Allesfresser oder nicht!?

Archivbeitrage aus den Unterforen "Einsteigerfragen" und "Diskussion und Fragen allgemein" aus den Jahren 2003 bis 2008.

Allesfresser oder nicht!?

Beitragvon OrlandoG » 2. Apr 2006 21:43

Es heißt doch immer, Ameisen wären Allesfresser. Und in der freien Natur ist dass auch so.
Egal, ob Cola, Käsesemmel etc. über allem habe ich schon Ameisen beobachten können.

Aber meine Ants sind wählerisch. Echt wählerisch. Woran liegts?
OrlandoG
 

Beitragvon Darkness » 2. Apr 2006 21:57

OrlandoG

Naja, das mit allesfresser trifft nicht unbedingt genau zu.
Messor Arten (Ernteameisen), ziehen beispielsweise Körner und Samen anderer Nahrung vor. Arten wie Lasius flavus setzten auf Läusezucht.
Es gibt da noch viele andere Beispiele.
Normal sind alle Ameisen anfangs etwas wählerisch, das kann mit zunehmender Volksstärke aber später bei einigen etwas ändern.
Zum Beispiel Pheidole pallidula, diese essen später auch öfter rohes Fleisch.
Du musst halt ausprobieren zu versuchen was deine Ameisen fressen.

Mfg Darkness
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Beitragvon OrlandoG » 2. Apr 2006 22:05

Stimmt, andere Arten haben sich teilweise spezialisiert. Ich meinte eigentlich Lasius niger. Hätt ich hinschreiben sollen.

D.h es liegt an der Koloniegröße

Meine Frage bleibt:
Aber wieso?

Prozentual kann sich doch der Bedarf an Proteinen, Zucker und Mineralstoffen nicht ändern.
Haben große Kolonien mehr Angst zu verhungern?

Ich kanns mir nicht erklären.
OrlandoG
 

Beitragvon Darkness » 3. Apr 2006 17:47

OrlandoG

Ich denke es ist generell so, das man sich anfangs ein wenig heikel gibt, mit dem Zuwachs nehmen solche Bedürfnisse eher ab und es werden Anpassungen an andere Nahrungsmittel zugelassen.
Jedoch ist das nicht unbedingt bei jeder Kolonie so, dass sie ihr Nahrungsspektrum prinzipiell erweitert. Der Nahrungsbedarf steigt je nach Art mehr oder weniger ausgefallen.
Ich denke nicht das Ameisen durch ein erhebliches Wachstum mehr Angst haben zu verhungern. Sie versuchen lediglich ihre notwendigen Ressourcen zu beschaffen, welche bei einer grossen Anzahl logischerweise höher ausfallen als bei einer kleinen.
Später haben bei mir haben Lasius niger gerne gezuckerte Früchte, Honiglösung, Insekten usw.. zu sich genommen.
Anfangs hab ich sie eben fast nur mit Mücken und Honigwasser hoch gezüchtet. Nach 2-3 Jahren allerdings wieder in die Natur entlassen.
Wenn du auch solche Unterfangen in ferner Zukunft planen solltest, kann ich dir nur zu Herzen legen ihren Jagt Instinkt über die Jahre hin zu erhalten, ansonsten sind sie bei Wiederaussetzung in die Natur geliefert.

Mfg Darkness
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Beitragvon OrlandoG » 4. Apr 2006 16:18

Hm... das Thema ist sicher einer gründlicheren Untersuchung wert.


Mit dem Lebendftutter denke ich, habe ich keine Probleme, ich warte nur, bis sie viele genug sind um was zu erlegen.
Mücken weiß ich imo noch nicht, wo ich sie herbekommen sollte.
OrlandoG
 

Beitragvon Darkness » 4. Apr 2006 16:43

@ OrlandoG

Fliegen kannst du mithilfe von Fliegenmaden heranzüchten, welche in fast jedem Anglergeschäft erhältlich sind. :D
Ausserdem sind Mücken überall anzutreffen.
Das ist natürlich abhängig von der bei dir herrschenden Temperatur.

