Verkleben der Glasscheibe auf Y-tong

Archivbeitrage aus den Unterforen "Einsteigerfragen" und "Diskussion und Fragen allgemein" aus den Jahren 2003 bis 2008.

Verkleben der Glasscheibe auf Y-tong

Beitragvon mulder » 13. Dez 2005 21:47

Ich möchte mal fragen wie ihr eure scheibe mit silikon verklebt habt.

Macht ihr aussen einfach einen dicken rand mit siikon und lasst innen um die gänge die scheibe direkt auf den ytong kommen
oder,
zieht ihr auch innen die ganzen wände der kammern mit silikon nach?

bei letzterem befürchte ich dass beim aufeinanderdrücken von scheibe und stein vielleicht das silikon in die Kammern quillt. Oder einfach nur sehr wenig benutzen.
Ich würde wahrscheinlich eher nur aussen am rand den kleber auftragen,
müsste dann aber kucken dass die scheibe möglichst bündig am stein aufliegt.

Also wie genau macht ihr dass mit dem Silikon?
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Beitragvon passalidius » 13. Dez 2005 23:15

@ mulder: ...warum so umständlich?

Ich benutze horizontale Ytong-Nester für meine Ameisen, d.h. ich fertige mit gutem und scharfem Werkzeug sogenannte Sacklochbohrungen in den Ytong, welche auch unterschiedlich tief sind. Diese Kammern verbinde ich nachher beliebig durch Ausfräsen der Gänge zu den einzelnen Nestzellen.
Wenn alles fertig und entstaubt ist, arbeite ich eventuell ausgebrochene Stellen nahe der Oberfläche mit Soft-Ton (...im Antstore Shop erhältlich und ausgezeichnet das Material!) noch nach und schaffe dadurch saubere Kanten.
Anschliessend ziehe ich die Oberfläche des Ytong-Nestes sauber mit Schmirgelleinwand ab.

Zum Abschluss belege ich die gesamte Nestoberfläche noch mit einer hauchdünnen Silikonschicht, die den Vorteil hat, noch besser abzudichten und die plan darauf liegende Glasplatte adhäsiv zu binden. Zur Sicherung bringe ich nahe den Eckpunkten an der Glasplatte jeweils einen minimalen Tropfen Silikon an, um die Glasplatte gegen Verrutschen zu sichern!

Das ist alles!

Gruss,

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Beitragvon Houve » 14. Dez 2005 11:47

@passalidius: wie groß ist der abgebildete ytong? wie tief sind denn deine kammern ungefähr? und welche art hältst du darin? hast du das loch in deinem formi bohren lassen oder selbst gebohrt?

...fragen über fragen :D
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Beitragvon passalidius » 14. Dez 2005 12:31

Houve: ...der Ytong ist in einem 30 cm X 20 cm X 20 cm Glasbecken untergebracht (erhältlich im Antstore, mitsamt sauberen, kreisrunden Bohrlöchern!) und hat die Gesamtmasse von 25 cm X 14 cm X 11,5 cm (LBH).

Die Kammern schwanken zwischen 2cm und 6 cm Tiefe.

In einem anderen, aber adäquatem Becken/Nest, halte ich eine grössere Kolonie Camponotus ligniperda.

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Beitragvon passalidius » 14. Dez 2005 14:04

Houve: ...das ist aber nur die halbe Wahrheit!

Der Ytong besitzt selbstverständlich auch ein Bewässerungssystem, in welchem das Wasser durch die abgebildete Rinne in die runde Zisterne fliesst.
Das Ytong-Nest habe ich mit Silikon eben auf dem Glasboden aufgeklebt. Das eingefüllte Wasser verteilt sich so im vorderen Drittel des Nestes.
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Beitragvon passalidius » 14. Dez 2005 14:06

Das eingefüllte Tongranulat ist stark hygroskopisch und ist daher ein noch grösserer Wasserspeicher und dient als Feuchtigkeitspuffer. Da es sich bei dieser Nestvariante um ein homogenes System handelt, ist der gesamte Nestbereich natürlich weit weniger gegen Austrocknen anfällig, als wie wenn ich das Ytong-Nest frei in einem Becken stehen lassen würde.
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Beitragvon passalidius » 14. Dez 2005 14:07

Als oberste Abschlussschicht habe ich einfach Schiefersplit aufgetragen und den Wasserbefülltrichter passgenau in die gefertigte Bohrung gesteckt.
Durch die unterschiedlichen Tiefen der Nestzellen herrschen so auch unterschiedliche Feuchtigkeitsgradienten im Nestbereich vor und die Ameisen können sowohl ihre Vorzugstemperatur (Beheizung von oben durch Infrarotlicht, aufgelegt auf dem Glasdeckel) als auch die zusagendste Feuchtigkeit wählen.
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Beitragvon passalidius » 14. Dez 2005 14:08

Da ich eigentlich noch nie rote Folie für das sogenannte „Untertagegefühl“ der Ameisen benutzt habe, decke ich meine Nester stets mit schwarzen PE-Platten ab. Möchte ich Nestaktivitäten beobachten, so nehme ich die Platte lediglich für ein paar Minuten ab und erlaube mir so den Nesteinblick. Ansonsten lasse ich den Ameisen ihre grösstmögliche Ruhe.
Das homogene Nestsystem wird mittels einer Plexiglasröhre mit der Arena verbunden – das ist alles!
Durch diese Art der Nestbaumethode habe ich mit dem Baustoff Ytong die besten Erfahrungen gemacht. Die Feuchtigkeit bleibt so über mehrere Wochen konstant erhalten, je nach Bedarf kann ich lüften oder den Nestbereich verschlossen halten.

Sollte der Nestbereich einmal zu feucht oder gar nass geworden sein, muss man einfach den Glasdeckel etwas öffnen und zur Seite schieben. Das zuviel an Wasser verdunstet durch die aufgelegte Wärmelampe so recht schnell innerhalb von zwei Tagen, bis sich wieder ordentliche Feuchtigkeitsverhältnisse eingestellt haben.
Da es sich um ein homogenes Nestsystem handelt, können die Ameisen auch nicht entweichen – dennoch bietet sich so immer die bestmögliche Regulierung von Temperatur und Feuchtigkeit innerhalb des Ytong-Nestes.

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Beitragvon Houve » 14. Dez 2005 14:09

sehr interessant deine anlage. welche ameisen wirst du dort einziehen lassen?
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Beitragvon passalidius » 14. Dez 2005 14:14

@ Houve: ...werde noch eine zweite, kleinere Kolonie Camponotus ligniperda im kommenden Frühjahr dort einziehen lassen. Ebenso habe ich die gleiche Nestvariante für Serviformica rufibarbis vorbereitet.

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Beitragvon Houve » 14. Dez 2005 19:01

ja das sind stattliche tiere, die brauchen platz:)
hatte mir anfangs nur gedanken gemacht dass das nest/die kammern vielleicht zu groß ist/sind. aber wenn das so ist ;)

gruß houve
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