Ameisenstrassen

Archivbeitrage aus den Unterforen "Einsteigerfragen" und "Diskussion und Fragen allgemein" aus den Jahren 2003 bis 2008.

Ameisenstrassen

Beitragvon Swen » 26. Apr 2006 17:07

Hallo :roll:

Ich wollte euch mal anfragen welche Ameisenart für ein ca. 1 Meter langes Röhrensystem infrage kommen könnte (Formica <-> Arena)
wobei ich mir eine kleine lebende Transportstrasse aus Ameisen erhoffe.

Es sollte ein Folk mit Soldaten sein, allerdings in der Haltung nicht all zu kompliziert.

Welche könnte da infrage kommen??

Ich danke euch für jede Antwort :)

Gruss Swen
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Beitragvon Darkness » 26. Apr 2006 19:40

Hallo hier im Forum !

Du willst also ein 1 Meter langes Röhrensystem verwenden, ich denke dieses solltest du erst nutzen sobald deine Kolonie die gewünschte Grösse erreicht haben.
Nun zu den Arten. Bei leicht zu haltende Arten mit Soldatenkasten kommen eigentlich fast nur Europäische Arten in Frage.
Da gibt es Pheidole pallidula, sind aber relativ klein, leicht zu halten aber oho was das Thema ausbrechen anbelangt.
Messor structor, Messor capitatus oder Messor barbarus, das sind sogenannte Ernteameisen da sie hauptsächlich Samen zu einem Brei verarbeiten von welchem sie sich fast ausschliesslich ernähren. Sie besitzen sehr viele Übergangsformen, also nicht so stark abgegrenzt wie Pheidole pallidula. Natürlich braucht es auch bei den Messor Arten sehr viel Geduld die man zur Pflege aufbringen muss. Du kannst auch andere Arten nehmen welche sehr starke Übergangsformen aufweisen, Camponotus ligniperda.
So das waren mal ein paar Arten die mir dazu eingefallen sind.

Mfg Darkness
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Beitragvon Frico » 27. Apr 2006 08:00

Hallo,
Lasius fuliginosus hat richtige Ameisenstrassen, aber ist schwer zu halten(die anfangsphase, musst ja ne andere Kolonie erst haben, lasius ...)
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Beitragvon Swen » 27. Apr 2006 16:11

Danke euch beiden für diese nützlichen Infos.

Ich schwanke allerdings noch zwischen Pheidole pallidula und Messor capitatus.
Allerdings nervt mich die Winterruhe und das eher scheue Auftretten der Messor capitatus.
Bei Pheidole pallidula fasziniert mich vorallem die aktive Mitarbeit der Soldaten Kaste. Allerdings sind sie sehr sehr klein und das sehe ich eher als Nachteil.
So wie ich gelesen habe ist es möglich ihre Winterruhe durch nicht absenken der Temperatur zu minimieren?

Wie siehts da bei den Exoten aus? Hat jemand da noch einen Vorschlag?
-> mein Wunsch wäre eine Art mit grossen Soldaten.
Gruss

Ps. Was die Schwierigkeit angeht; ich stehe da eng mit diversen Züchtern von Giftfröschen bis Gottesanbeterinnen in Kontakt. Ein paar unter ihnen sind selbst auch Ameisen Züchter.
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Beitragvon Sinthoras » 27. Apr 2006 16:59

Tach Swen

Bei Pheidole pallidula musst du die Winterruhe nicht so ernst nehmen. Meine haben sich den Winter über bei ca 28 grad sehr wohl gefühlt und sich rasend schnell vermehrt.

Gruß Sinthoras
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Beitragvon sobek » 27. Apr 2006 17:24

Ich würde dir, trotz deinen Kontakten zu ner einheimischen Art raten.

Ich verstehe echt net was ihr immer mit der Winterruhe und den Soldaten habt ;)
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Beitragvon Darkness » 27. Apr 2006 18:35

@ Swen

Da nimmst du am besten Pheidologeton diversus, diese haben wirklich grosse Soldaten die sich deutlich von den Arbeiterinnen abheben und bilden schöne Strassen beim Zerlegen der Beute. Sind aber in der Startphase nicht allzu leicht, ich weiss nicht ob du nicht besser auf den Vorschlag von sobek eingehen willst, auch wenn du gute Kontakte hast, aber schlussendlich ist und bleibt es deine Entscheidung.

