Camponotus ligniperda

Archivbeitrage aus den Unterforen "Einsteigerfragen" und "Diskussion und Fragen allgemein" aus den Jahren 2003 bis 2008.

Camponotus ligniperda

Beitragvon Corvin » 15. Jul 2006 17:32

Hi!
Ich bekomme nächste Woche meine Camponotus ligniperda Kolonie und habe noch ein paar letzte Fragen, die ich trotz Suche im Forum nicht in
befriedigendem Ausmaß gefunden habe. :)

1. Welche Temperatur brauchen die? In Klimadiagrammen der Schweiz habe
ich etwas von durchschnittlich 20°C gelesen, aber müsste die nicht höher sein?

2. Erst wollte ich ein reines Erdnest anbieten, aber jetzt tendiere ich eher zu einem Ytong Nest,
weil man da besseren Einblick hat.
In nem anderen Forum hab ich schon über diese Methode der Haltung gelesen, wie macht ihr das/was haltet ihr davon?

3. Wie groß (breit, tief, hoch) müssten die Kammern für Camponotus ligniperda in den Ytong geritzt werden?


Gruß,
Corvin

Edit: Uta

Habe diesen thread mal verschoben in "Diskussion und Fragen allgemein", da dieses Unterforum für Haltungsberichte vorgesehen ist. :D
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Beitragvon Niemand » 16. Jul 2006 11:19

1. Für die Temperatur reicht die ganz normale Zimmertemperatur aus.
Du kannst von Zeit zu Zeit eine Lampe auf einen Stein oder eine Formicarienecke scheinen lassen, denn Cmponotus ligniperda sind sehr Wärmeliebend.
Du wirst sehen, das sie regelrecht "sonnenbaden".

2. Ich persönlich finde Ytong Nester sehr gut, da man einen sehr schönen Einblick hat und die Befeuchtung recht leicht von der Hand geht.
Ich halte auch Camponotus ligniperda im Ytong!

3. Am besten ist, du wartest einfach mit der Anfertigung bis die Kolo da ist.
Dann kannst du dir die Größe der Queen anschaun und danach deine Kammern gestalten.
Niemand
 

Beitragvon Corvin » 16. Jul 2006 12:34

Ich weiß ja schon, dass die Queen höchstens 18mm groß sein wird, aber das erlaubt
imho noch keine Rückschlüsse auf die Kammern.

Das mit der größe der Gänge wird echt kein Problem, aber zum Beispiel Atta
oder Acromyrmex(?) Ameisen bauen Höhlen in denen teilweise sogar Menschen stehen können, also
kann es ja auch sein, dass die Camponotus es eher eng oder eher geräumig mögen.
Wie große und wieviele Kammern hast du denn?
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Beitragvon Seppl36 » 16. Jul 2006 15:56

Hallo Corvin,

schön das Du auch bald zu den "Pflegern" einer Camponotus ligniperda Kolonie gehörst!

