Messor Barbarus: Fragen zu Kolonieverhalten

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Re: Messor Barbarus: Fragen zu Kolonieverhalten

Beitragvon Military-1999 » 22. Sep 2020 15:02

Guten Tag alle zusammen,

ich habe schon seit 2-3 Jahren eine Messor Barbarus Kolonie und konnte schon einiges über diese Art in Erfahrung bringen, jedoch legt die Königin in letzter Zeit Geschlechtstiere ab (soweit ich nach meiner Beobachtung sagen kann, legt sie beide Geschlechter ab). Soweit so natürlich. Doch fällt mir in letzter Zeit auf, das recht wenig Brut über das Jahr hinweg gelegt wurde. Womit wir zur ersten Frage kommen: Ist es normal, dass recht wenig Brut gelegt wir während die Königin gleichzeitig auch Geschlechtstiere gebärt? Ich vermute, dass gerade die Pflege und Aufzucht dieser speziellen Tierchen eine menge Recourssen frisst und es wahrscheinlich auch anstrengend für die Königin ist gerade eben diese zu gebären (wir sprechen ja eben über die wohl wichtigsten Individuen der Kolonie, die das Erbgut der Kolonie weitergeben sollten). Kann man mir das bestätigen oder verneinen?

Ich konnte bestimmte Faktoren wie Feuchtigkeit im Nest und Wärme (und Licht) ausschließen da ich über das zweite Jahr, wegen des raschen Anstiegs der Bevölkerungszahl, zwei neue Farmen angeschlossen habe und diese gut befeuchtet und erwärmt sind. Und trotzdem bleiben sie noch in ihren alten Nestern. Zudem meine ich dass die Bevölkerung stagniertund die Kolonie nicht sonderlich größer geworden ist. Was mich auch zu meiner zweiten Frage bringt: Ich habe die Vermutung dass sie vielleicht zu wenig Essen bekommen bzw. zu wenig zu der Königin ankommt. Ich füttere sie alle drei Tage und gehe sicher, dass sie immer was zu Trinken und Zuckerlösung (oder Honig) haben. Jedes mal wenn ich Futter in die Arena lege scheinen sie zwar einen Großteildavon zu fressen, aber es bleibt stets was vom Futter übrig (meistens sind es die Zoophobias, sie mögern diese nicht sonderlich). Deshalb gehe ich davon aus dass die keinen Hunger haben oder soll ich einfach regelmäßiger füttern trotz dessen das bei meinem jetzigen Futterzyklus immer was übrig blieb?

Oder sind das alles unnötige Vermutunge da es normal ist, dass eine Königin nicht jedes Jahr volle Power bei der Brutablage geben kann und es auch mal Jahre gibt wo sie viel weniger legt als sonst?

Bitte um eine Beurteilung dessen was ich geschrieben habe :)

Mit freundlichen Grüßen
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Re: Messor Barbarus: Fragen zu Kolonieverhalten

Beitragvon Serafine » 22. Sep 2020 17:44

Es ist möglich, dass die Kolonie sich auf das aufziehen von Geschlechtstieren fokusiert und die Arbeiterinnenproduktion dadurch etwas kurz kommt.

Du sagst, wenn du ihnen Futter gibst ist alles weg - Messor barbarus sind doch eigentlich Körnersammler und lagern große Mengen an Körnern, Samen, Nüssen, Mandeln, usw. ein, die dann von Arbeiterinnen im Nest zu Ameisenbrot (einer Art Kohlenhydratpaste) verarbeitet werden. Fütterst du auch Körner und Samen? Viele Halter füttern ihre Messor barbarus indem sie einfach einen großen Haufen Körner in eine (möglichst trockene) Arena werfen und nachlegen, wenn der Haufen kleiner wird.
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Re: Messor Barbarus: Fragen zu Kolonieverhalten

Beitragvon Military-1999 » 22. Sep 2020 18:17

Danke für die Antwort,

ja meine Messor Barbarus bekommen Körner zum futtern. Die haben noch einen riesen Haufen in einer der Farmen, aber ich kann denen ja noch mehr geben wenn es wirklich daran liegen sollte. Und die lassen häufiger was übrig, welches ich dann immer entsorgen muss bevor es schimmelt, also sollte es an den Proteinen eigentlich nicht liegen.

Ist die Aufzucht von Geschlechtstieren wirklich so anstrengend als die Aufzucht von Arbeiterinnen?

