Bitte um Hilfe bei Bestimmung: Pachycondyla spec.

Wer wissen möchte, welche Ameisenart er gefunden hat, findet hier Hilfe.

Re: Bitte um Hilfe bei Bestimmung: Pachycondyla spec.

Beitragvon baumarkthammer » 23. Nov 2011 00:10

Nunja, ich würde die Königin gründen, wie ich auch mal eine gründende unbegattete Königin von Pachycondyla apicalis gründen ließ bzw bekommen habe.
Ähnlich wie man Zuchtansätze für Fruchtfliegen macht, zumindest der Behälter ist der selbe.
Eine Dose mit einem Lüftungsgitter oben. Zwei Finger breit Erde, eine Schicht Seramis darunter, so bleibt es ewig feucht.
Die Sache mit dem Holz ist immer die, dass zwar in der Natur Holz sicher das ist, worin diese Arten gründen, in der Haltung trocknet es aber oft entweder aus oder schimmelt, von Phil weiß ich zB dass er ewig gebraucht hat, bis er ein RG mit Holznest für seine gründenden Camponotus truncatus gebaut hat.
Allerdings können Pachycondyla ein umgedrehtes Teelicht nicht von einer Höhle in Holz unterscheiden, sowas bietet sich also als Nestgelegenheit an, wird von den Königinnen eh immer umgebaut, wie sie wollen. Entweder bauen sie es zu oder sie erweitern die Höhle, ganz wie sie wollen.
Das Teelicht kann man ab und zu hochheben, um zu gucken wie es bei der Gründung so läuft.

Als Futter bei der Gründung eignet sich alles, Pachycondyla sind absolut nicht wählerisch was Insekten angeht. Sogar kleine Mehlwürmer kann die Königin mit den riesen Mandibeln einfach durchschneiden, das schaffen nicht viele. Zucker solltest du in einer eingedrückten Hülle von Medizin anbieten, darin kann sie nicht ertrinken, es trocknet aber auch nicht dierekt aus.

Ein paar Springschwänze aus dem Wald können nicht schaden, die fressen dann schnell alles an Dreck auf was anfällt, beugen auch Schimmel des Bodens vor, da die Lüftung bei der Dose zwar gut sein wird, aber man kann nie sicher genug sein.

Befeuchten kannst du bei der Methode dann per Sprühflasche, das sollte reichen, kannst aber natürlich auch ein Röhrchen in die Seramisschicht führen lassen.

Während der Gründung könnte man zwar erwarten, dass die Königinnen friedlich sind, allerdings sind sie eher sehr angespannt und mögen es aus dem Nest zu kommen und dich anzugreifen, Pachycondyla sind generell recht zickig was die Neststörungen angeht.

Organisches Material außer Futter und Erde sehe ich da eher negativ. Einfach ist bei der Gründung einfach besser.

Das ist eigentlich ein gutes Shema f an das ich mich immer halte, wenn es um die Gründung von exotischen Königinnen geht, das habe ich mir natürlich abgeguckt und bin auch sehr froh darüber.^^
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Re: Bitte um Hilfe bei Bestimmung: Pachycondyla spec.

Beitragvon AntsInSL » 23. Nov 2011 12:09

Danke für die ausführliche Hilfe. Sie scheint nicht direkt unglücklich mit dem Teelicht zu sein und betrachtet es auch als Nest,
das Problem ist nur, ohne Lampe fällt sie Temperatur schnell auf 16°C ab und mit Lampe und Deckel (wegen der Feuchtigkeit)
wird es sehr feuchtwarm, etwa um die 28°C, was der Gyne eindeutig zu heiß ist; immer wenn die Lampe länger an ist,
fängt sie wieder an mit den Eiern durch die Gegend zu rennen. Ich werde deshalb als Beleuchtung LEDs kaufen
und für die Wärme eine 3W Heizmatte. Inzwischen hat sie schon drei Spinnen gefressen (?).
Es ist verrückt, sie hat noch keine Larven, aber mittelgroße Spinnen verschwinden ein paar Minuten nachdem ich sie reingelegt hab,
und ich finde sie nicht mehr, auch nicht im Nest (natürlich waren die Spinnen tot :P )
Das Becken ist sehr klein, deshalb befeuchte ich nicht per Sprühflasche (nicht dass das Nest überschwemmt wird),
sondern mit einer Spritze mit Kanüle, sozusagen eine Mini-Sprühflasche ;)
Wie du das mit dem Fruchtfliegenbehälter meinst, habe ich noch nicht ganz verstanden, aber ich denke mal,
ich werde sie auch ersteinmal unter dem Teelicht lassen und die Temperatur anpassen.
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Re: Bitte um Hilfe bei Bestimmung: Pachycondyla spec.

Beitragvon mtrein » 23. Nov 2011 12:29

Ich habe dir gesagt sie isst viel! :)
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Re: Bitte um Hilfe bei Bestimmung: Pachycondyla spec.

Beitragvon skateduffy » 23. Nov 2011 16:00

"Allerdings können Pachycondyla ein umgedrehtes Teelicht nicht von einer Höhle in Holz unterscheiden [...]." Woher weißt du das? Die Aufzucht in einem kleinem Behältnis ist sicherlich vorteilhaft. Gerade auch, weil darin die Luftfeuchte und Bodenfeuchte meist optimal gestaltet werden können. Ich habe meine Korkröhre immer zur Hälfte eingegraben. Ein Teil war also mit feuchter Erde bedeckt, der andere Teil lag an der Luft. Probleme mit Schimmel hatte ich noch keine. Ich würde Baumarkthammer aber Recht geben, dass es passieren kann.

LG
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Re: Bitte um Hilfe bei Bestimmung: Pachycondyla spec.

Beitragvon baumarkthammer » 23. Nov 2011 17:19

@ skateduffy, das ist natürlich eine Vermutung. Sollte im Grunde nur heißen, dass die Gründung sowohl in einem Stückchen Holz als auch einem Teelicht möglich ist.
Ich würde übrigens keine Korkrinde wählen, die ist sehr hart und speichert mittelmäßig Feuchtigkeit, ich nehme lieber weißfaules Holz, vorzüglich von Eichen, das schimmelt nicht so schnell, ist unglaublich weich und schimmelt selten. Meinen Beobachtungen nach die erste Wahl von Ameisen in der Natur.
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Re: Bitte um Hilfe bei Bestimmung: Pachycondyla spec.

Beitragvon AntsInSL » 23. Nov 2011 19:07

Ich lasse sie unter dem Teelicht. Das ist am Einfachsten und sie scheint sich dort wohlzufühlen.
Durch langes Hinundherschieben vor der Lampe und Temperaturmessen habe ich jetzt auch einen idealen Abstand zur Lampe,
sodass bei Beleuchten 23-24°C im Becken sind. Heute habe ich kurz das Teelicht weggenommen und ihr lockere Erde darunter getan,
sie hat es nicht allzu sehr gestresst, nach ein paar Sekunden ist sie wieder unter das Teelicht gegangen und hat sich dort eingerichtet.
Ich hätte schon Lust einen HB zu machen, aber ich warte damit noch ab, bis die Gründung geklappt hat.
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