Ich persönlich "pflege" momentan eine Camponotus ligniperda Kolonie und ein paar Lasius niger Kolonien. Die Camponotus ligniperda Kolonie ist mir jedoch ganz besonders ans Herz gewachsen und wird somit auch viel intensiver "studiert" als die anderen Kolonien (die anderen Kolonien sind natürlich auch sehr interessant).
Meine Kolonie lebt im Sommer bei Temperaturen zwischen 24°C und 28°C und wird täglich zeitweise mit einer Wärmequelle in Form einer zusätzlichen Lampe versorgt. Dieses "Sonnenbaden" wirkt ganz unterschiedlich- einzelne Ameisen "sonnen" sich tatsächlich recht ausgiebig und andere Ameisen scheinen schon durch ein kurzes "Bad" einen enormen Schub an Energie zu bekommen. Wenn es dann noch kurz "geregnet" hat, werden immer wieder neue Buddelrekorde aufgestellt (meine Kolonie lebt in einer Sand-Lehm Mischung und ist mehr als zufrieden). Deshalb wollte ich Dich auch fragen warum Du jetzt doch eher zu einem "Stein" tendierst? Wenn Du beides anbietest, werden die Ameisen sich eher für den Sand entscheiden- denk ich, habs aber noch nicht ausprobiert.
Wenn es um das reine Beobachten geht wollte ich einmal von meinen Erfahrungen berichten und fragen ob es nicht auch andere Beobachter gibt. Bei allen Kolonien die ich bisher in ein Becken gesetzt habe (im Reagenzglas- meine Kolonien dürfen in diesem Falle immer alleine ausziehen), wurden die ersten Nesteingänge immer an einer der Formicarienseiten begonnen und noch nie (zumindest bei mir) in der Beckenmitte. Dadurch hast Du mit grosser Wahrscheinlichkeit zumindest einen Einblick in die ersten Nestbereiche. Bis Heute liegen bei mir einzelne Kammern oder Kammerbereiche an Formicarienseiten- diese werden auch regelmässig genutzt. Die Königin höchstpersönlich sehe ich inzwischen jedoch eher selten in einer der vorderen Kammern. Die zahllosen Beobachtungen, die ich beim graben oder ausbessern von Gängen und Kammern bisher machen konnte, möchte ich auf keinen Fall missen und lege Dir deshalb die gute alte "Sand-Lehm Mischung" ans Herz. ;)
Falls Du unbedingt einen "Stein" anfertigen möchtest, werde ich mal schnell ein paar Maßangaben zu "Kammern" notieren. Kleinere (Auslagerungs-)Kammern haben bei mir ungefähr folgende Abmessungen: ca. 4-5cm/ ca. 2-3cm/ ca. 2cm (B/T/H). Große Kammern können sicher 15-20cm breit, 5-10cm tief und vielleicht 3-5cm hoch sein (habe leider nur eingeschränkte Einsicht in die großen Kammern- aber so ungefähr sollten die schon sein). Dazwischen sollte alles gut angenommen werden- soweit ich das bisher einschätzen kann.

Dann noch viel Spaß und Erfolg mit Deiner neuen Kolonie :)

Gruß
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Beitragvon Corvin » 16. Jul 2006 17:23

Danke für den ausführlichen Text!!

Also ich wollte ihnen ja ursprünglich auch Sand/Lehm anbieten, aber ich
finde es viel faszinierender, wenn ich die Tiere überall beobachten kann. Also auch die Eier und die Königin.

Hast du das Becken mit roter Folie abgeklebt oder reagieren sie bei dir auch weniger stark auf Licht? (hab ich mal irgendwo gelesen)

Wie handlest du das mit dem "regnen"? Also wie oft machst du das und immer nach dem Sonnenbaden?

Hast du eine zweite zusätzliche Wärmequelle zu der Lampe?

Wie groß ist dein Formicarium und wie hoch hast du die Mischung eingefüllt? (Könntest du evtl. Bilder posten?)

Hast du ICQ?

Gruß,
Corvin
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Beitragvon Niemand » 16. Jul 2006 17:31

Ein Sand-Lehm Gemisch ist selbstverständlich viel natürlicher, beeinträchtigt aber eben die Sicht auf das ganze Volk und somit die Entwicklung.
Das Nest sollte abgedunkelt sein, da besonderst die Königin extrem auf Lichteinfall reagiert.
(Ich habe sogar schwarz abgedunkelt)

Das mit den Kammer musst du herausfinden.
Ich würde sie nicht zu groß und auch nicht zu viele machen.
Meiner Meinung nach sind 20cm viel zu groß.
Lieber etwas kleiner und das Nest schneller wechseln, als zu groß und es werden Essensreste im Nest entsorgt.
Ich habe 4 Kammern mit unterschiedlich Größenverhältnissen.
Selbst das ist zu groß, da sie das nicht gefressene Futter in einer Kammer entsorgen und es zu schimmeln beginnt.

