Ameisen ganzjährig draußen halten?

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Re: Ameisen ganzjährig draußen halten?

Beitragvon karma83 » 14. Jan 2020 23:54

Liebe Community,
seit einiger Zeit spiele ich mit dem Gedanken Ameisen zu halten. Nur möchte meine Frau keine Ameisen im Haus dulden. Daher wüsste ich gerne, ob folgendes Setup Aussicht auf Erfolg hat:
Haltung von Ameisen der Sorte Formica fusca in zwei Farmen und einer Arena, wobei die Arena und die mittlere Farm im Freien und die von der Arena am weitesten entfernte Farm dauerhaft in einer Styroporbox ist. Arena und Farmen würde ich vor Wildtieren schützen, indem Gummis den Deckel sichern.
Das ganze würde überdacht auf der Terasse stehen. Wir haben fast mediterranes Klima (Weinbau ;-) Ich könnte die Farm dann zumindest immer durch die Scheibe beobachten.
Meine Erwartung/Hoffnung ist, dass sich die Ameisen je nach Temperatur in die verschiedenen Bereiche zurückziehen. Die Feuchtigkeit würde ich natürlich überwachen.
Vielen Dank im voraus für die Antworten

P.S. Ich habe WIRKLICH vorher die Suchfunktion benutzt und nichts gefunden.
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Re: Ameisen ganzjährig draußen halten?

Beitragvon TheDravn » 15. Jan 2020 14:40

Ansich sollte das kein Problem sein mit einheimischen Arten, aber du wirst im Winter und Sommer Probleme mit der Temperatur bekommen. Warum möchte sie denn nicht, das die Ameisen im Haus gehalten werden, eventuell lässt sie sich doch noch umstimmen
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Re: Ameisen ganzjährig draußen halten?

Beitragvon karma83 » 16. Jan 2020 08:38

Meine Frau hat die Befürchtung, dass die Ameisen ausbrechen und dann frei im Haus umherlaufen.
Die Kinder finden Ameisen eklig, auch wenn sie sich noch nicht ernsthaft mit dem Thema befasst haben.
Meine Hoffnung ist, dass das ganze Projekt auch eine vertrauensbildende Maßnahme ist und sich vielleicht eins der Kinder für das Thema interessieren kann, wenn erstmal eine Kolonie da ist.
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Re: Ameisen ganzjährig draußen halten?

Beitragvon Serafine » 17. Jan 2020 01:23

Dass mittelgroße bis große Ameisen aus einem vernünftig gebauten Setup ausbrechen ist auch sehr unwahrscheinlich. Gerade ein Rahmen mit Fluon-Lack auf der Unterseite ist für die meisten heimischen Arten völlig unüberwindbar und hält (bei relativ trockener Arena) Jahre ohne dass der Ausbruchsschutz (Lack) erneuert werden muss. Klar, wenn man Pheidole megacephala oder Solenopsis fugax mit billigen China-Acrylnestern kombiniert führt das ziemlich sicher zu einem Desaster, aber wenn mann wirklich sichergehen will packt man das Nest in eine Glas-Arena mit Rahmen und Deckel und dann kann eigentlich nichts mehr passieren.
Bei großen Ameisen (z.B. Camponotus) ist das ganze sogar noch einfacher, die kommen nicht mal durch Lücken von 1mm.

Gerade Formica fusca drüfte auch im Fall eines Ausbruchs wenig problematisch sein. Die Art bildet keine Ameisenstraßen wie man sie von anderen Arten (Myrmica, Lasius) kennt, Fusca-Arbeiterinnen suchen in der Regel allein oder in kleinen Gruppen nach Futter und wenn sie was gefunden haben wird das sehr sehr schnell zielstrebig Richtung Nest abtransportiert. Auch die geringe Koloniegröße sorgt schon dafür dass man nicht gleich mehrere Tausend Ausbrecher hat. Zudem ist die Art für Menschen harmlos, nicht aggressiv und überträgt meines Wissens keine gefährlichen Keime.
Bei einer vernünftig aufgestellten Anlage sollte ein Ausbruch aber eigentlich nicht vorkommen.
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Re: Ameisen ganzjährig draußen halten?

Beitragvon HarryAnt » 18. Jan 2020 16:58

Würde dir noch empfehlen darauf zu achten, dass das Formicarium nicht direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist und wenn es im Winter mal so richtig kalt werden sollte (also Richtung 2-stellig Minus) über mehrere Tage eventuell das Nest in den Keller um platzieren soweit möglich.
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Re: Ameisen ganzjährig draußen halten?

Beitragvon karma83 » 1. Aug 2020 14:41

Ich möchte mich für die Antworten bedanken und möchte kurz meine gemachten Erfahrungen schildern.
Für das Setup der Ameisen habe ich eine Kiste gebaut, damit es gut zu transportieren ist. Die Idee: In der Styroporbox und außerhalb wird jeweils ein Formicarium mit Digfix angeboten. Die Arena steht draußen. Die große Arena war für temnothorax unifasciatus aus Wildfang vorgesehen. Aber so weit kam es nicht. Es gibt Aufnahmen für weitere Formicarien zur Erweiterung und einen Faden in den Schläuchen als Kletterhilfe. Auch wenn die Ameisen an senkrechten Glaswänden laufen, schafften die meisten nicht ohne Hilfe den Schlauch. Die Haken waren dazu gedacht, die Formicarien mit Gummis zu sichern.
Ameisenkiste von oben.JPG
Ameisenkiste von oben

Ameisenkiste von vorn.JPG
Ameisenkiste von vorn.


Da die Temperaturen draußen doch sehr kalt waren und ich die Befürchtung hatte, dass die Ameisen den Weg in die Thermobox nicht schnell genug finden, sollte die Besiedlung im Keller stattfinden. Nach zwei Wochen hatten sie aber das Reagenzglas noch nicht verlassen. Ich habe die Thermobox von 20°C schließlich auf 24°C hochgeheizt (Heizelement und Steuerung aus dem Terraristikbereich). Der Umzug startete sofort und war innerhalb von sechs Stunden abgeschlossen. Damit konnten die Ameisen nach draußen ziehen.
In der Thermobox lagen noch Kühlakkus um die Temperaturschwankungen zu dämpfen. Durch das Heizelement habe ich die Temperatur nicht unter 18°C fallen lassen. Am Tag lag die Temperatur meist 2 bis 3 Grad unter der Maximaltemperatur außen (Maximalwert war 27°C). Ich schaute nur einmal die Woche in die Box und wollte die Ameisen häufiger sehen. Also musste ein Sichtfenster eingebaut werden.
Kiste mit Sichtfenster.JPG
Kiste mit Sichtfenster

Damit war der Kühleffekt in der Kiste natürlich dahin. Daher habe ich eine Be- und Entlüftung angebaut. Ein Badlüfter sollte über eine Schlauchleitung kühle Luft aus dem Keller fördern. Damit war eine Temperaturregelung möglich.
Be- und Entlüftung .JPG
Be- und Entlüftung

Leider gab der Lüfter bereits nach einem Tag den Geist auf und die Maximaltemperatur des Tages war innen wie außen gleich (35°C). Kurzerhand wurde die Anlage in den Keller umgesiedelt und steht jetzt ohne Kiste da. Die DigFixplatte wurde inzwischen angenommen, nachdem ich mit einem Spieß den Weg nach unten geebnet habe.

Fazit: Da ich die Ameisen nicht jeden Tag stören wollte und trotzdem öfter sehen wollte, führte aus meiner Sicht kein Weg an einer Haltung im Haus vorbei. Ein richtiges Kühlaggregat schien mir übetrieben zu sein.
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