@ Krümel: Ganz klar ist mir nicht, was Du im Einzelnen gemacht hast. Angekommen sind die Ameisen in einer Heimchenbox, in der sie dann in das von Dir angebotene Reagenzglas gezogen sind?
Dann hast Du das RG in die Schüssel mit Lehm gelegt, und die Tiere haben sich zum Teil im Lehm verbuddelt (die Lehmschicht scheint nur 1-2 cm dick zu sein?).
Nach den Bildern habe ich den Eindruck, dass für die Ameisen sowohl der Platz im RG zu klein ist, als auch in dem Gangsystem, das sie graben konnten. Nur deshalb sind so viele draußen!
Das Ytongnest können sie anscheinend noch nicht beziehen, ist wohl noch nicht in der Schüssel???
Hier ist eine Seite, auf der etwas über Cataglyphis und die Forschungen von Prof. Dr. R. Wehner in Zürich zu finden ist:
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Prof. Wehner arbeitet über Cataglyphis albicans, bicolor und fortis aus Tunesien. Wie weit seine Ergebnisse auf eine Cataglyphis
irgendwas von
irgendwo übertragbar sind, lässt sich nicht beurteilen.
Jedenfalls schrieb er in einer Veröffentlichung, dass Cataglyphis-Arbeiterinnen nach der Zeit, die sie mit Brutpflege im Nest verbringen (ähnlich wie die Stockbienen bei der Honigbiene), nur für durchschnittlich 6 Tage „Außendienst“ verrichten, also hauptsächlich nach Futter suchen. Dann sind sie „verbraucht“ und sterben, so weit sie nicht Opfer von Räubern etc. geworden sind.
Cataglyphis-Arbeiterinnen verlassen also im Normalfall das Nest erst gegen Ende ihrer Lebensspanne, und überleben dann nur noch für relativ kurze Zeit.
Wenn bei einem solchen Volk im Laufe eines Tages insgesamt 10 Arbeiterinnen außerhalb des Nestes tätig sind, sind diese nach 6 Tagen tot (jüngere rücken nach). Das heißt natürlich, dass die Kolonie in der Zeit und mit dem Futter, das diese Ameisen ins Nest gebracht haben, mindestens 10 neue Arbeiterinnen aufgezogen haben muss (besser ein paar mehr, weil die Kolonie ja wachsen und irgendwann Geschlechtstiere aufziehen soll).
So eine Ameisenkolonie ist etwas sehr Dynamisches! Daran muss man immer denken.
Gruß Earlant