Möglichst autarkes Formicarium !?

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Re: Möglichst autarkes Formicarium !?

Beitragvon Oscar87 » 1. Dez 2019 15:56

Einen wunderschönen guten Tag, sehr geehrte Ameisenfachschaft!

Ich habe eine besonders spezielle Anfrage bezüglich eines Formicariums und möglicher Bewohner. Ich habe bisher keinerlei Erfahrungen mit Ameisen, außer den Beobachtungen die man in der Natur so machen kann.
Hier die angedachten Spezifikationen:

-Ich hätte gerne ein Formicarium welches mit möglichst wenig eingriffen meinerseits auskommt, also so gut es geht autark ist. Soetwas wie ein ewiges Terrarium mit Ameisen wäre ein absoluter Traum. :D
-Möglichst ohne elektrische Energie. Ich würde die Temperatur am liebsten über eine schattige Position im beheizten Raum konstant halten und das natürliche Licht nutzen.
-Ein langlebiger und unempfindlicher Ausbruchschutz welcher ein Davonlaufen verhindert.
-Kompakte Bauweise mit Arena, ohne Rohrsysteme o.A. Der Nestbereich sollte am besten dauerhaft einsehbar sein da ich die Ameisen umfassend studieren möchte
-Möglichst selbstständige Futterproduktion durch Trophobiose, extraflorale Naktarien oder andere pflanzliche/tierische Nahrung.
-Eventuelles ergänzendes Futter und Wasser möchte ich extern zuführen, bestenfalls jedoch eine simulierte natürliche Wasserversorgung z.B. kleiner Kunstteich (Ertrinkungsgefahr?).
-Eine kleine Kolonie mit möglichst kurzer Winterruhe, am besten natürlich ohne, damit es mehr zu beobachten gibt.
-Möglichkeit die Population zu regulieren damit es nicht irgendwann zu eng wird, ohne Ameisen direkt oder indirekt durch Aussetzen zu töten.
-Mit geeigneter Pflanzenwelt. Für eine gesunde Erde würde ich gerne Regenwürmer miteinbeziehen wenn diese auf dem engen Raum nicht angegriffen werden.
-Weitere Mitbewohner für ein friedliches Zusammenleben falls dann noch Platz ist, generell geht es mir aber um die Ameisen.

Ist dieses Projekt grundsätzlich realisierbar oder welche Bedingungskombinationen mit welchen Abstrichen sind möglich? Welche Arten kämen in frage?
Über eine Empfehlung der zur Umsetzung geeigneten Materialien würde ich mich ebenfalls freuen, wobei Qualität und Langlebigkeit für mich im Vordergrund stehen.

Ich hoffe sehr ihr könnt mir behilflich sein eine Umsetzungsmöglichkeit für diese doch recht komplexen Ansprüche ausfindig zu machen - Ich bedanke mich herzlichst im Voraus. ;)

Mit besten Grüßen,
Oscar
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Re: Möglichst autarkes Formicarium !?

Beitragvon TheDravn » 1. Dez 2019 20:37

Oscar87 hat geschrieben:-Ich hätte gerne ein Formicarium welches mit möglichst wenig eingriffen meinerseits auskommt, also so gut es geht autark ist. Soetwas wie ein ewiges Terrarium mit Ameisen wäre ein absoluter Traum. :D

Das wird nicht funktionieren, Ameisen sind sehr Ressourcen fressend und ohne ein eingreifen unserer Seits in der Haltung, würde jede Kolonie kurz über lang eingehen.

Oscar87 hat geschrieben:-Möglichst ohne elektrische Energie. Ich würde die Temperatur am liebsten über eine schattige Position im beheizten Raum konstant halten und das natürliche Licht nutzen.

Einheimische Arten brauchen in der Regel keine extra Beheizung oder Beleuchtung, da reicht die normale Zimmertemperatur aus.
Oscar87 hat geschrieben:-Ein langlebiger und unempfindlicher Ausbruchschutz welcher ein Davonlaufen verhindert.