Gruß
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Re: Messor Barbarus: Fragen zu Kolonieverhalten

Beitragvon Erne » 23. Sep 2020 15:15

Für die Königin macht es keinen Unterschied ob sie befruchtete Eier legt aus denen sich Arbeiterinnen oder Königinnen entwickeln oder unbefruchtete aus denen sich Männchen entwickeln.
Die Aufzucht von Geschlechtstieren beansprucht schon mehr Reserven, was zur Aufzucht weniger Arbeiterinnen führen kann.
Allerdings fangen sie mit der Geschlechtstieraufzucht nicht gleich im Frühjahr an, da hätte es noch normal anlaufen müssen.
Solange immer ein paar geeignete Körner vorhanden sind, verhungern Messor barbarus nicht und schränken auch die Brutaufzucht nur unwesentlich ein.
Nicht ausreichend Insekten, können zur Brutreduzierung führen.

Wie sieht es mit Winterruhen aus, hatten sie die in entsprechender Länge?

Grüße Wolfgang
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Re: Messor Barbarus: Fragen zu Kolonieverhalten

Beitragvon Military-1999 » 24. Sep 2020 11:45

Ja sie hatten seit dem sie bei mir sind jedes Jahr eine Winterruhe zwischen Ende November und Anfang Februar gehalten bei Temperaturen zwischen 15 und 18 Grad Celsius.

Ich probiere jetzt gerade mal aus was passiert wenn ich die kleinen regelmäßiger fütter, ob die das überhaupt annehmen. Vielleicht lag es die ganze Zeit einfach nur daran das die zwar nach dem ich sie alle 3 Tage gefüttert habe zwar voll waren, aber in den 3 Tagen dann doch wieder Hunger bekamen.

Hoffe das kann man verstehen xD
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Re: Messor Barbarus: Fragen zu Kolonieverhalten

Beitragvon Erne » 25. Sep 2020 13:36

Ja das kann ich verstehen.

Geschlechtstieraufzucht ist eigentlich ein Zeichen für gute Haltungsbedingungen und gute Pflege, ein Zeichen das es passt.

Die Winterruhezeiten passen auch.
Auch wenn ich eher für tiefere Wintertemperaturen plädiere, kommen andere Halter damit gut klar.

Auf wie viele Arbeiterinnen schätzt Du das Volk?
Auch wenn die Temperaturen seit längerem passen möchte ich fragen wo sie liegen.

Bei den von mir gehaltenen Messor barbarus Völkern konnte ich ab und an ähnliche Entwicklungen beobachten.
Die ersten Jahre haben sie unglaublich viel Nachwuchs aufgezogen, in den Jahren danach flachte die Kurve deutlich ab.

Grüße Wolfgang
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Re: Messor Barbarus: Fragen zu Kolonieverhalten

Beitragvon Military-1999 » 27. Sep 2020 12:37

Das wusste ich noch nicht, das ist gut zu wissen mit den Geschlechtstieren. Da kann ich auch beruhigt sein wenn das ein Indiz auf gute Haltung ist :D .

Ich würde die Bevölkerung so auf mehrere Hundert schätzen, ich glaube nicht dass es schon Tausend sind; ungefähr zwischen 200 bis 500 würde ich jetzt mal so ins blaue schätzen.
Ja bei mir haben die die ersten 2 Jahre bei mir richtig Vollgas gegeben und jetzt sind die mehr so im chillmodus. Ist das bei dir immer noch so oder kommt das so in Phasen bei deiner Kolonie?
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Re: Messor Barbarus: Fragen zu Kolonieverhalten

Beitragvon Erne » 3. Okt 2020 21:52

Messor barbarus halte seit vielen Jahren mit unterschiedlichsten Verhaltensbeobachtungen, darunter auch Haltungen mit abrupten Einknicken in den Entwicklungen.
200 – 500 Arbeiterinnen, in dem Bereich konnte ich derartige Einbrüche in der Brutaufzucht nicht beobachten.
Gibt es nicht doch etwas was sich an Deiner Haltung verändert hat oder etwas was nötig war und nicht erfolgt ist?

Grüße Wolfgang
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Re: Messor Barbarus: Fragen zu Kolonieverhalten

Beitragvon Military-1999 » 4. Okt 2020 01:57

Leider fällt mir nichts weiteres ein außer dass ich die Anlage mit zwei weiteren Farmen erweitert habe, aber dass kann doch nicht der Auslöser sein. Sonst haben die kleinen immer eine recht geregelte Routine: Sie bekommen meistens alle 3 Tage was proteinhaltiges zu fressen, Zuckerwsser oder Honig wird auch jeden Tag neu befüllt, Wassertränken werden auch wie immer befüllt wenn sie leer werden und an Wärme sollte es denen in den letzten 3 Jahren krasser trockenperioden auch nicht mangeln.
Ich habe nun versucht denen am zweiten Tag etwas Futter zu geben um zu gucken ob die überhaupt verfrüht Hunger bekomen haben und am dritten Tag wie üblich die selbe Menge an Futtertieren gegeben. Bis jetzt scheinen die alles großteils aufgefressen zu haben, weshalb ich jetzt nun vermute, das die vielleicht doch in letzter Zeit zu wenig zu fressen bekommen haben. Obwohl das eigentlich auch irgendwie doof ist weil wenn die wirklich Hunger gehabt hätten, dann wären die an ihre Körnersammlung gegangen und das hätte man bemerkt wenn auf einmal keine Körner mehr in den Farmen sind.

