Crematogaster scutellaris, wie hält man die?

Hier kann diskutiert und gefragt werden.

Crematogaster scutellaris, wie hält man die?

Beitragvon Insekten Züchter » 18. Sep 2011 12:36

Hallo alle miteinander.
Wie der Überschrift zu entnehmen ist, würde ich gerne wissen, wie man Crematogaster scutellaris hält.
Ist dieses Becken dafür in Ordnung oder muss ein größeres her: http://antstore.net/shop/product_info.p ... 20x10.html
Brauchen sie eine Heizmatte oder kann man darauf verzichten .
Muss ich ihnen ein Kork- Holznest anbieten oder reicht ein Gasbeton.
Wie sieht es mit dem Futter aus? Überwiegend Insekten und wenig Honigwasser, beides gleich oder mehr Honigwasser als Insekten.
Wie schnell wächst so eine Kolonie?
Wie sieht es mit der Winterruhe aus? Brauchen sie unbedingt eine und wenn, wie lange?
Wenn mir die Art zusagt(jetzt tut sie es, wie ist es nach euren antworten?) werde ich einen Haltungsbericht schreiben.
Vielen Dank an alle, die mir helfen wollen und antworten.
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Re: Crematogaster scutellaris, wie hält man die?

Beitragvon baumarkthammer » 18. Sep 2011 13:06

Hallo,
Crematogaster scutellaris ist stark thermophil. In der Natur sind die Kolonien vorallem in Ästen und Eichengallen zu finden, nicht selten an den äußersten Spitzen der Baumkrone, wo die Temperatur im Sommer unerträglich sein muss.
Tatsächlich sind Crematogaster scutellaris mit wenigen anderen Ameisen noch im Hochsommer aktiv. Deswegen sollten sie warm gehalten werden.

Was das Futter angeht, so fressen die Ameisen extrem viel von sowohl Honig als auch Insekten. Bei meiner momentan größten Crematogaster Kolonie werden Mehlwürmer sogar teilweise mit dem Panzer gefressen.

Bei richtiger Nahrungszufuhr vermehren sich die Ameisen recht zügig.
Hier sind zum Thema Vermehrung zwei sehr schöne Berichte, jeweils von Kolonien die Phil und ich aus Kroatien aus dem Herbst 2010 mitgebracht haben:
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Die Kolonien in der Natur werden... groß.

Was Trockenheit, Feuchtigkeit, Hitze und Kälte angeht sind die Ameisen wegen ihrer Nester in der Nautr sehr resistent. Bei Regen sind sie überschwämmt und in Sonnigen Tagen sind sie total ausgetrocknet.
Allerdings ist trotzdem die Winterruhe einzuhalten, man kann sie aber sehr kurz halten. Ich überwintere meine Kolonien manchmal nur 2 Wochen.
Man kann sie aber auch durchaus den ganzen Winter in einer Styroporbox draußen halten.

Was das Nest angeht, so kann man sie in einem Ytongnest halten, man kann aber auch einfach ein morsches Stück Holz in das Becken legen.

Meine Kolonie mit ca. 50 Arbeiterinnen halte ich noch in einer Heimchendose, das reicht erstmal. Erst wenn die Kolonie größer ist muss man ein größeres Becken wählen, dann ist die Kolonie auch extrem aktiv.

Gruß
Kaj
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Re: Crematogaster scutellaris, wie hält man die?

Beitragvon Insekten Züchter » 18. Sep 2011 13:44

Die Bestellung ist abgeschickt :)
Ich habe noch ein wenig was geändert.
Ein anderes Becken http://antstore.net/shop/product_info.p ... 25x15.html
Und Ein Nest http://antstore.net/shop/product_info.p ... x5-cm.html
Wie lange wird das Becken halten?
baumarkthammer hat geschrieben: Ich überwintere meine Kolonien manchmal nur 2 Wochen.
Man kann sie aber auch durchaus den ganzen Winter in einer Styroporbox draußen halten.

Reichen wirklich nur 2 Wochen, ich finde das sehr kurz.
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Re: Crematogaster scutellaris, wie hält man die?

