Quarks&co Sendung: Hypothese zur Wüstenameise

Archivbeitrage aus den Unterforen "Einsteigerfragen" und "Diskussion und Fragen allgemein" aus den Jahren 2003 bis 2008.

Quarks&co Sendung: Hypothese zur Wüstenameise

Beitragvon genesys » 11. Jan 2007 13:12

Hallihallo! Ich habe leider keinerlei großes Wissen über Ameisen, noch irgendwelche Erfahrung in der Haltung etc. allerdings hat mich ein Bericht in der Sendung "Quarks&co" auf die Thematik aufmerksam gemacht, welche ich und mein Vater vor kurzem im Fernsehen gesehen haben:

In der besagten Sendung wurde die Wüstenameise vorgestellt.
Diese Ameisenart bildet keine Ameisenstraßen, läuft also einzelnd vom Nest aus in alle Himmelsrichtungen um Nahrung zu finden - aus irgendeinem Grund aber, ist sie dennoch in der Lage auch nach über 100 metern Entfernung (wobei sie die Strecke in unregelmäßigen Zickzack Wegen zurücklegt) ihr Nest direkt anzusteuern bzw. zu finden, also ohne einen Umweg, direkt darauf zuzulaufen.
Da diese Art allerdings keine Geruchsstoffe zur Wegfindung benützt, wurde in der Sendung ein Experiment einer deutschen Forschergruppe gezeigt, nachdem die Ameise in der Lage gewesen wäre ihre Schritte zu zählen [??].
Dafür wurde eine Kolonie in ein Nest gesetzt das an eine lange Röhre angeschlossen wurde, an deren Ende Honig plaziert war. Nachdem eine Ameise die Strecke zum Honig zurückgelegt hatte, wurde sie entnommen und in eine parallele Röhre gesetzt, die jedoch doppelt solang, wie diejenige vom Nest zum Honig war. Die Ameise ist in der anderen Röhre losgelaufen und auf höhe des Nestes (also nach der Hälfte der Röhre) stehengeblieben und hat die Umgebung abgetastet, war also in der Lage sich die Distanz "zu merken"?
Zu dem Schluß das die Ameise zählen könnte kamen die Forscher dann dadurch, das sie die Schrittlänge der Ameise vergrößerten (durch angeklebte Stelzen) und erneut in die längere Röhre setzten. Diesmal blieb die Ameise wesentlich später stehen, nach Auswertung der veränderten Schrittlänge hätte sie genau den denselben Weg zurückgelegt wie vorher, bzw. das längere Wegstück ließ sich auf die längere "Schrittlänge" beziehen.

Da das Zählen aber eine sehr abstrakte Form des Denkens ist, die wohl in ihrer Definition nur den Menschen zugänglich ist, fragten wir uns ob das stimmen kann? Die Aussage klingt nach unserer Auffassung sehr abstrakt und etwas simpel, denn für das Zählen müsste die Ameise ja komplexe neurologische Fähigkeiten entwickelt haben, da sie ja über mehrere tausend Schritte zählen müsste und sich diese merken. Auch ist die Frage der Orientierung nicht beantwortet worden, wobei diese auch mithilfe der Sonne stattfinden könnte.
Die einzige Hypothese die wir aufstellen konnten (mit der Annahme das die Ameisen eben nicht zählen können) ließ uns darauf schließen das sie Anhand ihres Energieverbrauches die Länge der zurückgelegten Strecke schätzen kann.
Ich würde gerne wissen ob jemand der hier Anwesenden Informationen oder andere Hypothesen dazu hat, weil das Thema doch sehr interessant ist,

Liebe Grüße,
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Beitragvon zucca » 11. Jan 2007 14:05

Servus,

hier der Link zur gleichen Diskussion die es bereits gab.
Ausschlaggebend für diese Diskussion war der Bericht von spiegel.de
(siehe Hyperlinks sind nur für registrierte Nutzer sichtbar)

http://www.antstore.net/viewtopic.php?t=4024

Evtl. findest Du hier mehr antworten.

ps: Suchfunktion hilft :P

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Beitragvon genesys » 11. Jan 2007 14:49

tut mir leid, habe die Suchfunktion benutzt aber nichts gefunden.. wohl falsche parameter eingegeben. Tut mir leid, Beitrag kann dann wohl gelöscht werden :oops:
Also danke für die Info! Allerdings geht auch aus dem Beitrag keine eindeutige Klärung hervor, inwiefern die neuralen Fähigkeiten der Ameise dafür beansprucht werden (ob sie also einen Denkprozess initiieren können) oder sich die Fähigkeit des "zählens" und der Vektoraddition aus intuitiven, möglicherweise angeborenen Fertigkeiten ableitet. Scheint dann wohl noch nicht bekannt zu sein, allerdings halte ich es nachwievor für nicht möglich das eine Ameise im Stande ist, eine derart komplexe neurologische Fähigkeit wie das Zählen zu meistern, das dürfte wohl eher ein bildicher Begriff für etwas sein das immernoch nicht entschlüsselt ist..

Gruß, genesys
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Beitragvon Markus » 13. Jan 2007 11:12

Vermutlich können sie zählen, ohne Zahlen zu kennen.

Soll heißen, dass es sich hier um eine Art Schätzung handelt, die wir Menschen manchmal mit Zahlen überprüfen, die aber nicht auf Zahlen, sondern einfach nur Prozessen im Gehirn basiert, die automatisch ablaufen.

Ziemlich eindeutig handelt es sich bei dieser Beschreibung nicht um eine sinngemäße Übernahme des menschlichen Begriffes "zählen"...
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Beitragvon Eaglesword » 7. Mai 2007 00:44

Was ist bekannt apropos topografischem Gedächtnisses?
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