Abgebissene Gaster

Archivbeitrage aus den Unterforen "Einsteigerfragen" und "Diskussion und Fragen allgemein" aus den Jahren 2003 bis 2008.

Abgebissene Gaster

Beitragvon Frame » 20. Nov 2005 23:50

So, dann möchte ich auch hier einmal mein recht merkwürdiges Pheidologeton problem kundtun.

Musste heute mit entzetzen Feststellen das einige Arbeiter meiner Pheidologeton ohne Gaster durch das Becken rannten.
Bei ein oder zwei wäre es ja halb so schlimm, aber vor gut zwei Stunden waren es schon Fünf.
Konnte auch mehrmals beobachten wie eine Arbeiterin sich bei einer anderen Arbeiterin direkt am Gasteransatz festgebissen hat.
Habe gerade den Müllberg abgesucht und mal die Toten gezählt.
46 insgesamt, davon 12 mit und 34 ohne Gaster.
Habe die Kolonie seit ca. 2wochen und bisher gab es nur 5 oder 6 verstorbene, das konnte man vielleicht auch auf den Transportstreß zurückführen.
Aber warum nun dieser "Bürgerkrieg" ausgebrochen ist ist mir ein Rätsel.
Jeden zweiten Tag gibt es ein Heimchen und ein Mehlwurm, dazu täglich frisches Zuckerwasser.
Erst vorgestern wurde ein Heimchen wieder angenommen, am Hunger kann es eigentlich also nicht Liegen.
Temperatur liegt bei 25-28°C und Luftfeuchte bei ca.70%.
Momentan hat es sich wieder beruhigt aber auf noch so einen Anfall kann ich gern verzichten.
Hat jemand eine Idee woran es liegt?
Frame
 

Beitragvon uta » 21. Nov 2005 01:56

Hmm... hört sich nicht gut an. Nein, am Futter liegt es ganz bestimmt nicht!
Kann von Deiner Beschreibung her auch nicht erkennen, wo die Ursache liegen könnte. Auf den ersten Blick sieht alles okay aus.

Wie schon so oft in den verschiedenen Haltungsberichten von Pheidologeton diversus zu lesen, gibt es immer wieder problematische Phasen beim Start. Die Ursachen des Arbeiterinnensterbens sind kaum eindeutig feststellbar.
Deine Kolonie hat es offensichtlich auch erwischt! :( Aber das die Arbeiterinnen ohne Gaster durch's Becken rannten, das hatten wir ja auch noch nicht... kann mich zumindest nicht daran erinnern. Hoffentlich stabilisiert sich die Situation wieder, und das Arbeiterinnensterben lässt nach.

Ich bin sicher, dass der Verkäufer sich auch noch dazu hier äussern wird, und Dir sicherlich Unterstützung geben wird.

Ich wünsche Dir viel Glück mit Deiner Kolonie! Möge sich alles noch zum Guten wenden!

Viele Grüsse
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Beitragvon gerhard » 21. Nov 2005 02:21

Ich selber hatte solch ein Problem noch nicht, obwohl ich sehr viele Kolonien bei mir betreut hatte, aber es waren einige Pheidologeton-Halter welche mich anriefen, und das gleiche Problem hatten.

Bisher ist dieses Phänomen für mich auch ein Rätsel. Alle Ameisenhalter, welche dieses Problem hatten, hatten keine kranken Ameisen (z.B. Milben) und soviel ich weiß, hatte sich dieses Fehlverhalten später wieder
eingestellt.
Allerdings ist es auch möglich, dass es bei einzelnen Personen weiterhin diese Probleme gab, und sie es mir nicht mitteilten.

Mich würde alle Information hierüber sehr interessieren, um die Ursache
dieser Fehlentwicklung herauszufinden. Halte mich daher, wenn möglich, auf dem Laufenden!
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Beitragvon Frame » 21. Nov 2005 11:55

Das Merkwürdige an der ganzen Sache ist ja das sich wirklich nur die Arbeiterinnen bekämpfen.
Wenn man es denn überhaupt bekämpfen nennen kann.
Sie laufen einfach nebeneinander her und eine beißt sich ohne ersichtlichen Grund in der anderen fest.
Die gebissene wehrt sich aber auch nicht sondern läuft einfach stur weiter bis das Gaster abreißt.
Habe gerade weitere 23 Tote gezählt, davon sind nur fünf dabei die noch ein Gaster haben, und zwei weitere laufen gerade wieder ohne Gaster herum....
Um ganz sicher zu stellen das es nicht an den Futtertieren liegt habe ich vorhin auch noch einmal frische rein getan und sicherheitshalber zerschnitten.
Aufgefallen ist mir das sie immer zum Müllberg hin laufen und dann wieder ins Nest zurückkehren, werde ihn deswegen gleich einmal komplett entfernen. Vielleicht haben sie dort irgendwas gelagert was den Koloniegeruch überlagert.
Ich halte euch weiter auf dem Laufenden.

ps.: Mich wundert das es so einen Thread noch nicht gibt da ja schon einige dieses Problem hatte.
Frame
 

Beitragvon uta » 21. Nov 2005 12:12

Frame hat geschrieben:ps.: Mich wundert das es so einen Thread noch nicht gibt da ja schon einige dieses Problem hatte.


Ja, das wundert mich auch!

