Hi und Hallo,
@onamihs: in Berlin-City Blätter zu suchen ist nach meiner Ansicht keine gar so gute Idee. Zum einen verbietet die Grünflächen-Verordnung (oder wie auch immer die heisst) das Absammeln von lebendem Grün in Grünanlagen, zum anderen ist die Luft hier nicht die Beste und Anlagerungen in/auf den Pflanzen sind zu erwarten.
Setze Dich zB in die S1 und düse 20Min Richtung Seen, dort findest Du in den umliegenden Wäldern einige Ansammlungen von zB Brombeere, die ja auch im Winter grün bleiben und somit gerade jetzt sehr gut zu finden sind.
Gesammelte, bevorzugt junge Blätter einfach in einer Tüte oder Dose mit etwas Wasser lagern, so bleiben diese lange "frisch" bzw verwertbar. Für die unlängst gehandelten "Gründer-Kolonien" reicht zumeist schon ein - zwei Blatt per Woche.
Werden die Blätter in einer sehr feuchten Arena verfüttert, halten diese sich auch gerne eine ganze Woche.
Urlaub und/oder Aussaat:
etwa faustgroße Netz-Säckchen mit Erde füllen und ein paar Samen eindrücken, feucht und warm halten, auf zB der Fensterbank lassen die sich gut lagern.
Als Samen "ungebeiztes/unbehandeltes" Exoten-Vogelfutter, Küchenkräuter (zB Basilikum), Erbsen, Klee, Kresse u.ä.
Als Futter-Arena ein leeres, verdeckeltes Becken mit Gips-Boden, bzw ein Boden aus feinem Sand.
Sind die Samen in den Säckchen gekeimt und zeigen die ersten, größeren Blätter, einfach (nebeneinander) in die Futterarena legen und die Ameisen weiden lassen.
Ist ein Säckchen abgeweidet, einfach rausnehmen und gegen ein frisches Säckchen austauschen.
Bei kleinen Kolonien reichen als Weide auch schon hohe "
Heimchendosen", die mittels Schlauch an das Formicarium gekoppelt werden. Hier lohnt sich dann auch eine Aussaat direkt in etwas Erde.
Je nach Koloniegröße hast Du so ausreichend Futter auch für längere Zeit, und die Ameisen kommen immer an frisches Grün.
Acromyrmex octospinosus nimmt aber nicht nur frisches Grün, auch zB Falllaub findet in der Natur Absatz. Ein kleiner Vorat an "Falllaub" sollte also auch in Notfällen seinen Zweck erfüllen. Zu Beobachten auch: in Hungerzeiten wird feuchtes
Sphagnum in den Pilz gearbeitet. Mir scheint (!!) es nur, als wenn der Pilz mit Sphagnum etwas langsamer wächst, bzw weniger Pilzfäden pro Sphagnum-"Fragment" spriessen.
Obst/Früchte/bes. Beeren finden sich in Literatur-Angaben bei
Acromyrmex octospinosus nur als sehr geringes "Beifutter", evtl. Hauptsächlich als "Kohlenhydrat-Lieferanten" für die Imagines?
Einen "großen Pilz spendieren" wird kaum gehen, denn die Ameisen pflegen ihren Pilz genau so groß, dass er sicher als Nahrung reicht, aber noch kontrolliert werden kann.
Ein Futtermangel für wenige Tage wird auch keine abartigen Verluste bringen, auch in der Natur gibt es Regentage, in denen die Ameisen nicht zum Almauftrieb kommen.
Die Koloniegröße der Gattung
Acromyrmex wird mit max 100.000 angegeben.
Für ein größeres Volk werden sich zB 10 verbundene 2,5L-Becken als Nestbereich und mind. 4 verbundene Arenen (1 Verteiler, 2 Futter, 1 Müll) mit sehr (!) langen Wegen ab Verteiler eignen.