Ich habe heute einige junge, kleine Larven gesehen, kann vielleicht sein das die Königin wieder angefangen hat Eier zu legen. Kann sein das die für dieses Jahr einfach keine Eier legen wollte aus einem mir ominösen Grund und hat erst jetzt wieder damit angefangen. Also da kann man nur Vermutungen stellen weil ich wüsste nicht was ich, im Vergleich zu den letzten beiden Jahren, (in diesem Jahr) großartig anders gemacht habe.

Ich werde das noch weiter Beobachten wie sich das mit dem Proteinfutter verhält (ob die nun doch mehr brauchen) oder ob es an was anderes liegt. Ich probiere heute mal das Wassergel aus, sollte besser sein weil man das besser transportieren kann und weil die Ameisen da nicht ertrinken können. Vielleicht liegt es ja daran, wer weiß? :| :?:

Ich werde euch auf den laufenden halten woran es denn schließlich gelegen hat, falls ich es denn heraufinden werde.

Gruß
Military
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Re: Messor Barbarus: Fragen zu Kolonieverhalten

Beitragvon Military-1999 » 17. Okt 2020 21:08

Hallo Ameisenhalter,

ich wollte nochmal auf euch zurück kommen, wenn ich eine Antwort gefunden habe (zumindest hoffe ich das).
Ich habe die Messor Barbarus Kolonie nun für gute 2-3 Wochen nur noch mit Futter zugeballert, also mit Körner und Proteinen in Form von toten Insekten (Heimchen scheinen die Kleinen zu lieben) die ich, wie sonst auch, aus einem nahegelegenden Zoocenter kaufe. Also ich habe den Kleinen nun jeden Tag die Menge gegeben, die sie nur alle drei Tage bekommen würden.
Die hatten anscheinend ordentlich Kohldampf gehabt, da sie bis jetzt die kleine Schüssel fast jeden Tag leer gefuttert haben (an einigen Tagen blieb was übrig aber die Menge war trivial).

Und anscheinend hat die Königin mit der Ei-Ablage begonnen da ich im Nest wieder vermehrt kleine, junge Larven und höchstwahrscheinlich wieder Eier sehe (zumindest hoffe ich das... könnte ja auch Ameisenbrot sein xD). Hier haben wir hoffentlich die Auflösung zu meinem Problem und ich hoffe das ich mit meinem Problem auch einigen weiterhelfen kann. Wenn eure Kolonie also beginnt Geschlechtstiere zu legen dann füttert sie ruhig ein bisschen mehr... ein bisschen viel mehr weil anscheinend verputzen sie zu den Zeiten ordentlich was.

Ich melde mich zurück wenn es denn doch nicht die Lösung des Problems war.

Gruß
Markus
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Re: Messor Barbarus: Fragen zu Kolonieverhalten

Beitragvon Sojave » 18. Okt 2020 00:34

Ich sehe die Körner eher als Mindestration an um die Kolonie am Laufen zu halten und ein Verhungern, sowie Mangelerscheinungen zu vermeiden. Zucker- und Honiglösungen werden eigentlich nie angenommen und auch nichtmehr von mir bei Messor genutzt. Wie du schon gesehen hast, benötigen sie für die Brut deutlich mehr Stoffe, als die Körner bieten. Zudem benötigt die Körnerverarbeitung auch Zeit und Energie. Auch werden für die Arbeit Arbeiterinnen, nicht nur Majore (die eigentlich nur Körnerknacken sollen), länger blockiert.

Da es sicher auch auf die Pflanzenarten ankommt, kann man vermutlich generell sagen, dass die Körner primär als Energielieferanten dienen und den guten Nebeneffekt haben, auch Proteine und Eiweiße zu beeinhalten. Dadurch ist sogar eine Brutaufzucht möglich. Wenn bei dir sogar die Aufzucht von Geschlechtstieren gut klappt, fehlten die Stoffe dann vielleicht bei den anderen Larven. Aber da kann ich so nichts zu sagen.

Wenn die Heimchen jetzt gut angenommen werden, ist das ja ein gutes Zeichen. Auch aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass Heimchen meistens angenommen und verwertet werden, aber am besten (unabhängig welche Ameisen) werden Fliegen akzeptiert. Genau wie bei dir, habe ich mit diesen Zoophoba sehr schlechte Erfahrungen gemacht, sodass ich sie seit Jahren gar nicht erst mehr verwende.

Viel Erfolg weiterhin.
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