von passalidius » 20. Okt 2005 08:55
.....ja natürlich - ohne Pigmente keine Zeichnung, kein Kontrast, keine Farbe!
Allerdings entstehen die Farben bei Insekten häufig durch Interferenz, hauptsächlich der metallische Glanz, z.B. bei Polyrhachis dives und Rhytidoponera metallica.
Dieses Aussehen entsteht nicht durch "echte Farben", sondern durch sogenannte Strukturfarben, das heisst durch die Interferenz des von unterschiedlichen Chitinschichten reflektierenden Lichtes.
Wie ist das gemeint?
Wenn man beispielsweise solche metallfarbenen Insekten mit einem Wassertropfen benetzt, ist die Interferenz gestört, das heisst, durch den Wassertropfen entsteht eine andere Lichtbündelung und der Chitinpanzer erscheint nicht mehr so metallfarben wie vorher - es entsteht eine sogenannte Wellenlängenveränderung des Lichtes!
Würde es bei den Insekten tatsächlich Albinos geben, so würden diese immer ausschauen wie frisch gehäutet und wären stets eine leichte Beute für alle Predatoren!
Ich habe jahrelang afrikanische Rosenkäfer gezüchtet und vereinzelt kamen auch besonders helle Tiere zum Vorschein, auch wenn die Imago bereits mehrere Wochen alt war und die Aushärtung des Chitinpanzers schon längst vollzogen war. Auch die Augenfarben (Facettenaugen) veränderten sich teilweise unter den künstlichen Zuchtbedingungen.
Aber besonders helle oder fast weisse Tiere (Insekten?) sind noch lange keine Albinos, diese Weissfärbung entsteht oft durch ein rezessives Gen, welches beide Geschlechtstiere bereitstellen!
Bei den Käfern entstanden so häufig sogenannte Lutinos in der X-ten Generation, also Gelblinge, denen das Melanin (Farbpigment) fehlte.
Allerdings trat dieses Phänomen nur bei matt oder samtartig gezeichneten Käfern auf, nie bei den metallisch glänzenden!
Man könnte aber auch leicht auf den Gedanken kommen, ein albinotisches Insekt vor sich zu haben, wenn dieses erst aus der Puppenruhe (...je nach Entwicklungsstadium der Art) gekommen ist und der Chitinpanzer noch nicht ausgehärtet ist.
Das sind sie aber keinesfalls, wir alle kennen ja frisch verwandelte Mehlkäfer (Tenebrio molitor), es dauert einige Stunden, bis das jungfräuliche Chitinskelett vollständig ausgehärtet ist und Farbe angenommen hat.
Das farbliche Aussehen von Insekten mit besonders dünner oder elastischer Chitinhülle (Zecken > Ixodida)) kann sich aber auch durch entsprechende Flüssigkeits- oder Nahrungsaufnahme verändern (...siehe auch Honigtopfen!)
Freundliche Grüsse,
passalidius
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