Unterschiede und Anforderungen bei Camponotus ligniperda und

Archivbeitrage aus den Unterforen "Einsteigerfragen" und "Diskussion und Fragen allgemein" aus den Jahren 2003 bis 2008.

Unterschiede und Anforderungen bei Camponotus ligniperda und

Beitragvon Tari » 22. Mär 2007 09:22

Hallo Forum!

Nachdem ich mich doch eigentlich schon für Lasius niger entschieden hatte, kamen mir Zweifel.

Ich habe meinen Partner ein wenig gelöchert und es ist so, dass ich wohl nur eine Kolonie haben werde - sprich wenn ich Gefallen an der Ameisenhaltung habe (und davon gehe ich aus *g*) und mir die Lasius niger zu klein werden, habe ich Pech. Eine 2. soll nicht unbedingt her (na gut, ich tendiere zum Kleintierzoo zu Hause ... von daher ist es vielleicht auch ganz gut, wenn er Grenzen setzt :lol:).

Nun bin ich - wie wohl viele Anfänger - etwas "größenversessen" und hätte gerne Ameisen, deren Körpergröße etwas größer ist, die aber dennoch einfach zu halten sind. In der FAQ sind noch Camponotus herculeanus als für Anfänger geeignet + groß genannt.

Dass diese sich langsamer entwickeln, habe ich schon gelesen, denke damit komme ich auch gut klar, kann mich in Geduld üben ;)

Im shop gibt es neben Camponotus herculeanus noch Camponotus ligniperda. Ich habe die Suche schon genutzt, aber noch nicht herausgefunden warum die einen der anderen vorzuziehen wären. Könntet ihr mir da weiterhelfen?

Nach der Entscheidung für eine von den beiden bliebe dann die Frage: Was brauche ich für den Anfang?

Ich hätte gerne ein Ytongnest - aber sind 20x20x10 zu klein? Ich würde gerne gleich ein so großes nehmen, dass sie sich 2-3 (oder mehr) Jahre wohl drin fühlen können (was ja auch nicht so schwer klingt, wenn sich die Kolonie so langsam vergrößert). Wie viele Kammern brauche ich und wie groß sollten diese sein? (meistens habe ich auf diese Frage nur "nach Gefühl" gelesen ... als Anfänger hat man aber kein Gefühl für so was ;), von daher würde ich mich über konkrete Angaben freuen)

Würde das 30x20x20 Becken als Arena reichen? Oder ist es schon von Anfang an zu klein? Sollte ich dann gleich die Variante mit der 27mm Bohrung nehmen?

Ich denke das wären so meine ersten Fragen. Wäre euch wirklich sehr dankbar, wenn ihr mich an euren Erfahrungen teilhaben lassen könntet und mir Starthilfe geben könntet.

Viele Grüße
Tina / Tari
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Beitragvon Niemand » 22. Mär 2007 10:50

Wieso nimmst du nicht einfach Lasius niger und gibst sie später, wenn du lieber eine Camponotus haben möchtest, an einen Anfänger weiter?
Ich sehe das Problem an der Entwicklungszeit, da man am Anfang möglichst schnell etwas sehen will, kurz es soll richtig wuseln.
Camponotus brauchen hierfür ziemlich lange und sind, besonders am Anfang, nich so mutig wie Lasius niger.
Den Unterschied zwischen ligniperda und herculeanus sehe ich nur in der Färbung, kann da aber kein konkretes Urteil abgeben, da ich nur ligniperda halte!
30x20x20 Becken reicht für eine kleine Kolonie!
Den Y-Tong würde ich auf jeden Fall kleiner machen, da du sonst nach einem Monat wegen Schimmel wechseln kannst.
Sie lagern alle Essensreste in nicht benutzten Kammern!
Ich würde anfangs einen kleinen nehmen, mit 1- 2 kleinen Kammern!
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Beitragvon Tari » 22. Mär 2007 11:14

Wie gesagt, ich kann damit leben, wenn es nicht so schnell wuselt :) Würde also die reine Entwicklungszeit nicht als Kriterium nehmen - eher den "Langzeitspaß". Ich kenne mich: auch wenns "nur" Ameisen sind, will ich sie nicht einfach nach 1-2 Jahren wieder abgeben (ich bin eher ein "stick to one thing"-Typ und würde deswegen gerne gleich die Ameisen holen, von denen ich denke, dass sie mir am meiste Spaß machen). Habe nicht verfolgt wie gut man Lasius niger Kolonien loswird, aber gerade als Anfänger will man eine Kolonie doch am liebsten von Anfang an beobachten, sprich keine allzu große Kolonie haben und dann sehen wie sie wächst - oder ich bin die Ausnahme, denn mir geht's so :)

Von daher tun wir erst mal so als wenn ich eine der beiden Camponotus nehmen würde:

Aber die größere Bohrung ist schon angebracht für die Meisen oder ist die kleine auch okay? Würdest du eine kleinere Arena bevorzugen? Gibt es bei dem Boden in der Arena was zu beachte, oder kann ich die Sand/Lehm Mischung aus dem Shop einfüllen (aus dem simplen Grund, dass ich gerne nen farbigen Grund haben will)? Was bedeutet "klein" bei den 1-2 Kammern? Bei Lasius niger ist ja schwarze Folie angebracht - bei den Camponotus ist auch die rote okay, oder? *g* Fragen über Fragen ...
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Beitragvon Philsen » 22. Mär 2007 11:38

Hi,

die kleinere Bohrung würde auch ausreichen aber
die größere ist schon ni schlecht. Was die Arena angeht,
je größer umso besser. Als Bodengrund solltest du für
die Camponotus Materialien aus dem Wald nehmen,
also kleine Äste, Tannennadeln, Steine, ect. Die Sand/
Lehmmischung kann ich dafür überhaupt nich empfehlen.
Als da bei mir die erste Arbeiterin drüber lief - ich hatte die
Weise genommen - sah sie aus wie mit Puderzucker bestäubt.

