Fragen zu Messor barbarus

Archivbeitrage aus den Unterforen "Einsteigerfragen" und "Diskussion und Fragen allgemein" aus den Jahren 2003 bis 2008.

Fragen zu Messor barbarus

Beitragvon Reduan » 28. Mai 2007 17:59

Guten Tag zusammen!

Ich habe letzten Freitag meine Messor barbarus Kolonie mit ca. 12 Arbeiterinnen u. 3 Puppen bekommen.

Die Kolonie habe ich in dem Reagenzglas gelassen, in dem ich sie auch bekommen habe. Das Reagenzglas habe ich in eine ca. 15x10cm große Arena gelegt. Die Arena wird ca. 10Std. am Tag mit einer Lampe bestrahlt, so dass in dieser Zeit die Temperatur bei ca. 28-30 Grad liegt. Die Luftfeuchtigkeit beträgt immer zwischen 70 u. 90%. Als Nahrung gebe ich ihnen Löwenzahn- sowie Nachtkerzensamen, Honigwasser u. abgekochte Madenstückchen. Eine Wassertränke (mit Seramis ausgelegt) steht ebenfalls in der Arena.

Meine erste Frage wäre, ob die Bedingungen soweit in Ordnung sind? Für jeden Verbesserungsvorschlag wäre ich sehr dankbar!

Jetzt kommen wir zum hoffentlich kleinen Problem:

Als die Ameisen angekommen sind, war das Wasserreservoir im RG bereits leer. Durch die Bestrahlung der Lampe bildete sich jedoch noch Feuchtigkeit im Reagenzglas. Dennoch befürchte ich, dass es in diesem recht bald ziemlich trocken werden könnte. Aus diesem Grund habe ich jetzt das vorgefertigte, noch viel zu große, YTong-Nest an die Arena angeschlossen (das ich eg. erst bei einer Koloniestärke von 50 Tieren zur Verfügung stellen wollte) und in der Arena ein weiteres mit Wassertank bestücktes Reagenzglas mit kleinem Eingang angeboten. Da immer wieder einzelne Arbeiterinnen das aktuelle Nest verlassen, um Nahrung in dieses zu schaffen, glaube ich, dass es der Kolonie dort noch gut geht (habe das RG übrigens mit Sand zugeschüttet, so dass es nicht einsehbar ist)...

Jetzt die entscheidende Frage:

Kann ich davon ausgehen, dass sie eine der zwei angebotenen Alternativen freiwillig annehmen, wenn ihnen das aktuelle Nest zu trocken wird? Oder muss ich sie zum Umzug "zwingen"?
Ich frage auch deshalb, da die Arbeiterinnen den Eingang zum Nest so zugebaut haben, dass die Königin nicht herauskommen kann...

Ich weiss, dass man die Ameisen nicht zum Umzug drängen soll. Ich möchte aber auch keine tote Gyne vorfinden, wenn ich in einem Monat mal in das RG schaue!

Wäre nett, wenn mir da jemand einen Rat geben könnte!

Noch einmal was anderes:

Hat hier jemand genauere Infos zum Koloniewachstum? Habe in Erfahrung bringen können, dass die Entwicklung etwas langsamer als bei anderen Arten ist. Würde aber schon gerne etwas genauer wissen, worauf ich mich so einstellen muss. Daher, wisst ihr zufällig noch, wieviele Arbeiterinnen ihr z.B. nach 2,4,6 Monaten usw. hattet? Dann hätte ich wenigstens eine ungefähre Richtlinie in Hinblick auf meine Haltungsbedingungen...

Weiterhin würde mich noch interessieren, ab welcher Koloniegröße ihr die ersten Majors bewundern konntet (auf den Fotos hier im Forum sehen die ja echt riesig aus!)? Ist es bei Messor barbarus eg. generell so, dass die Köpfe bei den Majors im Vergleich zu ihren Körpern und den Medias u. Minors wesentlich heller sind?

Honigwasser scheinen meine Messors total zu ignorieren! Trotzdem weiter füttern? Würde Fischfutter als Proteinquelle ausreichen, sofern meine es annehmen?

Gegenfrage: Hat schon jemand negative Erfahrungen mit Fischfutter u. Haferflocken bei Messor barbarus gemacht?

