von earlant » 4. Apr 2006 11:40
Hölldobler & Wilson (1994): Journey to the Ants, S. 7 (sollte in der deutschen Fassung an ähnlicher Stelle stehen):
Sie haben zusammen mit anderen Forschern auf 8 Hektar Regenwald in Peru über 300 Ameisenarten gefunden, und 43 Arten auf einem einzigen Baum, fast so viele Arten wie in ganz Finnland, und ebenso viele wie in ganz England.
Einer der Vorreiter der Forschung über Regenwaldameisen ist Dr. Manfred Verhaagh, jetzt Hauptkonservator und Abteilungsleiter am Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe, Kurator für Hautflügler (Hymenoptera).
Auf seine Ergebnisse stützen sich auch Hölldobler & Wilson. Seine Forschungen von 1983 - 1985 auf der Station Panguana sind veröffentlicht, z.B. hier:
Verhaagh, M. (1990): The Formicidae of the rain forest in Panguana, Peru: The most diverse local ant fauna ever recorded. – In: Veeresh, G. K., Mallik, B. & Viraktamath, C. A. (eds.) Social insects and the environment. – Proceedings of the 11th International Congress of IUSSI, 1990. - Oxford & IBH Publ., New Dehli: 217-218.
Verhaagh, M. (1991): Clearing a tropical rain forest - effects on the ant fauna. – In: Erdelen, W., Ishwaran, N. & Müller, P. (eds.): Tropical ecosystems. Systems characteristics, utilization patterns, destruction, conservation concepts. – Margraf, Weikersheim: 59-68.
Man muss allerdings bedenken, dass nicht alle diese Arten in den Baumkronen auch ihre Nester haben! Sie wurden in Fallen bzw. auch von Hand gesammelt, wobei natürlich Arten mitzählen, die im Boden nisten und zum Furagieren auf die Bäume klettern.
Aus Deutschland sind inzwischen wohl etwas mehr als 110 Arten bekannt (Nr. 111, Myrmica microrubra, ist weggefallen, aber B. Seifert hat seit 1996 ein paar dazu gefunden, u.a. Ponera testacea). Das wird man dann in der Neuauflage seines Buches finden.
Gruß Earlant