Klein bedeutet so circa H: 2cm B: 4cm T: 1,5cm
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Beitragvon Niemand » 22. Mär 2007 11:44

Diese Entscheidung musst du selbst treffen.
Ich habe auch noch meine erste Kolonie, allerdings habe ich auch mehrere ;)
Ich würde die 27mm Bohrung nehmen, einfach aus dem Grund das die Ameisen leicht aneinander vorbei kommen.
Bei der Arena gilt, je größer umso besser ;)
Bei dem Boden musst du nichts beachten, selbstverständlich wäre Walderde natürlicher (Achtung Milben!), aber sie werden sich auch mit einem Sand/Lehm Gemisch zurecht finden. Allerdings dann nicht zu hoch/feucht, sonst graben sie sich ein!
Bei den Kammern würde ich sagen, schau dir die Ameisen an und bau danach die Kammern!

Edit: Da war wohl jemand schneller :D
Zuletzt geändert von Niemand am 22. Mär 2007 11:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon ShIeLa » 22. Mär 2007 11:45

"C. ligniperda bevorzugt die Ebenen mit trockenen Kieferwäldern auf

Sandböden, während C. herculeanus mehr in den Gebirgen mit feuchten

Böden und Fichtennwäldern zu finden ist. Im Vergleich zu C. ligniperda

sind die Extremitäten wie Kiefertaster, Beine und Fühler kürzer, wodurch

der Körper gedrungener wirkt. :love05:

Im Unterschied zu C. ligniperda scheint bei C. herculeanus der Holzanteil

an den Nestern zu überwiegen und sie reichen im Stamm mit 6 bis 10 m

vertikaler Ausdehnung weiter nach oben." alles ameisenwiki.de denke

also das bei der haltung keine unterschiede gemacht werden

müssen.. :shockt:

grüße shiela
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Beitragvon Tari » 22. Mär 2007 11:45

Gut dann bleibe ich bei der 30x20x20 mit der großen Bohrung :)

Und lasse den Sand weg ... ich hätte noch Aquarienkies über (ja ja, in meinem Kleintierzoo gibts natürlich auch ein Aquarium). Wäre der okay (versteht sich nach gutem Waschen)? Dann noch ein paar kleine Äste und Nadeln finde ich bestimmt auch noch im Garten.

Danke für die Maße :) So habe ich dann schon mal eine Vorstellung davon was ich brauche ... viel einfacher als es auf gut Glück zu versuchen!
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Beitragvon ShIeLa » 22. Mär 2007 12:26

Nochmal zum optischen Unteschied. In diesem Fall sind die Namen recht

irreführend. ligniperda bedeutet

eigentlich soviel wie holzzerstörend nd herculaneus gross. Tatsächlich ist

aber C. ligniperda die grössere von beiden, nistet jedoch nur in

toten/morschen Holz. C. herculaneus ist kleiner aber nistet auch in

lebendem Holz und richtet somit grösseren Schaden an. :twisted: Bei Camponotus

ligniperda erstreckt sich die rötlichbraune Färbung des Thorax über den

Petiolus bis auf das 1. Gastersegment. Bei Camponotus herculeanus ist

der Gaster komplett schwarz. Dieser Unterschied ist aber wirklich nur bei

den Königinnen oder Majoren deutlich zu erkennen. :king02:

C. ligniperda: 6-14 mm.
C. herculeanus: 6-12 mm.
(Arbeiterinnen.)
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Beitragvon Tari » 22. Mär 2007 13:14

Huch, hatte die Antworten zwischen meiner und der von Philsen gar nicht bemerkt!

Okay, also Fazit: Beide Arten wären okay, dann mache ich es an der Optik fest *g* (irgendwie ist man eben doch oberflächlich ;))

Dann muss ich jetzt nur noch den Kontostand prüfen + entscheiden welche von den beiden es werden soll ... und bestellen.

Eine Frage noch zum Handwerklichen: Lohnt sich der 27mm Beckenverbinder für Ytong + Becken oder gehts auch günstiger? Verschraubung/Gegenmutter kann ich am Ytong ja sowieso nicht einsetzen. Einfach Schlauch nehmen (aber es gibt gar keinen mit 27mm ...) und mit ... ja ... öhm ... Silikon (?) festmachen?

Und Ytong demnach vielleicht sogar eine Nummer kleiner, sprich 20x10x10?
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Beitragvon Philsen » 22. Mär 2007 13:27

Wenn du ein Ytong als Nest nehmen willst, würde
ich gar ni mit Schläuchen arbeiten. Am besten du nimmst
ein größeres Becken ab 40*30*20. Und arbeitest den Ytong
als Landschaft mit in das Becken ein.
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Beitragvon Tari » 22. Mär 2007 13:39

Hm, das ginge natürlich auch ... wobei es leichter ist den einzelnen Ytong zu überwintern ... andererseits kann man das ja so bauen, dass man ihn rausnehmen kann ... hm hm hm, interessante Idee, ich denke da muss ich noch mal drüber nachdenken - und nach Tips für den Schlauch suchen, falls es doch einer werden soll :)
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