Beitragvon baumarkthammer » 18. Sep 2011 14:08

Ja, das reicht bei vielen Arten. Geht nur darum, dass der Rythmus eingehalten wird. Wenn dir das zu kurz vorkommt kannst du sie natürlich auch den ganzen Winter über kalt halten. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass das reicht. Ich habe im Winter von 2010 auf 2011 etwa 10 Crematogaster Königinnen nur zwei Wochen eingewintert gehabt und danach haben sie angefangen Eier zu legen, also hat es wohl gereicht.
Übringens gehören Crematogaster scutellaris zu den Ameisen, die durchaus verkrampfen können als wären sie tot, wenn sie in Winterruhe sind, meistens überleben sie es aber sogar, wenn das Wasser im RG einfriert.

Das Becken sollte mindestens ein Jahr reichen denke ich. Wie gesagt habe ich meine in einer Heimchendose, die ist nicht sehr viel kleiner. Der Nachteil ist einfach, dass man später öfter saubermachen muss.
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Re: Crematogaster scutellaris, wie hält man die?

Beitragvon Insekten Züchter » 18. Sep 2011 14:12

Es kommt also nur auf den Rhythmus an?
Kann ich dann auch andere Südeuropäische Ameisen nur zwei Wochen überwintern und dann ganz normal weiter halten?
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Re: Crematogaster scutellaris, wie hält man die?

Beitragvon baumarkthammer » 18. Sep 2011 14:37

Es kommt immer auf die Art an. Bei Pheidole pallidula kann man das z.B. auch problemlos machen, bei Camponotus muss ich stark davon abraten, auch wenn es Camponotus piceus oder Camponotus aethiops ist, die halten recht lange Winterruhe. Bei Messor würde ich es mir wahrscheinlich auch zwei mal überlegen.
Man muss immer etwas rumprobieren, es reicht aber oft, eine kurze Winterruhe einzulegen, auch bei manchen hier vorkommenden Arten ist eine kurze Winterruhe ausreichend meiner Meinung nach. Aber da teilen sich die Gemüter in der Community sehr.
Meiner Meinung und Erfahrung nach, sind viele Arten aber sehr flexibel in der Winterruhe.
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Re: Crematogaster scutellaris, wie hält man die?

Beitragvon Insekten Züchter » 24. Sep 2011 11:21

Jetzt sind sie da und ich habe wieder eine Frage.
Ich konnte bei meiner Kolonie Arbeiterinnen sehen, die Sandkörnchen zwischen den Mandibeln trugen und in ein Loch in der Sand.Lehmmischung gegangen sind, nun drängt sich mir die Frage auf, können Crematogaster scutellaris Erdnester bauen oder brauche ich mir keine Sorgen machen?
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Re: Crematogaster scutellaris, wie hält man die?

Beitragvon baumarkthammer » 24. Sep 2011 11:53

Also in der Natur habe ich noch nie ein Nest in der Erde geseehn, kann sein, dass sie da von Crematogaster sordidula oder anderen Arten verdrängt die auf dem Boden leben.
Crematogaster scutellaris versuchen eigentlich immer krampfhaft nicht im Boden zu nisten. Habe auch schon Kolonien gesehen, die sich zwischen Steinen ein Kartonnest gebaut haben.
Ich denke aber in der Natur haben die einfach immer eine Alternative, in deiner Haltung vielleicht nicht?
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Re: Crematogaster scutellaris, wie hält man die?

Beitragvon Pi.Ag3 » 24. Sep 2011 11:53

Hallo,

die ziehen überall hin, wenn es dort warm genug ist. Heiz doch einfach mal ein wenig den Ort auf, wo sie gerade leben oder noch hinsollen, dann braucht Du Dir um sowas keinn Sorgen zu machen.

Grüße, Phil
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Re: Crematogaster scutellaris, wie hält man die?

Beitragvon Insekten Züchter » 24. Sep 2011 12:04

Ich habe die Heizmatte unter den Ytong gelegt und den Boden gut durchgefeuchtet, ich hoffe mal das reicht um zu verhindern, dass sie ein Erdnest bauen.
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Re: Crematogaster scutellaris, wie hält man die?

