Anfängerberatung...

Archivbeitrage aus den Unterforen "Einsteigerfragen" und "Diskussion und Fragen allgemein" aus den Jahren 2003 bis 2008.

Anfängerberatung...

Beitragvon Greyfox » 16. Mai 2007 14:51

Hallo,

ich bin seit Anfang des Jahres "Herr" über eine Lasius niger Kolonie.
Leider musste die kleine Kolonie viele Anfängerfehler ertragen, wie eine nicht ausreichend abgedichtete Arena (Verlust einiger Arbeiterinnen), zu viel Honigwasser bzw. Wasser im Futtertrog (was zum Ertrinken einiger Exemplare führte) und Schimmel, während des Winterurlaubs.
Die Kolonie hat sich auf die Königin und nur noch eine Arbeiterin reduziert.
:-(

Die gute Nachricht, in den letzten 1 1/2 Monaten hab ich keine mehr verloren und die Puppen werden immer größer -> langsam krieg ich den Bogen raus. Hoffe ich.
Lasius niger wohnt in einer Farm mit Arena, aller Ant-Store-Starterset- aufgerüstet um eine Belüftung und liebevoll eingerichtet.

Seit 2 Monaten habe ich auch noch eine Kolonie Camponotus ligniperda (der Ameisenspaß hat mich gepackt). Die Tiere wohnen in einem Antworks-Gelnest (ja, ja, schlagt mich!), mit Arena, ebenfalls belüftet.
Die Tiere sind zu Beginn recht schnell und aus dem Reagenzglas und der Arena in das Gelnest gezogen und haben dort bis vor ca. 3 Wochen auch fleißig ein hübsches Nest mit mehreren großen Gängen gegraben.
Seit etwa drei Wochen scheinen sie damit "fertig" zu sein.
Die meisten der ca. 11 Tiere sitzen in der gröten Höhle bei der Königin und fertig. 3 Krabbler verbringen die meiste Zeit in der Arena. Und schauen nur ab und zu bei der Kolonie vorbei. Die anfängliche Betriebsamkeit hat sich jedenfalls drastisch reduziert.

Jetzt meine gesammelten Fragen:

1) Ist die reduzierte Betriebsamkeit meiner Ligniperdas normal? Erhöht sich die wieder, wenn es mehr werden? Oder liegt es vielleicht an dem so stark kritisierten Gelnest? (wie gesagt, bis vor kurzem hatte ich den Eindruck sie fühlen sich Pudelwohl).

2) Da sich 3 Ligniperdas fast immerzu in der Arena aufhalten und beim Öffnen des Deckels in sofort Richtung Ausgang rennen, muss ich beim Füttern aufpassen wie ein Schießhund, dass mir keine entkommt. Wird das bei mehr Tieren schlimmer oder sollten die Normalerweise nicht so fluchtlustig sein?

3) Die Lasius niger Königin sitzt in einer kleinen Kammer kurz unter der Oberfläche und verlässt diese nie. Die Arbeiterin scheint sich gut um sie zu kümmern - läuft fleißig in die Arena zum Futterholen und so. Kann ich hoffen, dass die Königin mit nur einer Arbeiterin die Kolonie wieder auf die Beine kriegt?

4) Ich hab keinen soo perfekten Blick auf die Eier und will nicht stören, um den zu verbessern. Demnächst sollten ja eigentlich die ersten der nächsten Generation schlüpfen oder?
Wieviele neue Krabbler könnte ich den in der ersten Runde ungefähr erwarten? (es fällt mir echt schwer einzuschätzen, wieviele Eier da drin sind. 10? 15? 100?)

5) Ich habe überlegt, dass ich gerne beide Arenen verbinden würde.
Fürchte aber, dass Ligniperda meine kleinen Lasioten killt.
Ist eine Koexistenz ausgeschlossen? Oder kommen die miteinander aus, solange sie genug Freiraum haben?

6) Derzeit fütter ich meine Ameisen hauptsächlich mit Honigwasser, getrockneten Fliegen und (zusätzlich) einem Dessert aus was frischem: Weintraube, Erdbeere, Apfel, Käse, Wurst.
Tue ich denen mit einem Lebenden Tier, wie einnem Mehlwürmchen oder einer Stubenfliege etwas gutes?
Ich war mal gezwungen eine Wespe zu erschlagen und habe diese dann den Ligniperdern gegeben. Die wurde weiträumig ignoriert.
Auch in der Menge bin ich mir nicht sicher. Zuviel Honigwasser führt bei den Lasiuten zu Ertrinken - habe ich gelernt. Aber wieviele Fliegen braucht eine 12 köpfige Ligniperda-Kolonie, um satt zu sein?

Viele Fragen auf einmal.
Würde mich freuen, wenn ihr mir bei einigen davon Eure Meinung sagen könntet. Bleibt bitte nicht nur am Bösen Gelnest hängen.

Beste Grüße und herzlichen Dank im Vorraus,
Greyfox
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Beitragvon Philsen » 16. Mai 2007 15:10

Moinsen und herzlich Willkommen.

1. Ja es ist völlig normal das die Aktivität im allgemeinen
stetig ansteigt und sich auch wieder reduziert, da also
keine Sorge.

