Fragen zu Camponotus cf. nicobarensis

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Re: Fragen zu Camponotus cf. nicobarensis

Beitragvon t1g3r5g3r » 27. Jan 2019 11:49

Guten morgen,
ich besitze seid dem 20.12.2018 eine kleine Camponotus cf. nicobarensis Kolonie (ca. 8 Arbeiterinnen plus Königin) nun stelle ich mir zwei fragen.

1. Seid der Ankunft hat die Königin noch keine Eier gelegt wobei es der Kolonie meiner Meinung nach recht gut geht.
Besteht die Möglichkeit dass die Art entgegen der angaben doch eine lege pause über die kalten Monate hält?

2. Nach den angeben im Antstore ist diese Art nachtaktiv und eine Aktivität tagsüber deutet auf futter mangel hin. Meine kleinen sind auch tagsüber recht aktiv, obwohl sie alles mögliche an futter annehmen (zerteilte Heimchen und Zuckerwasser sind sie scharf drauf).
Jetzt ist meine Frage fehlt ihnen etwas an Nahrung oder Inhaltsstoffen?
Oder ist eine geringe Aktivität von drei Arbeiterinnen in der Arena bei ca. 8 Arbeiterinnen normal?

Schon mal vielen Dank für eventuelle antworten.

Grüße
t1g3r5g3r
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Re: Fragen zu Camponotus cf. nicobarensis

Beitragvon Serafine » 27. Jan 2019 13:15

t1g3r5g3r hat geschrieben:1. Seid der Ankunft hat die Königin noch keine Eier gelegt wobei es der Kolonie meiner Meinung nach recht gut geht.
Besteht die Möglichkeit dass die Art entgegen der angaben doch eine lege pause über die kalten Monate hält?

Ja, das ist möglich und hängt vom Herkunftsgebiet ab. Das Verbreitungsgebiet der Art geht in China bis in Regionen in denen es im Winter doch recht kühl wird und eine Diapause angebracht erscheint. Die Winterpause sollte aber nicht allzu lang sein und von genereller Inaktivität begleitet sein. Wenn die Ameisen aktiv durch die Gegend rennen und fleißig Futter sammeln spricht das eher gegen eine Diapause.
Es könnte auch sein, dass die Ameisen die Eier aufgrund von Transportstress gefressen haben und die Königin ein paar Wochen braucht um welche nachzuproduzieren.

Eventuell ist es auch zu kalt, die Art benötigt eine Heizmatte - bei Zimmertemperatur kann man die über die kalte Jahreszeit eigentlich nicht halten, außer man heizt SEHR gut. Mindestens 24°C sollten es schon sein, besser 26.

t1g3r5g3r hat geschrieben:2. Nach den angeben im Antstore ist diese Art nachtaktiv und eine Aktivität tagsüber deutet auf futter mangel hin. Meine kleinen sind auch tagsüber recht aktiv, obwohl sie alles mögliche an futter annehmen (zerteilte Heimchen und Zuckerwasser sind sie scharf drauf).
Jetzt ist meine Frage fehlt ihnen etwas an Nahrung oder Inhaltsstoffen?
Oder ist eine geringe Aktivität von drei Arbeiterinnen in der Arena bei ca. 8 Arbeiterinnen normal?

3 von 8 Arbeiterinnen draußen ist für Camponotusverhältnisse phänomenal, bei den meisten anderen Camponotus ist das eher ein 3 zu 80 Verhältnis (liegt an den riesigen Sozialmägen). Wobei sich C. nicobarensis eh eher wie überdimensionierte Formica-Spezies verhalten und weniger wie typische Camponotus, die sind schon sehr aktiv.
Dass sie tagsüber aktiv sind ist bei C. nicobarensis wohl auch eher normal, die sind nicht so extrem nachtaktiv wie andere Camponotusarten. Das Nest sollte aber trotzdem komplett abgedunkelt sein.
Dass sie Proteine annehmen ist schonmal gut, denn die werden ja zur Eierproduktion/Brutaufzucht gebraucht.
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Re: Fragen zu Camponotus cf. nicobarensis

Beitragvon t1g3r5g3r » 27. Jan 2019 13:42

Vielen Dank für die schnelle Antwort!

Temperatur habe ich jetzt mit Hilfe einer Wärmelampe angepasst auf ca. 30 Grad in der Arena.
Die Farm soll man ja anscheinend nicht extra beheizen aufgrund des Hitzestaus(?).

Das Nest war bis jetzt nur mit roter Folie abgedeckt und die Königin hatte sich in eine dunkle ecke versteckt. Hab jetzt ein Stück Papier großflächig darüber geklebt.

Noch mal vielen dank ich werde mich nochmal melden wenn sich etwas geändert hat.