Beitragvon Karthago » 14. Mär 2013 00:43

Hallo, ich habe mir auch eine Gyne zugelegt, da ich sehr angetan bin von dieser Art, mein Plan ist eine Schale zu nehmen, diese mit Gips zu füllen , dann einen Ast hinein zu stellen. Dieser soll als Nesbereich dienen, sie haben da natürlich wenig Auslaufmöglichkeiten, der Ast sollte etwas größer sein ( habe einen der ist ca 60 cm hoch und zu seinem Durchmesser: ich kann ihn gerade so mit Daumen und Zeigefinger umschließen) ich stehe nur vor ein paar Problemen/ Fragen
1. die Schale, die ich benutze, hat ein Gefälle von 180 grad, ist das zu viel ? Werden sie ertrinken? Ich plane Dichtungsklebeband an der Wasserlinie anzubringen, dieses würde ich noch etwas anrauen.
2. Wie morsch muss der Ast sein ? Der den ich benutzen will , hat keine Rinde mehr , ist aber noch so fest, dass ich ihn nicht eindrücken, oder leicht abbrechen kann?

Danke
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Re: Crematogaster scutellaris, wie hält man die?

Beitragvon Gast - ehem. User » 17. Mär 2013 01:58

Karthago hat geschrieben:Hallo, ich habe mir auch eine Gyne zugelegt, da ich sehr angetan bin von dieser Art, mein Plan ist eine Schale zu nehmen, diese mit Gips zu füllen , dann einen Ast hinein zu stellen. Dieser soll als Nesbereich dienen, sie haben da natürlich wenig Auslaufmöglichkeiten, der Ast sollte etwas größer sein ( habe einen der ist ca 60 cm hoch und zu seinem Durchmesser: ich kann ihn gerade so mit Daumen und Zeigefinger umschließen) ich stehe nur vor ein paar Problemen/ Fragen
1. die Schale, die ich benutze, hat ein Gefälle von 180 grad, ist das zu viel ? Werden sie ertrinken? Ich plane Dichtungsklebeband an der Wasserlinie anzubringen, dieses würde ich noch etwas anrauen.
2. Wie morsch muss der Ast sein ? Der den ich benutzen will , hat keine Rinde mehr , ist aber noch so fest, dass ich ihn nicht eindrücken, oder leicht abbrechen kann?

Danke


Probier ein dünnes Bambusrohr, da ist meine erste Kolonie recht schnell eingezogen. Ich denke, dass die Kolonie gerade am Anfang lieber bestehende Hohlräume bevorzugt und weniger selber welche schafft.

Meine Kolonie hat erst nach fast einem Jahr begonnen selber Gänge in das Korknest zu nagen.
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Re: Crematogaster scutellaris, wie hält man die?

Beitragvon baumarkthammer » 17. Mär 2013 09:37

Am besten wird sich wohl weißfaules Eichenholz eignen. Es sollte schon recht weich sein und die Rinde kann ruhig dran bleiben, die Ameisen legen darunter häufig die meisten Kammern an. Im Freien wird solches Holz klar bevorzugt, selten kann man Crematogaster in härterem Totholz finden. Man findet zwar häufig trockene und sehr harte Äste, diese werden jedoch je nach Gebiet garnicht oder von anderen Tieren bewohnt.
In den Gebieten in denen Crematogaster häufig zu finden ist, sind kleine Eichen die häufigsten Bäume.

Wie barristan schon gesagt hat beziehen kleine Kolonien eher schon vorhandere Hohlräume im Holz und Königinnen konkurrieren recht hart um diese.

Zu deiner anderen Frage; Crematogaster scutellaris sind sehr geschickt im Klettern, kommen häufig hoch in den Bäumen vor, werden also nicht häufig einfach abstürzen. Aber offene Wasserquellen sind in Kombination mit Ameisen immer eine recht gefährliche Sache, da Ameisen häufig und teilweise auch in größere Zahl ertrinken können.
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