Probieren geht über studieren.

PS. Eine Atta Kolonie baut auch kein solch großes Nest, wenn sie noch recht klein ist.
Es wird immer der Koloniegröße angepasst.
Niemand
 

Beitragvon Seppl36 » 18. Jul 2006 18:44

Hallo Corvin,

immer gerne- leider habe ich jedoch nicht so oft die Zeit um Berichte oder Antworten zu verfassen.

Meine Kolonie steht (wie auch die anderen Kolonien) eh in einer dunklen und vorallem ruhigen Ecke- ich benutze bei dieser Kolonie keine Folien. Die Ameisen (auch die Königin) benutzen trotzdem auch die einsehbaren Kammern und fühlen sich trotz fehlender Folie auch richtig wohl. Ich persönlich denke das es viel wichtiger ist, das das Becken/die Becken in einer ruhigen Ecke steht/stehen und nicht bewegt werden. Ich werde mich hüten das Becken zu bewegen. Wenn ich auf Beobachtungsposten bin, verhalte ich mich auch ruhig, sitze still und geh auch möglichst nich zu dicht an das Becken. Wenn ich an das Becken gehe, dann nur um es "regnen" zu lassen, "Müll" zu entsorgen oder Dinge die in diese Richtung gehen zu erledigen. Teile eines Nestes zu entfernen oder ähnliches (z.B. Steinwechsel) halte ich für nicht so ratsam. Wenn Du Deine Kolonie in dem richtigen Medium "pflegst" wird diese ihr Nest schon ausbauen, ohne das Du eingreifen musst. Schimmel oder ähnliches bekommst Du mit der richtigen Belüftung, etc. schon in den Griff- bei mir hat es im Nest noch nicht geschimmelt (ein Glück), da meine Kolonie eigentlich alles rechtzeitig "entsorgt" und davon ausgeht das ich es schon wegschaffe. Ein Eingriff in den kompletten Nestbereich würde ich nur im absoluten Notfall in Erwägung ziehen.
Zum "Regen" kann ich nur sagen, das ich es einfach von der Feuchtigkeit des Mediums (Sand-Lehm) abhängig mache, wann es "regnet". Ich lasse von dem Medium selten mehr als 50% trocken werden- es sind eher 60-80% feucht. Wenn dann Feuchtigkeit benötigt wird, muss es halt ma wieder "regnen". Durch "Zufall" "regnet" es tatsächlich regelmässig vor dem "Sonnenbad"- ist aber auf keinen Fall davon abhängig. ;)
Eine Lampe (diese Lampe hat viele "natürliche" Bereiche, erzeugt aber normale Wärme) läuft tagsüber, die zweite Lampe (dieses ist eine "Wärmelampe") wird nur dazugeschaltet wenn es ans "Sonnenbaden" geht oder es mal zu kalt werden sollte. Zu den Lampen kann ich leider keine genaueren Angaben machen, weil diese aus alten Beständen stammen und ich diese nicht beschriftet habe- diese wurden vor längerer Zeit gekauft.
Ich "pflege" die Kolonie in normalkühlschranktauglichen Becken- dafür gibts halt nen paar mehr. :)
Fotos wollte ich bei Gelegenheit eh mal ein paar posten- wollte an meine erste Antwort auch 1-2 Beispiele hängen, habs aber nicht gebacken bekommen (habe momentan keine Möglichkeit extern Bilder zur Verfügung zu stellen und direkt in die Antwort habe ich diese leider nicht eingefügt bekommen). :(
Der Füllstand variiert bei den Becken ein wenig, liegt aber ungefähr bei 10-12cm. Die große Arena ist nur minimal und mit nicht baufähigem Medium befüllt.
Messenger sind momentan auch keine aktiv-sry.

Dann weiterhin viel Erfolg und natürlich auch Spaß!

Gruß
Seppl36
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