Camponotus ligniperda nicht immer monogyn

Archivbeitrage aus den Unterforen "Einsteigerfragen" und "Diskussion und Fragen allgemein" aus den Jahren 2003 bis 2008.

Camponotus ligniperda nicht immer monogyn

Beitragvon ohrene » 17. Mai 2006 17:39

hoi^^
In den letzten Tagen fand ich 2 Kolonien mit jeweis 2 Königinnen.
Die art mag zwar monogyn sein, jedoch auch hier sieht man ganz gut, das man Ameisen und deren Verhalten nicht wie bei vielen anderen Tieren fest bestimmen kann.
Bei einer Kolonie wenn sich die beiden Königinnen begegnen verhält sich eine Queen etwas aggressiver.
Die Kolonie hab ich an HeldGop heute versand also hoffe mal er berichtet wie es da weiter gehen wird.
Die andere sitzt derzeit im einem Ytong Stein bei mir. Wiederum hier war kein bisschen aggressives Verhalten unter den Queens in irgend einer Art feststellbar.
Nach wie vor ist es fraglich wie es in der Natur zu stande gekommen ist. Ursachen hier führ kann sein das zwei Queens von der selben Kolonie an der selbsten Stelle gegründen haben. Die andere Ursache das eine andere Queen nach dem Schwarmflug in das Nest zurück kam. Wobei die Kolonien nicht sehr groß waren.
Hier mal ein par Fotos:
die Ameisen bedecken jeweils eine Queen auf dem Foto..
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Sorry das hier das Bild so schlecht ist ^^
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und hier mal ein par pics von der fusca Kolonie mit sehr vielen Queens:
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Re: Camponotus ligniperda nicht immer monogyn

Beitragvon Antsoldier » 17. Mai 2006 17:52

ohrene @ Gratuliere zum Fund bzw. Fang ;)

Nun, das C.ligniperda (sowie C.herculeanus) auch Kolonien mit mehreren Gynen bildet, war mir nicht neu.
Ein Ameisenwart erzählte mir von rund 3-4 Fichtenbäume am sonnigen Waldrand, die von ein und der selben Kolonie bevölkert wurden. Und zwar war jeder Baumstamm bis in die Höhe von 2-4m von den Camponotus angefressen bzw. bewohnt. Die Bäume waren bestimmt unterirdisch, als auch oberirdisch (Dauerstraßen) verbunden.
Allerdings kann man dies - so denke ich zumindest - nicht polygyne nennen! Denn nähern sich die Gynen zu Nahe, könnte es unter Umständen für eine Gyne tödlich zu Ende gehen. Doch der Kolonieduft muss der selbe sein?

Leider wurden diese Fichten vom Förster deswegen zerstört, und somit die Kolonie auch. Wirklich traurig ...

Aber wie auch immer, sehr interessante Sache!
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Beitragvon ohrene » 17. Mai 2006 18:13

Bei der jetzigen Kolonie die ich derzeit im Ytong Nest habe, zu vor ca. 2 Wochen in einer Dose ca. 15x15cm mit Erde, scheinen die Ameisen bisher ja beide Queens gleichfalls zu akzeptieren. In wie weit es jetzt mit dem Kolonie duft zusammen hängt keine Ahnung... Jede Königinnen müsste eigentlich einen eigenen/anderen Duft aufweisen. Selbst die nahen Verwandten (gebildete Geschlechtstiere von der Mutterkolonie) diese können ja von den Ameisen unterschieden werden. Also Verwandte wie man weiß werden ja auch nicht akzeptiert (eigentlich^^).
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Beitragvon Wiseman » 18. Mai 2006 07:35

Wie bereits an anderer Stelle geschrieben, Camponotus ligniperda und herculeanus bilden häufig oligogyne Kolonien, in denen es mehrere Königinnen gibt, die aber normalerweise räumlich voneinander getrennt leben. Solche Kolonien kommen vermutlich zustande, wenn mehrere einzelne Kolonien auf engem Raum siedeln und sich deren Reviere irgendwann großflächig überschneiden. Da Camponotus ligniperda bzw. herculeanus im Allgemeinen weit weniger auf den Kolonieduft geprägt sind als andere Ameisenarten gibt es dabei üblicherweise keine größeren Kämpfe (mal abgesehen von einigen Rangeleien, die aber bald abklingen). Stattdessen schließen sich die Kolonien zusammen und tauschen dann auch Futter, Arbeiterinnen und Brut aus. Nur die Königinnen bleiben dabei, wie gesagt, räumlich getrennt, da sich diese bei Begegnung erbittert bekämpfen würden.

Ciao, Wiseman!

Rechtschreibfehler und Ausdruck korrigiert
Zuletzt geändert von Wiseman am 18. Mai 2006 09:45, insgesamt 4-mal geändert.
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Beitragvon earlant » 18. Mai 2006 08:34

Hallo Wiseman,

Das ist es, was Bert Hölldobler, Mitautor von Hölldobler & Wilson: The Ants usw., langjähriger Professor an der berühmten Harvard-Universität, zu C. ligniperda und C. herculeanus erforscht und beschrieben hat. Andere Forscher haben es bestätigt.

Für diejenigen, die Hölldobler nicht kennen: Hier ist sein Portrait gepostet:
http://www.antstore.net/viewtopic.php?t=3777

Wir müssen uns aber daran gewöhnen, dass ohrene grundsätzlich die ernsthafte Wissenschaft in Frage stellt, so ziemlich alles anders sieht und mit "genialen" Versuchen beweisen will, dass er Recht hat. Und gelegentlich die revolutionären Ergebnisse seiner Forschung „mit ins Grab nimmt“. :lol:

Earlant

PS: Man verzeihe mir den Sarkasmus. Wer sich die Beiträge von ohrene in diesem Form ansieht und zu einem anderen Schluss kommt, möge mich steinigen.

EDIT:
PPS: @ ohrene: Habe gerade erst Ihre letzte PN an mich gelesen. Ich bitte, sich künftig derartiger Äußerungen zu enthalten. Antwort darauf gibt's keine mehr.
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Beitragvon ohrene » 19. Mai 2006 16:55

Wir müssen uns aber daran gewöhnen, dass ohrene grundsätzlich die ernsthafte Wissenschaft in Frage stellt, so ziemlich alles anders sieht und mit "genialen" Versuchen beweisen will, dass er Recht hat. Und gelegentlich die revolutionären Ergebnisse seiner Forschung „mit ins Grab nimmt“.


Erlant wenn Sie lesen könnten ist dies kein Versuch. Beide Kolonien stammen aus der Natur. Aber für sie schreibe ich es auch gern zwei mal.
Auch wenn man betrachtet wie oft jegliche wissenschaftliche Forschungen täglich überarbeitet worden sind und noch werden, sollte dies auch einem zu denken geben.
Und bevor sie noch weiter "neunmal klung" hier ihre Meinungen schreiben kommen sie mich besuchen und betrachten sie zumindestens eine Kolonie davon.
MfG René
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Beitragvon nr.103683 » 19. Mai 2006 21:24

aber eventuell ist es auch eine form von pleometrose und die königinnen werden nicht auf längere zeit geduldet?
@earlant: würde die menschheit nicht immer alles in frage stellen,wären wir jetzt nicht so weit wie wir jetzt sind....
nr.103683
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