von earlant » 9. Sep 2006 16:34
Es bedeutet, dass eine Art im Freiland im Herbst regelmäßig einen Umzug veranstaltet und komplett an einen anderen, oft mehrere Meter entfernten Nistplatz umsiedelt. Im Frühjahr, sobald es wieder warm genug ist, zieht das Volk zurück in das im Vorjahr benutzte "Sommernest". Beschrieben und einigermaßen gut untersucht ist das für Formica (Raptiformica) sanguinea. Das Winternest ist oft eher im Schatten, wo es an sonnigen Wintertagen nicht zu warm werden kann.
Was es in dieser Hinsicht mit Tapinoma erraticum auf sich hat, weiß ich nicht. Die Formulierung ist merkwürdig, wo nicht unbeholfen. Tapinoma-Arten sind ganz allgemein Opportunisten, die immer wieder schnell das Nest wechseln. Ein Dachziegel, in die Natur entsorgt, kann am nächsten Tag Behausung für ein Tapinoma-Nest sein. Hebt man ihn einmal an, ist das gestörte Volk am nächsten Tag verschwunden und sitzt vielleicht 1/2 m weiter unter einem Stein.
mfG,
Earlant