Schlauch quer durchs Zimmer

Archivbeitrage aus den Unterforen "Einsteigerfragen" und "Diskussion und Fragen allgemein" aus den Jahren 2003 bis 2008.

Schlauch quer durchs Zimmer

Beitragvon Marc_R. » 6. Mai 2007 13:40

Hallo,
Ich bin neu hier und ein absoluter neuling was Ameisen angeht.
Erfahrung habe ich schon mit sämtlichen Insektenarten über Jahre gesammelt.
Nun zu meiner Frage:
ich Suche eine Ameisenart, welche keine winterruhe hält, nicht zu teuer ist und auch nicht gerade zu der Königsdisziplin unter den Ameisen gehört.

Nun meine Vorstellung:
Mehrere (mind.2) Becken welche ich mit PvcSchläuchen verbinde und diese quer durch mein Zimmer leite.
Also zb Nest in Formacarium 1 und futter bzw nistmaterial in Formacarium 2.
Dabei möchte ich gerne beobachten wie die Ameisen sich koordinieren.
Welche Ameisenart ist dafür geeignet?

Danke schonmal für eure Hilfe
MfG
Marc

Edit Uta

Ersteinmal herzlich Willkommen hier im Forum Marc_R

Habe den thread mal in "Hilfe für Einsteiger" verschoben, weil der Schwerpunkt der bisherigen Diskussionsinhalte m.E. dorthin besser passt. :)
Marc_R.
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Beitragvon Markus » 6. Mai 2007 15:05

http://www.antstore.net/viewtopic.php?t=2325
Brücken braucht das Land.

Bei Lasius sp. klappt es jedenfalls so, nur bei kleineren Kolonien sollte man vielleicht aufpassen, da sie teilweise in das Rohrsystem siedeln und man so vielleicht weniger vom Nest hat.
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Beitragvon NuEM » 7. Mai 2007 00:49

Alle Ameisen ohne Winterruhe sind Exoten, und als solche grundsätzlich nicht für Anfänger geeignet. Erfahrungen mit anderen Insekten (Ich bezweifele mal ganz frech, das du sämtliche 1,x Millionen Arten gehalten hast ;) ) sind nicht direkt auf Ameisen übertragbar.

Ab einer gewissen Koloniegröße vermehren sich viele Ameisenarten sehr schnell, und sind äußerst hartnäckige Ausbruchskünstler. Von exotischen Arten, ihren Mitbringseln, Krankheiten und Parasiten geht eine nicht einschätzbare Gefahr für unsere Umwelt aus.

Außerdem kannst du davon ausgehen, dass 99,9% aller gehandelten Ameisen Wildfänge sind, die teilweise mit ihren Nestern (inkl. allem was da drin kreucht und fleucht) um die halbe Welt verschickt werden.
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Beitragvon Lorry » 7. Mai 2007 02:32

NuEM hat geschrieben:Alle Ameisen ohne Winterruhe sind Exoten, und als solche grundsätzlich nicht für Anfänger geeignet.


mal wieder so eine super kluge antwort , meinen glückwunsch dazu. :violent01:

es wird wohl eher so sein, das es auf jeden selber ankommt, wie weit er sich informiert und vorher mit beschäftigt.
wen du dich eine weile durch die verschiedenen foren wühlst und haltungsberichte liest, wirst du was passendes finden und auch erfolgreich halten können .
die ameisen selber werden aber nicht das teuerste sein eher die technik und das zubehör.
also schauen was man sich zutraut und einem auch gefällt und dann gedanken machen was man benötigt um sie zu halten oder wie die anlage gestalltet werden soll.
(will man auch noch futtertiere züchten ?)

so hab ich es jedenfalls gemacht
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Beitragvon NuEM » 7. Mai 2007 13:43

Ich stehe zu der Aussage. Es geht hier nicht um Selbstentfaltung, sondern um Gefahrenabwehr. Daher ist es nicht ausschlaggebend, ob von 10 Anfängern 8 die Exotenhaltung auf Anhieb gelingt. Wichtig sind die 2, die grobe Fehler begehen, welche zum Entweichen von Ameisen und/oder zum Freisetzen kontaminierten Materials führen! Fehler, die mit mehr Erfahrung vermeidbar sind.