Schon einmal vielen Dank für eure Hilfe,

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Re: Fragen zu Messor barbarus

Beitragvon jofausk » 30. Mai 2007 08:48

Hallo.
Reduan hat geschrieben:Die Arena wird ca. 10Std. am Tag mit einer Lampe bestrahlt, so dass in dieser Zeit die Temperatur bei ca. 28-30 Grad liegt. Die Luftfeuchtigkeit beträgt immer zwischen 70 u. 90%.


Bei der Bestrahlung solltest du aufpassen, dass das Reagenzglas nicht zuviel abbekommt. Sonst wird es da schnell wärmer als die 30°C. Ausserdem sind die Nestbereiche in der Natur ja auch nicht der prallen Sonne ausgesetzt, da unter der Erde. Also ruhig noch 2-3°C kühler ansetzen. Die Luftfeuchte erscheint mir in der Arena auch etwas zu hoch. 50-70% sind denke ich besser. (Im Nestbereich sind es dann ohnehin mehr.)

Reduan hat geschrieben:Als Nahrung gebe ich ihnen Löwenzahn- sowie Nachtkerzensamen, Honigwasser u. abgekochte Madenstückchen. Eine Wassertränke (mit Seramis ausgelegt) steht ebenfalls in der Arena.


Soweit so gut.

Reduan hat geschrieben:... und in der Arena ein weiteres mit Wassertank bestücktes Reagenzglas mit kleinem Eingang angeboten. Da immer wieder einzelne Arbeiterinnen das aktuelle Nest verlassen, um Nahrung in dieses zu schaffen, glaube ich, dass es der Kolonie dort noch gut geht


Auch wenn das Wassereservoir leer ist, so reicht die in dem Wattepfropfen gespeicherte Menge noch für einige Tage aus um im Nest ein gutes Klima zu schaffen. Den Ytong hättest du dir noch sparen können. Das "neue" Reagenzglas einfach als Nest einrichten hätte genügt. (3-4 cm Wassertank)

Reduan hat geschrieben:Kann ich davon ausgehen, dass sie eine der zwei angebotenen Alternativen freiwillig annehmen, wenn ihnen das aktuelle Nest zu trocken wird? Oder muss ich sie zum Umzug "zwingen"?
Ich frage auch deshalb, da die Arbeiterinnen den Eingang zum Nest so zugebaut haben, dass die Königin nicht herauskommen kann...


Wenn das alte Nest zu trocken wird, dann wird die kleine Kolonie aich auf die Suche nach einem neuen Unterschlupf machen. Und wenn sie den Eingang selbst zugebaut haben, dann können sie ihn auch selbst wieder vergrößern.

Reduan hat geschrieben:Hat hier jemand genauere Infos zum Koloniewachstum?


Dazu kann ich noch nicht viel sagen, da meine Kolonie auch erst wenige Arbeiterinnen groß ist.

Reduan hat geschrieben:Honigwasser scheinen meine Messors total zu ignorieren! Trotzdem weiter füttern? Würde Fischfutter als Proteinquelle ausreichen, sofern meine es annehmen?


Das sie Zucker/Honig verschmähen kann man hier und da lesen. Jedoch habe ich gestern auch zum ersten mal bei mir eine Arbeiterin an der "Zucker-Watte" interessiert gesehen. Fischfutterflocken nehmen sie prinzipiell an, wie auch getrocknete Mückenlarven. (Hab ich schon getestet.) Inwiefern es als alleinige/ausreichende Proteinquelle genügt kann ich hier nicht sagen. So riesig ist der Appetit bei einer noch sehr kleinen Kolonie ja noch nicht.

Ciao, JoFausK.
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Beitragvon Reduan » 30. Mai 2007 09:52

Ich muss dir mit dem Ytong zustimmen, zumal es ja auch viel zu groß ist. Trotzdem bin ich mal gespannt, ob die Kolonie in das "neue" RG oder in das Ytong-Nest umzieht. Gestern Abend waren zumindest 6 von 12 (!!!) Arbeiterinnen in der Arena unterwegs. Vorher waren es max. immer 2 Arbeiterinnen. Dabei wurde das Ytong-Nest auch schon inspiziert. Selbst die Königin hatte das aktuelle RG schon mit den Fühlern verlassen! Immerhin... :wink:

Tja, die Luftfeuchtigkeit scheint so ein wenig der kritische Punkt bei der Haltung von Messor Barbarus zu sein.

Vor der Entscheidung zur Haltung dieser Art habe ich mich natürlich im Internet durch das Lesen verschiedener Haltungsberichte über Messor Barbarus informiert!

