Fragen zur Winterruhe

Archivbeitrage aus den Unterforen "Einsteigerfragen" und "Diskussion und Fragen allgemein" aus den Jahren 2003 bis 2008.

Fragen zur Winterruhe

Beitragvon shar » 12. Sep 2008 08:05

Servus zusammen.

Die Winterruhe steht ja bekanntlich vor der Türe und da drängen sich langsam diverse Fragen dazu auf, die für mich im Moment noch Rätsel aufgeben.

Temnothorax unifasciatus und nylanderi - beide hausen ja in recht trockenen Nestern.
U.a. hat Hr. Dr. Prof. Buschinger eine Kolonie Temnothorax unifasciatus wohl sehr gut einige Jahre in einem Objekträgernest gehabt.
Temnothorax nylanderi werden ja recht oft in Nussschalen gehalten und sind ja in der freien Natur auch in entsprechendem Microklima zu finden, nur stellt sich mir dahingehend jetzt die Frage, wie herrscht in dem Nest eine ausreichende Feuchtigkeit für den Winter, damit die ´Meisen darin nicht vertrocken?
Gleiches gilt für Camponotus ligniperda die in Totholz nisten.

Ich denke mal nicht, daß sich die Feuchtigkeit da ewig hält bzw. durch Eis und Schnee ja auch isoliert wird und von der kalten und eben trockenen Luft ganz entzogen wird?!


Danke im voraus.


Grüßle ~Shar~
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Re: Fragen zur Winterruhe

Beitragvon The_Paranoid » 12. Sep 2008 08:41

shar hat geschrieben:Temnothorax nylanderi werden ja recht oft in Nussschalen gehalten und sind ja in der freien Natur auch in entsprechendem Microklima zu finden, nur stellt sich mir dahingehend jetzt die Frage, wie herrscht in dem Nest eine ausreichende Feuchtigkeit für den Winter, damit die ´Meisen darin nicht vertrocken?
Gleiches gilt für Camponotus ligniperda die in Totholz nisten.

Verwundert mich eigentlich nicht wirklich. Geht man mal in den Wald und schaut, wo so bewohnte Eicheln liegen, so findet man diese fast immer auf dem Waldboden. Oft zugdeckt von ein paar Blättern in der Streuschicht. Hier ist es immer feucht.
Ähnliches gilt auch für Totholz. Trockenes Totholz im Wald zu finden? Gibts auch nur sehr selten.
Von daher sehe ich da eigentlich kein Problem, dass die Tiere es feucht genug haben.
Im Winter ist das Problem dann noch weniger ausgeprägt.
Kalt=Trocken stimmt so nämlich nicht. Im Sommer kommt warme feuchte Luft zu uns in die Wohnung und bleibt feucht. Im Winter kommt kalte feuchte Luft zu uns rein, erwärmt sich und die Luftfeuchtigkeit sinkt. Das sinken der Feuchtigkeit passiert aber nur durch den Wärmeunterschied draussen->drinnen. Bei Aussentemperatur ist die Luft trotzdem feucht.
Merk ich auch bei mir auf dem Dachboden wo ich meine Tiere überwintere und wo (im Winter) annäherend Aussentemperatur herrscht. Im Sommer habe ich dort eine rLF von 30 bis 40% im Winter sind es dann 70 bis 80% und mehr.


Eis bzw. Schnee isoliert? Was die Temperatur angeht vielleicht. Aber ist es nur leicht über Null, alles schmilzt, so braucht sich wohl keiner Sorgen wegen mangelnder Feuchtigkeit machen. Unter Null ... naja, grob gesagt gibt es dann überhaupt keine Luftfeuchtigkeit mehr, was für die Tiere aber auch egal ist. Über die Atmung verlieren sie nun kein Wasser mehr. Stoffwechsel ist eh total runtergefahren. Alles in Butter.
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