Es ist keine Schande, Anfänger zu sein. Man lernt mit der Zeit, man lernt aus Fehlern, jeder macht zu Anfang kleine oder auch größere Fehler. Das ist normal. Und nicht zuletzt deshalb fängt man in der Ameisenhaltung mit Arten an, bei denen ein kritischer Fehler nicht gleich die Katastrophe bedeutet.

Ich behaupte nicht, dass der OP unfähig zur Exotenhaltung ist. Genausowenig wie ich behaupte, dass jemand unfähig zum Autofahren ist. Trozdem schicken wir die Leute zuerst in die Fahrschule, und dann durch die Fahrprüfung, bevor wir ihnen einen Führerschein in die Hand drücken.

Vom Gesetz her braucht man keine Prüfung, um Exoten halten zu dürfen. Aber man bekommt den ehrlich gemeinten Rat von uns, lieber erst mit "harmloseren" Arten zu beginnen.

Wenn der OP oder sonst wer dazu noch Fragen hat, ich stehe zur Verfügung.

Edit: OP = Original Poster, damit ist der Ersteller des Themas gemeint.
Zuletzt geändert von NuEM am 7. Mai 2007 16:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Necturus » 7. Mai 2007 15:16

Finde Nuem hat das treffend formuliert. Grund zur Beschwerde seh ich garnicht, das Forum soll eine sinnvolle Hilfe zur Haltung von Ameisen sein, und ohne kritische Töne wäre es das nicht. Kritikfähigkeit sollte aber schon vorhanden sein, ob nun hier oder wo auch immer. Wer sich immer nur die Informationen rauspickt, die er haben will, steht schnell dumm da.

PS: OP?
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Beitragvon Markus » 7. Mai 2007 16:58

Es ist doch so: bei der Haltung von Ameisen (und natürlich anderen Tieren und Pflanzen) gibt es zwei Arten der Erfahrung:
-die Erfahrung an Informationswerten, also das Wissen, dass man sich anlesen kann, sozusagen die Theorie und
-die Erfahrung, die man bei der Haltung selbst macht.

Die Typischen Anfängerarten sind aus gutem Grund einheimische Tiere:
sie verzeihen Anfängerfehler leichter, sie sind an die klimatischen Bedingungen in etwa angepasst, die ihnen der Halter leicht bieten kann (wenn vor der Haustüre gefangen) und sie haben kein oder kaum Gefahrenpotential (vor der Haustüre gefangen.

Darum ist meine Bitte, sich vor der Haltung von Exoten erst mal mit Einheimischen zu befassen, da man sich zwar auch sehr informieren muss, aber für die zweite Art der Erfahrung nicht unbedingt einen zu hohen Preis zahlen muss.

Damit schlage ich vor, wieder zum Thema zurückzugelangen.
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Beitragvon Michel » 8. Mai 2007 09:37

Moin Marc_R.,

um mal wieder auf deine Frage zurückzukommen:

Für dein Vorhaben halte ich Polyrhachis dives für geeignet(keine Winterruhe, nicht allzu teuer, sehr robuste Art etc.).

Ich habe selber eine wie von dir beschriebene Anlage:
Ich halte Polyrhachis dives in einem 1mx0,4m-Becken, welches durch einen ca. 3,5m Schlauch mit einem 0,6mx0,3m-Becken verbunden ist.
Das große Becken dient dabei als Nestbecken und das kleinere als Futter und Abfallbecken. Da ich nur im Futterbecken Futter- anbiete, kann man stets einen regen "Verkehr" zwischen den Becken beobachten. :grin:

Polyrhachis dives ist also grundsätzlich für solch einen Aufbau geeignet,
aber die schon oben angesprochene Frage, ob man als Anfänger gleich Exoten halten sollte, muss jeder für sich selber entscheiden.

MfG Michel
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