von baumarkthammer » 10. Okt 2013 17:30
Fast keine Art lässt sich gut ohne Beheizung halten. Dabei reicht häufig schon eine 40Watt Glühbirne aus um die nötige Wärme zu spenden.
Was Heizmatten angeht, so musst du vorsichtig sein. Liegt das ganze Nest bzw. Reagenzglas auf einer Heizmatte, so kommt es durchaus vor, dass es deutlich zu warm darin wird, das passiert sehr schnell. Außerdem sind viele der Heizmatten nicht regulierbar in ihrer Heizleistung. Die Heizleistung von Glühbirnen reguliert man hingegen einfach indem man den Abstand verändert.
Exotische Ameisen komplett ohne Beheizung zu halten ist zwar möglich, aber keineswegs empfohlen und sehr weit von allem entfernt, was ich als optimal bezeichnen würde.
Von Farmen würde ich persönlich jedem Anfänger abraten, besonders von so großen... und ganz besonders für die Dolichorderus Art, die du dir da angesehen hast, die bauen recht große Kartonnester.
Das Problem bei Farmen ist, dass zwar die Idee der Einsicht in ein natürlich gebautes Nest sehr gut ist, die Realität sieht häufig anders aus. Bei so großen Farmen hat man da häufig das Problem, dass man nämlich gar keine Nesteinsicht hat, weil die Ameisen eben gerade nicht an der Scheibe bauen.
Als Anfänger hat man weit mehr Freude, wenn man sich ein Ytongnest besorgt oder eine andere Nestform mit viel Nesteinsicht. Gibt man schon am Anfang sehr viel für die Becken und Farmen aus, dann kommt schnell der Verdruss weil wenig passiert (und bei kleinen Kolonien passiert man Anfang halt eben wenig).
Von den Ameisen die du dir angesehen hast, würde ich dir stark von der Dolichoderus abraten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie außerhalb von einem Tropenterrarium mit Passifloras oder anderen Pflanzen mit Nektarien besonders interessant sind. Und ich rede hier nicht von "Regenwaldsetting", sondern von einem stark bepflanzten und sehr feuchtem Terrarium in Übergröße.
Die meisten Aphaenogaster sind recht aktiv und anspruchslos, einige haben durchaus schon Extrawünsche oder sind anspruchsvoller, aber Aphaenogaster araneoides oder Aphaenogaster feae sind mir nicht als solche bekannt.
Bei vielen exotischen Camponotus gestaltet sich die Haltung nicht schwerer als bei einheimischen Vertretern (etwa Camponotus ligniperdus, Camponotus vagus und Camponotus herculeanus), Anfängern wird von diesen abgeraten, weil sie etwas mehr kosten und der finanzielle Verlust bei einer erfolglosen Haltung größer ist, meiner Meinung nach sind viele davon auch für Anfänger geeignet.
Du musst dir aber im Klaren darüber sein, dass bei kleinen Camponotus Kolonien häufig die Aktivität nicht so groß ist wie man es sich wünschen würde, erst mit der Zeit steigert sich die Aktivität mit der Brutmenge ohne dass man es wirklich merken würde. An einer Arbeiterinnenzahl kann man das aber leider nicht festmachen.
Gruß
Kaj