2. Dein Formicarium ist extremst zu klein für Camponotus.
Mindestens ein 40er Becken sollten sie haben - aller mindestens.
Je größer umso besser! Und ja - umso mehr es werden umso
mehr werden auch den Ausbruch versuchen.

3. Ja die Zeichen stehen sehr gut wenn schon wieder Puppen
vorhanden sind. :D

4. Ist sehr unklar formuliert, ich weiss weder auf welche Art
es sich bezieht noch worauf du genau hinaus willst.

5. Ja diese ist ausgeschloßen, allerdings weil die Lasius -
wenns mal mehr sind - die Camponotus abschlachten werden.

6. Übung macht den Meister - heißt das wirst du schon selbst heraus-
finden aber eine Fliege am Tag dürfte den C. ligniperda dicke aus-
reichen.

Naja ich hoff doch mal ich konnt ein wenig helfen.
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Beitragvon Acid150 » 16. Mai 2007 21:28

Ich denke ma bevor dir die Camponotus Kolonie aus dem Formi rauswächst wird das schon verschimmelt sein weil da reicht schon nen mini stück von ner fliege dann fängts wenn du pech hast an zu schimmeln!
Mfg Acid!

PS: Es hat niemand (und damit bist nicht du gemeint Niemand :wink: ) etwas gegen Gel Formicarien solange du eine natürliche Alternative anbietest!
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Beitragvon Greyfox » 16. Mai 2007 22:08

Hallo Acid, hallo Phil,

erstmal herzlichen Dank für die schnellen Antworten.
Ich hätte nie gedacht, dass die Lasianer was gegen die Camponoten ausrichten könnten. Die wirken doch so friedlich.

Besten Dank für den Hinweis mit dem Formicarium. Ich werde natürlich baldest möglich aufstocken und ein größeres Becken besorgen. Das ist eine gute Chance auch an den Laufwegen was zu machen.
Hab da schon ein kleines Konzept gemacht.

Ich muss gestehen, dass meine Camponoten bisher keine Wahl haben, ob Gel oder natürlich. Im Zuge des Umbaus, werde ich das aber berücksitigen.

Jetzt noch zwei erfreuliche Nachrichten:
1) Hat Ligniperda wieder angefangen zu graben, kurz nachdem Phil geantwortet hat. Die Antwort war also schon mal richtig. :-)

2) Haben sie heute nicht mehr ganz so doll versucht zu fliehen. Das macht mir Mut für die Zukunft.

Was die Frage 4) angeht:
Ich meine gelesen zu haben, dass es im Laufe des Jahres bei Lasius Niger (um die gehts), zwei Schlüpfzeiten gibt. Einmal Mai, Juni rum und dann nochmal später, vor der Winterruhe.
Ich nahm also an, dass das mit dem Schlüpfen Schubweise geht.
Nun sehe ich bei meiner Königin zwar viele weiße Kullern, einige etwas größer und schon leicht Ameisenförmig, andere noch kleiner.
Aber ich glaube nicht mehr als 20 dieser "weißen Kullern" zu zählen.

Mit 20 Eiern und einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 3 Jahren pro Arbeiterin, kann ich mir nicht vorstellen, dass die Kolonie jemals in den Tausender Bereich kommt, geschweige denn noch mehr.
Natürlich steckt die Kolonie noch in den Startlöchern und die Bedingungen waren sicher noch nicht optimal, aber bis zu wieviel Nachkommen kann eine Lasius Niger - Königin denn überhaupt in einem Jahr produzieren?

Beste Grüße und nochmals riesigen Dank für die Tips,
Greyfox
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Beitragvon Acid150 » 16. Mai 2007 22:48

Zu der sache mit den Ausbrüchen nochmal. Ich würde an deiner stelle den rand der Arena frühzeitig mit PTFE einstreichen! Auf ein paar Ameisen beim füttern zu achten das sie nicht rauskommen ist nicht schwer aber was meinst du wie das wird wenn da 100 oder mehr warten bis der Deckel aufgeht?
Achja Lasius niger sind ziemlich aggressiv und die würden normalerweise nicht gegen deine Camponotus ankommen aber sie vermehren sich extrem schnell im gegensatz zu den anderen! Und wenn 10 oder 20 Lasius niger auf jeweils 1 Camponotus treffen dann ist es klar wer gewinnt!
Mfg Acid!
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Beitragvon Philsen » 16. Mai 2007 23:05

Hi,

also zu 4., das kann ich absolut nicht bestätigen.
Lasius niger hat eigentlich immer wieder Eier
und demnach auch alle anderen Formen der Brut.

Aber bei den Camponotus ligniperda ist das so ;)

Und nochmal an dich Acid, ich meinte keineswegs
das die Camponotus aus dem Formi herauswachsen,
sondern das dieses generell viel zu klein ist, da
Camponotus wesentlich mehr Platz zum furagieren
braucht.

Camponotus sollte man ab der ersten Arbeiterinnen
wirklich aller mindestens ein 40er Becken bereitstellen,
besser wären zwei 60er.
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Beitragvon Greyfox » 17. Mai 2007 12:13

Na gut, dann lasse ich die auf jeden Fall getrennt und hoffe trotzdem drauf, dass sich Lasius niger extrem schnell vermehrt. (:

Und Camponotus wird wie erwähnt ausgebaut.
Herzlichen Dank,
Greyfox
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