Moos. Ytong als Nestmaterial ist denkbar ungeeignet! (Das gilt übrigens für alle holzbewohnenden Ameisenarten).

Das Nest von maze23 würde für drei ausgewachsene Kolonien ausreichen. Jede der drei Kammern entspricht etwa dem Volumen einer hohlen Eichel. Kork, Holz, feste Pappe sind geeignete Werkstoffe. Darüber und darunter je ein Objektträger (Apotheke!), mit Tesafilm zusammen gehalten. Der Tesafilm hält bis zu 2 Jahre und kann auch leicht ersetzt werden. Falls der Nestraum zu klein wird, kann er bei den genannten Werkstoffen durch die Ameisen selbst vergrößert werden.
Das Nest sollte auch besser liegend als stehend angeordnet werden.

Das alles ist übrigens in der Fachliteratur zu finden. Das "Objektträgernest" habe ich selbst vor Jahrzehnten "erfunden". In den beiden Büchern von Hölldobler & Wilson ist es dargestellt. Ich habe um die 40 Jahre die verschiedensten Temnothorax- und Leptothorax-Arten gehalten, manche Kolonie über 10 und mehr Jahre. Einige Arten konnte ich über mehrere Generationen sogar züchten (T. nylanderi gehört allerdings nicht zu diesen).

Als Ausbruchsschutz reicht ein schmaler Streifen (1-2 cm) Paraffinöl an der Wand des Formikariums. Das Öl muss dünn aufgetragen werden. Am besten mit einem Stückchen Zellstoff (Toilettpapier, Küchenkrepp etc.) nochmals darüber streichen, so dass kein Öl mehr abläuft. Der Film ist dann unsichtbar dünn.

mfG,
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Beitragvon ShIeLa » 19. Apr 2007 11:17

@earlant: da du, wie du sagst ein erfahrener Themnothorax-Halter warst/bist muss und will ich dir da auch Glauben schenken. Es ist nur eben so, daß ich erst vor Kurzem auf diese Art Aufmerksam geworden bin und zur Zeit so viele Informationen sammeln möchte wie möglich (wäre sehr dankbar, weitere gute Quellen darüber zu bekommen). Da ich dabei auch schnell an falsche Informationen geraten kann, wie in diesem Fall, kann passieren. Kann ich nicht ausschließen, nehme daher diese "Unterstellung" zurück..
lg Shiela #-o
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Beitragvon jofausk » 19. Apr 2007 15:03

Aussagen wie: mag es trockener, mag es eher feucht, ist wärmeliebend usw. sind ja schon recht schwammig und ungenau und sollten daher immer mit einer gewissen Skepsis betrachtet werden. Trockener als was? Jeder hat eine andere Vorstellung von trocken/feucht und warm/kalt.

@ShIeLa: Das hat bei Earlant nicht nur etwas mit der Erfahrung zu tun, sondern auch damit, dass er einer der wenigen Profis hier ist, die sich ziemlich lange damit ihre Brötchen verdient haben, aus den Ameisen eine Wissenschaft zu machen. :-

Ciao, JoFausK.
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Beitragvon ShIeLa » 19. Apr 2007 15:07

Das hat mit jetzt gar nicht weitergeholfen. War mir alles vorher schon bekannt. Lies einfach nochmal meine Text oben..
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Beitragvon maze23 » 19. Apr 2007 17:36

Hallo



Die von mir gewählte Nestform ist nichts neues, das ist mir bekannt, aber das Sie earlant diese Nestform praktisch erfunden haben wußte ich noch nicht, es ist mir ein Fest das Sie hier etwas zur Thematik beitragen. :D

So jetzt zum Umzug: Wenn das Zielnest attraktiver gestaltet wird als das Ausgangsnest geht der Umzug eigentlich ziemlich schnell. Also man verändert die abiotische(n) Faktore(n), aber so das die Ameisen keinen schaden davon nehmen. In der Regel funktioniert das ganz gut.
Ich bin eigentlich mehr für große Ameisen zu begeistern, aber die kleinen hier sind echt interessant und auch sehr hübsch man muss halt nur genauer hinschauen :D
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Beitragvon Fabian » 20. Apr 2007 05:52

Hallo!

Die Frage die sich mir stellt ist wie befeuchtest du das Nest? Kork ist nicht gerade als super Wasserleiter/speicher bekannt, (Korkfußböden, Aquarienrückwände usw.) sondern doch eher Wasserabweisend? Klar .. früher oder später nimmt fast alles, was ich lang genug ins Wasser lege Feuchtigkeit auf, aber eine kurzfristige Bewässerung..? Funktioniert das?

Finde die Art nämlich auch sehr interessant, jedoch feile ich noch am Nest, ich tendiere da eher zu einer Nachbildung von Waldboden und freier Nestwahl im Formi .. schränkt aber leider die Beobachtung deutlich ein..
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Beitragvon maze23 » 20. Apr 2007 06:48

Hallo




Ich finde sogar das Kork das Wasser sehr gut aufnimmt aber es dauert halt einen Moment. Ich gebe eine (Wulst) Wasser oben auf die Kante des Nestes, die dann langsam aufgenommen wird vom Kork.
:D
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Beitragvon Fabian » 20. Apr 2007 12:01

mhm .. k, das ist eine möglichkeit, quasi einen Wassergraben wie beim Y tong, ist die Frage in wie weit das schimmeln könnte.
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Beitragvon maze23 » 20. Apr 2007 12:56

Hallo




Also einen Graben habe ich nicht, ich gebe einfach das Wasser direkt oben auf die Kante, durch die Oberflächenspannung des Wassers bildet sich eine Wulst. Ich glaube das Kork gar nicht richtig schimmelt, das ist jetzt aber eine Vermutung.
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Beitragvon Gabriel » 20. Apr 2007 13:39

hi,

na das finde ich klasse das es zu der art nun auch einen Haltungsbericht gibt.
Ich habe mich auch schon das erstemal wie der Antstore sie angeboten hat für diese Art interessiert, nur machte ich mir sorgen wie ich sie sicher unterbringen kann ohne das die kleinen mir entwischen.^^
Ich werde mich mal dran setzen und das Mini-Korknest von Maze23...oder besser Erlant nachbauen :wink:
Das ist nämlich genau das richtige was ich für meinen kleinen Schreibtisch noch gesucht habe.

mfg Gabriel
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Beitragvon Fabian » 20. Apr 2007 16:23

Ich glaube die Ausbruchsgefahr ist, soweit du ein Formicarium anbietest, welches groß genug ist, relativ gering, die furagieren soweit ich weiß nicht sehr weit vom nest entfernt.
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