@ Sinthoras

Kein wunder bei 28 Grad, da vermehren die sich noch schneller, ich halte meine bei etwa 25-26 Grad und nicht höher. Das mit der Winterruhe ist mir klar das dies klappt, das geht auch bei Myrmica rubra oder Lasius niger ohne Probleme, nur die folgen sind nicht ganz so gut. Früher als ich klein war wusste ich auch nichts von Winterruhe und später habe ich mitbekommen das es ein schwerwiegender Fehler von mir war.
Obwohl man bei Pheidole pallidula eine gewisse Auswahl hat was diesen Punkt betrifft bin ich trotzdem dafür ihnen eine Winterruhe zu gönnen. Ohne Winterruhe und bei einer solch hohen Temperatur, da mutest du ihnen einiges zu. Sie brauchen meiner Meinung nach genau wie jede andere mehr oder weniger heimische Art eine Pause während der Winterzeit.
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Beitragvon Swen » 27. Apr 2006 21:10

@sobek

Da muss ich dir Recht geben aber ich muss mir das Thema Arten Auswahl noch etwas durch den Kopf gehen lassen.
Was die Soldaten angeht ist es so dass diese einfach eine gewisse Faszination auf mich auswirken. Wie auch bei gewissen Termitenarten.
Aber danke dir für dein posting. :wink:

@Darkness

Pheidologeton diversus hatte mich von Beginn her in den Bann gezogen.
Doch; was heisst schwierig?
Wie auch immer das klingen mag aber gibt es Punkte die man zu erst an einem anderen Volk testen muss? Ich möchte nicht eine Ameisengattung als Test Objekt nutzen, schliesslich sind es auch Lebewesen auch wenn sie sehr klein sind.
Man lernt ja Schritt für Schritt dazu und in all den möglichen Hilfsmittel wie Bücher, Tipps aus dem Internet, Foren mit erfahrenen Züchtern (wie dieses) sollten doch eine ungeheuerliche Startrampe sein.

Erfahrung ist sicher ein gutes Argoment, aber die kommt von ganz alleine ...mal positiv mal negativ... :roll:

Ich werde es Versuchen, allerdings noch nicht gleich. Zuerst werde ich mich umfangreich Informieren und spezialisieren. Dann schau ich weiter.

Auch dir ein herzliches Dankeschön für dein Posting :lol:
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Beitragvon Frico » 28. Apr 2006 08:41

@Sven
Das du von Pheidologeton diversus in den Bann gezogen wurdest ist nichts besonderes, jeder hier würde Sie gerne halten, aber tut es nicht;Warum wohl?Es ist eine Art ,die nur für Erfahrene Halter ist.
Sie sit sehr anspruchsvoll(vorallem in der Anfangsphase), und für einen Anfänger der gerade angefangen hat sich über Ameisen zu Informieren, geht is garnicht gross genug.
Soldaten sind Cool, aber halte lieber erst Einheimische Arten mit
Soldaten, und samle so erfahrung.
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Beitragvon Swen » 28. Apr 2006 11:42

Ich muss euch allen Recht geben :roll:
Ich schätze ihr hattet alle die Gleiche Euphorie. Ich möchte mich nicht Hals über Kopf ins Abenteuer stürzen darum wird vorerst massig Infos verarbeitet. Allerdings ist die Frage immer noch die gleiche; ich kann mich einfach nicht für eine Art entscheiden.
...ich bin sonst recht Entschluss fest aber da weiss ich echt nicht weiter...
:cry: :( :cry: :( :cry:

Gruss
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Beitragvon Darkness » 28. Apr 2006 12:46