Zum Thema Luftfeuchtigkeit schreiben manche Halter, dass 70-90% ideal sind (und dass sie bei geringerer LF ein sehr schlechtes Koloniewachstum beobachten konnten). Andere hingegen schreiben, dass 50-70% sehr gut sind (und eine höhere LF ein zu feuchtes Umfeld für ein gutes Koloniewachstum darstellt).

Ich denke, ich werde es die ersten 2 Wochen mal bei einer LF von 70-90% belassen und dann mal schauen, ob mehr Brut vorhanden ist. Falls nicht, probiere ich es mit einer niedrigeren LF. Mehr Brut dürfte doch zumindest ein Indikator für eine relative Zufriedenheit der Kolonie (und besonders der Königin) sein.

Wie lange hast du deine Kolonie denn schon. Wie schaut es mit der Brutentwicklung aus?

Bis später,

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Beitragvon jofausk » 31. Mai 2007 07:13

Hallo,

hab meine Königin während der Winterruhe vom Antstore geholt und dann Anfang März ausgewintert. (Schön langsam versteht sich.)

Beim Nachschauen etwa vor einer Woche waren es 4 Arbeiterinnen irgendwas zwischen 5 und 10 Puppen und auch jeweils knapp 10 Larven und Eier. Eine, wenn man nach den Angaben anderer Halter schucht, normale Entwicklung wie ich finde.
Riskiere nur aller 1-2 Wochen einen ganz kurzen Blick. Jedoch konnte ich in den letzten Tagen auch gelegentlich mal eine oder 2 Arbeiterinnen am Nesteingang oder auch ausserhalb des Nestes beobachten.

Temperatur: 23-25°C und für 3-4 Stunden am Tag 26-28°C Lufttemperatur ausserhalb des (gut isolierten) Nestes gemessen.
Feuchtigkeit: "Standart Reagenzglas Feuchtigkeit". Ausserhalb des Nestes wird nicht extra befeuchtet, also eher trockenes Klima. (Normale Zimmer-Luftfeuchte)

Ciao, JoFausK.
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Beitragvon Reduan » 3. Jun 2007 11:00

Hab da mal 2 kurze Fragen:

1.) In der Arena (in der sich auch das RG befindet) herrscht bei meinen Messor barbarus eine Luftfeuchtigkeit von ca. 80-90%. Mehrere Halter scheinen aber zur besseren Brutentwicklung 50 bis max. 70% für angemessen zu halten. Wie kann ich die LF künstlich runterregeln?
Der Boden ist übrigens nicht befeuchtet und das Wasser in der Ameisentränke habe ich auch schon auf ein Minimum reduziert. Die Arena hat 5 kleine Löcher zur Belüftung (2 in den Seitenwändern u. 3 im Deckel...incl. Ausbruchsschutz (Gaze))...

2.) Myrmica rubra:

Bei meinen Myrmica rubra sind in den letzten 14 Tagen ca. 40 Tiere gestorben. Erst habe ich gedacht, dass es sich um natürliche Tode handelt, da ich in diesem Zeitraum auch in der Natur viele Arbeiterinnen gesehen habe, die tote Tiere möglichst weit weg vom Nest transportiert haben.

Die Kolonie habe ich mit ca. 200 Arbeiterinnen u. 3 Königinnen Ende März "eingesammelt". Seitdem hat sich die Kolonie eg. prächtig entwickelt. Die 3 Gynen haben ständig einen sehr aufgeblähten Gaster, es gibt Brut ohne Ende u. die Tiere sind sehr aktiv. Ich sehe also eg. keinen Grund für dieses Massensterben.

Das einzige, was mir etwas komisch vorkommt ist, dass sich die Tiere gegenseitig zu bekämpfen scheinen. Immer wieder sehe ich am Nest oder in der Arena kleine Gruppen, in denen 2 oder 3 Arbeiterinnen eine Ameise festhalten und "bearbeiten" (Keine Ahmnung was die da machen). Evtl. sie kämpfen gegeneinander oder sie merken, wenn eine Arbeiterinnen bald das zeitliche segnen und....tja, keine Ahnung!

Einige der toten Tiere scheinen zerlegt zu werden, da mehrere abgetrennte Gaster neben anderen ganzen toten Tieren in der Abfallkammer liegen.

Was meint ihr?

Normales Ableben, Milbenbefall (Ich sehe aber keine Arbeiterin wanken), andere Krankheit...

Bis später,

Reduan
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