Wenn solche Probleme bzw. Verhaltensweisen der Ameisen hier erörtert werden, kann es nur hilfreich für andere Halter sein.

Also ich kann Euch nur ermuntern, hierüber zu berichten, damit wir die Ursachen auch einkreisen können.

Grüsse
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Beitragvon ohrene » 21. Nov 2005 14:58

meine haben wahrscheinlich Milben lol aber beißen sich den gaster nicht ab ^^ hab ja heute welche zum Gerhad eingesand.
Anfangs konnte ich das bei zwei drei Tieren auch beobachten, konnte mir es aber nicht erklären wie es dazu gekommen ist... bei dir scheint es ja extrem zu sein ...
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Beitragvon Frame » 21. Nov 2005 15:07

Wenn es Milben wären dann würden ja auch die Soldaten befallen sein oder!?
Die laufen ja manchmal Putzmunter durch das Becken.
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Beitragvon Ant Freak » 21. Nov 2005 15:52

Was fällt dir den Besonders auf, außer das mit dem Gaster abreißen. verhalten sie sich sonst noch in irgendeiner weiße komisch?
mich interessiert das auch. warum machen sie das usw.
sehr komisch. hab jetzt zum ersten mal gehört dass sie sich selbst killen.
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Beitragvon Frame » 21. Nov 2005 16:58

Sie machen nichts anderes mehr als zum Müllhaufen zu rennen und wieder zurück ins Nest.
Und wenn sich dann zwei begegnen kann es passieren das die andere ohne ersichtlichen Grund zuschnappt.
Frame
 

Beitragvon Ant Freak » 21. Nov 2005 22:08

Vielleicht haben sie verschiedene Düfte. Ameisen orientieren sich doch daran oder?

versuche mal ein paar bilder zu machen.
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Beitragvon ohrene » 22. Nov 2005 15:54

Milben sind eigentlich kaum zu übersehen ^^ also bei mir ist es jetzt zumindestens der Fall... Man sieht wenn man genau hin sieht bei den größeren Tieren am besten z.B. ja die Soldaten flecken... u wenn du welche hättest würde die sich im normal Fall so wie auch bei mir rasend schnell vermehren u es würden alle betroffen sein u somit wär es eigentlich kaum noch übersehbar...
Werde die Tiere aber nicht aufgeben auch wenn das wahrscheinlich sinnlos ist. Ich stelle sie wieder in ein großes Aquarium wo sie einfach besser belüftet sind so wie viel frei Raum haben. An der Köngin bei mir befanden sich bisher nur wenige Milben.
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Beitragvon Gaster » 22. Nov 2005 18:22

Ich hab das Problem nicht, aber ich habe ein Buch gelesen, in dem stand, dass die Ameisen auch Würmer haben können, dann müssten sie aber einen verformten Gaster haben. Falls sie das haben, kann ich mir vorstellen, dass die (noch) nicht betroffenen Worker die Würmer in den anderen wahrnehmen und sie deshalb versuchen, den Gaster, in dem sie sich im Fall der Fälle aufhalten würden abtrennen wollen.
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Problem gefunden!

Beitragvon Frame » 25. Nov 2005 02:37

T´schuldigung das ich mich nun erst wieder melde aber das problem wurde gefunden, aber da ich nicht direkt schreiben wollte: "Hurra alles wieder in Ordnung!" wollte ich erst ein paar tage abwarten.
Mit Hilfe eines Members aus dem Französischen Forum wurde das problem recht schnell aufgeklärt.
Der Aquarienkies war Schuld!
Dieser speichert nämlich kein Wasser wie es zb. Erde oder Sand macht.
Dadurch trocknen die Tiere langsam aus, egal wieviel man sprüht und auch selbst wenn die Luftfeuchtigkeit 70% und mehr beträgt.
Nunja, Problem wurde gelöst.
Jedoch musste ich die Tiere Zwangsumsiedeln da der Kies immernoch in dem Becken war.
Aber sie scheinen es sehr gut überstanden zu haben und haben bereits wieder geschmack an Heimchen und Mehlwürmern gefunden! :D *freu*
Ich habe nun erstmal bei jemanden neue Arbeiter bestellt und hoffe das sie unbeschadet hier eintreffen trotz dieser Temperaturen.
Frame
 

Beitragvon Afra » 25. Nov 2005 12:19

Hallo Frame :D

Bin froh, dass Du die Lösung gefunden hast. Wäre doch echt schade gewesen für Deine Kleinen...

Hoffe auch, dass der zweite Umzug innert kurzer Zeit nicht zu viel Stress verursacht hat und dass sich die Tiere im neuen Nest schnell anpassen.

Hast Du die Tiere während des Umzugs gezählt ? Wieviele sind letztendlich gestorben ? oder wieviele konntest Du retten ?

Gruss
Afra (Du weisst wer ich bin oder ?)
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Beitragvon Houve » 25. Nov 2005 12:31

Dieser speichert nämlich kein Wasser wie es zb. Erde oder Sand macht.
Dadurch trocknen die Tiere langsam aus, egal wieviel man sprüht und auch selbst wenn die Luftfeuchtigkeit 70% und mehr beträgt.


kannst du das nochmal genauer erklären? warum trocknen die ameisen aus, das nest ist doch feucht? hast du den kies nur als bodengrund?

grüsse houve
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