Du kannst dich ja hier mal im Forum umsehen oder im Album nach Bildern ein bisschen umsehen. Zu fast jeder Art gibt es hier im Forum Leute die ihre Erfahrungen darüber geschrieben haben. Bei Pheidologeton diversus gibt es beispielsweise auch viele Berichte von Haltern, darunter auch ich welche ihre Erfahrungen von Beginn mit der Kolonie aufgeschrieben haben. Ich denke da kannst du schon einiges wissenswertes sammeln.
Es ist besser wenn du dir mit dem Entschluss noch ein bisschen Zeit lässt, ausserdem entpuppen sich auch Arten ohne Soldaten oftmals als nicht weniger interessant. Das kannst du mir ruhig glauben, schliesslich bin ich auch sehr interessiert an Gattungen mit Soldaten Kasten und exotischen Arten.
Wenn du dich anfangs ein bisschen einüben möchtest und die Brutpflege auch gut mitbekommen willst, ist es besser eine etwas grössere, leicht zu pflegende Art zu nehmen, später kannst du dich ja immer noch für Exoten entscheiden.
Aber wie gesagt, nimm dir alle Zeit denn eine Fehlentscheidung die du im Nachhinein bemerkst ist sicherlich auch nicht gerade vorteilhaft. :wink:

Mfg Darkness
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Beitragvon Sahal » 28. Apr 2006 15:10

Hi und Hallo,

mich hatten zu Anfang auch Soldaten und andere polymorphe Arten fasziniert. Da es zu der Zeit noch wenige Informationen gab, habe ich mich auf die öde, kleine und nichtssagende Lasius niger beschränkt.

Nunja, ich bin jetzt seid über 7 jahren bekennender Lasius niger - Fan :D

Kasten, Soldaten... jo, klingt alles sehr interessant... Ernteameisen, super wie die ihr Ameisenbrot "backen". Tja, und nach sehr kurzer Zeit wird es Dich langweilen (oder besser: es wird normal). Dann fängst Du an, Dich auf andere Sachen zu konzentrieren: Brutpflege, Strukturen und Verhalten der Staaten. Dann wird mit Nestern experimentiert, die Arenen eingerichtet und und und... und irgendwann hast Du sogar die Ausbruchssicherung im Griff (vor allem Routine)

Gerade kleinere Arten wie Lasius niger können auch bei großer IndividuenZahl noch in überschaubaren Becken gehalten werden. Die Biester sind agil und schnell, sehr interessant und verzeihen auch recht grobe Anfängerfehler... und wenn mal eine entwischt, bilden sie kaum eine Gefahr für die heimische Natur.

Erfahrungen sind für viele Arten wichtig, wenn nicht sogar Voraussetzung. So wie Du Autofahren nicht aus Büchern lernen kannst, wirst Du durch lesen nicht zum erfahrenen Halter! Und nicht zuletzt: die Ameisen haben diese Bücher nicht gelesen... und sind immer für Überraschungen gut.
Fange mit einer (im ersten Blick) simplen Anfängerart an und sammle dort Erfahrungen... und wenn Du Dich sicher fühlst, steigst Du auf eine andere Art um.


Ich wette eine kaum gebrauchte Thermosflasche gegen eine Wolldecke, das Du spätestens eine Woche nach Erhalt der Kolonie auf dem Schlauch stehst und plötzlich Fragen über Fragen auftauchen... dafür musst Du Dich nur mal im Forum umschauen :D
Bei anspruchsvollen Arten kann es da schon zu spät sein!!!

Und ein Tipp von mir:
lege Dich jetzt nicht auf eine interessante Art fest ! Fange mit zB Lasius niger an... und dann schaue nach nem Schnäppchen. Wer weiss, wo es Dich dann hinschlägt :grin:

Und die Winterruhe kann sehr erholsam sein, auch wenn Du es jetzt nicht glaubst... ich hätte schon was dafür gegeben, meine (jetzt 2) Weberkolonien mal für nen Monat in den Kühlschrank zu stopfen...


Jo, und wenn Du ein wenig Kenne hast, schau mal nach Messor structor...
geringfügig kleiner als Messor barbarus, aber stark polymorph ( verschiedene Arbeiter bis zum heissgeliebten Soldaten).... etwas lahmarschig, aber leicht am Ausbruch zu hindern. Die Vermehrungsrate ist auch nicht schlecht... aber braucht Platz. Es werden echte Strassen zu den Körnern gebildet (Atta-ähnlich), und sie nehmen Körner, Früchte und Insekten... also alles vereint.
Sahal
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