Mfg Darkness
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Beitragvon OrlandoG » 6. Apr 2006 21:49

Aber Mücken fangen?!... ich kann sie ja nicht mal erschlagen, ohne gleich eine Riesensauerei zu machen. Aber vielleicht kann man die auch züchten. Mein Freund hat in seiner Regentonne angeblich tausende von den Larven.

Na dann werd ich mal die Fliegen probieren.

Danke für die Tipps.
OrlandoG
 

Beitragvon Darkness » 6. Apr 2006 22:46

@ OrlandoG

Ja, das mit der Regentonne könnte gehen, habe es schon oft erlebt, diese Insekten die sich aus den Larven entwickeln sind kleinen Mücken die man oft in Schwärmen umherfliegen sieht.
Nur so ein Tipp zum Mückenfang....
Du kannst ja die Mücke mithilfe eines Glases fangen, danach schliesst du den Deckel und schüttelst es ein wenig.
Somit ist die Mücke für eine begrenzte Zeit nicht wirklich Flugtauglich. Du leerst das Glas aus und quetscht den Kopf der Mücke am besten mit einer Pinzette.
Danach einfach ins Formicarium nahe der Ameisen legen und fertig. :wink:

Mfg Darkness
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Beitragvon OrlandoG » 7. Apr 2006 16:15

@Darkness

kreativ und fast schon brutal... aber klar, anders gehts wohl nicht... die Natur ist auch nicht zimperlich.*Gewissen beruhig*
Irgendwie hätt ich glaube ich weniger Gewissensbisse, wenn ich das Futter einfach unversehrt reinschmeißen könnte...
Zum Glück fressen meine Lasius niger keine Mäuse...

werds mal ausprobieren....
OrlandoG
 

Beitragvon Sahal » 8. Apr 2006 05:45

Hi und Hallo,

Aber meine Ants sind wählerisch. Echt wählerisch. Woran liegts?


Aufgrund Deiner Aussage: "ich warte auf eine gewisse Anzahl Arbeiter" gehe ich mal einfach schlicht und ergreifend davon aus: Deine Kolonie hat einfach keinen Proteinbedarf, der dringend gedeckt werden muss.

Mir ist in insg. 7 Jahren Haltung keine einzige "wählerische" Kolonie untergekommen, gerade L. n. putzt alles weg, was irgendwie nach Tier riecht. Vorlieben, ja... aber bei Bedarf wurde immer alles gefressen ! Vorlieben insofern: gleichzeitig angebotene Tiere wurden bevorzugt.

Gründungskolonien decken idR alle 2-3 Tage ihren Proteinbedarf, in der Zwischenzeit werden höchstens mal Leckerbissen eingelagert oder missmutig gekaut.

Prozentual kann sich doch der Bedarf an Proteinen, Zucker und Mineralstoffen nicht ändern.

Aber Hallo... mal zur Grundlage:
Kohlenhydrate für die Imagos, Porteine für die Larven. Die Königin benötigt beides...

Hohe Aktivität der Kolonie, wenig Larven -> Viel Kohlenhydrate, wenig Protein
Wenig Aktivität, viel Larven -> Wenig Kohlenhydrate, viel Protein

Es ist vollkommen ok, wenn Du Deine Gründungskolonie mit handelsüblichen Insekten oder Teilen davon ernährst. Lege das Futter nicht in unmittelbarer Nähe des Nestes, sondern lasse sie suchen. Wenn sie das (frische) Futter nicht nehmen, haben sie einfach keinen Bedarf. Achte nur auf eine Versorgung mit Honigwasser und Frischwasser, und biete einfach immer wieder Tiere an.

Ein guter Indikator für die Ernährung: bei den Larven sollte ein dunkler Fleck in der Mitte durchscheinen... ca 1/4 der Gesamtlänge. Ein weiterer Indikator: die Eier sollten nicht verschwinden (gefressen werden).

Ansonsten gibts noch für carnivore oder omnivore Arten nen Hyperlinks sind nur für registrierte Nutzer sichtbar
Sahal
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