Grüße
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Re: Fragen zu Camponotus cf. nicobarensis

Beitragvon L76999 » 27. Jan 2019 16:50

Habe zufälliger Weise Mitte Dezember auch eine Camponotus nicobarensis Kolonie bestellt, allerdings mit 4 Arbeiterinnen und einer Königin.
Habe in der Arena das Reagenzglas, in dem die Tierchen waren außerhalb der Heizmatte gelegt und ein anderes Reagenzglas direkt unter die Heizmatte, die unter dem Formicarium liegt.
Siehe da, sie sind direkt in das andere Reagenzglas gezogen und sind innerhalb des Tages mal weiter tiefer drin mal kommen sie näher zum Ausgang.
Habe ihnen am 2. oder 3. Tag Invertzucker und eine Fliege angeboten, wurde innerhalb von 10 Minuten zugeschlagen, habe mich schon sehr gefreut, dass die Kolonie so aktiv sei.

Dann jedoch die Ernüchterung. Es ging nämlich die nächsten 3 Wochen nichts mehr. Keine Außenaktivität, weder Nahrungssuche noch irgendwelche anderen Erkundungen. Eine Ameise hat mal den ganzen Tag im anderen Reagenzglas verbracht, die einzige Aktivität war es innerhalb des Reagenzglases hin und her zu wandern.

Dann war wohl Geduld gefragt und ich habe die nächsten Wochen nicht mehr oft hingeschaut.
Und siehe da, vor ein paar Tagen hat die Königin ein Eierpaket gelegt. Da war ich aus dem Häuschen.

Mal wieder zeigt sich, Ameisenhaltung ist eine Geduldsfrage :D

Würde mich freuen weiterhin von deiner Kolonie zu hören.
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Re: Fragen zu Camponotus cf. nicobarensis

Beitragvon t1g3r5g3r » 28. Jan 2019 00:23

Guten Abend,
kleines update, habe gerade nochmal nach meinen kleinen geschaut und konnte feststellen, dass sie in das Reagenzglas zurückgezogen sind!

Freut mich sehr, da das meiner Meinung nach ein gutes Zeichen ist, da ich für sie durch das Beheizen ein besseres Umfeld geschaffen habe.
Konnte auch einen kleinen weißen "Ball" mit einem schwarzen Punkt entdecken den eine Arbeiterin schnell hin und her bewegt und gedreht hat, ob das eine Larve oder Ei ist kann ich nicht sagen...

Leben jetzt bei 30 Grad und ca. 45 % habe zur zusätzlichen Abdunkelung noch eine halbe Klopapierrolle darüber.


Grüße
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Re: Fragen zu Camponotus cf. nicobarensis

Beitragvon t1g3r5g3r » 28. Feb 2019 17:34

Guten Mittag,

nachdem die kleinen ins Reagenzglas gezogen waren verblieben sie dort noch ca. eine Woche und zogen dann in den Schlauchverbinder um.

Während dem Umzug konnte ich deutlich zwei Puppen erkennen die dann auch nach ein paar Tagen geschlüpft sind.
Nach erneut einer Woche im Schlauchverbinder sind sie dann in die Farm umgezogen.

Seid dem konnte ich sie kaum mehr in der Arena beobachten auch futter wurde nicht angenommen(zumindest konnte ich sie nie dabei beobachten so wie sonst).
Habe jetzt seid ein paar tagen auf zerschnittene Mehlwürmer und Mehlkäfer umgestellt die aber auch nicht angenommen werden. Ebenso wird auch das sonst gemochte Honigwasser nicht angenommen.

Das Reagenzglas in dem zuvor fast immer eine saß und das Trinken„bewacht" hat musste ich auswechseln, da der Wasservorrat meiner Meinung nach durch die Beheizung nahezu verdunstet war.

Habe jetzt die Lampe seit zwei tagen aus und seid dem ist immer mal wieder eine Arbeiterin draußen ( bei ca. 21 Grad und 65 %)

Heute Morgen musste ich feststellen, dass eine tote Arbeiterin im Reagenzglas liegt:(


Jetzt zu meiner Fragen: sollte ich irgendetwas ändern oder anpassen?

Oder einfach mal abwarten und hoffen, dass nicht noch eine weitere stirbt und sie sich wieder erholen?


Grüße
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Re: Fragen zu Camponotus cf. nicobarensis

Beitragvon HarryAnt » 1. Mär 2019 00:26

Bei einer toten Arbeiterin würde ich mir jetzt mal noch keine Sorgen machen.
Das gehört leider zur Ameisenhaltung dazu.

Die Farm würde ich hin & wieder punktuell ganz dezent befeuchten (falls noch nicht getan) und du kannst dir eventuell die Anschaffung einer kleinen einstellbaren Heizmatte für diese überlegen.
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Re: Fragen zu Camponotus cf. nicobarensis

Beitragvon GlasaugeBill » 25. Mär 2019 09:57

Meine haben sich Monate lang nur wenig entwickelt. Im Januar fing ich an, überbrühtes Geflügelhack zu füttern... Seitdem ist eine erhebliche Steigerung der Brutaufzucht zu beobachten. Auch die Populationsgröße hat sich in den 2 Monaten mindestens verdoppelt.
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