Kommt auf die Art an, da man eingreifen muss, ist ein Luftdichtes versiegeln nicht möglich und würde auch irgendwann zu anderen Problemen führen. Je nach Art hat sich Talkon, Parafin-Öl oder Fluon als Ausbruchschutz bewiesen.
Oscar87 hat geschrieben:-Kompakte Bauweise mit Arena, ohne Rohrsysteme o.A. Der Nestbereich sollte am besten dauerhaft einsehbar sein da ich die Ameisen umfassend studieren möchte

Ist bei klein bleibenden Kolonien möglich, ein Aquarium mit einem Ytong als Nest umgebaut wäre da eine Möglichkeit. Bauanleitungen dazu findet man in Massen auf Youtube
Oscar87 hat geschrieben:-Möglichst selbstständige Futterproduktion durch Trophobiose, extraflorale Naktarien oder andere pflanzliche/tierische Nahrung.

Wird nicht funktionieren in der Haltung, wenn du möglichst wenig Aufwand mit dem Füttern haben willst, wären Messor Arten die beste Wahl. Die sammeln und fressen hauptsächlich Körner und Insekten. Die Körner werden eingelagert und daher kann man mit einer ordentlichen Fütterung gut mehrere Wochen damit überbrücken, je nach größe der Kolonie, dennoch wirst du nicht drum herrum kommen regelmäßig Insekten zu verfüttern.
Oscar87 hat geschrieben:-Eventuelles ergänzendes Futter und Wasser möchte ich extern zuführen, bestenfalls jedoch eine simulierte natürliche Wasserversorgung z.B. kleiner Kunstteich (Ertrinkungsgefahr?).

Erfahrungsgemäß ertrinken die meisten Ameisen in solchen Anlagen und das ist bei kleinen Kolonien nicht von Vorteil, da es dort auf jede Ameise ankommt.
Oscar87 hat geschrieben:-Eine kleine Kolonie mit möglichst kurzer Winterruhe, am besten natürlich ohne, damit es mehr zu beobachten gibt.

Kleine Kolonien ohne bis kaum Winterruhe gibt es nicht wirklich, Ameisenarten auf denen das zutrifft bilden in der Regel recht große Kolonien. Es gibt zwar Ausnahmen, die würden aber in Punkto Strom rausfallen, da sie eine Nestheizung brauchen. Das trift in übrigens auf alle Arten zu, die keine/kaum Winterruhe halten, sollen die gut wachsen, braucht man eine Heizung für die entsprechende Temperatur
Oscar87 hat geschrieben:-Möglichkeit die Population zu regulieren damit es nicht irgendwann zu eng wird, ohne Ameisen direkt oder indirekt durch Aussetzen zu töten.

Niemals Ameisen aus der Haltung aussetzen, es sei denn man hat die Kolonie vor der Haustür eingesammelt. Eine Humane Lösung um eine Kolonie klein zu behalten gibt es nicht, entweder muss man das Futter spärlich anbieten, was aber auch zu einem hohen Ausbruchverlangen führt. Oder man entnimmt der Kolonie Tiere und töte diese dann durch einfrieren oder heißes Wasser
Oscar87 hat geschrieben:-Mit geeigneter Pflanzenwelt. Für eine gesunde Erde würde ich gerne Regenwürmer miteinbeziehen wenn diese auf dem engen Raum nicht angegriffen werden.

Ist im Widerspruch zur Nesteinsicht, nur eines von beiden ist wirklich möglich. Sobald genügend Erdmaterial vorhanden ist, werden die meisten Ameisenarten versuchen ihr Nest dort aufzubauen. Regenwürmer und co. würden früher oder später der Kolonie zum Opfer fallen
Oscar87 hat geschrieben:-Weitere Mitbewohner für ein friedliches Zusammenleben falls dann noch Platz ist, generell geht es mir aber um die Ameisen.

Ameisen sind sehr territorial, andere Insekten werden früher oder später der Kolonie zum Opfer fallen, höchstens Bodenpolizei würde langfristig überleben
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